notiz: krisennews und -gedanken (39)

»Investmentbanker stellen einen Aufwärtstrend fest«, schreibt die New York Times. »Weiterer Fortschritt in der Geschäftswelt«, berichtet das Wall Street Journal. »Ökonomen sehen Zeichen einer Erholung«, »Kräftiger Aufstieg an den Börsen«, melden andere. Einige Blätter schreiben, dass sich in Amerika ein Bischof zu Wort gemeldet habe, der das große »Misstrauen« in der Welt der internationalen Finanzanleger geißele. So etwas halte die wirtschaftliche Erholung bloß unnötig auf.

Die Schlagzeilen könnten aus den letzten Wochen sein – stammen aber aus dem Jahr 1931, in der kurzen Erholungsphase der great depression, der schärfsten Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts." (...)

(aus dem editorial der aktuellen
wildcat)

geschichte wiederholt sich also zumindest teilweise denn doch. oder sollte es besser heissen, dass probleme solange in verschiedenen, jeweils aktuell angepassten formen wiederzukehren pflegen, bis sie grundsätzlich gelöst sind? wie dem auch sei: die in vergangenen news angesprochene realitätsleugung der "eliten", aber auch größerer teile der ihnen an den lippen hängenden bevölkerungen, hat jedenfalls nicht nur, aber besonders in d-land wie zu erwarten in den wochen vor der "wahl" neue rekorde gesetzt. umso schmerzhafter wird das böse erwachen - die (wirtschafts-)krise ist, ganz im gegensatz zu bspw. etlichen banken, quicklebendig. von ihren globalen schwestern in sachen ressourcen und ökologie mal ganz abgesehen. dementsprechend die news:
  • globale krisenkaskade I: peak oil - neue ölfunde? keine lösung für nichts!
  • globale krisenkaskade II: erste zögerliche schritte, das wachstumsdogma in frage zu stellen?
  • globale wirtschaftskrise: zum neuen geab
  • krisenfolgen in afrika: 8 bis 10 millionen menschen zusätzlich in "absoluter armut"
  • deutschland I: städte und gemeinden schlagen nach dem sturz mit als erste auf
  • deutschland II: realitätsleugnung allerorten
  • usa I: das einzige, was steigt, sind die erwerbslosenzahlen und die zahlen der ausgegebenen lebensmittelkarten
  • usa II: anzeichen des großen change - "yes, we can!" - tauschhandel, mobile ärzteteams und beschleunigter verfall der shopping malls
  • rumänien: generalstreik und massenentlassungen
  • frankreich: suizide als protestform?
  • in aller kürze: baltikum - anzeichen für schwere währungskrise / ukraine im finanziellen und sozioökonomischen desaster /einbrüche im globalen tourismus / spanien: mehrwertsteuererhöhung und andere taten / baltic dry index weiter auf südkurs / ganz aktuell: goldpreis und dollarflucht
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"peak oil? kein problem!", so lautete die unterschwellige botschaft in vielen meldungen der letzten wochen, die sich mit einigen neuen
ölfunden beschäftigten. mal abgesehen davon, dass für alle die, rechnen können - geschätzte 10 milliarden barrel in den neuen feldern reichen bei einem aktuellen täglichen globalen verbrauch von 85 millionen brl für genau wie viele tage? - , zeigt sich bei einem großen teil der öffentlichen jubelarien auch mal wieder neben der grundsätzlichen ignoranz für die probleme, die das erdöl-zeitalter generell mit sich bringt, immer noch ein starkes unverständnis dessen, was peak oil tatsächlich bedeutet. deshalb schalten wir einmal mehr um zu oelschock:

(...) "Das Problem mit dem Hubbert-Maximum ist ja nicht, dass überhaupt kein Öl mehr gefunden oder gefördert würde – das Problem ist, dass die alten Felder (etwa das (...) mexikanische Cantarell, das größte Offshore-Feld der Welt, das in den ersten sieben Monaten 2009 bereits einen Rückgang der Fördermenge um 35 % verzeichnen musste) schneller leer werden, als neue gefunden werden und in Produktion gehen. In diesem Zusammenhang hat auch der unermüdliche Sadad al-Huseini (ehemaliger Vize der saudischen Ölgesellschaft Aramco, wurde Ende 2007 bekannt, als er als erster saudischer Brancheninsider von einer nahenden Obergrenze der Förderung sprach) ein Interview gegeben, in dem er die neuerlichen Ölfunde in die rechte Perspektive rückt:

Am Ende ist es einfach so, dass es nicht genug Förderprojekte gibt. Es wird nicht genügend neue Kapazität verfügbar sein, sagen wir in den nächsten fünf bis sechs Jahren, um den weltweiten Förderrückgang aufzuwiegen. Und selbst das nur unter der Voraussetzung eines sehr moderaten Förderrückgangs – 6 bis 6,5 % für Nicht-OPEC-Länder, vielleicht 3,5 bis 4 % für die OPEC.

Sogar bei derart moderaten Förderrückgängen müssen wir mehr oder weniger innerhalb von zwei bis drei Jahren mit Kapazitätsmängeln rechnen. Wir werden momentan von dieser enormen Überschusskapazität eingelullt, die alles mit dem Nachfragerückgang, aber nichts mit der Förderkapazität zu tun hat. Wir haben also bereits kurzfristig ein Problem. Langfristig wird es noch schlimmer, weil bis zu 10 Jahre vergehen können, bevor ein neu gefundenes Ölfeld so weit entwickelt wird, dass es in Förderung gehen kann. Und es wird langfristig auch insgesamt zu wenig getan. Das Problem ist also sowohl kurz- als auch langfristiger Art. [...]"


so ist es. betrachtet man sich dazu die hoffnungen der wachstumsfetischisten weltweit, die v.a. in china und indien mit ihren milliarden menschen neue märkte sehen und sich darüber den absatz von autos und vielfältig auf öl basierenden konsumgütern erhoffen, so sollte klar sein, dass sich der gegenwärtige tägliche verbrauch dann nochmals entsprechend erhöhen würde. konsequenzen: nachfrageanstieg -> angebotsverknappung -> höhere preise, auch um die immer aufwendigere förderung zu finanzieren -> belastung des (pseudo-)"aufschwungs" -> neuer ökonomischer einbruch. in abgeschwächtem maße gilt das sogar jetzt schon ohne die hypothetische entwicklung chinas und indiens, die dazu bei der gewünschten tendenz zu einem globalen ökologischen desaster führen würde. die wachstumsgläubigen befinden sich wie eine fette quiekende ratte in einer selbstgebauten falle ohne ausgang. game over. immer noch.

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das das (exponentielle) wachstum als existenzgrundlage mit schon religiös anmutenden verklärenden zügen innerhalb der kapitalistischen gesellschaften ein grundsätzliches strukturelles problem mit grundsätzlicher systemsprengkraft darstellt, dämmert vielleicht inzwischen sogar schon instrumentell intelligenten, aber keieneswegs sympathischen vertretern der "eliten" wie einem monsieur
sarkozy:

(...) "Zitat aus einer Politikerrede, die von Veränderung, Umdenken und Umsteuern handelt: "Wenn wir nicht wollen, dass unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder, die Zukunft künftiger Generationen durchsetzt ist von Finanz-, Wirtschafts-, Umwelt- und sozialen, letztendlich also menschlichen Katastrophen, dann müssen wir unsere Art zu leben, zu konsumieren, zu produzieren ändern. Und wir müssen die Kriterien unserer gesellschaftlichen Organisation und unserer öffentlichen Politiken ändern. Eine großartige Revolution erwartet uns. Jeden von uns." Veränderung. Obama-Sound. Aber er kommt aus Paris. Originalton Nicolas Sarkozy.(...)

Das Timing war kein Zufall. Sarkozy wählte für seinen Auftritt nicht zufällig den 1. Jahrestag der Lehman-Brothers-Pleite. Ort des Events: Die Große Aula der Sorbonne. Der Anlass: Die von ihm Anfang 2008 eingesetzte internationale Kommission über die Messung der wirtschaftlichen Leistung und des gesellschaftlichen Fortschritts legte nun ihren Bericht vor.(...)

Der Fortschritt von Gesellschaften und Staaten und das Glück der Menschen und der Völker können durch schlichtes ökonomistisches Zusammenzählen von Wirtschaftsvorgängen nicht einmal annähernd beschrieben oder definiert werden. Das hat sich mittlerweile herum gesprochen. Genauso wie die Absurdität, dass in dieser Statistik nichtstaatliche Solidaritätsleistungen, ehrenamtliche Gemeinschaftsaktivitäten, die Kindererziehung im Allgemeinen und familiäre Krankenpflege und Altenbetreuung im Besonderen, mangels Preiszettel nicht berücksichtigt werden. Mehr als dreißig Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Berichts des Club of Rome über die "Grenzen des Wachstums" ist das hinreichend bekannt.(...)

Doch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt deutlich, dass die Einsicht politisch und praktisch keine Folgen hat. Die Staaten, ihre politische Führer und deren Berater klammern sich unverändert an die globale Lebenslüge, dass nur die in Dollar, Euro, Yen oder Yuan messbare Leistung ein Beitrag zur Wirtschaftsleistung und zum Wohlstand sei." (...)


einigermaßen zutreffend sind hier primäre probleme mit dem wachstumsmantra umrissen. in zeiten aber, in denen die reichtumsverteilung von unten nach oben quasi das primäre programm der kapitalistischen staaten als antwort auf die krise darstellt, haben solche gedanken von vertretern eben dieses "oben" auch immer ein gschmäckle:

(...) "Drang zur Selbstdarstellung und Imponiergehabe? Oder innenpolitische Strategie, um der Linken das Thema wegzunehmen? Das Misstrauen ist nicht unbegründet. In der Tat wäre "Sarkos" engagierte Warnung vor Risiken aus Profitsucht auch glaubwürdiger, wenn diese Debatte die Kernenergie samt Risiko und Nebenwirkungen einbezöge." (...)

sowie die situation in den banlieus, die verzweiflung vieler arbeiterInnen und erwerbsloser etc. etc. allerdings ist das thema so wichtig, das eine derart grundsätzliche infragestellung des mantras, die auch öffentlich wahrnehmbar ist, erstmal immer zu begrüßen ist - selbst wenn sie von so jemandem wie sarkozy kommt.

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den stammleserInnen dieser reihe sollte das regelmässige geab des europäischen "think tanks" leap 2020 ein begriff sein. wie kommentiert nun die
aktuelle ausgabe die lage?

(...) "Nicht einmal LEAP/E2020 bestreitet, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Weltwirtschaft auf den Absturz zurast, in den letzten Monaten verlangsamt hat, was ja von den hinlänglich bekannten Experten und den Medien als „gute Nachrichten vom Licht am Ende des Tunnels" ausgeschlachtet wird. Aber dieses Bremsen auf dem Weg zum Abgrund wurde mit einem unglaublichen Aufwand öffentlicher Gelder während der letzten zwölf Monate bezahlt. Doch die unglaublichen Summen aus den Taschen der Steuerzahler wurden schlecht genutzt; sie hätten für den Aufbau eines neuen internationalen Finanz- und Währungssystems eingesetzt werden müssen. Denn die aktuelle umfassenden Krise ist die Agonie des bisherigen Systems. Diese Baustelle blieb jedoch vollständig unberührt – wenn man von einigen schönen Absichtserklärungen und den Rettungsgeldern für amerikanische und europäische Banken absieht. In der Zukunft werden internationale Egoismen das Geschehen an den Finanz- und Devisenmärkten bestimmen .

Mit dem Ende des Sommers 2009, wenn nun die drei Monsterwellen des Sommer die Weltwirtschaft mit voller Wucht treffen (Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Währungskrisen) ist die Chance für einen kontrollierten und geordneten Übergang der bisherigen Weltordnung zu einer neuen vergeben. Dass die großen Weltregionen sich von der US-Wirtschaft abkoppeln und von der US-Dominanz emanzipieren, wird nun auch an konkreten Tatsachen ablesbar. Der US-Dollar ist dabei, seine Stellung als globale Reservewährung und die Leitwährung vieler Devisen zu verlieren. Wie man dem unten stehenden Schaubild entnehmen kann, kann mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass in Kürze 1.000 Milliarden neuer Dollar gedruckt werden. Das wird im Wert des Dollars und in den Volkswirtschaften, die eng an die US-Wirtschaft gekoppelt sind, deutliche Spuren hinterlassen.

Die Welt ist damit auf dem besten Weg in die Phase des Zerfalls der Öffentlichen Ordnung, deren Beginn wir für das vierte Quartal 2009 vorhersagten" (...)


nun, ich vermute stark, dass sich die vorstellungen von leap hinsichtlich einer "neuen weltordnung" von meinen wünschen stark unterscheiden. ungeachtet dieser grundsätzlichen differenz sind für mich die wesentlichen aussagen plausibel. die ersten beiden "monsterwellen" fangen bspw. gerade in d-land damit an, nicht mehr nur etliche keller volllaufen zu lassen - diejenigen, die ganz vorne am strand stehen (leih- und zeitarbeiterInnen, etliche kommunen, transportsektor, maschinenbau...) werden inzwischen teils bis zum hals umspült.

(...) "Nach der Auffassung unserer Forscher ist der von uns vorher gesagte Zerfall der Weltordnung paradoxer Weise der einzig mögliche Weg für eine wirtschaftliche Erholung." (...)

das ist entschieden zu kurz gegriffen, vor allem dann, wenn unter "wirtschaftlicher erholung" ein modifiziertes "weiter-so-wie-bisher" unter anderen bedingungen verstanden wird, wie ich das leap unterstelle. die in früheren news angesprochenen vielfältigen rückkoppelungseffekte der krise in ganz andere bereiche sowie die unverkennbar destruktiven systemkomponenten werden in letzter konsequenz nicht den neustart des alten spiels, sondern ein ganz neues bedeuten müssen - wenn die spezies nicht in einer langen und quälenden agonie dahindämmern will.

bei anderen punkten jedoch kann ich wieder sagen: d´accord.

(...) "Heute kann niemand mehr aus makro-ökonomischem Statistiken verlässliche Angaben über den realen Zustand der Weltwirtschaft ableiten. Denn diese werden immer widersprüchlicher oder gerade zu grotesk. Daten und Meßmethoden wurden so lange manipuliert, und der Dollar trotz seiner chaotischen Kurssprünge als ausschließlicher Meß- und Vergleichsstandard akzeptiert, dass heute weder Regierungen noch internationale Institutionen oder Banken in der Lage sind, sich ein Bild davon zu machen, wohin sich die Weltwirtschaft bewegt. Die Lektüre der Medien ist ein Spiegelbild dieses Chaos und stürzt die Leser in Abgründe intellektueller Frustration: In Abständen von nur einigen Tagen, manchmal auch nur Stunden, ist man einer Abfolge widersprüchlicher Nachrichten über das Finanzsystem, die Wirtschaft oder die Währungen ausgesetzt. (...)

Der Scheitern des weltweiten Wirtschafts-, Finanz- und Währungssystems wird mit Händen greifbar; noch nie in der modernen Geschichte war es so brüchig. Bei der geringsten Erschütterung kann es in sich zusammenbrechen. Dabei kann die Erschütterung von den Finanzmärkten, der internationalen Politik oder einer Naturkatastrophe ausgehen. Die Explosion der staatlichen Defizite, die die öffentlichen Hilfen in den Staatshaushalten verursachen, führt in den betroffenen Staaten zu politischen Spannungen. Aber die Regierungen sehen keine Alternative, denn sie spüren, dass ohne die staatlichen Hilfen die Wirtschaft unmittelbar wieder in einen Abwärtsstrudel gerissen wird. Damit wird es in Japan, USA und Europa wohl unweigerlich zu Steuererhöhungen kommen. Wenn also ein Bereich einen Aufwärtstrend verzeichnen kann, dann sind es Steuern und Abgaben. (...)

Wir sehen die Krise wie den Lauf eines Gummiballs auf einer Treppe. Auf jeder Stufe springt er hoch, um danach auf die nächste, tiefere Stufe hinabzufallen. Doch bei jedem Aufspringen könnte man mit Fug und Recht behaupten, die Abwärtsbewegung sei gestoppt, es gehe wieder aufwärts, obwohl es sich nur um ein Zwischenhoch auf dem Weg zu einem weiteren Tief handelt." (...)


alleine schon wg. der öfter zu bewundernden farbigen metaphern sei die lektüre empfohlen.

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paradigmatisch jedoch stellt sich nicht nur bei leap die focussierung des blicks auf europa, die usa und die "boom"-regionen asiens dar. afrika als gesamter kontinent wird einmal mehr von den meisten krisenanalysen schlicht vergessen, wie es den menschen dort schon seit langer zeit widerfährt. dabei sorgt die krise gerade dort für
vielfältig gefährliches elend:

(...) "Acht bis zehn Millionen Menschen zusätzlich dürften in ganz Afrika dieses Jahr in absolute Armut hineinschlittern, erklärte die Weltbank diese Woche - mit der Konsequenz von 30.000 bis 50.000 zusätzlichen, vermeidbaren Todesfällen bei Kleinkindern. Afrikas Volkswirtschaften werden dieses Jahr laut Weltbankprognose um 1,7 Prozent wachsen und liegen damit unter dem Bevölkerungswachstum. Länder und Regionen, die sich auf einzelne Bereiche des Rohstoffexports spezialisiert haben, ob Diamanten oder Öl, brechen am tiefsten ein.

Regierungen, die die Vorgaben der internationalen Geldgeber am eifrigsten befolgt und ihre Wirtschaft am meisten geöffnet haben, stehen jetzt als die Dummen da, denn fast alle größeren Investitionsprojekte sind auf Eis gelegt. In ganz Afrika sind nach jüngsten Berechnungen Auslandsinvestitionen von 82 Milliarden Dollar entweder eingefroren oder verschoben. Die Neuinvestitionen schrumpfen dieses Jahr gegenüber 2008 von 32,7 auf 26,7 Milliarden Dollar. Im Bürgerkriegsgürtel Westafrikas, der von Guinea über Sierra Leone und Liberia bis in die Elfenbeinküste reicht, kippen reihenweise die Hoffnungsträger des Aufbaus (...)

Ganz einheitlich ist die Katastrophe natürlich nicht. Die von der Finanzkrise ausgelöste Rezession folgte direkt auf eine Ernährungskrise, als weltweite Spekulation die Lebensmittelpreise in ungeahnte Höhen trieb. Dies stürzte viele Städter in Armut, nützte aber vielen Bauern. Seither sind die Preise nicht wesentlich gesunken, aber nun fallen in vielen Städten auch noch Einkommen aus. Die Armut breitet sich immer weiter aus.

Warnungen, dass in Afrikas Metropolen eine soziale Explosion droht, sind durchaus ernstzunehmen. Am vergangenen Donnerstag eskalierte in Ugandas Hauptstadt Kampala ein alter Streit zwischen Regierung und Großhändlern um Eigentumsrechte auf den innerstädtischen Märkten in massive Gewalt, bei der arbeitslose Jugendliche und die Polizei aufeinander losgingen, gestärkt durch ethnische Ressentiments in einem zunehmend aufgeheizten Vorwahlklima.

Während abends Gerüchte von immer mehr Toten die Runde machten und die Armee auffuhr, sorgten sich Ugander um mögliche ethnische Säuberungen durch ein perspektivloses, gewaltbereites Lumpenproletariat.

Die Versprechungen der internationalen Gemeinschaft, die ärmsten Länder der Welt beim Bewältigen der Krise nicht zu vergessen, erweisen sich derweil größtenteils als Humbug." (...)


zynisch könnte man sagen, die menschen dort dürfen sich immerhin am
westlichen atommüll wärmen... und was lässt sich womöglich auch noch alles mit giftmüll anstellen? jedenfalls wird eine krisenfolge im wahrsten sinne des wortes todsicher in steigenden flüchtlingszahlen zu besichtigen sein, für die sich die europäische union mittels der aufrüstung von "frontex" bereits in stellung bringt. das handeln der sog. "europäischen demokratien" gegenüber dem afrikanischen kontinent und den dortigen menschen ist in so vielfältigen dimensionen nur noch als so schwer kriminell zu begreifen, dass man jedesmal, wenn repräsentanten dieser staaten mit dem wort "menschenrechte" ankommen, nur noch mit tiefer verachtung ausspucken kann.

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letzteres gilt bekanntlich ja auch bereits innerhalb der eu für den umgang mit den so called "minderleistern", deren reihen sich mit dem
finanziellen untergang vieler kommunen und gemeinden hierzulande weiter kräftig füllen werden. ich spare mit hier das eingehen auf einzelne beispiel, im link ist genügend material für weitere eigene studien enthalten. in den nächsten jahren jedoch wird es in so ziemlich der gesamten öffentlichen infrastruktur, und zwar mit sicherheit gerade in bereichen wie soziales, kultur und bildung zu verwüstungen kommen, die sich gewaschen haben werden. das ein großteil der hiesigen bevölkerung das erst dann realisieren wird, wenn überall die türen verschlossen sein werden, ist zu einem guten teil auch das "verdienst" vieler sedierender medien.

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über letztere macht sich einmal mehr
joachim jahnke lesenswerte gedanken:

"In diesen trüben Jahren möchte man sich den Optimismus herbeischwindeln. Die meisten Medien tun das permanent, quasi als Serientäter. In der Regel gibt es ein politisches Programm dahinter und nicht etwa den Versuch, Menschen einfach nur froh zu stimmen. Das haben diese natürlich längst bemerkt. Daher sind die Medien, nach den Sprüchen der Politiker und der ach so schlauen Wirtschaftsforschungsinstitute, die größte Quelle von Zynismus in Deutschland geworden." (...)

als kommentar zum kommentar passen bspw. meldungen wie
diese - kein wort davon, dass die bahn neben den anstehenden massenentlassungen (deren ausmaß vermutlich nach oben korrigiert werden muss) auch bereits schon hunderte güterwaggons stillgelegt hat. solche bilder hätten nämlich jenseits aller zahlen ein so starke symbolkraft, dass sie von den medien gemieden werden wie das weihwasser vom teufel.

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was sich beim blick in ausland bekanntlich (noch) anders verhält - vermutlich dient das aufzeigen von fremden elend immer auch der verbreitung der botschaft "schaut mal, wie gut wir es hier haben!" (das dieses relative "gutgehen" zu einem großen teil auch schon vor der krise auf dem fremden elend basierte, wird natürlich gleichfalls beschwiegen). und gerade die berichte aus den usa zu den krisenfolgen sind hier teils von einer nur mühsam unterdrückten schadenfreude durchzogen, die mit etlicher sicherheit in den nächsten zwei jahren allerdings wie ein boomerang zurückkommen und das selbstzufriedene grinsen aus den hiesigen medialen fratzen wischen wird. ungeachtet dessen sind die relevanten zahlen aus den usa weiterhin auf depressionsniveau - ich mache es mir einfach und verweise einmal mehr auf die vorzügliche aufarbeitung bei den querschüssen -
eins...

"Bereits den 21. Monat in Folge führt die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem drastischen Stellenabbau in den USA! Im September 2009 lag die Anzahl des vom Bureau of Labor Statistics (BLS) gemeldeten Stellenabbaus bei saisonbereinigten -263'000 Jobs! Insgesamt kumuliert sich der Stellenabbau auf gewaltige -7,205 Millionen verlorene Jobs seit Januar 2008! Dies ist der längste und größte Einbruch am Arbeitsmarkt seit Beginn der Datenerhebung durch das BLS im Jahre 1939!" (...)

...und
zwei:

"Nach den heutigen Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (United States Department of Agriculture - USDA), steigt die Anzahl der US-Bürger welche Lebensmittelmarken beziehen Monat für Monat auf ein neues Allzeithoch! Unfassbare 35,851 Millionen Amerikaner bezogen per Kreditkarte, für je 133,31 Dollar pro Person im Monat Juli 2009, Lebensmittel auf Basis des Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP).

Dies ist ein gewaltiger Anstieg von +725'621 Leistungsbeziehern bzw. von +2,1% zum Vormonat und von unfassbaren +23,4% bzw. +6,791 Millionen zum Vorjahresmonat, mit damals 29,059 Millionen Bedürftigen." (...)


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um sich aus diesen immer noch abstrakten zahlen ein realistisches bild davon zu machen, was das dann alles ganz konkret bedeutet, folgen ein paar aktuelle beispiele aus den usa - so ist eine renaissance des
tauschhandels mit ganz spezifischen ausprägungen zu beobachten...

(...) "Ganz egal, welche der etwa 400 registrierten Internet-Tauschbörsen in den USA man zurzeit anklickt, Anfragen zur Ware Gesundheit sind ganz klar auf dem Vormarsch: "Suche Zahnbehandlung, biete Teppichlegen / Tausche Chiropraktiker-Service gegen Abendessen / Heilmassagen gegen Geigenunterricht / Biete Gartenarbeit für neue Brille."

Es sind die vielen unversicherten und unterversicherten US-Amerikaner, die auf diesem Weg versuchen, ihre Gesundheitsversorgung zu organisieren. Und es sind Menschen, bei denen wegen der Wirtschaftskrise das Geld knapp ist und die ihre Arztrechnungen auf andere Weise zahlen wollen. Gehandelt wird per direktem Tausch oder in einem professionell organisierten Tauschring mit eigener Währung. (...)

Mittlerweile gibt es ganze Krankenhäuser, die einen Tauschservice anbieten. "More than Money" - Mehr als Geld - heißt es im Gesundheitszentrum in der Kleinstadt Goshen in Indiana. Bedürftige Patienten können hier kleine Jobs erledigen und werden im Gegenzug medizinisch behandelt. Die schwangere 15-jährige Stephanie etwa macht Büroarbeit, um für die Vorsorge-Untersuchungen zu zahlen." (...)


...was ja bei den bereits in der vergangenheit thematisierten
zuständen des dortigen gesundheitssystems in kombination mit den krisenfolgen kein wunder ist:

(...) "Heute ist es wieder so weit in Wise County. Zum zehnten Mal schon hat die Hilfsorganisation Remote Area Medical (RAM) in dem abgelegenen Grubenrevier der Appalachen-Berge Virginias ihr Feldlazarett aufgeschlagen. Unter einer weissen Zeltplane stehen dicht gedrängt in endlosen Reihen graue Klappliegen. Zahnärzte beugen sich im Akkord über offene Münder. Nebenan brummt ein mobiler Röntgenwagen. Ein Stück weiter werden alte Spenderbrillen angepasst und neue Gläser geschliffen. In einer verwitterten Scheune trennen schwere Planen schmale Behandlungszimmer ab. Hier kümmern sich Ärzte um chronisch Kranke und akute Leiden. Dazwischen tummeln sich wie auf einem Jahrmarkt Hunderte Menschen mit roten, blauen und gelben Armbändern und schwarzen Nummern auf den Handrücken. Wer heute früh nicht pünktlich um fünf Uhr vor den Toren des Lagers stand, um sich für eine Behandlung zu registrieren, muss es morgen noch einmal versuchen. Nur 1600 Patienten haben täglich Einlass. «Wir mussten mehr Leute wegschicken als je zuvor», bedauert die Krankenschwester Teresa Gardner, «es kommen einfach jedes Jahr immer mehr.» (...)

neben den leeren zwangsgeräumten häusern, den tent cities der obdachlosen, den boomenden stadtgärten zur selbstversorgung sowie den mobilen medizinischen einsatzteams ist vielleicht der verfall eines originären us-kulturguts - oder vielleicht besser: symbol einer außer rand und band geratenen konsumkultur - in form der
shopping malls bemerkenswert - eine entwicklung, die nicht erst mit der krise begonnen hat, und deren aktueller stand sich auf der zum herumstöbern einladenden seite deadmalls.com ablesen lässt, die auch unter dem hübsch doppeldeutigen titel "malls R us" eine filmische dokumentation über diese dem (verdienten) untergang geweihten konsumtempel erstellt haben - hier der trailer:



das immer mehr bewohnerInnen der usa schlicht nicht mehr in der lage sind, die synthetischen welten mittels konsum am "leben" zu erhalten, machen am schluß ein paar
fakten aus new york deutlich:

(...) "Drei von fünf Beschäftigten im Einzelhandel verdienen weniger als dreizehn Dollar die Stunde, 44 Prozent weniger als zehn. Ein Viertel der im Einzelhandel Beschäftigten über 24 hat einen Collegeabschluss. Einem von drei New Yorker Vollzeitbeschäftigten ist im letzten Jahr eines oder mehrere der folgenden Missgeschicke passiert: a) Gas, Telefon oder Strom wurden wegen Zahlungsrückständen abgestellt; b) sie konnten die Miete nicht zahlen; c) sie konnten sich ein vom Arzt verschriebenes Medikament nicht leisten; d) sie mussten in einer öffentlichen Armeneinrichtung essen."

die vereinigten staaten der abgebrannten und zombiebanken - einmal mehr ein weltmodell?

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aus osteuropa ist derzeit - mit ausnahme des baltikums vielleicht - medial insgesamt eher selten etwas zu vernehmen, was in diesen zeiten auch schnell als indiz dafür gewertet werden kann, dass sich dort etliches unerfreuliche - wie bspw. die faschistische mobilisierung in ungarn - zusammenbraut und/oder schon im gange ist. harte soziale auseinandersetzungen jedenfalls werden von hiesigen medien gerne mal ausgeblendet, erst recht, wenn sie sich in solchen ländern wie
rumänien zutragen, von denen der gemeine durchschnittsdeutsche in aller regel nur zu wissen meint, dass sich dort etliche geklaute autos auf den strassen bewegen (von der im wahlkampf stattgefundenen höchst offiziellen "aufklärung" über die arbeitsweisen des "rumänen an sich" mal ganz abgesehen). das ist vor allem deshalb bedauerlich, weil das deutsche schaf auch dort etwas lernen könnte:

(...) "Der gesamte öffentliche Sektor - Rathäuser, Kreisräte, Ämter, Schulen, Polizei und Spitäler - hat am Montag in Rumänien gestreikt. Hunderttausende Rumänen legten aus Protest gegen ein neues einheitliches Besoldungsgesetz im öffentlichen Dienst die Arbeit nieder. Aus Sicht der Gewerkschafter sieht das neue Gesetzespaket, für das die Regierung Mitte September die Vertrauensfrage gestellt hatte, eine Einkommenskürzung für öffentlich Bedienstete vor. (...)

Die Einsparungen, die durch das Gesetzespaket erzielt werden sollen, stellten die Bedingung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die finanzielle Krisenunterstützung Rumäniens dar.(...)

Die staatliche rumänische Eisenbahngesellschaft CFR will in diesem Jahr 10.300 von insgesamt rund 78.000 Beschäftigten abbauen. Einen entsprechender Gesetzesentwurf habe die Regierung in Bukarest ausgearbeitet, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Montag. Die freigestellten Bahnarbeiter sollen Abfindungen und 20 bis 24 Monate lang Zuschüsse zum Arbeitslosengeld erhalten.

Betroffen von der angekündigten Kündigungswelle sei sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr auf der Schiene. Die Eisenbahner-Gewerkschaft protestierte gegen die geplanten Freistellungen und drohte mit Streik." (...)


der iwf ist also wie in alten zeiten dabei, sich in all den ländern, in denen er den menschen an die gurgel geht, äusserst beliebt zu machen. das wird wie üblich nicht ohne folgen bleiben.

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die während der krise bisher aufgetretenen widerstandsformen in frankreich - vom bossnapping über drohungen, besetzte fabriken in die luft zu jagen - haben nun ein weiteres pendant bekommen, welches von der fremd- zur autoaggression wechselt, alleine deswegen bereits unakzeptabel ist und auch keine origonäre krisenerscheinung ist, sondern bereits davor im ganz normalen kapitasitischen geschäft zu beobachten war. inzwischen aber mit zunehmender tendenz, lassen sich die
suizide von französischen arbeiterInnen als beleg für die gefühlte ausweglosigkeit ansehen, in die der kapitalismus als ganzes inzwischen gesteuert ist:

(...) "In den vergangenen 18 Monaten kam es zu 24 Selbstmorden in der Belegschaft des Ex-Monopolisten, acht davon allein seit Anfang Juli. Gewerkschaftler prangern Stress und schlechten Führungsstil an, die Konzernleitung wies jede Verantwortung aber lange von sich. (...)

Die Suizidfälle beschränken sich allerdings nicht nur auf France Télécom, wo man alle Umstrukturierungsmaßnahmen bis Ende Oktober gestoppt hat und, nach Worten Lombards, nach einem neuen "contrat social" für das Unternehmen sucht. Eine beunruhigende Anzahl von Selbsttötungen, die entweder am Arbeitsplatz stattfanden oder mit Verhältnissen am Arbeitsplatz verbunden wurden, gab es in der Vergangenheit auch von Peugeot und Renault und vom Atomkonzern Areva zu berichten. (...)

Es scheint tatsächlich, als seien die Mittel des herkömmlichen Arbeitskampfes erschöpft, als gelänge es frustrierten Arbeitnehmern immer seltener, eine tragfähige Form des Protests zu organisieren. Die "Politik der Straße", die auf bevölkerungsweite Solidarität setzte und mit deren Hilfe kleine Interessengruppen in der Lage waren, die Gesamtgesellschaft gegen Sozialabbau zu mobilisieren, hat möglicherweise ihre Kraft verloren.(...)

Es bleibt abzuwarten, ob sich die politische Kultur in Frankreich derart gewandelt hat, dass Proteste in immer kleineren, verzweifelteren und zugleich gewalttätigeren Formen verharren müssen. Mit der Globalisierung und der "Krise" scheinen höhere Mächte über die nationalen Volkswirtschaften gekommen zu sein, denen das (Arbeits-)Volk scheinbar ohnmächtig gegenübersteht." (...)


das erinnert mich spontan etwas an die hiesigen
"hartz IV"-toten und tatsächlich lassen sich in beiden fällen die ursachen in verschiedenen ausdrucksformen ein und desselben regimes verorten. wie lange wollen die leute eigentlich noch auf die fassade dieses tödlichen systems hereinfallen?

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in aller kürze - das krisentelegramm + neue
schlagzeilen aus dem baltikum: "Frühwarnindikatoren deuten zudem auf eine bevorstehende Währungskrise in Lettland hin. Eine Abwertung würde zwar die Wettbewerbsfähigkeit des Landes verbessern, aber aufgrund des hohen Anteils der in Fremdwährungen ausgereichten Kredite zu großen Kreditausfällen im Inland führen. Nicht zuletzt könnte es durch eine starke Abwertung der lettischen Währung zu einer Kettenreaktion kommen. So könnten zum Beispiel die Probleme der lettischen Banken über die schwedischen Mutterbanken in die anderen baltischen Länder übertragen werden." ich bin ja hinsichtlich unserer aller perspektiven inzwischen ebenfalls bei der alternative angelangt, dass uns entweder eine längere phase des langsamen verfalls und auch der gewöhnung an eben diesen ins hasu stehen, oder aber - wie oben im geab skizziert - ein kollapsartiges ende zunächst des finanzsystems sehr plötzlich und überraschend eintritt, so wie fast schon im oktober letzten jahres, als es bereits haarscharf gewesen ist. ein solches szenarion wie oben könnte dabei durchaus als auslöser für letzteres fungieren + schlagzeilen aus der ukraine: "Konjunktureinbruch, Abwertung der Währung, extreme Staatsverschuldung" - also wie fast überall. nur noch offensichtlich ein bisschen schlimmer + auch - oder gerade - der globale tourismus kommt natürlich nicht ungeschoren davon: "Die Wirtschaftskrise und die Schweinegrippe lassen den globalen Tourismus gemäss der Welttourismusorganisation UNWTO im laufenden Jahr um bis zu 6 Prozent schrumpfen. Damit fällt der erste Rückgang in der Branche seit 2003 schlimmer aus als zunächst befürchtet, wie die UNWTO aus Anlass ihrer Hauptversammlung in der kasachischen Hauptstadt Astana mitteilte. Zum Jahresbeginn hatte die Organisation den Rückgang noch auf maximal 2 Prozent geschätzt. Es gebe aber für das nächste Jahr begründete Hoffnung auf eine Erholung, hiess es." also scheinen die dort zuständigen funktionäre genauso merkbefreit zu sein wie ihre kollegen aus anderen bereichen *umpfh* im übrigen müssen die derzeitigen formen des tourismus eh auf den prüfstand, auch unabhängig von der krise + man betrachte sich spanien und erhalte einen eindruck von dem, was bald auch in anderen eu-staaten angesagt sein wird + zum alten bekannten, dem baltic dry index, mal ein blick aus der perspektive von rohstoffzockern: "Während die Lagervorräte an Rohstoffen steigen, sinken die Frachtraten. So haben die Ölbestände in den letzten zwölf Monaten um 15 Prozent zugenommen. Hingegen hat der Baltic Dry Index, ein Barometer für die Rohstoffnachfrage, im dritten Quartal um 41 Prozent nachgegeben. Diese Entwicklungen sprechen dafür, dass die Preise wohl bald fallen dürften.
"Wir sind bei Rohstoffpositionen ausgestiegen und haben die Barpositionen erhöht", berichtet Peter Sorrentino, Fondsmanger bei Huntington Asset Advisors, der den Preisrückgang bei Rohstoffen im vergangenen Jahr korrekt prognostiziert hat. "Die Leute waren so begeistert, dass das Wirtschaftswachstum zurückkehrt. Aber jetzt ist sich keiner mehr so sicher, wie stark die Dynamik der Erholung sein wird."
tja + das allerletzte ist heute mal ganz im chronologischen sinne zu verstehen: einmal wäre da dieser aktuelle
sachverhalt - "Der Goldpreis steigt heute auf ein neues Jahreshoch mit 1026 Dollar, er spiegelt eventuell bereits die beginnende Flucht der immensen Buchgelder, vor allem aus dem Dollar, in ein schuldenfreies Asset wider.", der vielleicht etwas mit einer meldung zu tun haben könnte, die seit heute vormittag über die ticker läuft: "Wie die Tageszeitung "The Independent" berichtet, haben die arabischen Golfstaaten geheime Gespräche mit China, Russland, Japan und Brasilien geführt. Die US-Währung solle im Ölhandel als Zahlungsmittel durch einen Währungs- und Rohstoffkorb ersetzt werden." von saudi-arabien inzwischen zwar dementiert (von denen nicht anders zu erwarten), ist das eine potenzielle bombe für die usa. auch dieser oktober scheint schon wieder spannend zu werden...+
monoma - 6. Okt, 17:32

zum goldpreis...

...der geht ja heute ab wie ne rakete, bewegt sich jetzt um die 1040 $ und hat diesen sprung in nur ein paar stunden gemacht. gibt´s hier leute, die das interpretieren können? was ich bisher an erklärungen gefunden habe, überzeugt mich nicht recht (independent-gerücht, starke nachfrage wg. traditioneller feiertage aus indien).

zum independent-artikel: der wurde angeblich von robert fisk geschrieben, einer jener journalisten, denen man nicht unbedingt schlampige recherche zuschreiben würde.

***

und btw: die neulich angesprochene kleine pause hat sich in diese woche verschoben, wenn´s also bis ende nächster woche hier von mir nichts mehr zu lesen gibt - nicht wundern. aber vielleicht mal zwischendurch, wenn´s mir in den fingern juckt - oder drastische dinge passieren.

errorking - 6. Okt, 18:10

gerade der goldpreis kann wie der ölpreis

im unterschied zu unternehmenstiteln und währungsdifferenzen von einer kleinen gruppe so gesteuert werden, dass die börse in bewegung kommt (und damit wieder 5000 omas und 10000 coole zocker abgeräumt werden)
monoma - 6. Okt, 18:28

auch, wenn ich im verhältnis ökonomischer laie bin - aber das kommt mir jetzt nicht wie eine befriedigende erklärung vor. es gab in den letzten wochen ja immer wieder kurzzeitige ausbrüche über die 1000 $, die jedoch schnell immer wieder - anscheinend - "gedeckelt" wurden. mir sind einfach die interessen nicht klar, die da hinterstehen (mal diejenigen der hauptsächlichen zocker abgesehen).

und das heute ist nach allem, was ich jetzt vom querlesen auf seiten von goldfreaks gelesen habe, schon etwas besonderes. in solchen zeiten würde ich einfach gerne mehr von den gründen wissen. wird das independent-gerücht doch ernster genommen?
monoma - 6. Okt, 18:00

weiterer nachtrag: lettland vor kollaps?

na, da haben die oben zitierten "frühwarnindikatoren" womöglich recht behalten - heute ist ein tag mit schon recht drastischen nachrichten. der brititsche telegraph berichtet unter berufung auf schwedische zeitungen von einer warnung des schwedischen finanzministers an die banken in schweden, dass derzeit laufende gespräche zwecks stabilisierung der finanziellen lage kurz vor ihrem scheitern wären. mit der aussicht...

"...for a full-blown economic and political "breakdown" in Latvia."

ich denke, das darf dann mit "kompletter ökonomischer und politischer zusammenbruch" übersetzt werden?

errorking - 6. Okt, 18:05

ein herr flöttl

hätt die ganze finanzmarktkrise aufgrund der letzten hausse schon längst wieder hereingeholt.....warum holen sich die banken nicht diesen spezialisten? (ist vielleicht gar nicht so ironisch wie es klingt, denn die blutjungen coolen gscheitn broker-versagerwickies von heute könnten flöttls söhne sein)
monoma - 6. Okt, 18:22

flöttl?

der hier?

ich bin ja eher der meinung, dass sich in dieser szene nur die dümmsten erwischen lassen...
errorking - 6. Okt, 21:45

richtig! und so blöd is er ja nicht, denn er ist noch immer in freiheit, während die (nicht zockende)elster schon jahrelang im grauen haus hockt.
monoma - 6. Okt, 23:05

und noch etwas langes zum lesen

wobei der titel Die letzte Konjunktur: organische Krise und „postneoliberale" Tendenzen nicht abschrecken sollte - wer gerne mal versuche eines "ganz großen" überblicks liest und sich davon inspirieren lassen kann, ist hier genau richtig. allerlei mögliche entwicklungsrichtungen der krise(n) sowie reaktionsmöglichkeiten von "oben" und unten werden skizziert und ansatzweise bewertet - auf jeden fall anregend an verregneten herbstnachmittagen.

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