zwischendurch kurz zur blogroll - bye bye, "spiegelfechter"

vermutlich wird es den meisten leserInnen hier gar nicht aufgefallen sein, aber um eventuelle fragen präventiv zu beantworten: ja, den spiegelfechter habe ich gestern spontan herausgenommen. die gründe dafür sind folgende: weniger eine rolle spielte meine eigene und seit längerem sehr gesunkene besuchsfrequenz dort im vergleich zu den allermeisten anderen verlinkten blogs. für mich ist das dort geschriebene im laufe der zeit immer uninteressanter geworden, was damals bei der verlinkung logischerweise noch anders gewesen ist.

stärker ins gewicht fielen aber zwei artikel dort in der allerjüngsten zeit, die ich inhaltlich so bauchschmerzerzeugend fand, dass ich das nicht ignorieren konnte und wollte. einmal handelt es sich dabei um gastbeitrag des "oeffinger freidenkers" (stefan sasse), eines selbsterklärt "linksliberalen", tatsächlich aber durch und durch sozialdemokratischen (wer will, darf das durchaus als schimpfwort benutzen) bloggers mit dem titel
"Wir brauchen einen aktiveren Staat". unter dem vorwand einer attacke gegen die a-sozialen folgen des totalitären kapitalismus wird dort nicht nur der typisch deutschen staats- und autoritätshörigkeit gefrönt, sondern - eben durch und durch sozialdemokratisch - auch noch schlicht reaktionäre ideologie verbraten. einige beispiele aus dem text:

"Das Grundversprechen unseres Gesellschaftssystems, dass jeder, der fleißig arbeitet auch gut leben kann, wird nicht mehr eingelöst."

muss man wirklich noch erwähnen, dass dieses angebliche "grundversprechen" von vorneherein nichts weiter als eine lüge gewesen ist, geboren keinesfalls aus altruismus, sondern als weiterentwickelte befriedungsstrategie gegen ein einstmals aufmüpfiges proletariat? neben der völlig unreflektierten übernahme der "fleissigen arbeit" als metapher für den hierzulande besonders monströs vorhandenen fetisch (lohn-)arbeit stösst mir ebenfalls übel auf, dass verschwiegen wird, wer wo für dieses "gute leben" auch während der angeblich "guten zeit der alten brd" nicht nur monetär, sondern meist mit blut, schweiß und tränen bezahlt hat.

"Brennende Autos und sich der Kontrolle des Staates entwindende, in gewalttätiger Anarchie versinkende Vorstädte bleiben vorerst ein Problem, das wir gebannt und wohlig schaudernd in Fernsehberichten über Frankreich beobachten können."

ich erwarte einfach von sich selbst als "politisch bewussten" bezeichnenden bloggern und bloggerinnen, dass sie zumindest die einfachsten begrifflichkeiten angemessen benutzen und bspw. zwischen anomie und anarchie unterscheiden können. hier drängt sich jedoch der verdacht auf, dass diese falsche nutzung an dieser stelle keineswegs nur aus ahnungslosigkeit erfolgt ist.

zu den unmittelbar darauf folgenden sätzen gleich noch etwas.

"Der Staat ist nicht so unfähig, nicht so gehemmt, nicht so machtlos wie dies den Anschein hat. Er ist, vor allem, alternativlos. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass ohne eine starke Rolle des Staates blankes, anarchisches Chaos herrschen wird, in dem die Stärksten alle Schwachen rücksichtslos in den Staub treten."

das TINA-prinzip auf sozialdemokratisch. begründet mit dem klassischen, rechten und reaktionären evergreen von "der mensch ist des menschen wolf" aka "der-mensch-ist-böse", und zwar grundsätzlich. zu diesem völlig pervertiertem welt- und v.a. menschenbild passt perfekt die entsprechende
antwort des "unsichtbaren komitees"; ebenso hatte ich hier vor jahren zur "wolfsgesellschaft" bzw. dem, wofür dieser begriff als symbol steht, aus meiner perspektive bereits das meiste geschrieben.

es ist dabei kein zufall, dass sasse konsequent alles ausblendet, was es an handfesten indizien und beweisen dafür gibt, dass so ziemlich alle staaten heute sich selbst bewusst positioniert haben, und zwar gegen die weitaus meisten teile ihrer bevölkerungen. "aktiver staat" bedeutet in der realität vor allem eines: monströs aufgeblähte schnüffel- und repressionsapparate, ständig wuchernde kontrollambitionen und potentiell staatsterroristische übergriffe gegen jede ernsthafte form der opposition. und das alles nicht etwa, weil "der an sich gute" staat etwa in zentralen punkten "gekapert" worden ist und jetzt "fehlgelenkt" wird - nein, die gute zusammenarbeit von vielen staaten mit der mafia (als synonym für die organisierte kapitalistische kriminalität begriffen) ist strukturell bereits im wesen eines jeden (national-)staates angelegt. anders: der schutz von "eigentum" und dem status der besitzer von produktionsmitteln und großen finanziellem vermögen hat seit eh und je zur hauptaufgabe des kontruktes "staat" gezählt. die sog. wohlfahrtsstaaten, nach denen sich sasse ganz offensichtlich zurücksehnt, waren lediglich ausdruck einer gewissen und, wie wir inzwischen wissen, sehr begrenzten historischen phase des 20. jahrhunderts, in denen der kapitalismus u.a. aufgrund der existenz einer wie auch immer in der realität vorhandenen pseudo-systemalternative dazu gezwungen gewesen ist, zeitweilig kreide zu fressen. was wir heute erleben, ist keinesfall etwa ein "entglittenes" o.ä. staatswesen - nein, eher lässt sich sagen: die (national-)staaten finden wieder zu ihrem authentischen ausdruck - drängelnd, bevormundend, repressiv und im klarsten fall deutlich terroristisch. das, und nichts anderes, war und ist ihre eigentliche funktion in der geschichte. alles andere sind märchen.

*

wer so argumentiert wie oben dargestellt, muss dann zwangsläufig nach A auch B sagen:

"...bricht systematisch das Bewusstsein weg, dass wir ein Volk sind, eine Gesellschaft, durch das Versprechen auf allgemeinen Wohlstand aneinandergebunden zum Nutzen aller."

"wir" sind "ein volk". der beschwörung der objektivistischen konstruktion "nationalstaat" folgt zwangsläufig die beschwörung der ebenso objektivistischen einbildung des zugehörigen "volkes". nein, vielen dank. weder ist das "mein volk" noch "mein staat". im zweifelsfall stehen beide zuverlässig und regelmässig antagonistisch gegen alle authentisch menschlichen interessen und bedürfnisse. gerade dieses land hat dafür bereits historisch mehrfach nachdrücklich den beweis geliefert. und die hiesige variante der sog. sozialdemokratie, im zweifelsfalle immer zuverlässig und bis zur besinnungslosigkeit staatstragend, hat mit leuten wie sarrazin, clement und all den anderen zombies genau das passende personal dafür. doch, das sind durchaus sozialdemokraten. so wie auch noske einer war.

und dann noch der "wohlstand" als klammer für "staat & volk" - das ist eine weltsicht, die von der "insm" über den "bdi" und cducsuspdfdpgrünedielinke so ziemlich alle mitglieder der selbsterklärten "eliten" mit unterschreiben können - vermehrung materieller dinge (und keineswegs die befriedigung der tatsächlichen materiellen menschlichen bedürfnisse in sachen nahrung, wohnen, gesundheit etc.) als sinnersatz und kompensation, ohne jeden tatsächlichen sinn und verstand, aber mit enorm destruktiven nebenwirkungen für die gesamte menschliche und nichtmenschliche welt. (materieller) "wohlstand" dieser art wird in zeiten von ressourcenverknappungen und ökologischen desastern niemals mehr als sinnstiftendes leitbild für irgendjemanden auf der welt eine möglichkeit darstellen - glücklicherweise. nur scheinen das längst noch nicht alle gemerkt zu haben.

im kontext des obigen zitats wurde vorher wortreich das folgende beklagt:

"Die Gesellschaft löst sich immer weiter auf, schon jetzt bröckelt der Kitt, der sie zusammenhält, mehr und mehr: Einheimische gegen Migranten, Arbeitende gegen Arbeitslose, ALG-I-Empfänger gegen ALG-II-Empfänger, Alte gegen Junge, Arbeiter gegen Angestellte, Angestellte gegen Beamte – wo man hinsieht wird der Neid und Hass der Gruppen aufeinander geschürt," (...)

hm. offenbar ist sasse nicht aufgefallen, dass sein ebenso sozialdemokratischer gastgeber und gesinnungsgenosse jens berger nur einen artikel vorher unter dem titel
"Feministin schlägt Neger - der politsch semikorrekte Spielspaß fürs Fest" eben unter der scheinheiligen parole von "satire-darf-alles" unverblümtes product placement für ein erbärmliches quartettspiel betreibt, welches zu dem beklagten "neid und hass der gruppen aufeinander" sein scherflein beiträgt. und keinesfalls zufällig ist das ein spiel, welches auch gestalten wie sarrazin "lustig" finden würden - geht´s hier doch einmal mehr gegen den - primär von ganz rechtsaussen aufgebauten - pappkameraden einer angeblich omnipräsenten und "herrschenden (!) political correctness". dazu nur soviel: es ist historisch belegbar (und auch bereits vielfältig geschehen), dass das tatsächlich ein originär rechter diskurs ist, der zwangsläufig von allen unterstützt wird, die darauf aufspringen. es gibt an dieser ursprünglich eigentlich für sehr spezifische verhältnisse an us-amerikanischen universitäten entwickelten methode, mit sprache hinsichtlich ihrer diskrimierungs- und ausgrenzungspotenziale anders und neu umzugehen, durchaus einiges zu kritisieren, besonders dann, wenn sie nicht modifiziert auf anderen gesellschaftlichen feldern benutzt wird. die rechte anti-pc-kampagne, hierzulande nachweisbar seit der ersten häfte der 1990er jahre, und auch solche wie vom "spiegelfechter" gepushten spiele haben jedoch nichts mehr mit irgendeiner kritik zu tun, sondern nur mit einem: dem bedienen von hassaffekten. und zwar den hassaffekten genau der gleichen gruppen, die sich zb. von den sozialrassistischen hetzereien eines sarrazins "befreit" fühlen und beifällig dem papierprügel mit den vier buchstaben zuklatschen: "man wird ja wohl noch sagen dürfen..."

che hat drüben passenderweise einen längeren exkurs zur geschichte der "pc" veröffentlicht, dem ich bis auf den teil zur "linken szene" weitgehend zustimme. ich habe selbst mitte der 90er in einem kleinen printmedium einen text mit ähnlicher richtung geschrieben, in dem ich mich vor allem mit den reaktionen der "neuen rechten" auf die pc befasst habe, den ich an dieser stelle hier eigentlich gerne hinzufügen würde, an den ich aber momentan nicht herankomme. aber da che bei sich schon etliches ebenso bearbeitet hat, sei sein text deshalb ausdrücklich empfohlen.

*

zu den herren sasse und berger nur noch dieses: wenn es überhaupt eine positive wirkung der sog. globalisierung zu verzeichnen gibt, dann ist das die schwächung der nationalstaaten. diese verteidigen zu wollen, heisst lediglich, den teufel mit beelzebub austreiben zu wollen. ein unterfangen, welches nicht gelingen kann, und zwar auch deswegen nicht, weil man(n) sich dafür zwangsläufig in die sphäre explizit und originär reaktionärer und rechter diskurse begeben muss, wie beide eindrücklich selbst bestätigt haben. solche strömungen echter "deutscher" sozialdemokratischer gesinnung haben nicht nur nichts mit tatsächlicher emanzipation zu tun, sondern stellen sich dem konträr in den weg, und zwar als irreführendes hindernis. und aus diesem grund also:

bye bye, "spiegelfechter".
demon driver - 22. Dez, 11:56

"Schwächung der Nationalstaaten"

Nur eine kleine Anmerkung:

Ich halte das für einen - auch unter Globalisierungs- und Systemkritikern weitverbreiteten - Irrtum, dass die Globalisierung die Nationalstaaten schwächen würde. Das tut sie, wenn überhaupt, nur in dem einen, ganz speziellen Aspekt des immer weitergehenden Kontrollverlusts über Wirtschaft und Kapital. M.E. ist in allen anderen Aspekten das genaue Gegenteil der Fall.

Schließlich bekommt der Nationalstaat für das Weltkapital im Zuge der Globalisierung eine immer zentralere Bedeutung, weil das Herstellen von profitträchtigem Standortkonkurrenzdruck nur über das Ausspielen der verschiedenen nationalen Volkswirtschaften mit ihrem Produktionskostengefälle funktioniert.

Und dass die Menschen das bewusst oder halbbewusst wahrnehmen und dass sich daraus auch in den Bevölkerungen ganz objektiv-nationalökonomisch motivierte Nationalismen ausbilden und verstärken, liegt in der Alternativlosigkeit nationalökonomischer Prinzipien, die diesseits systemüberwindender Perspektiven ja nun tatsächlich gegeben ist. (Und eine konkrete systemüberwindende Perspektive gibt es halt weiterhin auch nicht.)

archenoe - 6. Jan, 00:40

Stärke der Nationalstaaten

Hier treibst Du Dich also herum und schreibst kluges Zeug ;-), bis auf den Begriff "Kontrollverlust".

Die Stärke der Nationalstaaten liegt in ihrem Existenzgrund. Der Grund ist die Kapitalverwertung, die Aufgabe ist, die Kapitalverwertung zu ermöglichen und zu ordnen. Wortspiel zur gegenwärtigen Phase der Staatsaufgaben: Deregulierung ist die aktuelle Form der Regulierung. Der Staat "leidet" in keiner Weise unter einem Kontrollverlust über Wirtschaft und Staat. Kontrolle müsste ja ein Ziel haben, das außerhalb der Ziele der Kapitalverwertung liegt, also irgendetwas Übergeordnetes, der Allgemeinheit Verpflichtetes, wenn von einem Kontrollverlust die Rede sein soll. Das aber gab und gibt es nicht. Nationalstaaten kontrollieren die Kapitalverwertung im Sinne und zum Zweck der Kapitalverwertung, weil die Gesamtergebnisse der Kapitalverwertung häufig zur Gefahr für die Kapitalverwertung der Einzelkapitale und damit auch wieder für den Kapitalverwertungsprozess selbst wird, wie die Weltwirtschaftskrise von 2007 bis ? zeigt.. Nationalstaaten sind nicht irgendein dem Kapitalzweck fremdes Gebilde, sondern notwendige Organisationseinheit eben dieser Kapitalverwertung.
kranich05 - 23. Dez, 19:43

Spiegelfechter ist bei mir vor Jahr und Tag aus der Blogroll geflogen, als er die Kritiker der offiziellen 9/11-Vt recht pauschal (als Alec Jones-Jünger) abbürstete.

Das Kartenspiel ist Übung in gewöhnlichen Rassimus/Nationalismus etc., mitttels trotzdem Lachen, bekanntlich=Humor.

Über den aktivierenden Staat mag ich gar nichts sagen, höchstens die gallige Vermutung äußern, daß die Sozialdemokraten, die sich dem Ansturm der Partei-Linken auf sozialdemokratische Kernterritorien gegenübersehen, sich wohl beeilen, für die weitere Ausprägung des Ordnungs- und Zuchtstaats fit zu sein.

Spiegelfechters neuer Artikel fabuliert "Verrohung der Mittelschicht", dürfte aber, dank Heitmeyer, trotzdem einige Substanz haben.

Herr Liebreiz (Gast) - 25. Dez, 12:54

Ich verstehe Deine Argumentation. Ich teile allerdings nicht die Entscheidung. Was will der Spiegelfechter, das Du nicht willst? Und aber wer ist der gemeinsame Feind? Ich fände hier die Auseinandersetzung lohnender als die Distanzierung. An diesem Phänomen ist die linke Szene in sich kollabiert.

monoma - 25. Dez, 15:29

"was will der spiegelfechter?"

nun, aus meinen besuchen drüben und auch seinen artikeln auf den "nachdenkseiten" (mit deren vorstellungen ich ebenfalls meist nicht konform gehe, auch wenn ich den nachrichtenüberblick praktisch finde) kommt für mich schon deutlich eine staatsfixierte agenda zum vorschein in dem sinne, dass "der staat" gegen die "ärgsten kapitalistischen auswüchse" vorgehen muss und soll. ich habe im artikel schon kurz angerissen, warum ich das für eine unmögliche und irreführende illusion halte.

und ebenfalls betrachte ich die struktur "staat" als teil der ganzen probleme und nicht als deren lösung.

was hier aber speziell für meine entscheidung eine rolle gespielt hat, war der umgang mit dem besagten quartett; gründe ebenfalls oben.

"Und aber wer ist der gemeinsame Feind?"

den gibt es nur partiell, zumal ich auf keinen fall so etwas wie einen "starken staat", egal welche motivationen dem unterstellt werden, sehen möchte. ich habe hier im blog schon an sehr sehr vielen stellen deutlich gemacht, dass die aktuellen probleme sich aus meiner sicht aus viel tieferliegenden quellen speisen, die eine sozialdemokratische kritik alá sf und nachdenkseiten nicht mal ansatzweise im blick haben. und deshalb kann ich auch nicht mit ihren lösungsvorstellungen konform gehen.

abschließend: ich lege auch keinen besonderen wert darauf, unbedingt mit möglichst vielen "verbündeten" loszuziehen, erst recht nicht, wenn diese scheinbar verbündeten ganz elementare strukturen nicht angehen wollen. das kann und will ich dann auch nicht mit pseudoharmonie verkleistern (wobei ich diese harmoniesucht auch für etwas "typisch deutsches" halte, die andere seite der medaille der negativ irrationalen aggression sozusagen, die hierzulande ebenfalls oft genug wahrzunehmen ist.)
hordiX (Gast) - 10. Feb, 17:46

wozu auch diskutieren...

... wenn nur eine seite ein problem erkannt haben will?! obendrein: diskutieren könnte, wer sich dem diskurs stellte. insofern ist die aufforderung zum diskurs über die beweggründe zu "bye, bye spiegelfechter" weniger an diesen als den anderen zu richten. der hingegen scheint sich nicht weiter damit zu befassen, sei es aus überlegenheit, eitelkeit, unwissen oder anderem. (vielleicht habe ich dazu auch nur nichts gefunden.) die veröffentlichung dieses artikels scheint dem autor, obwohl er bisher offenbar nicht darauf angesprochen wurde, ein anliegen zu sein. nach dem motto (?): "wieder einer weniger, von dem man dachte, damit ließe sich etwas bewegen"

aber der grund meines kommentars ist ein ganz anderer. ungebetenerweise, mit der bitte um nachsicht (dieses "ungebetene" hat mir schon viel gelächter bei den nachdenkseiten eingebrockt, natürlich auch selbst verschuldet). ich hoffe, dieses mal geht es glatt, wohl auch, weil hier vielleicht nicht nur mit den wichtigen gesprochen wird bzw. diese sich hierhin eher selten verlaufen.

der ansatz, "den" staat als überkommenes gebilde besonders für diejenigen zu betrachten, die nach einer anderen art des zusammenlebens suchen, ist hochinteressant. gerade auch, weil jeder staat, gleich wo und welcher art, den meisten nicht viel gutes brachte. die rede ist nicht von 80 millionen bundesbürgern, sondern über sechs milliarden menschen, einigen anderen lebewesen und dem konstrukt, auf dem sich das ganze leben ermöglicht und fortgestalten läßt. der verzweifelte, hier gepostete ruf vom gaza-streifen drückt aus, was den meisten menschen dieser erde als antwort auf die frage einfiele: wie fühlst du dich?

mich wundert, wie sehr gerade die geistige elite am ende der eigenen karriereleiter uneinsichtig in die verhaltensmuster fällt, die sie vor dem erreichen der letzten stufe anfangs mehr, mit jeder erklommenen stufe immer weniger kritisierte und für sich und das eigene leben ausschloß. motto: "dieses eine stückchen anerkennung geht noch rein." - oder: "ach', dieses eine mal werd' ich mich noch suhlen dürfen in meiner eigenen omnipotenz und wichtigkeit."

der maslowschen bedürfnispyramide könnte der mensch sich selbst entgegenhalten, wenn er nur ein wenig mehr objektive beachtung den werten schenkte, anstatt den ideologien die eigene denkfähigkeit zu opfern. jenen ideologien, die dem "staat" den stempel der "nation" aufdrückten, jenen ideologen, die mit dieser systematik gut verdienten (besonders im hinblick auf die erfüllung der etappen innert der maslowschen bedürfnispyramide).

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