notiz: griechenland - oder was Sie heute mit aller wahrscheinlichkeit nicht in Ihrer Zeitung lesen werden [update]

vorweg: als ich gestern nachmittag selbst die medienberichte aus athen das erste mal länger betrachtete, war meine erste reaktion: völlige deprimiertheit. der erste gedanke: idioten! (in bezug auf diejenigen, die mit mehreren molotovcocktails ein gebäude innerhalb einer dicht an dicht bebauten strasse in einer großstadt angreifen - unabhängig davon, dass das nun eine bank gewesen ist. diese art militanz enthält immer ein unakzeptables risiko hinsichtlich der gefährdung von menschenleben. und selbst wenn ich viele "innerlinke" diskussionen der vergangenheit berücksichtige, an die ich mich erinnere, und ein wichtiger punkt darin bei der betrachtung von widerstandsformen in anderen regionen immer war, dass es in der regel nicht angebracht ist, die eigenen maßstäbe aus der friedhofsruhe einer erstarrten demokratiesimulation an das handeln unter ganz anderen bedingungen anzulegen, kann das meine reaktion nicht groß ändern.

was ich allerdings gerade bei solchen ereignissen nicht bloß selbstverständlich, sondern schlicht notwendig finde, ist das genaue hinschauen - wer, was, warum. das macht auch in diesem fall die toten nicht wieder lebendig, verhindert jedoch womöglich ihre instrumentalisierung von leuten, die nun schon unzählige male gezeigt haben, dass sie notfalls auch über leichen gehen und dabei von zeit zun zeit - wenn´s taktisch nützlich ist - krokodilstränen vergießen. und nein, damit sind nicht diejenigen gemeint, die sich in griechenland selbst als anarchisten begreifen bzw. von außen als "autonome" bezeichnet werden.

*

vor diesem hintergrund also nutze ich das blog jetzt ausdrücklich als form und möglichkeit der gegenöffentlichkeit, weil ich finde, dass das gleich folgende material mit herangezogen werden muss bei der betrachtung dessen, was sich da gestern in athen abgespielt hat. ich erwarte kein blindes glauben des folgenden, weil auch ich das selbst nicht nachrecherchieren kann. allerdings erhält das dokumentierte durch die anschließend dargestellte reaktion der griechischen gewerkschaft der bankangestellten eine nicht unwesentliche unterstützung. urteilen Sie selbst.

*


An employee of the burnt bank speaks out on tonight’s tragic deaths in Athens – please spread:

"I feel an obligation toward my co-workers who have so unjustly died today to speak out and to say some objective truths. I am sending this message to all media outlets. Anyone who still bares some consciousness should publish it. The rest can continue to play the government’s game.

The fire brigade had never issued an operating license to the building in question. The agreement for it to operate was under the table, as it practically happens with all businesses and companies in Greece.

The building in question has no fire safety mechanisms in place, neither planned nor installed ones – that is, it has no ceiling sprinklers, fire exits or fire hoses. There are only some portable fire extinguishers which, of course, cannot help in dealing with extensive fire in a building that is built with long-outdated security standards.

No branch of Marfin bank has had any member of staff trained in dealing with fire, not even in the use of the few fire extinguishers. The management also uses the high costs of such training as a pretext and will not take even the most basic measures to protect its staff.

There has never been a single evacuation exercise in any building by staff members, nor have there been any training sessions by the fire-brigade, to give instructions for situations like this. The only training sessions that have taken place at Marfin Bank concern terrorist action scenarios and specifically planning the escape of the banks’ “big heads” from their offices in such a situation.

The building in question had no special accommodation for the case of fire, even though its construction is very sensitive under such circumstances and even though it was filled with materials from floor to ceiling. Materials which are very inflammable, such as paper, plastics, wires, furniture. The building is objectively unsuitable for use as a bank due to its construction.

No member of security has any knowledge of first aid or fire extinguishing, even though they are every time practically charged with securing the building. The bank employees have to turn into firemen or security staff according to the appetite of Mr Vgenopoulos [owner of Marfin Bank].

The management of the bank strictly bared the employees from leaving today, even though they had persistently asked so themselves from very early this morning – while they also forced the employees to lock up the doors and repeatedly confirmed that the building remained locked up throughout the day, over the phone. They even blocked off their internet access so as to prevent the employees from communicating with the outside world.

For many days now there has been some complete terrorisation of the bank’s employees in regard to the mobilisations of these days, with the verbal “offer”: you either work, or you get fired.

The two undercover police who are dispatched at the branch in question for robbery prevention did not show up today, even though the bank’s management had verbally promised to the employees that they would be there.

At last, gentlemen, make your self-criticism and stop wandering around pretending to be shocked. You are responsible for what happened today and in any rightful state (like the ones you like to use from time to time as leading examples on your TV shows) you would have already been arrested for the above actions. My co-workers lost their lives today by malice: the malice of Marfin Bank and Mr. Vgenopoulos personally who explicitly stated that whoever didin’t come to work today [May 5th, a day of a general strike!] should not bother showing up for work tomorrow [as they would get fired].

- An employee of Marfin Bank"


kurze zusammenfassung: ein mitarbeiter der betroffenen "marfin-bank" (wenn mich nicht alles täuscht, eine "privatbank") erläutert zunächst die mangelhaften bis nicht vorhandenen schutzmaßnahmen gegen feuer im gebäude und die nicht vorhandene vorbereitung der angestellten auf mögliche brandfälle. soweit nichts ungewöhnliches, und zwar nicht nur in ländern wie griechenland.

dann aber folgt eine beschreibung der zustände in der bank (nicht nur) am gestrigen tag des generalstreiks: es wird beschrieben, wie das management der bank sämtliche angestellte unter androhung der entlassung am verlassen des gebäudes hinderte; türen wurden abgesperrt / geschlosssen sowie die kommunikationsverbindungen nach außen - auch das netz - blockiert. daraus zieht der anonyme mitarbeiter einen bemerkenswerten schluß: seine toten kollegInnen gehen für ihn auf das konto der böswilligkeit des managements und des besitzers der bank.

wie gesagt: man muss das nicht unbedingt ungeprüft glauben, und als anonyme einzelmeinung mag das interessant sein, aber nicht unbedingt den blick auf die verantwortlichkeiten verschieben (zu denen übrigens letztlich auch, und zwar nicht nur in einem abstrakten sinne, die griechische regierung sowie die eu-"eliten" und der iwf gehören - sie haben die eigentliche bühne für das tödliche drama ausgestattet). ganz persönlich traue ich zwar nicht unbedingt den leuten, die sich dort im widerstand befinden, so eine fakeaktion zur eigenen entlastung zu - aber man auch schon pferde kotzen sehen.

die bedeutung des anonymen offenen briefes nimmt jedoch eine unerwartete wendung, wenn man sich die folgende
meldung betrachtet:

"GREEK bank staff will hold a nationwide strike today in protest at the deaths of three bank employees in a firebomb attack during general strike demonstrations in Athens yesterday, their union said. (...)

"This tragic event that took the life of three of our colleagues, two women and a man, is the sad consequence of anti-popular measures that whipped up pop popular anger," the OTOE bank employees' federation said.

"The government has very serious responsibilities, as it seems it failed to take account the scale of the consequences which its decisions would have on Greek society," OTOE said.

The federation also criticised Greek police for failing to protect its members, noting that banks are frequently targeted during demonstrations." (...)


die gewerkschaft der bankangestellten OTOE wird also heute aus anlaß des todes ihrer kollegInnen einen landesweiten streik durchführen, und gibt der regierung und ihren wutauslösenden sparpaketen ausdrücklich ! die hauptverantwortlichkeit, incl. des aus ihrer sicht fehlenden polizeischutzes - klar sind banken, und zwar alle ohne ausnahme, in einer solchen massiven krise wahrscheinliche angriffsziele.

*

ich fürchte, dass die nächste zeit allerlei mehr oder weniger fundierte (verschwörungs-)theorien hervorbringen wird; einige davon, die sich auf undercoveraktionen staatlicherseits und / oder eine provokation der griechischen faschisten beziehen, sind schon im umlauf. nicht, dass ich nicht beides gerade in einer solchen situation wie aktuell für unmöglich halten würde - das problem ist jedoch das übliche: solange nicht wirklich faktische belege oder zumindest starke indizien auf dem tisch liegen, bleiben das eben - theorien. die beiden oben vorgestellten berichte jedoch bringen tatsächlich etwas an material, welches zwar die schaurige und traurige dummheit des betreffenden militanten angriffs nicht relativiert, ihn jedoch womöglich in seinen fatalen wirkungen in einen realistischen kontext stellt. und darum halte ich es auch für wichtig, beide berichte weit zu verbreiten.

*

edit am 06.05.: es gibt inzwischen ein paar sehr brauchbare zusammenfassungen der ereignisse aus verschiedenen (linken) perspektiven: einmal bei
entdinglichung, wo nochmal ausführlich die ereignisse rund um den angriff auf die bank zusammengefasst werden. die junge welt konstatiert: proteste gehen weiter, und widmet sich speziell den reaktionen aus parteien und gewerkschaften. ja, und bei indymedia gibt es inzwischen - längst überfällig - so etwas wie ein feature zur gesamten aktuellen situation in griechenland, mit vielen weiteren links und möglichen quellen. ja, und dann kommen ja auch immer blogs auf touren, wie in den kommentaren zu sehen ist.

sowohl gestern als auch heute hatte ich selbst nur begrenzt zeit, mich mit dem thema zu beschäftigen - die (lohn)arbeit hat mich fest im griff, und wer sich die erscheinungszeit des beitrags hier heute morgen betrachtet, wird wahrscheinlich nachvollziehen können, warum ich gerade regelrecht platt bin.

vor diese hintergrund also mit aller vorsicht meine eigene wahrnehmung des ganzen, wie es sich für mich aktuell darstellt:
  • ich halte es - leider - für wahrscheinlich, dass der tödliche angriff tatsächlich aus den reihen der militanten linken gekommen ist. dafür spricht u.a. auch, dass es meines wissen dort bereits früher ähnliche angriffe auf geschäfte, banken etc. gegeben hat, die sich ebenfalls teilweise in bewohnten gebäuden befanden. gekoppelt mit den weiter oben beschriebenen und inzwischen faktisch verifizierten eigenheiten der situation in dem gebäude zum zeitpunkt des angriffs ergab das ein fatales und tödliches desaster.
  • hooligans (als umfassender begriff gemeint), faschisten, undercoverpolizisten: ja, gab es und gibt es immer wieder. an entsprechenden diskussionen stört mich jedoch eine mehr oder weniger unausgesprochene tendenz immer wieder (ähnliches lese ich auch aus einigen kommentaren unten heraus): nämlich die, jede militante aktion in eine dieser schubladen zu stecken. und das halte ich nicht nur für inhaltlichen quatsch, sondern es fördert auch eine bestimmte, im kern fatalistische, haltung der ohnmacht. die ich nebenbei gesagt übrigens für etwas sehr "deutsches" halte und zu großen teilen auf die spezifisch katastrophalen historischen erfahrungen mit militanten bewegungen "von unten" hierzulande zurückführe, beginnend mit der revolution 1848.
  • das militanz zunächst einmal eine innere haltung darstellt, lange vor jedem möglichen ausdruck (der übrigens keinesfalls zwangsläufig den geläufigen klischees entsprechen muss), fällt beim oben angesprochenen fatalismus ebenso unter den tisch wie die einfache tatsache, dass es selbst in der deutschen geschichte immer wieder nicht nur militante kleine gruppen, sondern auch entsprechende massenbewegungen gab (erstere, wie zb. die "rote zora", hat 1987 sehr wirkungsvoll mittels einer reihe von brandanschlägen auf den repressiven umgang mit einem streik südkoreanischer arbeiterinnen in produktionswerken des deutschen textilunternehmens adler interveniert mit der folge, dass sich adler zu einer öffentlichen erklärung gezwungen sah und sowohl entlassungen in südkorea zurücknahm als auch die forderungen der dortigen arbeiterinnen erfüllte. das bka war damals absolut not amused und beschwerte sich postwendend bei der führung von adler - die reaktion der firma würde (sinngemäß) ein sehr schlechtes beispiel liefern. naja, und hinsichtlich von erfolgreichem und militanten massenwiderstand lohnt sich ein blick in richtung des kleinen bayrischen örtchens wackersdorf
  • militanz hat - und gerade gruppen wie die rote zora haben das beispielhaft umgesetzt - ganz entschieden etwas mit dem erarbeiten von verantwortlichkeit zu tun, bekanntlich eine wirklich harte aufgabe. dabei lassen sich gerade in diesem bereich selbstverantwortlichkeit und verantwortung für andere nicht trennen. es ist daher nicht wirklich eine gewagte vermutung, wenn ich glaube, dass es den athener akteuren in diesem fall an beidem massiv gefehlt hat. was sicher auch gründe hat, aber das würde jetzt den rahmen sprengen.
viele weitere meiner gedanken zum ganzen thema militanz und - damit fast untrennbar gekoppelt - auch dem mittel der gewalt finden sich
hier - geschrieben im winter 2008 anlässlich der damaligen massiven riots in griechenland, verweise ich an dieser stelle einfach darauf. und möchte vor allem den letzten abschnitt hervorheben - ein text aus griechenland, der mich bis heute sehr berührt - , weil es das, was ich als militante haltung bezeichnen würde, in einer schon poetischen art und weise ausdrückt.
hf - 6. Mai, 04:39

Hi mo,

http://kritik-und-kunst.blog.de/2010/05/06/griechenland-desaster-8524620/

zur Kenntnis. Natürlich darf man keine VT beleglos behaupten - aber mein Misstrauen bleibt. Sag ich ganz offen. Und wenn, was Du herausrecherchiert hast, stimmt - unter Androhung von Entlassung wurden die MA verpflichtet, sich dieser bedrohung auszusetzen -, da sitze ich schon da und denke ein weiteres Mal. das gibts doch nicht...Das kann doch nicht wahr sein.

sansculotte - 6. Mai, 15:01

"Natürlich darf man keine VT beleglos behaupten"

Gehört das neuerdings zum Rechtsbestand? "Das beleglose Behaupten von VTs ist mit Maulkorbstrafe von zwanzig Jahren zu ahnden". Wo steht'n das? Wer ge- und/oder verbietet das?

Was soll also dieser vorauseilende Gehorsam? Ich meine, es sollte jederzeit möglich sein, wie bei jeder anderen forensichen Untersuchung auch (weil es klar sein muss, dass wir es hier mit kriminellen Machenschaften und ihren Folgen zu tun haben), Theorien darüber aufzustellen, was wirklich passiert ist. Und das, ohne sich gleich vor dem Propaganda-Buzzword "Verschwörungstheorie" so tief zu ducken, dass der eigene Horizont gerade noch bis an den Rand der Senkgrube reicht.

Dazu muss es erlaubt sein, zu spekulieren, in alle möglichen Richtungen zu ermitteln. Für die "Agents Provocateurs-These" gibt es ja jede Menge historischer Beispiele, in Italien (strategia della tensione), in Deutschland (schwarzer Block usw.). Die bereits durchgeführten False-Flag-Aktionen sind erwiesen und zahlreich. Meines Erachtens gehört also die These, dass die durchwegs gewaltlosen Proteste der Griechen durch andere (Interessens)gruppen unterwandert und instrumentalisiert werden, zum Bestand der wohl allerplausibelsten und naheliegendsten Erklärungen.

Was das Verhalten des Bankmanagements betrifft: hier liegt ganz klar schwere Nötigung vor. Abgesehen mal von der unterlassenen Sorgfaltspflichts, die auch den Arbeitnehmer trifft, liegt weiters eine eklatante Überschreitung der Arbeitnehmerrechte vor. Das Bankmanagement ist sowohl zivil- als auch strafrechtlich zu belangen.
kranich05 - 6. Mai, 12:14

Danke für diese Recherche

Mir wäre sie nicht möglich, schon allein deshalb, weil ich mit schlechtem Englisch gar nicht die Zeit hätte, diese Quelle zu erschließen.
Wir brauchen dringendst jede konkrete, differenzierte Information über das, was in und um Griechenland vorgeht.

W-Day (Gast) - 6. Mai, 14:04

Auch von mir vielen Dank...
Quirinus (Gast) - 6. Mai, 14:20

Das ORF

hat gestern seinen Reporter Ernst Gelegs aus Athen berichten lassen, "daß das ganz gezielte Anschläge waren, es sollen nämlich in beiden Gebäuden Steuerhinterziehungsakten gelagert sein, und offenbar hat eine Gruppe im Schatten der Demonstrationen, im Schatten der Demonstranten hier ganz gezielt einen Brandanschlag verübt, um diese Akten zu vernichten". So der Reporter wörtlich, selbstverständlich mit dem Zusatz, es handele sich um "Spekulationen seitens der Medien". Leider hat man ihn nicht gefragt, weshalb auch er glaube, daß diese Spekulationen der Wahrheit entsprechen könnten.

Ob das so ist, werden wir nie erfahren. Aber auch hier muß ja nicht entweder das eine oder das andere zutreffen. Schon ein paar Agents Provocateurs reichen ja aus, um ahnungslose und/oder unpolitische, aber gewaltbereite junge Männer in die gewünschte Richtung zu lenken und sie die jeweils erforderliche Drecksarbeit verrichten zu lassen. Tote sind dann eben der Kollateralschaden.

hf - 6. Mai, 19:52

Hallo sansculotte

"Gehört das neuerdings zum Rechtsbestand? "Das beleglose Behaupten von VTs ist mit Maulkorbstrafe von zwanzig Jahren zu ahnden". Wo steht'n das? Wer ge- und/oder verbietet das?"

Die Rationalität. Ich spekuliere ja auch in diese Richtung. Aber ich weise meine Spekulationen dann eben auch als Spekulationen aus.

Im Übrigen wird Mo inzwischen durch die Mainstream-Medien bestätigt: War wohl so offenkundig, dass es nicht mehr verschleiert werden konnte:

http://kritik-und-kunst.blog.de/2010/05/06/griechenland-update-chef-tueren-verschlossen-8529122/
sansculotte - 7. Mai, 00:35

Hallo HF,

vielen Dank für deinen ausgezeichneten Blogeintrag und den Hinweis auf die Tradtion der Brandstiftung. Meine Vermutung ginge in eben die Richtung und selbstverständlich bleibt alles, was durch keine Quellen ausgewiesen ist, Spekulation. Allerdings ist meine Rationalität keine doktrinäre Gouvernante, die mich am Spekulieren hindern würde. Im Gegenteil, sie unterstützt mich dabei nach Kräften ;-)

Der ORF behält die Videos auf der "Tvthek" eine Woche vor. Das Video liegt als .asx-Datei vor und lässt sich mit der FF-Erweiterung "Down Them All" sichern. Man kann es dann mit dem VLC-Player öffnen oder in ein anderes Format konvertieren.

Gute Grüße, s

edit: vielen Dank @Mo für die Zusammenfassung der jüngsten Erkenntnisse und in dem Zusammenhang auch für den Verweis auf Günter Anders.

PS. A propos 'VT':

Hier wird im Moment von Spekulanten ein Angriffskrieg gegen die Euro-Zone geführt und

Es sei "perfide", dass zunächst die Banken die Weltwirtschaft in einen tiefen Abgrund gezogen hätten und nun gegen die selbst verursachten Schulden der Staaten spekulierten.
Alexander G. (Gast) - 8. Jun, 02:26

Antowort zu ORF

Erstens: "Das ORF" -> ORF steht für Österreichischer Rund Funk. Es ist also DER
Zweitens: Im Satz von Ernst Gelegs war dann auch "offenbar" damit es auch die dümmsten unter uns verstehen dass dies eine Spekualtion ist...
sansculotte - 8. Jun, 16:11

Antwort zu Antowort

Erstens: "G." steht für Gelegs?
Zweitens: Nein, "offenbar" hat die Bedeutung "dem Anschein nach" und/oder "augenscheinlich", was über haltlose Spekulation schon hinausgeht. Sprachliche Indikatoren für spekulative Aussagen sind: "möglicherweise", "vermutlich", "womöglich" usw. Die Zweitdümmsten unter uns schlagen besser im Bedeutungswörterbuch nach.
monoma - 8. Jun, 17:54

@sansculotte: ot-frage

den einsatz von (para-)militär im inneren veranstalten ja inzwischen schon mehrere "westliche" staaten, wie etwa italien und die usa - aber was ist das denn für ein quatsch? ÖVP fordert Militärpolizisten für Wien

steckt da mehr dahinter als nur verwirrte (lokal-)politikerInnen mit profilierungsbedarf nach rechtsaussen ?
sansculotte - 8. Jun, 20:46

Wahlkampfgerassel

Am 10. Oktober finden in Wien Landtags- u. Gemeinderatswahlen (=Senatswahlen + Bürgermeisterwahlen) statt. Die Wiener Sozialdemokraten, die mit Ausnahme 1996 und 2001 seit 1945 jeweils die absolute Mehrheit errungen hatten, zeigen offen Ermüdungsserscheinungen, Bm. Häupl Amtsüberdruss und die Umfragen einen deutlichen Verlust der "Absoluten", und diese Situation versuchen sowohl die aggressiv nachdrängenden Rechten unter H.C. Strache (Freiheitliche Partei - FP) als auch die "Bürgerlichen" (Volkspartei -VP) zu nutzen.

Wir hatten jahrelang die Situation, dass das "rote Wien" gegen eine bürgerliche Bundesregierung gestanden hat, und dieser Kampf ist - no, na - über die Budgemittel ausgetragen worden. Im Bereich der Sicherheit hat Wien zwar Personalverfügung über die Bundespolizeidirektion Wien, das Innenministerium hält jedoch die Budgetmittel, was insgesamt zu einem netten Gängelband gewirkt wurde. Die "Einsparungen" der Bundesregierung haben zu drastischem Personalabbau geführt und dies hat wiederum ein von der Wiener Opposition groß diskutiertes "Sicherheitsproblem" in die Medien gebracht. Die FP-Wien lässt keine Gelegenheit aus, diverse Bedrohungsszenarien zu entwicklen, obwohl Wien lt. Kriminalstatistik immer noch zu den "sichersten Städten" weltweit gehört. Häupl hängt die "Wiener Lebensqualität" jedenfalls allzeit an die große Glocke und wird dadurch angreifbar.

Und hier schlägt die Stunde von Christine Marek. Zum einen hat die erst seit November 2009 amtierende Landesobfrau der Wiener VP Profilierungsbedarf, zum anderen laufen der Wiener VP die bürgerlichen Wähler weg, weil sich sowohl die Grünen als auch die F-ler deutlich besser positioniert haben. Vor diesem Hintergrund halte ich die Forderung Mareks für Wahlkampfgerassel auf der Welle der Wiener Sicherheitsdebatte. Die Unterstützung durch Innenministerin Fekter (VP) zeigt, dass das Manöver vor allem dazu dient, die SP unter Druck zu bringen, zumal der Verteidigungsminsiter (Darabos) auch aus dem sozialdemokratischen Stall kommt und Darabos irgendwas von Einsparungen in seinem Ressort ins Megaphon geflüstert hat.

ME also "much ado about nothing". Marek wird es wohl nicht schaffen, die Wiener FP rechts zu überholen, die Bundes-VP hat ihren Punktesieg gegen Darabos und das Sommerloch öffnet seinen Schlund zum Gähnen. Das einzige, was mich an der noch jungen Debatte beunruhigt, ist die Tastache, dass die Herren Mayer, Öhlinger oder Funk (Österreichische Verfassungsrechtler) bislang noch recht wortkarg dazu waren. Mal sehen.

gruß, s

Nachtrag - kleine Feinheit: Perfide finde ich ja den Vorschlag Fekters, das Personal aus dem Verteidigungsministerium auszugliedern und durch das Innenministerium zu übernehmen. Verfassungs- und dienstrechtlich würde es sich somit nicht mehr um Militärpersonal handeln. Wäre wieder einmal eine typisch "hinterfotzige" österreichische Lösung: wenn's über die Feststiege nicht klappt, dann halt durch den Lieferanteneingang. Auf jeden Fall scheinen die VauPen (VP) wieder von der Heimwehr zu träumen.
monoma - 8. Jun, 21:55

vielen dank

...für die aufklärung - ich kenne mich nicht wirklich in den abgründen der österreichischen innenpolitik aus - ich bin nur davon ausgegangen, das die "sicherheitslage" in wien global nicht unbedingt zu den instabilsten gehört, und deshalb finde ich die schlagzeile auf der einen seite immer noch so schön bizarr. andererseits ist das aus bekannten gründen heute auch nicht mehr sooo abwegig, solche vorschläge leider ernstnehmen zu müssen.

gruß
mo
sansculotte - 8. Jun, 21:59

So ist es,

"bizarr" ist wohl die kürzeste und treffendste Bewertung des ganzen Vorganges.

Schönen Gruß nach D ;-)
Peter (Gast) - 7. Mai, 14:04

Von fatalistischen oder gar paranoiden Verschwörungshypothesen halte ich auch nichts (nach dem Motto: "wir kennen ihre Pläne genau, aber wir können nichts dagegen tun") – trotzdem glaube ich, dass gerade Soziopathen sich gerne miteinander verschwören und eine Vorliebe für verdeckte Operationen haben (wenn wir das alles jemals erfahren würden, es wäre wahrscheinlich sehr heftig für unser Weltbild). Menschen mit Empathie hingegen denken nicht so krumm wie die und können deren Pläne daher nicht durchschauen (eine Art "Schleier der Erkenntnis"). Das ist das Fatale. Da hilft uns aber die Rationalität weiter – das Denken, das wir immer pflegen sollten. Eine ganze Reihe von denkbaren Versionen gleichzeitig im Kopf zu haben und diese nach Wahrscheinlichkeit zu gewichten, ist m. E. das Optimale, da man die Realität ohnehin nicht zu 100 % erfassen kann.

errorking - 10. Mai, 15:51

DAS magazin derer, die die unruhen angezettelt haben:

http://www.aviationweek.com/aw/defense/?channel=defense


S&P GEHÖRT ZU MCGRAW HILL CO.
werbung seite 1 rechts: miro technologies (missiles u. a.)

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