notiz: krisennews und -gedanken (38)

vor etwas über einem jahr, im sommer 2008, begann sich meine aufmerksamkeit immer mehr auf das zu focussieren, was unter dem begriff finanz- oder auch bankenkrise zukünftige geschichtsbücher als offenen anfangspunkt einer gewaltigen und weltweiten gesellschaftlichen transformation des kapitalistischen systems bezeichnen werden - in welche richtung allerdings diese veränderungen gehen werden, ist heute zumindest teilweise noch am vernebelten horizont verborgen. vielleicht glücklicherweise, wie eine kurzsichtige perspektive nahelegen könnte - sind doch bereits heute die offen destruktiven folgen weltweit in verschiedensten ausprägungen zu besichtigen.

einiges davon ist in vergangenen folgen dieser reihe bereits dokumentiert, anderes hingegen werden wir besonders in d-land in einigen wochen erst so richtig wahrzunehmen gezwungen werden, wenn die ominösen "wahlen" ende september einmal mehr die demokratiesimulation in ihre nächste etappe geschleppt haben werden. bis dahin zieht sich wie in einem immer enger werdenden trichter der "offizielle" blick auf die krise zusehends auf mehr oder weniger geschickte fakes, unverblümte lügen sowie eine art von verordnetem durchhalteoptimismus zusammen, dessen äquivalente historisch in diesem land zuletzt in der zusammenbruchsphase der ddr zu betrachten waren - dafür mögen solche jubelmeldungen wie die von den
plus 4,5 % bei deutschen industrieaufträgen im juni stellvertretend stehen - interessant ist hier nämlich der (mehr oder weniger unterbelichtetete) kontext, in dem sie stehen (und der bei den queschüssen zurechtgerückt wird.)

die tatsachen hingegen stehen für sich - für alle potenziell sichtbar, spielen finanz"industrien" und banken, börsen und broker ihre spiele fröhlich, wenn auch mit neuem staatlichen kapital, ungerührt weiter - als ob nix passiert wäre. währenddessen greifen bis zu einem gewissen grad die akuten weltweiten "rettungsmaßnahmen" des letzten jahres, um zumindest den schein des funktionierens weiter solange wie möglich aufrechtzuerhalten (das war und ist auch ihr eigentlicher sinn und zweck). weiter gediehen sind vor dem hintergrund allerdings auch die aktivierungen der vorhandenen gesellschaftlichen bruch- und spaltungslinien (paradigmatisch dafür können solche vorschläge wie der vom
zweiklassensystem bei "hartz-IV" gelten - selten ist derart zu besichtigen gewesen, mit welcher offenheit die herrschaftstechnik des "teile-und-herrsche" ganz unverfroren innerhalb der elitären apparate diskutiert wird).

das alles nun (und noch viel mehr) könnte nicht so gespenstisch reibungslos (wie das vorläufige scheinbar spurlose verschwinden von hunderttausenden erwerbslos gewordenen zeit- und leiharbeiterInnen in den letzten monaten) über die bühne gehen, wenn nicht vorzugsweise genau so etwas zu registrieren wäre, was ich im
letzten beitrag unten wie folgt ausgedrückt hatte:

"es passt wahrnehmungsmässig alles hinten und vorne nicht - während bei näherer betrachtung der daten, zahlen und analysen von diversen quellen nur zu konstatieren ist, dass sich die gesamte gesellschaft nicht nur hierzulande auf einem immer instabiler werdenden fundament bewegt, welches die voraussetzungen ihrer realen ökologischen, ökonomischen und sozialen existenz bildet, führen ihre mitglieder mehrheitlich das endlos-erfolgsstück "normalität" weiter auf - angestiftet zwar zu einem nicht geringen teil von den sog. "eliten", die aber bei ihrer anstiftung auf ein zu williges publikum stoßen. hier hat sich die stadt in weiten teilen in eine großbaustelle (die konjunkturprogramme lassen grüßen) verwandelt, während drumherum eis geschleckt, geshoppt, gesoffen, poussiert und party gemacht wird, als würde es kein morgen geben."

aber eigentlich auch nicht überraschend - da sich die zitatquelle des internen krisengespräches nicht unwesentlich um verschiedene mögliche quellen, formen und ausprägungen von dissoziativen zuständen gedreht hat, liegt der bezug zum oben erwähnten teile-und-herrsche mehr als nahe - denn bei den offen pathologischen zuständen von dissoziation hat sich diese maxime der macht in den betroffenen menschen regelrecht psychophysisch materialisiert (was einmal mehr die unverzichtbarkeit von gewalt - mit ihren traumatischen, spaltenden und fragmentierenden konsequenzen für die so "behandelten" - für alle hierachischen systeme deutlich macht.)

und vor diesem hintergrund bleibe ich zwangsweise pessimistisch, was eine - zumindest theoretisch immer noch mögliche - auflösung der krise(n) in einen qualitativen emanzipatorischen gesellschaftlichen sprung angeht. zu sehr sind die psychophysischen strukturen als basis des herrschenden systems immer noch unbegriffen, unthematisiert und innerhalb politischer und sozialer aktivitäten weitgehend nur als nicht wahrgenommenes präsent, letzteres v.a. mit der folge der zwangsweisen völlig unkontrollierten dynamik der erwähnten strukturen, und zwar oft genug einer destruktiven dynamik.

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primär in diesem sinne ist die aktuelle fortsetzung meiner ganz persönlichen krisenchronik zu lesen - heute mit den folgenden themen:
  • globale krisenkaskade I: internationale energie-agentur bestätigt peak oil - "ölquellen versiegen im rekordtempo"
  • globale krisenkaskade II: im pazifik werden die ersten drastischen auswirkungen des klimawandels spürbar
  • globale krisenkaskade III: karl heinz roth mit einigen einschätzungen zur ökonomischen krise
  • globaler widerstand: frankreich, südkorea, china... - von punktuellen drastischen verschärfungen der aktionsformen
  • großbritannien: betriebsbesetzung mit interessanten inhaltlichen ausrichtungen und gesellschaftlichen allianzen
  • usa / kalifornien: im preis des abgewendeten bankrotts inbegriffen - überfüllte leichenhallen
  • usa I: staatliche lebensmittelhilfen weiterhin auf rekordniveau
  • usa II: immobilienkrise reloaded
  • irland: vom ökonomischen absturz ins soziale desaster
  • in aller kürze: zur lage im baltikum / robert kurz zu den grenzen des wachstums / deutschland I: weniger streiks = "sozialer frieden"? / deutschland II: gewerkschaft der polizei sieht tiefschwarz (und kriegt tatsächlich mal etwas realität mit)
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wie ein kontrapunkt zu den neuen hinweisen in richtung
abiotischer ölentstehung liest sich eine zum wiederholten male medial kaum aufgegriffene warnung aus der durchaus in sachen peak oil bisher recht zurückhaltenden, wenn nicht gar jahrelang abwiegelnden "internationalen energie-agentur", die "offiziell" für ein- und abschätzungen der weltweiten energieressourcen verantwortlich ist - und diese warnung ist im wesentlichen deckungsgleich mit dem, was nicht nur ich bereits wiederholte male zum fatalen zusammenhang zwischen ölpreisen und wirtschaftskrise geschrieben habe:

(...)"Die wichtigsten Ölfelder der Welt hätten bereits jetzt ihren Zenit überschritten. Und es dürfte weniger als fünf Jahre dauern, bis eine Ölklemme die Wirtschaft fundamental erschüttert. Davor warnt nicht ein notorischer Schwarzmaler, sondern Fatih Birol. Er ist Chefökonom der International Energy Agency IEA in Paris.

Versiegende Ölquellen in Kombination mit einer steigenden Nachfrage werde die Preise in die Höhe treiben – was eine Erholung der Wirtschaft von der aktuellen Krise verhindern könnte, sagt Birol in einem Interview mit dem britischen «Independent».

Bislang hatten Experten gewarnt, das Erdöl werde erst in zehn Jahren zu versiegen beginnen und damit eine Wirtschaftskrise auslösen."(...)


"besser spät als nie", so liesse sich dieser einbruch der realität in die wahrnehmungen der iea beschreiben - aber ob´s was nützt, darf stark bezweifelt werden. zumal hier ähnlich wie beim gleich folgendem thema klima immer noch von desinteresse über ignoranz bis hin zur offenen leugnung immer noch das ganze spektrum fataler menschlicher verhaltensweisen zu beobachten ist, welches mit dafür verantwortlich ist, dass an der zukunft der spezies berechtigte zweifel angemeldet werden müssen. in diesem zusammenhang sei auch auf einen artikel beim ölschock-blog hingewiesen -
"Kein Mensch muss müssen":

"Niemand ist gezwungen, an etwas zu glauben, das ihm wider die Vernunft zu sein scheint. Wir beklagen und bekämpfen den Klimawandel, warum sollte uns das Abnehmen der Erdölvorräte da nicht geradezu fröhlich stimmen? Warum sollten wir "Peak Oil" stattdessen für etwas Gefährliches halten, wie es manche tun, die sich mit Katastrophenszenarien wichtig tun? Halbzeit Erdöl soll mit immer teurerem Treibstoff, letztlich einer Kostenexplosion auf breiter Front einhergehen, sagen manche Experten. Wurden die von der Ölindustrie, dem eigentlichen Nutznießer der Schwarzmalerei, für solche Voraussagen bezahlt? Weniger Erdöl, das arbeitet doch nur "uns" geradezu in die Hände - let it be! Es kann dem Klima und dem Planeten nur gefallen.

So denken offenbar die meisten Grünen. "Peak Oil" - daran glaube, wer will. Heute ist es noch das Öl. Mag es weniger und damit teurer werden, schon stehen Biokraftstoffe bereit, es zu ersetzen. Und irgendwann, wenn die DESERTEC den supersauberen Sonnenstrom aus der Wüste liefert, fahren wir alle elektrisch. Wenn es ganz dicke kommt, steht im Keller noch ein altes Fahrrad oder lassen wir uns von den Eltern oder unseren Partnern eine BahnCard schenken.

Jeder, der schon mal in schwierigem Gelände in den Bergen gewandert ist, weiß, dass der Abstieg beschwerlicher und auch gefährlicher ist als der Aufstieg."(...)


mit dem letzten satz (wie mit dem ganzen artikel) lohnt sich eine ausführliche auseinandersetzung. in der vergangenheit kam bezgl. der beiden streitthemen peak oil und klimawandel ja auch öfter das sinngemäße argument der angstmache, die dann doch nur - ganz im sinne der "schock-strategie" wie von naomi klein beschrieben - der weiteren durchsetzung reaktionärer und antisozialer politik dienen würde. dazu nur die bemerkung, dass klein zwar auch sozusagen synthetisch hergestellte schocks beschreibt, aber eben auch deutlich macht, dass sehr reale ereignisse - wie naturkatastrophen - in diesem sinne benutzt worden sind. letzteres stellt aber eben keineswegs die realität der katastrophen in frage, sondern eher bestimmte umgangsweisen damit. und die sollten auch bei peak oil bzw. dem klima im focus stehen. angst in einem angemessenen maße - hinsichtlich der ungewissheit der folgen etc. - halte ich dabei durchaus für vernünftig, während anscheinend oder tatsächlich übertriebene ängste doch eher daraus herrühren, dass die heutigen menschlichen gesellschaften rund um die welt in ihrer mehrzahl einfach nicht den eindruck machen, als wären sie in der lage oder auch nur willens, von selbst und freiwillig die nötigen veränderungen zu initiieren.

und btw noch der hinweis darauf, dass wie in so vielen anderen bereichen auch in sachen ölreserven die methode des
fakens beliebt ist. was sich als ein weiteres indiz für den unmittelbar bevorstehenden oder schon erreichten peak geradezu aufdrängt - schönfärbereien sind eine spezialität von systemen, die sich im absturz befinden.

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während die konsequenzen von peak oil in ihrer gesamtheit zwar komplex, aber immer noch irgendwie nachvollziehbar erscheinen, verhält sich das beim klimawandel bekanntlich anders - zu komplex ist das planetare klimasystem, jedenfalls zu komplex für die heutigen menschlichen möglichkeiten. und so bleibt hier zum größten teil nichts weiter übrig, als die eintretenden folgen jeweils mit mehr oder weniger großer überraschung zu registrieren und möglicherweise - wenn überhaupt machbar - irgendwie zu kompensieren. mit all dem sind bereits verschiedene kleinstaaten im pazifik
direkt konfrontiert:

(...)"Mit der Klimasituation sowie mit Korruption beim Umweltschutz müssen sich die Regierungschefs der pazifischen Inselstaaten bei ihrer 40. Jahrestagung beschäftigen. Das Treffen der 16 Länder hat am Dienstag im australischen Cairns begonnen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker wies aus Anlass der Tagung auf die dramatische Situation der Pazifik-Inseln hin. Rund acht Millionen Ureinwohner würden wegen des steigenden Meeresspiegels bis zum Jahr 2050 komplett ihre Heimat verlieren, wenn der Klimawandel ungebremst fortschreite. (...)

"Eine Reihe dieser tief liegenden Inseln ist eindeutig schon jetzt gefährdet", sagte der Chef des UN-Klimarats, Yvo de Boer (...)

Bereits seit diesem Frühjahr würden die 2.500 Einwohner der Carteret-Inseln umgesiedelt, weil ihre Heimat überflutet werde. Staaten wie Kiribati und Vanuatu drohe der gänzliche Untergang. Indonesien hatte kürzlich angeboten, höher gelegene Inseln an untergehende Staaten zu verpachten."


während es hier immer noch genügend zeitgenossInnen gibt, die offenkundig nicht zwischen klima und wetter unterscheiden können oder wollen und sich bei jedem auch nur ansatzweise verregneten sommer über die "klima-lüge" echauffieren, sieht das nicht nur im südpazifik für dort lebende schon ganz anders aus - da stellt das klima schlicht die existenzfrage. es ist ja irgendwie echt ungerecht, dass eine region wie mitteleuropa irgendwie immer den drastischsten auswirkungen aller möglichen naturprozesse entkommt - es wäre auf jeden fall für viele vielleicht sehr lehrreich, wenn die konsequenzen des klimawandels nicht immer so unspektakulär daherkommen würden wie bspw. im
wattenmeer praktisch vor unserer haustür:

"Einige Folgen der Klimaerwärmung sind bereits im Wattenmeer sichtbar - lange bevor der erwartete Meeresspiegelanstieg zur Gefahr für die Deiche werden könnte. Pflanzen und Tiere müssen sich an veränderte Umweltbedingungen gewöhnen und bekommen Konkurrenz von eingeschleppten Arten. Der Leiter der Sylter Wattenmeerstation des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Prof. Karsten Reise, spricht von einer regelrechten Revolution. "Wenn das so weitergeht, werden wir ein ganz anderes Wattenmeer haben."

Der Wissenschaftler sieht die Vorgänge aber noch gelassen: "Solange keine wirtschaftlichen Interessen betroffen sind, können wir die Entwicklung neutral gegenüberstehen." Entscheidend für Veränderungen im Wattenmeer sind nach Reises Angaben weniger die steigenden Durchschnittstemperaturen von Luft und Wasser, sondern eher einzelne Phänomene wie das Ausbleiben kalter Winter." (...)


"solange keine wirtschaftlichen interessen betroffen sind" - ja, aber sicher doch. die dahinter stehenden neuronalen konfigurationen, die solche ideologie ständig reproduzieren, werden es auch schaffen, dass wir mehrheitlich bis zum hals im wasser stehend noch nach den wirtschaftlichen interessen ausschau halten und gegebenenfalls sozialverträglich und wirtschaftsfreundlich mit begeisterung absaufen werden. ich weiß ja nicht, wie´s Ihnen damit so geht, aber ich stelle in letzter zeit immer öfter einen spontanen grundsätzlichen widerwillen fest, sobald das wort "wirtschaft" überhaupt fällt - von wachstum ganz zu schweigen.

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was uns dann immerhin thematisch direkt zur leidigen ökonomie bringt; und hier wieder einmal wie schon in früheren k-news zur person von karl heinz roth, der gerade ein zweibändiges werk zur
globalen krise beendet hat - darauf nimmt das folgende interview bei wildcat bezug:

"Warum hast Du im letzten halben Jahr sämtliche Verpflichtungen abgesagt, um ein zweibändiges Werk über die aktuelle Krise zu schreiben?

Erstens weil diese Krise ein Epochenbruch ist, der auch nicht durch eine mögliche Stabilisierung in Frage gestellt wird; die herrschenden Klassen sind von wilder Panik erfasst und haben einen Paradigmenwechsel vollzogen. Zum Beispiel sind bei GM und Chrysler die Gewerkschaften nun am Eigenkapital beteiligt und abgefunden worden für ihre Ansprüche auf die Pensionskassen. Ihre Kontrolle über die Arbeitskraft ist damit äußerst fragil und problematisch geworden – ähnlich bei Opel... Ich denke zweitens, wir können heute die Perspektive einer völlig entgegengesetzten Selbstorganisation vorschlagen.

Wobei wir die Rechnung aufmachen müssen mit einer stark zersplitterten Klassensituation, weltweit sowieso, aber auch in der BRD: Kurzarbeit wirkt völlig anders bei VW, Daimler oder Bosch – als bei Leuten, die bei Zulieferern arbeiten, vorher 1400 Euro verdient haben und nun bereits seit sechs Monaten 60 Prozent kriegen und nicht wissen, wie es weiter geht. Das gleiche lässt sich etwa für die Rente sagen.

Die Polarisierung wird extrem zunehmen. Im unteren Drittel bis zum zweiten Drittel setzen ganz massive Demontageprozesse ein, während der Kern gehalten wird. Aber in dem Gießkannenprogramm der Bundesregierung sind eine ganze Menge Subventionierung in den mittleren Wirtschaftsbereich gegangen, also Handwerk, Bau und Kleinbetriebe. Das ist aus der Perspektive des Systems relativ klug gewesen. Aber was soll mit einer sich herausbildenden Massenerwerbslosigkeit mit all ihren Schattierungen passieren? Wird es neue Arbeitsbeschaffungsprogramme geben, wo die Leute in Lagern gettoisiert werden? Oder werden sie doch die Realeinkommen erhöhen und damit eine andere Perspektive schaffen? Das ist noch unklar."(...)


und zur frage der perspektive(n) sagt er am ende:

"Ein unmittelbarer Meltdown hat erstmal nicht stattgefunden. Wie können wir die gewonnene Zeit nutzen?

Wir haben erstmal Zeit gewonnen, um genau zu sehen, wo wir konkret an unseren jeweiligen Orten agieren und Lernprozesse von unten mit in Gang bringen können. Und ich denke, dass ein Stück organisatorische, oder vorsichtiger gesagt, politische, analytische Antizipation nötig ist. Es wäre extrem wichtig, ein weltweites Informationsnetz von unten aufzubauen. Ohne postmoderne Modekonzeptionen, die irgendwelche Segmente des globalen Proletarisierungsprozesses favorisieren, also immaterielle Arbeit oder so – aber auch ohne aus der reinen Subsistenzökonomie eine neue Gesellschaft aufbauen zu wollen. Denn wir müssen uns auch über die ungeheure Masse vergegenständlichter Arbeit und den unglaublichen akkumulierten globalen Reichtum Gedanken machen, wie der anzueignen und zu verteilen wäre. Das, denke ich, wäre die Perspektive."


bedenkenswert, wie ich finde.

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zumal die bisher sichtbaren klassenkämpfe fast nirgends über das stadium mehr oder weniger verzweifelter und vor allem defensiver aktionen zur verhütung des jeweils als schlimmstes übel empfundenen - und das ist für die meisten menschen unter den heutigen bedingungen i.d.r. die drohung der erwerbslosigkeit, gleichgesetzt mit dem gesellschaftlichen ausschluß - hinausgehen. auch wenn die methoden und aktionsformen in den vergangenen monaten punktuell eine deutliche tendenz im sinne ihrer eskalation aufweisen - eine
beispielsammlung auf telepolis macht dabei auf eine äusserst systemstützende hiesige besonderheit aufmerksam:

(...) "Als aber die zuständigen IG-Metall-Sekretäre zu bedenken gaben, dass eine Besetzung unter Umständen mit einer Räumung und einer Kriminalisierung enden könnte, war die Verunsicherung unter den Beschäftigten so groß, dass es zur Aktion nicht gekommen ist." (...)

bahnsteigkarte, revolution usw. - es ist immer noch eine gesellschaft von mehrheitlichen untertanen, inzwischen vielleicht gemixt mit einer starken minderheit sog. individualisten, die weniger authentisch individuell als vielmehr egozentrisch und antisozial agieren und versuchen, sich derart durch die unbilden der zeit zu schlagen. und bei beiden gruppen dürften szenen wie die folgenden aus einer bis vor kurzem besetzten autofabrik in südkorea unverständnis bis erschrecken und abscheu auslösen:



sicher, trotz aller entschlossenheit und auch vorhandenen militanz beim eintreten für die eigenen interessen stellen sich gerade bei derlei aktionen in der autoindustrie immer wieder fragen nach dem weiteren sinne, der bei den beteiligten arbeitern in ihrer bedrohten lage verständlicherweise nicht an erster stelle steht. aber gesamtgesellschaftlich eben stehen muss - was soll aus welchen gründen von wem unter welchen bedingungen für wen produziert werden etc.

aber vielleicht ist es erstmal nicht anders möglich, als bei der belegten eigenen entschlossenheit gerade auch gegen staat & kapital anzusetzen und mit diesem erkämpften inneren raum solche fragen wie oben anzugehen. in einem weiteren artikel berichtet tp übrigens vom
vorläufigen ende der besetzung.

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eine fabrikbesetzung, bei der die gerade oben erwähnten fragen hinsichtlich von sinn und bedingungen von produktion durchaus eine rolle spielen - ohne das jetzt gegen die südkoreanischen autoarbeiter ausspielen zu wollen - , ist momentan noch in südengland im gange - hier betrifft es einen hersteller von windkraftturbinen, "vestas" - , und ein arbeiter fasst
vorgeschichte und bisherigen verlauf der aktion in eigenen übersetzten worten zusammen - auszüge:

"Hallo ihr, mein Name ist Matt und ich bin heute hier um über eine kleine Fabrik namens St. Cross, auch bekannt als Vestas, auf der Isle of Wight zu sprechen, vielleicht habt ihr schon von der Fabrik gehört.

Es ist gerade besetzt und es soll am Ende der Woche geschlossen werden. Über 625 Arbeitsstellen werden in den drei Werken von St. Cross (Newport), Venture Quays (East Cowes) und Merlin Quay in Southhampten (gerade übers Wasser). Auch eine Kunstharzfabrik (resin?) namens Gurit, die sich in der nähe von uns befindet und welche von Vestas abhängig ist diskutiert gerade ihre Möglichkeiten auch wenn sie nicht zuversichtlich sind. Viele andere Firmen werden leiden falls Vestas geht und es werden viele Arbeitsplätze verloren gehen. Die wacklige Ökonomie der Insel wird zwanzig Jahre zurückgeworfen und wieder auf den Tourismus und die dortige, niedrig bezahlte, Saisonarbeit angewiesen sein.

Vestas kaufte NEG Micron im Jahr 2003 und seit dann wurde alles schlimmer, als sie versuchten, den letzten Tropfen Arbeit aus jeden heraus zu pressen. Lange Stunden in einer stressigen Umgebung und die angst vor RSI ( http://de.wikipedia.org/wiki/Repetitive_Strain_Injury_Syndrom) hätten unter anderen Umständen wäre es zu einer hohen Fluktuation der Arbeiter gekommen. Die Firma war extrem anti-gewerkschaftlich, Leute die sich organisieren wollten wurden isoliert und mit verschiedenen Begründungen gefeuert. Das was einer Gewerkschaft am ähnlichsten kam, war ein Beratungsnetzwerk, das über Europäische Gesetze installiert wurde, es gab hier scheinbar gewählte Repräsentanten der Arbeiter (die jedoch vom Management bestimmt wurden), die an Treffen teilnahmen, wo sie nichts zu sagen hatten, und die Entscheidung des Management aufzunehmen, zu unterstützen und den Arbeitern gegenüber durchzusetzen hatten. Den Arbeitern wurde eine niedrige Entschädigung für ihre ganzen Jahre gewissenhafter Arbeit angeboten, was nicht einmal schriftlich bestätigt wurde. Die ist Typisch für diese Großkonzerne und die Gefühle von allen auf der Isle of Wight ist am brodeln.(...)

Ende April wurden wir Vestas Angestellten versammelt und uns wurde gesagt wir wären alle von der Entlassung bedroht und die Fabrik würde ende Juli die Fabrik einstellen.

Natürlich waren wir alle schockiert und traurig wegen dieser Nachricht, die unerwartet kam. Uns hatte man gesagt wir seien die profitabelste Vestas Fabrik! Jeder arbeitete weiter wie gewöhnlich wir fühlten uns Machtlos und verwirrt.

Ein paar Aktivisten von Workers Climate Action fing an, an den Fabriktoren Flugblätter zu den Arbeitern zu verteilen. Eine öffentliche Versammlung wurde einberufen. Aus dieser heraus formte sich ein Komitee welches über die Möglichkeit der Besetzung um die Schließung der Fabrik zu verhindern diskutierte. Diese Arbeiter fingen an andere Arbeiter von diesem Plan zu überzeugen, ohne, dass das Management davon erfahren durfte.

Das Management bekam etwas von möglichen direkten Aktionen mit und ging zu eins der Werke um die Arbeiter davon zu überzeugen ein Dokument gegen jeglicher solcher Aktionen zu unterschreiben, nur 2 Arbeiter unterschrieben.

Wir hörten hiervon und entschieden uns schnell zu handeln. 30 von uns trafen sich teilten sich in 3 Gruppen und kamen, ohne auf Widerstand zu stoßen in die Fabrik. Wir arbeiteten schnell und sicherten den von uns gewählten Bereich, die Büros des Managements und der Verwaltung im vorderen Teil des Gebäudes. Wir haben die Manager erfolgreich Überlistet.(...)

Keiner von uns Besetzern dachte, dass sie jemals an so was teilnehmen würden. Wir merkten ziemlich schnell, das wir am Zentrum eines perfekten Sturms waren; wir hatten eine goldene Möglichkeit die Fabrik unter Beschlag zu nehmen, und das Thema Grüne-Energie, massiver Stellenabbau und Verantwortung von Firmen in den Fokus der internationalen Beobachtung zu rücken. Wir wussten, das wir in Aktion treten mussten, und das hier war größer als wir alle zusammen."(...)


in den letzten sätzen wird die besonderheit bei dieser aktion deutlich ausgesprochen - innerhalb der aktuellen krise ist das womöglich tatsächlich das erstemal, dass sich rebellierende arbeiterInnen, teile von gewerkschaften und umweltgruppen / klima- und ökoaktivistInnen unter einer prämisse zusammenfinden, die sowohl die gesellschaftliche sinnhaftigkeit des produzierten als auch die produktionsbedingungen thematisiert, bewertet und gegen die kapitalinteressen verteidigt bzw. neu und anders durchsetzen will. das schlagwort vom "grünen kapitalismus" mag nicht mehr als ein propagandabegriff sein, aber tatsächlich ist diese besetzung ein vorläufiger kulminationspunkt von aktivitäten verschiedener gesellschaftlicher bewegungen, die meistens - und zu ihrem und unserem aller schaden, wie ich betonen möchte - getrennt agieren. für weitere und aktuelle infos sei auf dieses deutschsprachige
solidaritätsblog verwiesen.

*

über den großen teich, aus den berechtigterweise als eine art epizentrum der krise begriffenen usa, kommen weiterhin mit trostloser regelmässigkeit nachrichten, die nicht zuletzt angesichts des hiesigen propagandagetöses die frage aufkommen lassen, ob die europäischen "eliten" womöglich glauben, dass sich die usa irgendwo auf dem mars befinden - die dortigen realitäten sprechen nämlich durchaus eine regelrecht höhnische sprache bezgl. der hiesigen wunsch- und luftschlösser. wie schon in früheren news, mag das zum wiederholten male ein blick nach kalifornien unterstreichen, welches ende juli nun doch noch und sehr knapp die bankrotterklärung vermieden hat - wer dafür bezahlen muss, war ebenfalls schon ausführlich thema, aber was inzwischen für
kettenreaktionen sichtbar werden, macht dann doch irgendwie mal wieder sprachlos - obwohl: ist das wirklich überraschend?

(...) "Die Menschen im US-Bundesstaat an der Westküste der USA durchleiden die schwerste Rezession seit Jahrzehnten und deren Folgen werden in immer mehr Bereichen der Gesellschaft spürbar.

Denn mittlerweile sind nicht nur die kalifornischen Gefängnisse heillos überfüllt, sondern auch die städtischen Leichenhallen, wo sich immer mehr sterbliche Überreste von Menschen stapeln. Craig Harvey, der Chefermittler der Gerichtsmedizin von Los Angeles, kennt den Grund: Es ist der wirtschaftliche Niedergang der Hinterbliebenen, erläutert er: „Sie sagen uns, dass sie nicht mehr genug Geld haben, um ihre Verstorbenen zu bestatten.“ Der Tod ist keine billige Angelegenheit, wie man weiß, und gerade in Kalifornien sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit oder Überschuldung betroffen und daher mittellos.

„Es sieht wirklich so aus, als hätte diese Rezession eine besonders große Zahl von Leuten getroffen“, betont Harvey. Die können die tausend Dollar für eine private Einäscherung natürlich nicht bezahlen, ebenso wenig eine Erdbestattung, für die 7300 Dollar (5075 Euro) ausgegeben werden müssen." (...)


es heisst ja immer etwas scherzhaft, dass das bestattergewerbe krisenfest sei - hiermit wiederlegt. und ich vermute mal, dass das die nächsten jahre auch ein deutsches thema werden könnte.

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das die toten natürlich zurückstehen müssen, wenn die lebenden am hungertuch nagen, ist dabei völlig verständlich - zumal das letztere absolut wörtlich genommen muss, wenn man sich die zahlen der bezieherInnen von lebensmittelmarken betrachtet, die in den usa immer mit einer gewissen verspätung veröffentlicht werden - so sieht jedenfalls die
maistatistik aus:

(...) "Nach den heutigen Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (United States Department of Agriculture - USDA) erreicht die Zahl der US-Bürger, die Lebensmittelmarken beziehen, im Mai 2009 unfassbare 34,409 Millionen! Seit 7 Monaten zieht die Anzahl der Bedürftigen ununterbrochen stark an! (...)

Selbst die 34,409 Millionen Bedürftigen sind nur ein Teil der bitteren Realität, denn um in den "Genuss" der Kreditkarten für Lebensmittelausgaben zu kommen, müssen arbeitsfähige Erwachsene zwischen 16 und 60 Jahren den Nachweis erbringen, dass sie Arbeit suchen und bereit sind bestimmte Arbeiten zu akzeptieren, z. B. an Beschäftigungs- und Ausbildungsprogrammen teilnehmen. Die entmutigten Arbeitnehmer, die aufgegeben haben einen Job zu suchen, fallen wie in der Arbeitslosenstatistik auch bei SNAP durchs Netz. Erwachsene ohne Kinder können generell nur maximal 3 Monate SNAP beziehen. Nahezu 76% der Lebensmittelmarken gehen an Familien mit Kindern, davon 61% an Kinder mit nur einem Elternteil. Ein klarer Beleg für das Armutsrisiko durch Kinder vor allem für Alleinerziehende!" (...)


und die querschüsse bilanzieren völlig berechtigt:

"Um mal die Dimension von SNAP zu verdeutlichen: mehr als das Doppelte der ehemaligen DDR-Bevölkerung bezieht in den USA Food Stamps! Jeder 9. US-Bürger lebt in Armut und ist auf SNAP angewiesen um sich ausreichend zu ernähren!

Die exponentiell ansteigende Anzahl an Bedürftigen zeigt eindeutig das Versagen der bisherigen Wirtschafts- und Finanzpolitik Obamas, welche Billionen an Dollar in die Stützung eines unhaltbaren Finanzsystems und für die Interessen des militärisch industriellen Komplexes verbläst und gleichzeitig die Realwirtschaft, Jobs, Einkommen und den Lebensstandard von Millionen vor die Hunde gehen lässt.

Yes we can, war nur ein guter PR-Gag!"


so sieht das aus, und wenn man sich gleichzeitig den erbärmlichen zustand des us-gesundheitwesens vor augen führt, so beschleicht einen das dumpfe gefühl, dass das problem der überquellenden leichenhallen keinesfalls eine etwas skurrile und bizarre krisenfolge darstellt, sondern etwas sehr reales und abgrundtief entsetzliches über diese beste aller welten (TM) da aussagt. american dream nightmare.

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und der will kein ende nehmen - eher deutet sich die
nächste welle an:

(...) "Anders als nun gern gemeldet, wird sich die Immobilienkrise in den USA wohl weiter deutlich zuspitzen. Davon geht man auch bei der Deutschen Bank AG aus. Die Großbank rechnet damit, dass bald fast die Hälfte der Hausbesitzer in den USA größere Hypothekenschulden haben werden, als ihre Immobilie überhaupt noch wert ist. Der Anteil der Kredite, die sich "unter Wasser" befänden, werde auf 25 Millionen Immobilien ansteigen, schreiben die Analysten Karen Weaver und Ying Shen in einer Studie. Im ersten Quartal 2008 sei das mit 14 Millionen nur gut die Hälfte gewesen. Damit wird deutlich, welche Zuspitzung die Bankexperten erwarten. Sie rechnen damit, dass die Immobilienpreise weiter deutlich in den Keller gehen. Bis 2011, so rechnen sie vor, würden die Preise um weitere 14 % fallen.

Schon deshalb darf man die Aussichten auf eine reale Erholung der US-Konjunktur wohl ad acta legen." (...)


es geht wirklich nur noch um zeitgewinn für eine nächste runde des spiels, und zwar nicht nur in den usa.

*

sondern auch in europäischen ländern wie
irland, in dem inzwischen ebenfalls zustände bewundert werden können:

(...) "Die Firmen behandeln ihre Arbeiter so miserabel, als lebten wir im 19. Jahrhundert. Die gierigen Kapitalisten haben nichts aus der Geschichte gelernt", sagt die Gewerkschaftlerin Mary O'Donnell.

Täglich berichten die Medien von Firmenpleiten. 49 000 Stellen wurden seit Januar vernichtet. Die Arbeitslosenquote ist auf zwölf Prozent geklettert. Fast 100 000 Menschen können ohne staatliche Zuschüsse die Mieten nicht mehr bezahlen. Die irische Wirtschaft soll 2009 um 9,8 Prozent schrumpfen.

Beim früheren "keltischen Tiger", dessen Wirtschaftsboom weltweit Regierungschefs vor Neid erblassen ließ, herrscht Katerstimmung. 400 Millionen Euro neue Schulden muss Premier Brian Cowen jede Woche machen, um die explodierenden Sozialkosten zu decken. Die regierende Partei Fianna Fáil sieht keine Alternative zu radikalen Einschnitten im Gesundheitswesen und Bildungsbereich, um die Schuldenlast zu reduzieren. Fünf Prozent aller Beamten sollen entlassen und das Kindergeld um 500 Millionen Euro gekürzt werden." (...)


ich muss feststellen, dass sich auch nach über einem monat pause der grundtenor der meldunge aus allen möglichen weltregionen nicht geändert hat - streichen, kürzen, sparen - aber natürlich nicht bei den herrschaften. und immer mehr verfestigt sich auch mein eindruck, dass es bei uns tatsächlich die "wahlen" sind, die bisher verhindern, dass diesbezgl. hier alle dämme brechen. mir graut vor der zeit ab dem 28. september!

*

in aller kürze - das krisentelegramm + auch immer wieder als besonders verheerte krisenregion präsentieren sich die
baltischen staaten, speziell lettland: "Kaum noch Rente, Hungergehälter für Staatsdiener, hohe Schuldenlast: Lettland zerfetzt soziales Netz für Kredite gegen Staatsbankrott" wie gesagt und schon vor monaten konstatiert: ein geradezu monotoner gleichklang + robert kurz macht sich zu den auch diese news begleitenden aspekten der unmöglichkeit von (exponentiellem) wachstum innerhalb von auf die schaffung von mehrwert ausgerichteten ökonomien so seine gedanken. anregend! + eine meldung mit dem titel "Deutlich weniger Streikende im ersten Halbjahr" kann man eigentlich nur mit wüstem gebrüll kommentieren - ´schland, geh sterben! + das allerletzte findet sich in der mitgliederzeitung der "gewerkschaft der polizei", die ich hier nicht verlinken möchte (sollte aber leicht zu finden sein). in der aktuellen ausgabe heisst es im editorial bzw. kommentar: "„Durch die hohe Staatsverschuldung, Steuermindereinnahmen und die Finanzierung der sozialen Lasten als Folge der steigenden Arbeitslosigkeit droht ein Desaster der öffentlichen Haushalte. Bereits jetzt wird hinter der Hand von dramatischen Einsparungen im öffentlichen Dienst ab dem nächsten Jahr geredet. Nach der Bundestagswahl lässt die Politik die Hosen runter“, so GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg. Schon jetzt fahre die Polizei auf den letzten Reserven. Zusätzliche Einsparungen zur Konsolidierung der Haushalte würden mit verschärften sozialen Spannungen zusammentreffen. Das sei ein explosives Gemisch für die innere Sicherheit in unserem Land.

„Wir, die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, werden für die gewaltigen Folgekosten der Finanzkrise aufkommen müssen. Und die Leute, die sie verursacht haben, kommen davon. Man wirft ihnen noch Geld hinterher. Es geht um soziale Gerechtigkeit und um Verteilungsgerechtigkeit.
Danach müssen die Politiker vor der Wahl gefragt werden.“
das allerletzte ist dabei gar nicht mal die durchaus treffende einschätzung der frage, wer auch hier das debakel mitbezahlen wird, sondern die völlige unfähigkeit im begreifen der tatsache, welche "ordnung" freiberg und seine kollegInnen da eigentlich schützen - und vor wem.
monoma - 9. Aug, 15:56

nachtrag: "baltic dry index" aktuell

das sollte eigentlich direkt zu den obigen news gehören, ist bei mir aber dann irgendwie untergegangen - als ein aufgrund seiner spezifischen und weitgehend unverzerrten aussagen tatsächlich ernstzunehmender vorlaufenden ökonomischen index (der besonders die realen transporte von roheisen und kohle, beides absolute wirtschaftliche grundstoffe, erfasst) hat der bdi nicht nur im letzten jahr frühzeitig die verwerfungen des herbstes / winter angezeigt, sondern auch - im januar / februar - die derzeitige ökonomische scheinblüte in zumindest einigen bereichen und regionen.

nun schreibt der britische telegraph in dieser woche:

"The index fell from 3,350 to 2,772 this week – a fall of 17.2pc - as imports of iron ore and coal slowed down. The index is now 35pc lower than its 2009 high, hit on June 3."

was tatsächlich den größten wöchentlichen rückgang seit oktober 2008 darstellt. und innerhalb von etwas über zwei monaten einen sturz von 35% im vergleich zum bisherigen diesjährigen höchststand von anfang juni.

wie gesagt: ein vorlaufender index.

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