notiz: krisennews spezial - alles prima mit dem klima ? (1)

das mein antwortversuch auf die fragen und anmerkungen von sansculotte nun mit dem beginn der klimakonferenz in kopenhagen (und einem entsprechenden medienhype) zusammenfällt, war zwar nicht beabsichtigt, aber die mediale dauerpräsenz des themas in den nächsten tagen und wochen mag nochmal als symbolisches fettes ausrufezeichen dafür stehen, dass ein klärung der eigenen standpunkte hinsichtlich des klimawandels durchaus kein etwas exzentrisches hobby darstellt, sondern bezgl. der damit jeweils verbundenen konsequenzen von einer kaum zu übertreibenden dringlichkeit ist. in diesem sinne werde ich versuchen, eine komprimierte darstellung meiner derzeitigen wahrnehmung des ganzen zu geben und dabei auch die konkreten fragen von sansculotte zu beantworten (vielleicht gleich als anmerkung dazu, dass ich dich ausdrücklich nicht in einen topf mit denjenigen werfe, die sich ansonsten so mit ihrer "skepsis" brüsten).

vorausschicken sollte ich natürlich, dass ich zwar wetterinteressierter laie, aber nicht meteorologisch, klimatologisch, geologisch oder physikalisch ausgebildet bin. das zwingt mich - ähnlich wie in anderen bereichen auch - erstmal dazu, mich auf entsprechende professionelle aussagen verlassen zu müssen. wie dabei warum welche positionen zu eigen gemacht und welche abgelehnt werden, ist dabei eine erste, und nicht nur hinsichtlich des klimathemas, interessante frage, die wahrscheinlich nicht nur ich spontan mit stichworten wie "überzeugende theoretische und an der realität verifizierbare positionen", "seriös professioneller umgang mit dem eigenen fach" u.ä. beantworten würden. kein wunder, dass der neulich gehackte datenpool von klimaforschern aufgrund seiner - vermeintlichen - belege für fakes und politische instrumentalisierungen gerade an solchen punkte wie wasser auf die mühlen der sog. "skeptiker" wirkt, können sich diese doch jetzt mit den angeblich unredlichen und gar unwissenschaftlichen machenschaften von personen beschäftigen, anstatt mit den fragen, die hinsichtlich eines menschlichen einflusses auf das klima dringend zu klären wären. angesichts der dimensionen der möglichen bis wahrscheinlichen konsequenzen ist ein - analog anderen wissenschaftsbereichen - mögliches berufliches fehlverhalten seitens einiger beteiligter zwar einzukalkulieren, kann jedoch selbst in diesem fall nichts an der notwendigkeit einer globalen reaktion ändern.

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"klima ist nicht gleich wetter", sagte sansculotte implizit mit seiner anmerkung, dass es zeiträume ab dreissig jahren sind, die als klimarelevant bzw. aussagekräftig zu werten seien. dem ist zuzustimmen in dem sinne, dass weder wetterphänomene wie starke hurricanes in der karibik oder auch tornados in mitteleuropa (gibt es hier seit langer zeit
regelmässig, auch und gerade in d-land) noch besonders extreme jahreszeiten wie der heisse sommer 2003 für sich als belege für oder gegen klimatische veränderungen genommen werden dürfen. hier gelten nur langzeitbeobachtungen, und das stellt die menschlichen wahrnehmungsfähigkeiten ebenso wie bei anderen, eher abstrakteren bedrohungen (wie bspw. atomare strahlung, chemieinduzierte langzeitvergiftungen, aber auch die absehbaren erschöpfungsgrenzen bei vielen rohstoffen, das globale artensterben etc.) auf eine harte probe. denn wenn in solchen bereichen etwas direkt sinnlich spür- und wahrnehmbar wird, ist das kind bereits schon lange in den brunnen gefallen und die katastrophe schon passiert.

das klingt banal, ist es aber meiner meinung nach durchaus nicht, weil dieser sachverhalt implizit die konsequenz enthält, gerade bei den eben angeprochenen bereichen bereits im vorfeld die worst-case-szenarien durchzuspielen und auch um den preis, bei bestimmten leuten als "panikmacher" zu gelten, lieber einmal zuviel als zu wenig alarm zu machen. bedauerlicherweise (das wort benutze ich in diesem falle ausdrücklich bewusst) sind gerade diejenigen, deren lebensstil nicht nur hinsichtlich des klimas, sondern der globalen biosphäre insgesamt die grössten schäden zufügt, nämlich die bevölkerungen europas und der usa, auch diejenigen, denen die konsequenzen ihres destruktiven treibens insgesamt mit enomer zeitlicher verzögerung auf die füsse fallen werden. und das ist nun weder ein vorrecht noch irgendeine auszeichnung noch ein wink des schicksals, sondern eher ein zusätzlich verschärfendes gefahrenmoment in einer historischen krisenphase, die aufgrund ihrer besonderheiten von fundamentalen krisenprozessen auf ebenso fundamentalen gebieten durchaus nicht nur floskelhaft als einzigartig bezeichnet werden muss - eine regelrechte krisenkaskade eben.

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der oben angesprochene zeitraum von dreissig jahren bringt mich dazu, meine ganz persönliche wahrnehmung des klimawandels zu erwähnen. da ich faktisch mein ganzes bisheriges leben, mit ein paar unwesentlichen ausnahmen, in der gleichen geografischen region verbracht habe, fand ich es schon vor ein paar jahren auffällig, wie sich anscheinend die (meteorologischen) jahreszeiten verändert haben. an die 1970er und teile der 80er jahre erinnere ich mich wettermässig als eine phase, in der die jahreszeiten i.d.r. tatsächlich als relativ abgegrenzte phasen mit den jeweiligen meteorologischen eigenarten auftraten - milde (und auch regionsbedingt nasse) frühlingszeiten wurden von teils heissen und trocknen sommern (extrem der sommer 1976 mit seinen vielen waldbränden in niedersachsen), wunderschönen herbsttagen mit recht viel nebel und wintern mit teils wochenlangen frostperioden sowie viel schnee (ebenfalls unvergessen die schneemassen im winter der "norddeutschen schneekatastrophe" 1978/79) begleitet. es mag wie oppas erzählungen aus der vergangenheit klingen, aber damals... waren die jahreszeiten tatsächlich noch jahreszeiten.

aktuell hatten wir hier einen sehr milden, teils frühlingshaften und ebenfalls nassen november, und ich kann anfang dezember noch immer ohne handschuhe fahrrad fahren. mir ist schon klar, dass das alles keinesfalls im strengen sinne repräsentativ ist und durch die persönlichen erinnerungen gefärbt - andererseits renne ich schon seit jahren mit der irritation angesichts von jahreszeiten herum, die sich tendenziell mehr und mehr anzugleichen scheinen - milde herbste (fast ohne nebel) und winter (zu grossen teilen schneefrei und nur mit wenig frost) werden von teils sehr warmen frühlingsphasen und durchwachsen-milden sommern abgelöst. als ausreisser gab´s derartiges auch zu vergangenen zeiten, aber als quasi normalität finde ich das etwas durchaus neues.

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terra


nun heisst es oft genug ja immer, dass "klimaveränderungen etwas natürliches" seien, es gab und gibt belegbare warm- und eiszeiten, der name grönland stammt von grünland und überhaupt! natürlich. abgesehen davon, dass das zyklische wesen des globalen klimas meines wissens von niemandem bestritten wird, ist es hier durchaus aufschlussreich, sich den gebrauch des wortes "natürlich" genauer zu betrachten - ein magisches wort inzwischen, mit dessen hilfe allerlei schundprodukte verkauft, zivilisationskranke großstädterInnen zum konsum von "natürlichem" lifestyle und dem belegen von diversen kursangeboten zum wiedererwecken verschütteter "natürlicher" fähigkeiten animiert werden sollen und sich das attribut überhaupt in vielen zusammenhängen mehr oder weniger gut macht. vom "natürlichen teint" über "natürliches aroma" bis zu "natürlichem klimawandel".

leider nur: das wörtchen ist ein absolutes nullargument, bezeichnet einen pseudogegensatz, der in der form nicht existiert - "natürlich" vs. "synthetisch" -, und wird in aller regel zum transport von moralischen wertungen missbraucht - "natürlich"= gut. bei betrachtung von knollenblätterpilzen, vulkanausbrüchen, tsunamis, erdbeben, diversen bakterien und viren; eigentlich sogar bei der oberflächlichen wahrnehmung der tatsache, dass der absolute grossteil des uns bekannten universums für die terranischen lebensformen absolut tödliche eigenschaften aufweist (auf dem jupiter zb., ein absolut "unberührtes naturreservat", würde ein mensch ohne irgendwelche technik aufgrund von druck- und atmosphärenverhältnissen in sekundenbruchteilen gleich eines mehrfachen todes sterben; auf der erde stellen wüsten, hohe bergspitzen sowie die ozeane bereits grenzen für das menschliche leben dar, auch wenn die bio- und ökosphäre unsere existenz erst ermöglicht), sollte sich diese fälschliche gleichung ganz schnell - immerhin klimaneutral - in luft auflösen (das gilt selbst dann, wenn das "gut" berechtigterweise relativiert wird - die benannten phänomene und spezies haben im größeren ganzen durchaus meist ihren sinn und platz, aber das tröstet bei keiner pilzvergiftung und auch nicht, wenn ein tsunami hinter einem her ist oder man von einem skorpion gestochen wird).

alles ist natürlich, und das gilt selbst für autos, akws und das produkt, an dem Sie gerade sitzen - alles materialisierte ideen des menschlichen gehirns, hergestellt unter den natürlichen funktionsgesetzen dieser welt aus natürlichen stoffen - dabei ist egal, auf welchen umwegen das passiert. etwas unnatürliches (wie gesagt eine moralische, meist ablehnende wertung, vielleicht am deutlichsten zu sehen bei der koppelung mit homosexualität) kann schlicht nicht existieren. punkt. und zwar deshalb, weil es in dieser welt völlig dysfunktional wäre. und das weist auch den weg zu den angemessenen fragen, die meiner meinung nach statt der benutzung des eben thematisierten attributes gestellt werden müssen: ist ein verhalten, eine situation, ein produkt im sinne unserer existenzbedingungen in dieser biosphäre und unserer ökologischen beziehungen funktional oder dysfunktional? das sind zumindest die hauptfragen, die sich für eine industriegesellschaft stellen; unsere ökologischen beziehungen halte ich durchaus für mehrdimensional.

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wo ich gerade oben vulkanausbrüche genannt habe: das
"jahr ohne sommer 1816" ist ein schönes beispiel dafür, wie drastisch, kurzfristig und trotz zeitlicher begrenzung klimaveränderungen global auf menschliche gesellschaften wirken können (in dem fall per zeitweiliger abkühlung). ein "natürliches" phänomen, sicher - aber wenn das ein vulkanausbruch schafft, wie sieht das dann mit dem menschlichen einfluss per emissionen im industriezeitalter seit jahrzehnten aus? aus millionen von auspüffen, hundertausenden schornsteinen und auch millionenmal aus dem magen-darmtrakt von rindern und kühen, die sich die spezies zwecks fleischkonsum herangezüchtet hat?

wie beim letzteren eben schon angedeutet, bin ich der meinung, dass eine zu starke fixierung auf co2 zwar verständlich, aber kontraproduktiv ist - es gibt auch andere
treibhausgase mit fataleren eigenschaften, wie u.a. extrem langer existenz in der atmosphäre. die quelle des links eben möchte ich übrigens ausdrücklich empfehlen, und zwar als einstiegssammlung in das thema. was klima überhaupt ist, wodurch es beeinflusst wird und wie und wodurch es sich verändert - auf alle solche fragen lassen sich hier antworten "nach dem letzten stand" finden.

auch aufgrund dieser quelle will ich nun konkret auf sansculottes fragen eingehen.

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(...) "Ich arbeite bei einem einschlägigen staatlichen beratungsunternehmen. es gibt bei uns klimadivisions, die aus einschlägigen wissenschaftern bestehen, die sich der gängigen einschlägigen methoden, nämlich modellierungen, bedienen. ich führe die daten zusammen und ich weiß, wie die modelle zustandekommen. am anfang der modelle steht die wissenschaftlich fragwürdige, fast religiöse überzeugung, dass ein sogenanntes treibhausgas, und hier ausschließlich der menschenfabrizierte anteil an diesem co2, der bestimmende faktor für die klimaveränderung sei. nach dieser überzeugung wird alles ausgerichtet. ausschließlich nach den gesichtspunkten dieser überzeugung werden daten erhoben, geglättet, kalibriert, angepasst und andere daten und variablen ignoriert, verworfen und rausgerechnet. übrig bleiben datensätze, die aufgrund der selektiven wahrnehmung und der selektiven vorgehensweise der wissenschaftler eine dermaßen verzerrte beschreibung liefern, dass man sich fragt, ob es sich um eine karikatur von etwas handelt, was früher einmal wissenschaft war." (...)

nun, über "die wissenschaftlich fragwürdige, fast religiöse überzeugung" hinsichtlich co2 lässt sich streiten. wie oben schon gesagt, halte ich nach meinen kenntnissen co2 keinesfalls für die alleinige quelle des problems, auch wenn nach allen bekannten daten co2 momentan für den hauptteil des klimawandels mitverantwortlich ist - einfach aufgrund seiner menge.

aber auch letzteres würde natürlich nicht das vorgehen rechtfertigen, wie es von dir beschrieben wird. klingt nach extremer reduktion, um sich handhabbare modelle zu verschaffen. aus welchen motiven heraus, finde ich bei der schilderung durchaus schwierig zu beantworten.

(...) "die wissenschafter, die bei uns arbeiten, vernachlässigen effekte wie die schwankende sonnenaktivität, den einfluss kosmischer strahlung, den einfluss ozeanoklimatischer Faktoren oder meteorologische phänomene wie el nino usw. usf. (...)

das wird meines wissens ansonsten durchaus versucht, bei vielen modellen mit einzubeziehen. das das globale klima ein sehr komplexes, gleichzeitig dynamisches und im gewissen sinne "träges" system mit diversen wechselwirkungen ist, hat sich durchaus herumgesprochen. und ich nehme durchaus wahr, dass viele klimaforscher das auch so betonen und damit ihren modellen eine gewisse relativität verpassen. umso bemerkenswerter finde ich den derzeitigen common sense, trotz dieser unsicherheiten den schritt zu wagen und viele unpopuläre, auch politisch brisante, konsequenzen mit dringlichkeit öffentlich einzufordern. genau das würde ich mir von der psychotraumatologie eigentlich ebenfalls erwarten...

(...) "so arbeiten die co2-fachidioten. das sind keine modelle, das sind halluzinationen, mit denen diese "experten" dann die leute bedienen, die sie bezahlen. die politiker." (...)

du wirst schon deine gründe haben, von "fachidioten" zu reden. was ich mich allerdings frage: welche politiker sollten die dafür bezahlen? ich nehme weit und breit gerade in den westlichen ländern nur politiker wahr, die sich durch die bank scheuen, die ihnen wissenschaftlich vermittelten empfehlungen auch nur ansatzweise umzusetzen. was kein wunder ist, wäre doch der klartext über die situation und v.a. über die nötigen konsequenzen doch gleichbedeutend mit dem sofortigen karriereende, jedenfalls bei diesen medien und dieser öffentlichkeit (ob sich die medien mehrheitlich anlässlich der aktuellen konferenz wirklich vom saulus zum paulus gewandelt haben, bleibt abzuwarten).

und ist dir bekannt, dass es für deine these eher hinweise
aus der gegenrichtung gibt? speziell in den usa, aber mit internationaler wirkung, hat sich die öllobby mit "exxon" an der spitze in der vergangenheit deutlich kenntlich gemacht:

(...) "Exxon Mobil profitiert von fossilen Brennstoffen und hätte viel zu verlieren, sollten Kritiker des ungehemmten Energieverbrauchs Gehör finden. An sich unterscheidet sich Exxon Mobil darin nicht von den meisten anderen großen Energiekonzernen - doch gilt der Konzern als Hardliner, was seinen Standpunkt gegenüber der Umwelt betrifft.

Während BP oder Shell sich weitaus mehr für grüne Projekte engagieren - soweit man das von traditionellen Energiekonzernen erwarten kann -, verfolgte Exxon Mobil vor allem unter Lee Raymond, der bis letztes Jahr den Konzern führte, eine klare Strategie: Einerseits bekennt man sich zunehmend, wenn auch zögernd dazu, dass "Karbonemissionen einer der Faktoren sind, die zum Klimawandel beitragen". (...)

Die Grundzüge dieser Strategie finden sich schon im Memorandum zu einem Treffen im American Petroleum Institute 1998. Vorgeschlagen wurde eine "Kampagne, um einen Stamm von Wissenschaftlern zu rekrutieren, die die Ansichten der Industrie zum Klimawandel teilen und sie in Public Relations auszubilden.

So können sie Journalisten, Politiker und die Öffentlichkeit überzeugen, dass die Risiken der globalen Erwärmung viel zu unbekannt sind, um ernst genommen zu werden." So sollten sie die "vorherrschende wissenschaftliche Meinung in Frage stellen und unterhöhlen".

Also unterstützte Exxon Mobil Gruppen, die in der einen oder anderen Form Zweifel säten, dass tatsächlich etwas unternommen werden müsse in Sachen Klimawandel - mit rund 2,9 Millionen Dollar allein im vergangenen Jahr.

Zu diesen Organisationen gehören beispielsweise das wirtschaftsliberale Cato Institute und die Heritage Foundation, die gegen jede Art von Regierungsintervention sind." (...)


das ist jetzt ein paar jahre her, seit dem das bekannt geworden ist - aber es ist immer noch nirgendwo in der kapitalistischen, auf fossilen brennstoffen beruhenden wirtschaft ein tatsächliches umdenken, geschweige denn ein anderes handeln, zu bemerken - elektroautos haben ein mieses image (und verursachen dazu neue probleme), und solar- und windindustrie kann auch niemand ernsthaft als wirklich einflussreiche lobby - mal abgesehen von der partei "die grünen" - verkaufen. die phrase vom "grünen kapitalismus" hat momentan zwar krisenbedingt etwas konjunktur, tatsächlich aber stellen der klimawandel, seine konsequenzen und auch die anderen bedenklichen folgen unserer art der ökonomie ganz andere forderungen, die von einer userin namens "tantepolly1" um 11.12 wie folgt
umschrieben worden sind:

(...) "Ich meine ganz gewiss nicht nur die anderen, frage Sie aber, was es bringen soll, wenn ich auf meine "klugen Sprüche" am PC verzichte und andere nicht im Traum daran denken und zusätzlich - und da unterscheide ich mich schon von vielen von ihnen - mit 260 Stundenkilometern über die Autobahn heizen, mehrmals im Jahr Fernreisen unternehmen und mir erzählen, dass unbedingt auch ein Skiurlaub in den (Anm:: geschundenen) Bergen drin sein muss, weil man das einfach "braucht", genauso, wie man als "ein Stück Lebenskraft" täglich seine Fleisch- und Wurstration in sich reinbringen muss, eine spritfressende Karosse braucht, einen Wäschetrockner, einen Pelzmantel, teure Kosmetika, eine verschwenderische Illumination zur Weihnnachtszeit, Spritzmittel für die Rosen und Kunstdünger für den englischen Rasen und und und." (...)

da ist sehr schön etliches vom all dem erwähnt, was gerade in den westlichen gesellschaften final zur disposition steht - und nochmal meine frage, welche politiker denn bitteschön an diesem lifestyle ernsthaft kratzen wollen? (aus der ahnung des eben benannten sachverhaltes speisen sich imo übrigens auch die motivationen eines grösseren teils der "skeptiker", aber dazu unten mehr).

*

(...) "welche beobachtbaren negativen konsequenzen der klimaveränderungen weltweit kannst du nennen? und komm mir nicht mit der gletscherschmelze, die hat außer für ein paar schifahrer keine negativen auswirkungen." (...)

sorry, mal abgesehen davon, dass die gletscherschmelze eher ein symptom darstellt, hat die erwärmung konkret in den alpen durchaus
negative folgen, zumindest für diejenigen, die sich mit steinschlägen und hangrutschungen konfrontiert sehen. dazu ist die gletscherschmelze im himalaya etwas, was das potenzial für echte katastrophen mit sich bringt. die grönländische gletscherwelt ist erst in teilen verstanden, darum spare ich mir die möglichen probleme - bis hin zu tsunamis -, die hier ein rasches abschmelzen des inlandeises vermittelt an die sich auf grossen unterirdischen seen befindlichen gletscher mit sich bringen kann.

ansonsten bin ich mir durchaus unschlüssig darüber, ob eine in nähe geratene kommerzielle nutzung von gebieten wie bspw. der arktis - symbolisiert durch die
eisfreie nord-ost-passage - wirklich als "positiv" bezeichnet werden soll.

von der
veränderung der tier- und pflanzenwelt hier vor der haustür im wattenmeer hatte ich schon früher einmal geschrieben; das ist ein laufendes experiment in einem sehr fragilen ökosystem mit unbekannten folgen. es werden änderungen des brutverhaltens bei vögeln ebenso beobachtet wie verändertes wachstum bei fischen. nebenbei gibt es noch einen effekt des co2 - auch des menschengemachten -, der nix mit dem klima, aber viel mit den ozeanen zu tun hat: co2 übersäuert die meere, und das ist weithin unbekannt und hat ebenfalls bereits sichtbare folgen, wie im link zu lesen.

bei all diesen veränderungen - das sind nur beispiele - ist nicht das problem, dass es überhaupt veränderungen gibt. die sind bekanntlich allen ökosystemen eigen, und sie sind auch nötig und jeweils sinnvoll. das problem ist eher in der geschwindigkeit zu sehen, mit der sich all das abspielt - denn auf eine derartige, im evolutionären verhältnis gesehene rasanz des wandels der lebensbedingungen können sich viele spezies nicht oder nur mit allergrössten schwierigkeiten einstellen. und das wird in vielen ökosystemen global zu unüberschaubaren rückkoppelungseffekten führen, die meiner meinung nach für die menschen am ende nichts gutes bedeuten werden.

*

so, weil das ganze jetzt schon sehr lang geworden ist, teile ich den beitrag und mache hier einen bruch. im zweiten teil soll´s dann um die auswirkungen direkt auf die menschen gehen, und ausführlich um die motivationen der beteiligten in der öffentlichen diskussion, wie sie sich aus meiner sicht darstellen. ich versuche das zum wochenende zu veröffentlichen. - inzwischen geschehen:
zur fortsetzung.

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