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    <title>als-ob-leben ? (...oder: existieren in einer dingwelt) : Rubrik:assoziation</title>
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    <description>...oder: existieren in einer dingwelt</description>
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  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-3/">
    <title>assoziation: anmerkungen zum ganzen komplex schule/heime, kirche, gewalt gegen kinder...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-3/</link>
    <description>&lt;b&gt;zum&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-1/&quot;&gt;ersten&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-2/&quot;&gt;zweiten&lt;/a&gt; &lt;b&gt;teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. vor den im letzten beitrag geschilderten hintergründen wird vielleicht deutlich, warum ich bspw. die diskussion um das sog. zölibat in der katholischen kirche für nicht weitreichend genug halte - das zölibat sowie die spezifisch ideologischen inhalte der sekte - strafender gott, die konzepte von schuld, sühne, büße etc. - werden mit einiger wahrscheinlichkeit innerhalb des rahmens von totalen institutionen die verhältnisse nochmals verschärfen / brutalisieren, spezifisch ausformen und vielleicht auch für die auffällige menge sexualisierter gewalt innerhalb kirchlicher gemäuer mitverantwortlich sein, ursächlich jedoch - und dafür reicht ein blick auf und in andere totale institutionen mit anderem ideologischen background - scheinen sie mir nicht im zentrum zu stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. ich muss selbst sagen, dass mir die ganze mögliche tragweite der geschichte der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1559035/&quot;&gt;ehemaligen heimkinder der alten brd&lt;/a&gt; &lt;b&gt;trotz sporadischer beschäftigung bis dato nie so recht deutlich geworden ist. die beiträge jetzt dienen auch für mich dazu, diesbezgl. bildungslücken zu beseitigen und ein gefühl für die realität dieses - ja, nennen wir es ruhig &lt;i&gt;terrorsystems&lt;/i&gt;, zu erhalten. und womöglich müssen im weiteren verlauf sowohl die offizielle geschichte der alten brd als auch ihr selbstbild stark korrigiert werden - die folgende geschichte jedenfalls hat mich zum staunen gebracht -&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.freitag.de/politik/0919-heimkinder-aufstand-glueckstadt/&quot;&gt;der aufstand von glückstadt&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Erst seit wenigen Jahren interessiert sich die Öffentlichkeit überhaupt für das Schicksal von Heimkindern in der Bundesrepublik der fünfziger und sechziger Jahre. Seit Februar 2009 beschäftigt sich auf Initiative des Bundestags sogar ein Runder Tisch Heimkinder mit dem Thema. Frühere Heiminsassen verlangen vehement Aufklärung über das geschehene Unrecht. Eine Einrichtung im schleswig-holsteinischen Glückstadt tat sich in dieser Hinsicht besonders hervor. Vor genau 40 Jahren, in der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1969, gab es dort einen Aufstand von Heimzöglingen, der möglicherweise sogar mit Hilfe von Marinesoldaten niedergeschlagen wurde. Unter den rebellierenden Jugendlichen, die als Strafe teilweise KZ-Kleidung tragen mussten, war auch der spätere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. April 1951 nannte sich die Einrichtung Landesfürsorgeheim, in das Jugendliche und junge entmündigte Erwachsene beiderlei Geschlechts eingewiesen werden konnten. Aus Mangel an geeignetem Personal griff man in dieser Zeit auch auf vorbelastete Beschäftigte aus der NS-Zeit zurück. Das haben Nachforschungen der Heiminsassen beim United States Holocaust Memorial Museum in Washington ergeben. Die Besserungsanstalt war daher eher vom Charakter des Verwahrens und Wegschließens als von einer pädagogischen Erziehung geprägt. Und alle Heimzöglinge wurden zudem zu Zwangsarbeiten herangezogen. Verweigerung und Widerstand wurden mit Isolationshaft und Schlägen gemaßregelt.  (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heute 57-jährige Otto Behnck aus dem schleswig-holsteinischen Schwedeneck, der im Herbst 1970 für drei Monate nach Glückstadt eingewiesen wurde, sagt rückblickend: Man wollte uns brechen. Der in Kiel lebende Frank Leesemann (54) war als Jugendlicher von September 1969 bis Mitte 1971 in Glückstadt. Dort schlief er noch auf einer Matratze mit Reichsadler und Hakenkreuz. In der Kleiderkammer fiel ihm grau-weiß gestreifte Kleidung des ehemaligen NS-Arbeitslagers auf. Nach einem ersten von insgesamt über 20 Ausbruchsversuchen bekam er ein KZ-Hemd mit rotem Winkel und der Aufschrift Außenkommando verpasst. Bei seiner Entlassung ließ er seine Karteikarte mitgehen, auf der das Wort Arbeitserziehungslager per Hand in Landesfürsorgeheim verändert wurde, aus Häftling wurde Zögling, aus dem Lagerkommandanten der Heimleiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Erzählungen von ehemaligen Heiminsassen in Glückstadt, die von Drill und Drangsalierung, von sexuellen Übergriffen und Misshandlungen berichten, die sich ausgebeutet und zum Teil um Jahre ihrer Jugend beraubt fühlen, versteht man Ulrike Meinhofs Frage in ihrem 1971 veröffentlichten Buch Bambule nach der Fürsorge  Sorge für wen?. Es handelte sich dabei nicht nur um Einzelschicksale, sondern um ein gesellschaftliches Phänomen, das rund 800.000 Kinder und Jugendliche betraf - mit zum Teil psychischen Folgen bis zum heutigen Tag.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sind schlicht &lt;i&gt;faschistische&lt;/i&gt; kontinuitäten, die sichtbar werden - und zwar in sehr deutlicher offenheit, was für andere bereiche in der brd, die eher im öffentlichen licht waren und sind, nicht in dieser art zutraf - dort war zur beruhigung des publikums mehr demokratiesimulation angesagt. heimkinder hingegen? uninteressante schicksale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
all das mehr als gute gründe für eine massive revolte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Der Auslöser des Aufstandes war dabei eher banal. Später hieß es, dass Päckchen, die den Zöglingen von Familienangehörigen zugeschickt wurden, nicht ausgehändigt worden seien. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Haus 1 und 2 untergebrachten 80 Heimzöglinge zündeten Matratzen und Kleidungsstücke an, rissen sanitäre Anlagen aus den Wänden, zertrümmerten Fenster wie Möbel und attackierten das Heimpersonal. Einer der Rebellierenden war der damals 17-jährige Peter-Jürgen Boock, der nach der Heimrevolte in das hessische Jugendhaus von Rengshausen verlegt wurde. Dort kam er unter anderem mit Andreas Baader und Gudrun Ensslin in Kontakt, die sich wie Meinhof für die Interessen von Heiminsassen einsetzten, und fand kurze Zeit später Unterschlupf in deren WG, ehe er selbst zum Terroristen der zweiten Generation wurde.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und jetzt kommt etwas, was sich bei einer verifikation nur als echter hammer bezeichnen ließe, der die mythen der alten brd ordentlich mit rissen versehen könnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Brisant im Zusammenhang mit der Glückstädter Heimrevolte sind die Aussagen des gelernten Rohrschlossers Gerd Meyer aus Schleswig. Dieser war als damaliger Zögling Augenzeuge. Der heute 57-Jährige beteuert, gesehen zu haben, wie in Glückstadt stationierte Marinesoldaten im Innenhof vorfuhren und unter Einsatz von Tränengas den Aufstand niederschlugen. Ich kannte doch den Unterschied von Polizei- und Bundeswehruniformen, von Polizei- und Militärfahrzeugen, sagt Meyer. Auch Boock hatte bereits auf den verfassungswidrigen Bundeswehreinsatz hingewiesen, doch wollte man ihm keinen Glauben schenken. Im Bericht des damaligen Heimleiters Walter Blank hieß es dagegen, nur 20 Heiminsassen hätten sich an den Aktionen beteiligt und man habe noch bevor die gerufene Polizei und Feuerwehr eingreifen mussten, die Lage wieder in den Griff bekommen.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
warum ich das gleichfalls in mehrfacher hinsicht brisant finde, erzähle ich gleich - vorher aber noch zu weiteren folgen des aufstands:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Als einen von zwei verantwortlichen Rädelsführern benannte Oberamtmann Blank Harry Radunz, der am 31. Mai 1969 erhängt in seiner Arrestzelle aufgefunden wurde. In der Folge häufen sich kritische Zeitungsberichte über die Zustände in Glückstadt. Die Nordwoche titelte etwa Terror im Erziehungsheim und Methoden aus dem Mittelalter. Sogar im Kieler Landtag wurde daraufhin über Glückstadt gestritten  am Ende zunächst ohne Folgen. Das anfangs stets mit 140 Zöglingen belegte Heim wurde erst wegen rückläufiger Zahlen zum 31. Dezember 1974 geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute weiß man von diversen als Suizide registrierten Todesfällen.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn man sich also dieses gesamte szenario so betrachtet - die offene nazi-kontinuität mit aller brutalität, die vielen todesfälle, den möglichen bundeswehreinsatz gegen &lt;i&gt;kinder&lt;/i&gt; - und dazu die namen ulrike meinhof und peter-jürgen boock liest, so stellen sich im hinblick auf die raf einige zumindest für mich ganz neue fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fragen bspw. solcher art: besitzt die bis heute immer als &quot;abstrus&quot; bezeichnete wahrnehmung der ersten raf-generation von der brd als quasi-faschistischem staat in den &lt;i&gt;realen&lt;/i&gt; erfahrungen ihrer ersten beiden (gründungs-)generationen ihre eigentliche basis? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn diese beiden ersten &quot;terroristischen&quot; &quot;generationen&quot; setzten sich zu einem großteil aus menschen zusammen, die entweder am eigenen leib - bspw. der schon genannte peter-jürgen boock,&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rafinfo.de/bio/r-z/wisniewski.php&quot;&gt;stefan wisniewski&lt;/a&gt;&lt;b&gt;oder auch&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rafinfo.de/bio/r-z/viett.php&quot;&gt;inge viett&lt;/a&gt; &lt;b&gt;(bewegung 2. juni),&lt;/b&gt; &lt;b&gt;unmittelbare persönliche erfahrungen mit dem heimsystem der brd hatten oder aber, wie bspw. ulrike meinhof als journalistin, nach intensiven recherchen von diesen zuständen in den heimen wussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und es gibt aber noch ein zweite art der totalen institution, die zur quelle späterer raf-mitgliedschaften wurde: die psychiatrie. hier heisst das stichwort&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistisches_Patientenkollektiv&quot;&gt;sozialistisches patientenkollektiv&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Einige Mitglieder des SPK wechselten (...)  zur RAF, darunter Klaus Jünschke, Margrit Schiller, Lutz Taufer, Bernhard Rössner, Hanna Krabbe und Siegfried Hausner, Elisabeth von Dyck, Ralf Baptist Friedrich, Sieglinde Hofmann und mutmaßlich Friederike Krabbe.&quot;&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wer die zustände in der bundesdeutschen psychiatrie ende der 1960er jahre kennt, kann etliche strukturelle gemeinsamkeiten mit der situation in den heimen entdecken. auch das dürfte für einige der raf-mitglieder, die nicht alle als patientInnen ins spk kamen, eine sehr prägende lektion gewesen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und vor diesem hintergrund wird die raf-spezifische wahrnehmung des staates brd durchaus nachvollziehbarer, wie ich finde - ebenso wie die täter-opfer-dialektik es verständlicher machen kann, warum betroffene aus den totalen institutionen militant zurückschlugen gegen einen staat, der ihnen aus eigenem erleben tatsächlich mit einer faschistischen fratze begegnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beide aspekte halte ich zumindest für diskussionswürdig.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2010-03-07T19:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-2/">
    <title>assoziation: anmerkungen zum ganzen komplex schule/heime, kirche, gewalt gegen kinder...</title>
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    <description>&lt;b&gt;zum&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-1/&quot;&gt;ersten teil&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.  die arten und formen der gewalt gegen kinder und jugendliche, die gerade besonders innerhalb institutioneller rahmen sichtbar werden, stellen meiner meinung nach keinesfalls alleine ein problem der katholischen kirche dar; andererseits ist es auch nicht zufällig, dass sich gerade diese sekte international mit derart verbreiteten gewaltstrukturen innerhalb der eigenen reihen konfrontiert sieht. das sich aktuell inzwischen mindestens auch eine&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Mehr-Opfer-als-bislang-angenommen_aid_828930.html&quot;&gt;nichtkonfessionelle&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, ja sogar wg. ihres reformpädagogischen ansatzes ausgezeichnete &quot;eliteschule&quot; mit ihrer innerstrukturellen gewalt beschäftigen muss, unterstreicht allerdings nachdrücklich, dass hier der zipfel von etwas gelüftet worden ist, was - eigentlich schon lange erkennbar - nicht nur diese gesellschaft hier in ihrem umgang mit kindern und jugendlichen seit jahrhunderten tiefgreifend und destruktiv prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich fürchte, das, was wir gerade sehen müssen, ist eine späte ausdrucksform dessen, was bspw. alice miller seit jahrzehnten beschreibt und lloyd deMause in der extremsten erscheinungsform als&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1134235/&quot;&gt;infantizid&lt;/a&gt; &lt;b&gt;bezeichnet. und ich glaube, dass wir hier sozusagen &quot;nur&quot; das institutionelle komplementär zu all den fällen von schwerer bis tödlicher gewalt und vernachlässigung gegen kinder sehen, die in den letzten jahren unter namen wie&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2785541/&quot;&gt;kevin&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, &lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1194452/&quot;&gt;jessica&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und zu vielen anderen auch hier im blog immer wieder thema waren. die zu starke konzentration auf die katholische kirche alleine - auch, wenn dieser verein völlig berechtigt im kreuzfeuer steht - birgt durchaus die gefahr, dass sich die restgesellschaft hier selbst entlastet. etwas, was wir im ureigensten interesse nicht durchgehen lassen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. wer sich schon mal näher mit den (historischen) formen militärischen drills beschäftigt hat (empfehlenswert hierzu immer noch die &quot;männerphantasien&quot; von theweleit, siehe literaturliste), wird zwischen einigen der jetzt bekannt gewordenen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1409379/Ehemaliger-Klosterschueler-Fuer-mich-war-Ettal-die-Hoelle.html&quot;&gt;praktiken&lt;/a&gt; &lt;b&gt;besonders aus religiösen heimen und dem umgang gedrillter männergruppen untereinander durchaus gemeinsamkeiten erkennen können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;So berichtete ein Opfer, in den 60er-Jahren seien Übergriffe bis hin zur Prügelstrafe &quot;tägliche Praxis&quot; gewesen. Diese Übergriffe seien &quot;vollkommen offen praktiziert&quot; worden. Ein anderer Ex-Schüler bezeichnete die früheren Verhältnisse in der Schule als &quot;absoluten Terror&quot;. Im Schlafsaal habe es Ohrfeigen für alle Schüler gegeben als Strafe dafür, dass zuvor einer von ihnen etwas gesagt habe. Eine andere Methode sei gewesen, zwei Nachtkästchen zusammenzurücken und zwei Schüler sich daraufstellen zu lassen, die sich gegenseitig ohrfeigen mussten. Wer zuerst herunterfiel, hatte verloren. Andere berichteten von Stockschlägen auf den Rücken, Kopfnüssen und Schlägen mit der flachen Hand.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das gegenseitig-demütigen lassen, die bestrafung aller für das &quot;vergehen&quot; eines einzelnen, der ständige - offene - ein- und übergriff auf die psychophyische unversehrtheit - all das sind genau die gleichen techniken, mittels derer rekruten bis heute in vielen armeen zu soldaten &lt;i&gt;verwandelt&lt;/i&gt; werden sollen. drill bedeutet im prinzip nichts weiter als ein set von ausgesuchten an- und übergriffen sowie kontrolliert-impulsiven demütigungen, mittels derer traumatische effekte erzielt werden, die dann von der jeweiligen institution benutzt werden können, um die gebrochene persönlichkeit  in ihrem sinne neu zusammenzusetzen. in einer kaum zu übertreffenden klarheit hat das stanley kubrick in der quälend langen ersten stunde seines films &quot;full metal jacket&quot; am beispiel der (authentischen) nachstellung des drills bei den us-marines  exemplarisch vorgeführt. man könnte auch sagen: eine &lt;i&gt;schockstrategie&lt;/i&gt; für individuen. im rahmen der katholischen kirche mit dem vermutlichen ziel, &quot;gottesfürchtige, anständige und&lt;i&gt;demütige&lt;/i&gt;&quot; menschen zu produzieren - also von zwängen und ängsten geplagte, traumatisierte, lenkbare und autoritätshörige &lt;i&gt;untertanen&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die geschilderten praktiken erinnern nicht zufällig auch an die sporadisch öffentlich werdenden &quot;rituale&quot; von bundeswehrrekruten bzw. ihren unmittelbaren vorgesetzten, und sie erinnern gleichfalls nicht zufällig an die zustände in einer anderen - erzstaatlichen - institution, nämlich&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2958744/&quot;&gt;gefängnisse&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Doch insbesondere für Jugendliche sei die Zeit im Gefängnis hart. &quot;Sie müssen sich behaupten, sonst gehen sie unter&quot;, sagt der Psychologe. Jugendliche versuchten, Macht über Schwächere auszuüben, so bildeten sich Hierarchien. &quot;Sprichwörtlich&quot; sei es, jemanden zu zwingen, den Kopf in die Kloschüssel zu stecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &quot;Abzocke&quot; sei üblich: Gefangene drohen demnach anderen damit, dass sie etwas &quot;auf die Schnauze&quot; bekommen, wenn sie etwa keinen Tabak abgäben oder sich weigerten, &quot;Dienstleistungen&quot; auszuüben, wie beispielsweise die Zelle zu putzen. All das gehöre zur Subkultur. Auch Vergewaltigungen seien keine Einzelfälle.&quot; (...)&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kurz: es gibt natürlich einige, eher formale und oberflächliche unterschiede zwischen (kirchlichen) heimen, kasernen und knästen - aber ihre strukturellen gemeinsamkeiten sind schon bei einem kurzen blick unübersehbar, und es sind nichts anderes als die gemeinsamkeiten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://prisonportal.informatik.uni-bremen.de/knowledge/index.php/Totale_Institution&quot;&gt;totaler institutionen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Neben Strafanstalten und Untersuchungshaftanstalten rechnet man dazu auch psychiatrische Anstalten, Kasernen, Arbeitslager, Internate, Schiffe, Altersheime etc. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine totale Institution weist nach Goffman folgende Merkmale auf:   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Totale Institutionen sind allumfassend. Das Leben aller Mitglieder findet nur an dieser einzigen Stelle statt und sie sind einer einzigen zentralen Autorität unterworfen.   &lt;br /&gt;
2. Die Mitglieder der Institution führen ihre alltägliche Arbeit in unmittelbarer (formeller) Gesellschaft und (informaler) Gemeinschaft ihrer Schicksalsgefährten aus.   &lt;br /&gt;
3. Alle Tätigkeiten und sonstigen Lebensäußerungen sind exakt geplant und ihre Abfolge wird durch explizite Regeln und durch einen Stab von Funktionären vorgeschrieben.   &lt;br /&gt;
4. Die verschiedenen Tätigkeiten und Lebensäußerungen sind in einem einzigen rationalen Plan vereinigt, der dazu dient, die offiziellen Ziele der Institution zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ergänzen ist dies noch um einen weiteren 5. Punkt, den Goffman in seiner Aufzählung zunächst nicht nennt, dann aber im weiteren Verlauf seiner Erörterungen als &quot;zentrales Faktum&quot; totaler Institutionen bezeichnet. Das Funktionieren der totalen Institution erfordert die Handhabung einer Reihe von menschlichen Bedürfnissen durch die bürokratische Organisation ganzer Gruppen von Menschen, aus der automatisch eine Trennung zwischen Verwaltern (dem Personal) und Verwalteten (den Insassen) entsteht. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goffman hat den Begriff idealtypisch gebraucht. Er hat das Konstrukt &quot;totale Institution&quot; an der Gefängnisähnlichkeit festgemacht. Der eigentliche Witz der Begriffsbildung besteht darin, dass man die von Goffman am Beispiel der Gefängnisse herausgearbeiteten Merkmale auch an anderen sozialen Institutionen nachweisen kann, die auf den ersten Blick wenig oder gar nichts mit Gefängnissen gemein haben (Psychiatrische Anstalten, offene Anstalten, Schiffe, Schulen, ja sogar Familien). Dieser Blickwinkel gestattet es, gerade an den als normal geltenden Institutionen das Gefängnisartige zu erkennen.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die hinzunahme von familien mag zuerst befremdlich erscheinen, aber wenn man sich die abhängigkeiten von kindern gerade in dysfunktionalen familien mit gewaltstrukturen betrachtet, befinden sie sich durchaus im status eines insassen in einer totalen institution. auch der entführer der zur traurigen berühmtheit gewordenen natascha kampusch hat in gewisser hinsicht speziell für sie das szenario einer totalen institution konstruiert bzw. sich selbst in der rolle installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
totale institutionen werden einerseits für &lt;i&gt;bestrafung und abschreckung&lt;/i&gt; verwendet, andererseits dienen sie auch der &lt;i&gt;kontrolle, korrektur, erziehung und regelmässig auch der elitebildung&lt;/i&gt;. sie stellen unverzichtbare elemente aller systeme dar, die auf struktureller gewalt und gesellschaftlichen hierarchien beruhen, arbeiten dafür zwangsweise wie dargestellt mit gewalttätigen ein- und übergriffen auf die psychophysis der ihnen ausgelieferten und sind vor allem als wahrhaft &lt;i&gt;rechtsfreie räume&lt;/i&gt; anzusehen - die schlimmsten, die überhaupt vorstellbar sind (auch folterkeller und vernichtungslager zählen dazu). und sie sind wahre brutstätten für gewalt in allen formen, und zwar nicht als ausnahme, sondern als regel. sie funktionieren mittels mechanismen &lt;i&gt;systematischer traumatisierung&lt;/i&gt; - kurz gesagt, sind sie in ihren bösartigsten formen ein&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1713716/&quot;&gt;psychotischer kosmos&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
totale institutionen können sich, gerade in ihren relativ &quot;zivilen&quot; formen, wie schulen, altenheime, psychiatrischen kliniken etc. auch durchaus wandeln, d.h. je mehr transparenz und offenheit vorhanden ist, desto mehr kann das destruktive potenzial entschärft werden - allerdings verschwindet es niemals völlig, solange der strukturelle kern vorhanden ist, und kann bei anderen rahmenbedingungen auch wieder auftreten - interessanterweise können dazu auch umstrukturierungen gehören, die bspw. als privatisierung auftreten, hier dargestellt am beispiel der institutionalisierten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/4247837/&quot;&gt;psychiatrie&lt;/a&gt;&lt;b&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Halts Maul&quot;, pflaumt der Stationsleiter den Patienten an. Als der psychisch kranke Mann nicht reagiert, sprüht er ihm Pflegeschaum - eigentlich zur Reinigung des Genitalbereichs gedacht - in den Mund. Was wie Szenen aus einer Neuverfilmung von &quot;Einer flog übers Kuckucksnest&quot; anmutet, spielte sich bis vor kurzem in einer der größten psychiatrischen Privatkliniken in Europa, dem Klinikum Wahrendorff bei Hannover ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt wurden die Praktiken auf der Station AST 2, einer geschlossenen Akutstation für Menschen ab 55, als Mitarbeiter anderer Bereiche dorthin versetzt wurden - und vor Entsetzen über die Zustände schleunigst wieder weg wollten. Nach ihren Berichten flößte Klaus W.*, seit 2004 Stationsleiter, schlafenden Patienten Flüssigkeit ein. Gesundheitliche Probleme, die bei einer Patientin daraufhin auftraten, kommentierte er lapidar, sie habe sich &quot;verschluckt&quot; und gehe deshalb &quot;kaputt&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere zwang er unter Polizeigriff zur Einnahme von Medikamenten. Und auch die Körperpflege war für &quot;lästige&quot; Patienten kein Vergnügen: Sie wurden von Kopf bis Fuß mit Pflegeschaum eingesprüht, der jedoch nicht abgewaschen, sondern nur mit einem trockenen Tuch abgewischt wurde. Untergebene, die sein Verhalten kritisierten, soll er mit Druck und Drohungen zum Schweigen gebracht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leidenszeit auf der AST 2 hat nun ein Ende: Der Stationsleiter wurde vor die Tür gesetzt. Bis dato gibt es keinerlei Hinweise auf strafrechtliche Konsequenzen der Übergriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch für negative Publicity sorgen nicht allein die Misshandlungsfälle. Die Klinik ist für stetig schlechter werdende Arbeitsbedingungen und kontinuierliche Attacken gegen gewerkschaftliche Strukturen bekannt. Kritiker sehen die aktuellen Misshandlungen als direkte Folge der Unternehmenspolitik: &quot;Hier werden Vorgesetzte nicht nach Qualifikation ausgesucht, sondern danach, dass sie die Linie der Klinikleitung umsetzen&quot;, kommentiert ein Angestellter, der lieber anonym bleibt.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch hier finden wir wieder viele strukturelle gemeinsamkeiten mit den vorherigen beispielen, und eine weitere sei hervorgehoben: &quot;Bis dato gibt es keinerlei Hinweise auf strafrechtliche Konsequenzen der Übergriffe.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
staatliche repressionsorgane werden nicht von ungefähr regelmässig von apathie und lähmung befallen, wenn es darum geht, selbst schwere und schwerste gewaltdelikte in solchen institutionen zu verfolgen, und zwar nicht nur in staatlichen. das darf getrost als ausdruck davon verstanden werden, dass sie selbst - polizei und justiz - strukturell ähnlich organisiert sind bzw. solche institutionen selbst betreiben; und auch als ausdruck eines impliziten wissens, dass ohne solche institutionen im wahrsten sinne des wortes kein staat zu machen ist. es wird sehr interessant zu beobachten, ob der öffentliche druck für den staat aktuell groß genug werden wird, um einen zumindest ehemals tragenden systemteil, nämlich die institutionalisierte kirche, faktisch zu &quot;opfern&quot; - um den rest erhalten zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(zum&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-3/&quot;&gt;dritten teil&lt;/a&gt;&lt;b&gt;)&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2010-03-07T16:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-1/">
    <title>assoziation: anmerkungen zum ganzen komplex heime/schulen, kirche, gewalt gegen kinder...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-1/</link>
    <description>&lt;b&gt;weil aus meiner sicht in der öffentlichen berichterstattung zusehends mehr durcheinandergeschmissen bzw. vermischt wird, und deshalb bestimmte dinge eher vernebelt werden - hier ein mehrteiliger versuch der zumindest groben sortierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. zur sprache: in der medialen berichterstattung dominieren worte und begriffskombinationen wie &quot;(sexueller) missbrauch&quot;, &quot;kinderschänder&quot;, &quot;sexskandal&quot; und &quot;pädophilie&quot;. ich halte die ersten drei begriffe allesamt für gleich in mehrfacher hinsicht sachlich falsch, sprachlich irreführend, inhaltlich verharmlosend und ausdrück bürgerlich-reaktionärer ideologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das wort &quot;missbrauch&quot; stammt in der schreibweise mit ß aus dem althochdeutschen und bedeutet &quot;&lt;i&gt;etwas&lt;/i&gt; falsch oder böse&lt;i&gt;gebrauchen&lt;/i&gt;&quot;. das reichsstrafgesetzbuch von 1871 als erster (?) juristischer nachweis bezieht die strafrechtliche bedrohung primär auf den missbrauch &lt;i&gt;&quot;...einer in einem willenlosen oder bewußtlosen Zustande befindlichen, wie auch einer geisteskranken Frauensperson&quot;&lt;/i&gt; (quelle ist der wikipediaartikel zum wort sowie verschiedene etymologische onlinelexika). missbrauch bezeichnet also im hiesigen historischen kontext den &quot;falschen gebrauch&quot; von &quot;willen- und bewusstlosen&quot; oder &quot;geisteskranken&quot; menschen, die in dieser bedeutung - anders lässt sich das beim besten willen nicht interpretieren - umstandslos den status einer &lt;i&gt;sache&lt;/i&gt;, eines gegenstands oder &lt;i&gt;dings&lt;/i&gt; zugewiesen bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun liesse sich mit recht behaupten, dass das im besten falle die (sprachliche) wiederspiegelung der zwangsweise &lt;i&gt;verdinglichenden&lt;/i&gt; wahrnehmung der täter darstellt - wenn man sich jedoch klar macht, dass im wort implizit auch die alternative des &quot;richtigen gebrauches&quot; steckt, so wird deutlich, das wir es hier eher mit dem relikt eines sehr alten patriarchalen denkmusters zu tun haben, in dem sowohl frauen als auch kinder nicht als &quot;vollwertige&quot; menschen, also als männer, gelten - die zuschreibungen mittels solcher  attribute wie &quot;willenlos&quot; oder auch &quot;geisteskrank&quot; primär auf frauen bezogen enthalten eine ordentliche portion patriarchaler diskriminierungen, auch wenn sie scheinbar &quot;nur&quot; eine sachliche situationsbeschreibung darstellen. die kehrseite der medaille dieser patriarchalen tradition liegt übrigens darin, dass sich männliche betroffene sexualisierter gewalt bis heute auch wg. diesem aspekt in aller regel sehr schwer tun, sich als opfer zu begreifen - das hatte ich früher mal näher im verlauf&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2570269/&quot;&gt;dieses beitrages&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ausgeführt. richtig krass wird der oben skizzierte hintergrund dann, wenn in schlagzeilen von &quot;gewalt &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; missbrauch&quot; die rede ist - inhaltlich wäre das &quot;nur&quot; doppelt gemoppelt, wenn darin nicht implizit auch die vorstellung mitschwingen würde, dass &quot;missbrauch&quot; &lt;i&gt;irgendwie&lt;/i&gt; noch etwas anderes als gewalt sei, besonders mit dem attribut &quot;sexuell&quot;. das ist aber nichts weiter als implizite verharmlosung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;kinderschänder&quot;: das wort schande hängt etymologisch eng mit dem wort scham zusammen, und das ist dann schon der einzige, wenn auch bereits sehr an den haaren herbeigezogene, realistische bezug zum thema, weil scham für die betroffenen in der regel eine große rolle spielt. der &quot;kinderschänder&quot; bringt &lt;i&gt;schande&lt;/i&gt; über das kind, was hier ebenfalls vergleichbar mit den zuschreibungen hinsichtlich &quot;geschändeter&quot; (= vergewaltigter) frauen ist. wenn man sich klar macht, dass schande ein synonym für den &lt;i&gt;verlust der ehre&lt;/i&gt; darstellt, so wird deutlich, dass diese begriffswelt ebenfalls aus der oben skizzierten patriarchalen tradition stammt - diese sprachlichen konstrukte enthalten eine implizit sehr nachdrückliche zuschreibung von (mit-)schuld an die opfer (eine wahrscheinliche quelle für die real empfundene scham in vielen fällen); dazu wabert im hintergrund assoziativ der mythos von der sexuellen &quot;verführungkraft&quot; herum, die besonders von kindern ausgehe (und die dann angeblich ehrenwerte, &quot;anständige&quot; mannsbilder regelmässig überwältigt - eine denkfigur der täter-opfer-verdrehung, die sich aktuell in einigen der schlimmsten statements aus der katholischen kirche wiederfinden lässt). als letztes dann noch dazu die patriarchale wahnvorstellung vom ehr- als &lt;i&gt;wertverlust&lt;/i&gt; - die vergewaltigten kinder (und frauen) sind nicht (mehr) &quot;unberührt&quot; (womöglich dank ihrer &quot;verführungskraft&quot;), haben also &quot;schande&quot; über sich (und ihre &lt;i&gt;herren und besitzer&lt;/i&gt;) gebracht, die diese dann auch bis heute in offen patriarchalischen kulturen &quot;sühnen müssen&quot;, damit die &quot;ehre&quot; des &quot;herren&quot; (oder auch der familie) wiederhergestellt sei - ein punkt, an dem sich besonders religionen mit patriarchalen göttern die hand reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wer also bisher die begriffe &quot;kinderschänder&quot; oder auch &quot;schändung&quot; gedankenlos nachplapperte, sollte sich zukünftig etwas mehr darüber im klaren sein, in welche unheilvolle tradition er oder sie sich damit stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;sexskandal&quot;: das wort ist in diesem zusammenhang für sich selbst ein skandal - einmal, weil damit regelmässig assoziationen verbunden sind, die ich hier nicht extra anführen möchte, die aber der brutalen realität in den heimen, internaten, schulen etc. völlig unangemessen sind. zweitens geht es regelmässig um gewalt, und &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; um wie auch immer geartetete formen von sexualität. vergewaltigungen und andere formen sexualisierter an- und übergriffe haben nichts mit sexualität,  sondern nur mit dem ausdruck von machtverhältnissen bzw. -bedürfnissen seitens mehr oder weniger gestörter persönlichkeiten zu tun, die unter bestimmten bedingungen sexualisiert auftreten. und in den bisher bekannten fallbeschreibungen tritt sexualisierte gewalt überwiegend nur als eine facette unter anderen, nichtsexualisierten gewaltformen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pädophilie: nachdem ich vor langer zeit einmal an einer öffentlichen auseinandersetzung mit einem örtlichen schwulenzentrum beteiligt war,  in dessen räumen sich eine pädophile &quot;selbsthilfegruppe&quot; (deshalb in anführungszeichen, weil sich diese gruppe offensiv für die &quot;gleichberechtigung&quot; einer angeblich ebenso legitimen sexuellen variante wie homo- oder heterosexualität mitsamt der selbstdefinition als &quot;unterdrückt&quot; öffentlich einsetzte), habe ich weder zeit noch lust, dieses thema nochmals tiefgreifend zu beleuchten. nur soviel: aus meiner sicht spielen in der aktuellen diskussion die taten &quot;echter&quot; pädophiler lediglich eine nebenrolle; vielmehr halte ich den begriff der &lt;i&gt;totalen institution&lt;/i&gt; für entscheidend (dazu mehr im zweiten teil). es gibt natürlich eine gewisse wahrscheinlichkeit dafür, dass sich im ganzen bereich des institutionellen umgangs mit kindern und jugendlichen vermehrt auch pädophile finden lassen, aber die oftmals sichtbare koppelung mit nichtsexualisierter gewalt gerade im kirchlichen rahmen deutet nicht unbedingt als haupttäter auf die pädophile fraktion hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wir hatten damals als hauptpunkt der diskussion von pädophiler seite immer wieder mit dem betonten argument zu tun, dass sie ihr treiben keineswegs als gewalt ansehen würden, sondern im gegenteil &quot;aus echter liebe&quot; ihr kindliches gegenüber achten und niemals schädigen würden. das mag aus ihrer selbstwahrnehmung heraus durchaus so erscheinen, nur ändert das nichts an der realität dessen, dass zwischen erwachsenen und kindern (ab einem bestimmten - jugendlichen - alter stellen sich andere fragen) &lt;i&gt;immer&lt;/i&gt; ein nicht aus der welt zu schaffendes machtgefälle bis -ungleichgewicht herrscht, was sich schlicht und einfach aus faktoren wie lebenserfahrung, des massiven ungleichgewichtes der gegenseitigen abhängigkeit, aber bspw.  auch schlichter körperlicher stärke ergibt. dieser umstand lässt sich auch mit noch soviel gutem willen nicht aus der welt konstruieren, und deshalb sind sexuelle verhältnisse zwischen erwachsenen und kindern &lt;i&gt;immer&lt;/i&gt; ein problem und grundsätzlich nur einen kleinen schritt vom kippen in ein offenes gewaltverhältnis entfernt. pädophile neigungen, auch wenn sie subjektiv als &quot;naturhaftes&quot; erlebt werden mögen, deuten auf meiner sicht eher regelmässig auf eigene massive probleme in der persönlichkeitsstruktur des pädophilen hin, incl.gerade der unfähigkeit zu gleichberechtigten beziehungen mit erwachsenen menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das bedeutet übrigens nicht, dass ich damit kindliche sexualität leugnen will - nur sollten kinder den raum haben, die ihrem alter angemessenen erfahrungen auch unter ihresgleichen machen zu können - ohne verzerrende und in aller regel schädliche einmischung von meist wesentlich älteren.        &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(zum&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-anmerkungen-zum-ganzen-komplex-heime-kirche-gewalt-2/&quot;&gt;zweiten teil&lt;/a&gt;&lt;b&gt;)&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2010-03-07T12:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ist-der-kapitalismus-auch-eine-opferoekonomie/">
    <title>assoziation: ist der kapitalismus auch eine *opferökonomie*? anmerkungen zur psychohistorischen...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ist-der-kapitalismus-auch-eine-opferoekonomie/</link>
    <description>&lt;b&gt;ziemlich missvergnügt melde ich mich zwischenzeitlich wieder; es gibt gerade zu viele baustellen, die im realen leben warten - und das hat einfluss auf das schreiben hier. der angekündigte beitrag zum &quot;freien willen&quot; kommt noch, aber aus aktualitätsgründen (s.u.) schiebe ich jetzt ein thema dazwischen, welches aus meiner sicht nicht nur schon viele unsichtbare verbindungen zum willenskomplex aufweist, sondern mich auch schon spätestens seit dem offenen ausbruch der wirtschaftskrise letztes jahr beschäftigt. aber bislang fand ich irgendwie noch nicht den richtigen einstieg - das hat sich nun geändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und dafür verantwortlich ist hartmut finkeldey, der sich in einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/11/01/bericht-unseres-londoner-korrespondenten-7284067/&quot;&gt;beitrag&lt;/a&gt; &lt;b&gt;mit der frage beschäftigt hat...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;...warum speziell der Mittelstand sich so widersprüchlich verhält, warum er zB zwar in Umfragen immer wieder pro soziale Politik votiert, um dann dennoch schwarz-gelb zu wählen. Albrecht Müllers Antwort - das Volk sei Opfer manipulativer Machenschaften - habe ich hier schon mehrfach als zwar nicht falsch, jedoch unzureichend bezeichnet.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und danach als antwortversuch friedrich engels mit einer art sozioökonomischer betrachtung aus dem vorletzten jahrhundert zitiert, die phasenweise selbst auf das aktuelle heute bezogen gar nicht mal falsch sein mag, aber erstens nach meinem eindruck zu sehr eine art irrational-rationaler kalkulation bei der skizierten klasse unterstellt, und zweitens muss die frage damals wie heute auch breiter gestellt werden: was treibt nicht nur die mittelklasse, sondern auch das &quot;lumpenproletariat&quot;, aktuell die &quot;unterschicht&quot; oder - weiter gefasst - das sog. prekariat immer wieder in die in unterschiedlichen gewichtungen / ausprägungen zu konstatierenden haltungen wie

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;resignation, apathie, fluchtverhalten aller art&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;devotes bücken nach oben&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;aggressives treten nach unten ?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

speziell bezgl. der hiesigen bevölkerung hatte ich ja schon einen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-4/&quot;&gt;mehrteiligen antwortversuch&lt;/a&gt; &lt;b&gt;geschrieben, aber erstens ist das obige &lt;i&gt;nicht nur&lt;/i&gt; ein rein &quot;deutsches&quot; phänomen in der krise, und zweitens fehlt noch ein bereits existierender theoretischer ansatz, das ganze einmal aus einer qualitativ anderen perspektive zu betrachten. und darum geht´s jetzt im folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Wir geben dir (...) keine Schuld an der Rezession. Wir waren zu fett geworden, zu bequem, zu faul zum Konkurrieren. Unsere Standards sind nicht mehr so hoch, wie sie es immer waren und man ist viel zu schnell bei der Hand, jemandem die Schuld zuzuschieben... Aber wir glauben noch an die alten (...) Werte, von denen Sie sprechen. Vielleicht mußten wir leiden, um uns zu reinigen von unserem ausschweifenden Leben.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
na, wer könnte das wann gesagt haben - oder sagen? kein langen ratespiele: in die erste auslassung gehört der name ronald reagan, in die zweite das wort &quot;puritanische&quot;, und beides zusammen macht ort und zeit deutlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Obwohl das schwer zu glauben sein mag: Selbst viele Opfer der Reaganomics stimmten der Opferung zu. Eine Umfrage der Washington Post 1983 unter Reaganomics-Geschädigten faßte die Gefühle von Arbeitslosen, die krank waren und nicht behandelt werden konnten, weil sie keine Krankenversicherung mehr hatten, deren Leben durch die Reagan-Rezession zerstört worden war, derart zusammen.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und damit sind schon ein paar schlüsselbegriffe - &quot;ausschweifendes leben&quot;, &quot;opferung&quot;, &quot;reagonomics&quot; - gefallen, die allesamt eine zentrale rolle spielen im 1984 erschienenen buch des psychohistorikers&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1134235/&quot;&gt;lloyd deMause&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, &lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://olfd.de/u1/1984-Lloyd-deMause-Reagans-Amerika/index.htm&quot;&gt;reagan´s amerika&lt;/a&gt; &lt;b&gt;(der link führt auf die derzeitige neue url der ex-utopie 1, deren betreiber öfter mal im wahrsten sinne des wortes die seite wechselt. aber dankenswerterweise sind große teile des buches online lesbar - tipp!). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das buch eignet sich als praktische einfürhrung in die methodik und arbeitsweise der us-psychohistorie sehr gut, beschäftigt sich neben reagans wirtschaftspolitik als weiteren zentralen punkt mit den teils bizarr anmutenden militärischen übergriffen (lybien, grenada...) der frühen reagan-jahre und stellt teils überraschende zusammenhänge - oder eher ein &lt;i&gt;zusammenspiel&lt;/i&gt; - zwischen regierung, medien (als vermittler) und eben großen teilen der damaligen us-bevölkerung her. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kritikpunkte und vorbehalte in kürze: einmal generell der meiner meinung nach überbelastete bezug der deMausschen psychohistorie auf die orthodoxe freudsche psychoanalyse, der mir in jüngerer zeit - siehe &lt;i&gt;Das emotionale Leben der Nationen&lt;/i&gt; - durch eine größere berücksichtigung der neurowissenschaften sowie der psychotraumatologie  bei ihm etwas in den hintergrund getreten zu sein scheint, aber in dieser vielleicht ersten wirklich spektakulären veröffentlichung noch eine (zu) große rolle spielt. dann sind die eigenarten der damaligen (und heutigen) us-amerikanischen medienwelt, die für die dortigen psychohistoriker als vermittelnde projektionsfläche für die &quot;stillen&quot; botschaften zwischen regierung und bevölkerung eine zentrale rolle spielt, natürlich so nicht auf andere regionen übertragbar, erst recht nicht in zeiten der online-medien. hierzulande wären, wenn man den damaligen deMausschen ansatz ein zu eins übertragen würde, vermutlich nur zeitungen wie die &quot;bild&quot; und andere auflagenstärkere boulevardblätter sowie illustrierte wie &quot;spiegel&quot;, &quot;stern&quot; und &quot;focus&quot; im sinne von einigermaßen repräsentativen und wirkmächtigen vermittlungsquellen für&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://olfd.de/u1/1984-Lloyd-deMause-Reagans-Amerika/s231.htm&quot;&gt;fantasy-messages&lt;/a&gt; &lt;b&gt;denk- und brauchbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dazu kommen dann noch die ziemlich spezifischen eigenarten des religiösen lebens in den usa sowie die tatsächlich verbreiteten puritanischen einstellungen zur sexualität, die - neben der nachweislich explizit antifeministischen ausrichtung der &quot;reagan-revolution&quot; - mit dazu beigetragen haben mögen, dass deMause die entsprechenden teile der freudschen pa oft und gern zur untermauerung vieler thesen herangezogen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nichtsdestotrotz: eine erweiterung des blicks auf die unzweifelbar vorhandenen zusammenhänge zwischen ökonomischen strukturen einerseits und andere gesellschaftliche bereiche andererseits ist dringend geboten und nötig, und da ist die perspektive von deMause zumindest für mich eine inspirierende. und kann zur eingangs erwähnten fragestellung durchaus neue antwortversuche beisteuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Trotz der erstaunlichen Regelmäßigkeit von Wirtschaftszyklen (in den Industrienationen haben sie im allgemeinen einen Achtjahresrhythmus) und der Kriege (die meisten Länder haben durchschnittlich alle zwanzig Jahre einen) wurden sie niemals als Wünsche angesehen; als Wege, durch periodische selbstzerstörerische Abläufe, die wir selber sorgfältig inszenieren, die Angst zu begrenzen, die daher kommt, daß wir unser Leben genießen. Wie der Patient, der seine Probleme als Folge von »Fehlern« in seinem Leben sieht, versteht man gemeinhin ökonomische und politische Krisen als Ergebnisse kollektiver »Fehler«, seien es »Fehler der Überinvestition«, »Fehler in der Geldpolitik«, »Fehler der Finanzierungsprogramme« oder die »Fehler von München«. Ökonomische Zyklen wie auch die Abfolge der Kriege werden kaum gesehen als  gewollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, aus dem gesellschaftliche Probleme so oft als Folge von Fehlern dargestellt werden, liegt in der Modellannahme eines »homo oeconomicus«, den die meisten Gesellschaftswissenschaften unterstellen. Dieser, er oder sie, handelt nur nach Eigeninteresse, vermehrt den eigenen Lustgewinn, arbeitet rational und rationell und geht in jeder Hinsicht klug mit seinem / ihrem Geld um. Um das zu glauben, muß man allerdings an der erstaunlichen Tatsache vorbeisehen, daß alle die, die man selber kennt, dem »homo oeconomicus« nur sehr entfernt, wenn überhaupt, ähneln. Die eigenen Nachbarn scheinen ihr Geld eher blindlings auszugeben, sie sparen kaum, mit der Arbeit gibt es Probleme oder sie trinken zuviel, oder sie sind eher depressiv oder zu schüchtern, zu streng, zu gelangweilt oder zu sehr geladen, um ihre Talente wirklich entfalten zu können oder ihr Familienleben zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit sind die Leute auf genau die Weise irrational menschlich, wie sie in den umlaufenden Romanen vorkommen, und ähneln viel mehr einem Typ, der sich alle Mühe gibt, seine/ihre Vergnügen und Fähigkeiten zu begrenzen als sie zu entgrenzen. Selbst jene, denen es gelingt, ihre Arbeit als fruchtbar zu erleben, enden oft darin, daß alles, was sie tun, ihnen letztlich mißfällt oder sie opfern ihre Familien, ihr Liebesleben oder ihre Gesundheit »dem Beruf«. Menschen, die psychologisch gesund genug sind, sowohl Erfolg zu haben als auch Freude an ihrer Arbeit und an ihrem Besitz und an ihren Angehörigen und an ihrer Liebe, sind in Wahrheit höchst selten anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber die meisten Individuen ihre Befriedigungen beschränken, ihre Fähigkeiten nicht entfalten, sowie ihre Einkünfte und ihre Vergnügungen opfern, grad so, als wollten sie keine Schuldgefühle provozieren durch zu exzessiven Lebensgenuß, dann wird das auch auf die Nationen zutreffen, die aus solchen Menschen bestehen. Eine brauchbare Theorie der Psychoökonomie muß deshalb auch untersuchen, durch welche Strategien Nationen ihren Überfluß vernichten, nicht nur, wie sie ihn erzeugen  Strategien, die periodische Blütezeiten, Zusammenbrüche und Kriege einschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftswissenschaftler stoßen hin und wieder eher unfreiwillig auf die Möglichkeit selbstzerstör­erischer Motivationen, aber da ihr Modell dem »homo oeconomicus« nur rational zu sein erlaubt, verwerfen sie ihre Wahrnehmung als offensichtlich zu verrückt, um sie ernsthaft in Erwägung zu ziehen. So folgt in mehreren Büchern auf den Versuch, die Wirtschaftzyklen nach rationalen Modellen zu erklären, das Eingeständnis ihres Ungenügens; die Autoren werfen die Arme in die Luft und stellen, wie Paul Samuelson, fest, fast scheine es, als ob die Menschen »absichtlich einem manisch-depressiven Muster folgten und dabei erst den ökonomischen Zyklus erzeugen«, oder jemand ist versucht, wie Robert E. Lucas Jr., »anzunehmen, daß die Leute Depressionen mögen.« Aber das sind nur Momente psychologischer Einsichten, die schnell wieder fallengelassen werden; und sie kehren zurück zu ihrem Grundlagemodell »ökonomischer Mensch« mit seinen unmotivierten »Fehlern«. (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ein längeres zitat aus der einleitung des kapitels 4,&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://olfd.de/u1/1984-Lloyd-deMause-Reagans-Amerika/s076.htm&quot;&gt;Reaganomics als Opferritual&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, welches einen ganz zentralen punkt der psychohistorischen sichtweise deutlich macht. als &lt;i&gt;reaganomics&lt;/i&gt; wird seit damals - analog dem britischen &lt;i&gt;thatcherism&lt;/i&gt; - eine explizit neoliberale politik verstanden, die ökonomisch auf der &quot;chicagoer schule&quot; des milton friedman fusst, und in der umsetzung durch rabiate steuersenkungen zugunsten der oberklasse einerseits und ebenso rabiate sozialkahlschläge anderseits, bei ideologischer beweihräucherung der &quot;freien märkte&quot;, reaktionären vorstellungen bezgl. familie und ehe, nationalismus als popanz, militaristischer aussenpolitik sowie allgemein antisozialer tendenz berühmt und noch mehr berüchtigt geworden ist. in einem artikel zur neuen bundesregierung, der mir kürzlich unter die augen kam (ich weiss leider nicht mehr wo), werden übrigens etliche gemeinsamkeiten vor allem der fdp-politik zu den reaganomics herausgearbeitet - die lassen sich meiner meinung nach tatsächlich nicht nur in punkto steuern auch belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich empfehle übrigens zum besseren verständnis, mindestens das gesamte kapitel, besser noch auch die anderen vorhandenen auszüge des buches zu lesen - einfach, weil sich durch das gesammelte mediale material die inhaltliche tendenz der argumentation besser erschliessen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine argumentation, die ich jetzt in eigenen worten versuchen will, auf´s wesentliche zu komprimieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bekanntlich geht die psychohistorie von der existenz von &lt;i&gt;psychoklassen&lt;/i&gt; aus, deren mitglieder durch die art und weise des elterlichen / familiären umgangs mit ihnen in der kindheit (dazu gehört auch die pränatale phase) entsprechend zugeordnet werden. diese klassen sind &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; identisch mit soziologischen oder ökonomischen klassen (auch, wenn &quot;erziehungsstile&quot; durch entsprechende materielle umstände natürlich beeinflusst werden), sondern stellen sich sozusagen quer - liebevoller oder liebloser, &lt;i&gt;verdinglichender&lt;/i&gt; umgang mit kindern lässt sich jeweils sowohl in (materieller) armut als auch im &quot;reichtum&quot; beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese psychoklassen, die ihre mitglieder quasi durch die jeweilige individuelle &lt;i&gt;neurologische konfiguration&lt;/i&gt; gewinnen, agieren nun im öffentlich-gesellschaftlichen leben als quasi-kollektive - ältere erziehungsstile mit ihrem gewaltvolleren umgang gegenüber kindlichen bedürfnissen produzieren angstbesetzte, in destruktiv-irrationalen emotionalen mustern verhedderte erwachsene, die davon determiniert nun in der öffentlichen arena zwanghaft all das abspalten, verfolgen und projizieren, was sie selbst als bedrohlich empfinden und sich eher für grundsätzlich reaktionäre politikkonzepte gewinnen lassen, weil diese sie nicht zwingen, sich mit ihren mustern auseinanderzusetzen, sondern eher ihre konflikte im aussen &lt;i&gt;inszenieren und symbolhaft und praktisch stellvertretend ausagieren&lt;/i&gt; (ganz im diesem sinne war auch &quot;der führer&quot; primär ein &lt;i&gt;delegierter&lt;/i&gt;, wie überhaupt als grundaussage über den verschiedensten autoritären herrschern der geschichte als motto stehen könnte: &lt;i&gt;er bündelte die vorherrschenden psychophyischen pathologien am wirksamsten und gab ihnen am wirkungsvollsten ausdruck&lt;/i&gt;. bezgl. ronald reagan empfehle ich auch noch mal den zweiten teil&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2870133/&quot;&gt;dieses beitrags&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
demgegenüber sind die mitglieder neuerer psychoklassen, bedingt durch weniger traumatisierende kindheiten, innerlich ein stückchen &lt;i&gt;freier&lt;/i&gt; - (hier befindet sich ein wichtiger link zum thema des &quot;freien willens&quot;) - und eher zur &lt;i&gt;emotionalen rationalität&lt;/i&gt; fähig; deMause fügt als wichtigen punkt u.a. auch die fähigkeit zum qualitativen &lt;i&gt;genuß&lt;/i&gt; an. diese psychoklassen sind es in der psychohis. lesart, die letztlich die träger jedes gesellschaftlich-zivilisatorischen fortschritts darstellen - ohne unbedingt in moralischer hinsicht jetzt &quot;bessere menschen &quot; zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus der psychohistorischen lesart der geschichte ergibt sich nun bezgl. der vorherrschenden und &quot;beliebtesten&quot; kollektiven inszenierungen (die &lt;i&gt;eigentliche aufgabe&lt;/i&gt; von regierungen! jedenfalls werden sie &lt;i&gt;dafür&lt;/i&gt; von älteren psychoklassen gewählt) eine schnelle focussierung auf den begriff des &lt;i&gt;opfers&lt;/i&gt;. und der stammt nicht zufällig ursprünglich aus dem religiösen bereich - die praxis von sach-, aber auch tier- und menschenopfern zur beruhigung der &quot;götter&quot;, aber auch zur &quot;reinwaschung&quot; von empfundener &lt;i&gt;schuld&lt;/i&gt; (mit eine der schlimmsten möglichen plagen von traumatisierten menschen!) ist ein uraltes und global verbreitetes, interkulturelles und interreligiöses phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;opferung eines chistlichen kindes&lt;br /&gt;
nürnberg 1493&lt;br /&gt;
quelle: wikipedia&quot; height=&quot;342&quot; alt=&quot;opferung eines chistlichen kindes&lt;br /&gt;
nürnberg 1493&lt;br /&gt;
quelle: wikipedia&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/autismuskritik/images/opfer.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
während deMause in seinem buch sehr schön die entsprechenden amerikanischen motive - wo die azteken historisch eine nachwirkende rolle gespielt haben - herausgearbeitet und illustriert hat, habe ich als bewussten kontrast die darstellung eines kindlichen opfers aus dem hiesigen christlichen mittelalter gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und im kern spielt der doppeldeutige begriff des opfers bei seiner analyse eine hauptrolle: reagan wurde gewählt (und auch &lt;i&gt;geprüft&lt;/i&gt;) dafür, dass er die rolle des &lt;i&gt;opfernden&lt;/i&gt; als delegierter einehmen sollte (und dazu das passende ökonomische system bereitstand, welches strukturell u.a. auf solchen kollektiven dispositionen aufbaut). und sowohl die von ihm angezettelte us-rezession der frühen 1980er jahre als auch sein militärisches banditentum lassen sich als materiell gewordene inszenierungen von opferungen begreifen. und in alter paranoider und traumatischer tradition waren diese opfer hauptsächlich, aber nicht nur, kinder (kinder und frauen in rezessionen, jugendliche männer in kriegen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Man soll nicht denken, Sätze wie die von den »Opfern der Reaganomics« seien bloß metaphorisch zu nehmen. Ein wirksames Opfer verlangt einen wirklichen Menschenschlucker und echte Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einmal sehr schwer, die ungefähre Zahl der Tode anzugeben, die auf das Konto von Reagans Opferungszeit gehen. Der durchschnittliche Anstieg der Sterblichkeitsrate in Rezessionen wird sorgfältig statistisch aufgezeichnet und analysiert vom Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Kongresses (Congressional Joint Economic Committee), insbesondere für Selbstmord, Mord, Herztode und andere, die mit der ökonomischen Lage in Verbindung gebracht werden können. Ausgedehnt bis zum jetzigen Zeitpunkt (1984) können demnach annähernd 150.000 zusätzliche Tode den Effekten der Reaganomics zugeschrieben werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommen die Todesfälle, die man mit Reagans Haushaltskürzungen in Beziehungen setzen darf  die vor allem auf die Millionen von Frauen und Kindern zielten, die auf die Unterstützung durch die Regierungsprogramme angewiesen sind , sowie die Tode, die durch Kürzung von Kinderernährungsprogrammen verursacht wurden, durch Kürzung der Hilfe für Familien mit mehreren Kindern in Schule oder Ausbildung, der Lebensmittelhilfe für schwangere Frauen mit niedrigem Einkommen, der staatlichen Schulspeiseprogramme, der Unterstützung für behinderte Kinder und Erwachsene usw. Die abrupte Kürzung solcher Hilfsprogramme läßt den Todeszoll für Reaganomics die Zahl von 150.000 weit übersteigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich umfaßt diese Zahl noch nicht einmal die weniger augenfälligen Opfer von Kürzungen wie der beim Umweltschutz, bei der Unterstützung von Wohlfahrtsorganisationen wie der UNICEF, den Wegfall der Krankenversicherung bei Millionen von Arbeitslosen, Tode in den unterentwickelten Ländern als Folge der Reagan-Rezession und eine Reihe ähnlicher todbringender Aktivitäten. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Cut«, runter mit drei Millionen Kindern von der Schulspeise. »Slash«, weg mit den Geldern für 340.000 Stellen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. »Chop«, raus mit den behinderten Kindern aus der staatlichen Hilfe.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter aus dem buch zitiert (online leider nicht vorhanden):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;So aber erschien im Winter 1981/82 Artikel auf Artikel über die steigende Kindersterblichkeit in sozialen Bereichen, die am härtesten von den Kürzungen und der Arbeitslosigkeit betroffen waren. Artikel über die Kinder auf den Armenlisten, mehr als eine Million waren hinzugekommen, über die sechs Millionen Kinder, die wegen der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern die Krankenversicherung verloren hatten, über die halbe Million Kinder, denen die Krankenversorgung entzogen war durch die Schließung von 229 Gesundheitszentren (community health centers) seitens der Regierung und über die Hunderte von Kindern, die zu Tode geprügelt werden würden, weil Reagan fast alle Mittel für das sehr erfolgreich arbeitende Zentrum für mißhandelte und vernachlässigte Kinder gestrichen hatte - man kommt auf über zwanzig Millionen Kinder, die unnötig Schmerzen und Hunger leiden mußten oder sogar starben, aber kaum jemand war zu sehen, der um sie getrauert hätte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während jener kalten Winternächte saßen wir alle vor dem Fernseher und sahen, Abend für Abend, Szenen von Kindern, die im Schnee unter Brücken schliefen, weil ihre Eltern Arbeit und Wohnung verloren hatten und Bilder von Neugeborenen, die vor der Kamera aus Schwäche starben, weil der Regierung die Gelder &quot;fehlten&quot; zur weiteren Finanzierung der Zusatzdiät für mittellose schwangere Frauen und stillende Mütter. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Reagans Netz sozialer Sicherheit ist ein Mythos&quot;, kommentierte Bill Moyers im Fernsehen. &quot;Menschen sterben infolge dieser Kürzungen&quot;. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(s. 117/118)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;opfer&lt;/i&gt; - mindestens geduldet, schlimmstenfalls &lt;i&gt;gewollte&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie gesagt: lesen Sie das ganze kapitel selbst und betrachten Sie sich vor allem die vielzahl an entsprechenden medialen motiven aus der zeit - das ist schon frappierend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ansonsten kann zumindest ich die obigen kapitel nicht lesen, ohne sehr schnell an die &lt;i&gt;hartz-IV-kinder&lt;/i&gt; hierzulande denken zu müssen - vielleicht nicht in solch drastischen formen wie oben für die usa beschrieben, so ist die kinderarmut vor dem hintergrund des geldhinterherwerfens an die bankster doch ebenso als geduldet, wenn nicht schlimmstenfalls als gewollte, zu verstehen - wäre das grundlegend anders, so würde die mehrzahl von uns anders handeln als bisher. manchmal habe ich schon den eindruck, dass die kollektiven uralten frühreligiösen überbleibsel in unseren psychophysischen strukturen gerade von sich selbst als &quot;aufgeklärt&quot; haltenden gerne unterschätzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun hatte ich weiter oben schon die reibungslose übertragbarkeit des ansatzes von deMause bspw. nach d-land relativiert, und dazu kommen zwei weitere punkte, die ich schon in der rezension des &lt;i&gt;Emotionalen Lebens...&lt;/i&gt; angemerkt hatte: einmal die bei ihm fehlende berücksichtigung von anderen, aber trotzdem massenwirsamen  traumata (wie kriege und diktaturen), zum anderen die möglichkeit, dass die existenz generationenübergreifender tradierter traumatischer strukturen am ende per evolutionärer selektion etwas hervorbringt, was sich als &lt;i&gt;psychophyische mutationen&lt;/i&gt; bezeichnen liesse: empathiegestörte und weitgehend gleichgültige, aber deswegen auch schmerzunempfindlichere, überlebensfähigere (in traumatischen sozialen bedingungen) menschen -&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1648319/&quot;&gt;soziopathen&lt;/a&gt;&lt;b&gt; . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und trotzdem kann der ansatz auch hierzulande zum erweiterten verständnis befruchtend sein, wenn nämlich einfach hinsichtlich der aktuellen politik von einer &lt;i&gt;gewünschten&lt;/i&gt; ausgegangen wird, und zwar &lt;i&gt;gerade deswegen&lt;/i&gt;, weil sie verheerende soziale konsequenzen nach sich zieht und ziehen wird. die dazu nötigen psychoklassen hatte neulich ausgerechnet&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-steinbrueck-goes-psychohistory/&quot;&gt;peer steinbrück&lt;/a&gt; &lt;b&gt;explizit und beispielhaft benannt, nämlich in dem fall die generation der kriegskinder des wk2, die sich nach den psychohistorischen kriterien durchaus als &lt;i&gt;klasse&lt;/i&gt; verstehen lassen. und mehrheitlich immer noch in ihren traumatischen lebensbezügen feststecken, diese teils schon weitergegeben haben (da weiss ich sehr gut, wovon ich rede...) und in ihrem zustand die öffentlichen diskurse mitbestimmen. es geht dabei nicht um mehr oder weniger sinnlose schuldzuweisungen, aber ich denke, wir brauchen dringend ein erweitertes verständnis gesellschaftlicher prozesse. und da sollten ansätze wie der hier skizzierte und eher &quot;klassische&quot;, soziologische und ökonomiekritische nicht als widersprüchlich, sondern als ergänzend empfunden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch, wenn es uns dann vielleicht selbst in der erkenntnis, dass all die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3238154/&quot;&gt;kevins&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3238154/&quot;&gt;jessicas&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und all die anderen bekannten und unbekannten kinder, die hier in den letzten jahren thema waren, in der doppelten wortbedeutung zu &lt;i&gt;opfern&lt;/i&gt; wurden, vorkommen mag, als würden uns aus dem spiegel, in den wir schauen, monster zurück anstarren. vielleicht ist der schreck dann groß genug für konsequenzen.&lt;/b&gt;</description>
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  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-steinbrueck-goes-psychohistory/">
    <title>assoziation: steinbrück goes psychohistory ? (wenn der traumadiskurs für antisoziale...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-steinbrueck-goes-psychohistory/</link>
    <description>&lt;b&gt;mit einem interessanten textfragment möchte ich mich heute näher beschäftigen, auf das ich eher zufällig durch eine&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.jjahnke.net/gedanken50.html#ste&quot;&gt;kommentierung&lt;/a&gt; &lt;b&gt;- eine weitere findet sich bspw. auch&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.nachdenkseiten.de/?p=4260&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; &lt;b&gt;- der medial so getauften&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,654535,00.html&quot;&gt;brandrede&lt;/a&gt; &lt;b&gt;des ehemaligen spd-parteivorstandsmitglied und finanzministers peer steinbrück aufmerksam geworden bin. im kontext seiner antworten auf das desaströse spd-wahlergebnis im september zieht er vier vorläufige schlußfolgerungen (die natürlich alle darauf hinauslaufen, vor einem &quot;linksrutsch&quot; zu warnen), von denen ich eine sehr bemerkenswert finde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Und bei der Annäherung an die Linkspartei ist nicht einmal ein Nullsummenspiel, sondern eher ein Verlust für die SPD wahrscheinlich, weil immer um einen Faktor höher Wählerinnen und Wähler in der Mitte zu den konservativ-bürgerlichen Parteien überlaufen. Das hat etwas mit der ausgeprägten Sehnsucht der Deutschen nach Stabilität, Sicherheit und Beständigkeit zu tun. Diese in meinen Augen tief verankerte Sehnsucht in der deutschen Gesellschaft geht auf die Brüche und traumatischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts zurück. Diese Traumatisierungen sind nach wie vor mentalitätsprägend und lassen die Wählerinnen und Wähler in Deutschland in der Mitte zusammenrücken. Jede Annäherung an die politischen Ränder trifft daher auf eine verbreitete Skepsis, mehr noch: Ablehnung in der Bevölkerung.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;oups&quot;, dachte ich beim lesen dieser sätze, &quot;unterschätze nie die instrumentelle intelligenz von &quot;eliten&quot; bei ihrem geschäft der machterhaltung&quot;. bemerkenswert finde ich vor allem einen &lt;i&gt;möglichen&lt;/i&gt; einblick in die handlungsmotivationen von mitgliedern der &quot;politischen klasse&quot;, der sich hinter den obigen sätzen offenbaren könnte. ebenso bemerkenswert aber ist aus so einer ecke das - eingeständnis? die behauptung? die vermutung? - , dass die -&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/notiz-kurze-nachbemerkung-zur-wahl/&quot;&gt;abbröckelnde&lt;/a&gt;&lt;b&gt; - vorliebe großer teile der hiesigen bevölkerung für &quot;rechte&quot; politikkonzepte unmittelbar etwas mit der spezifisch deutschen traumageschichte zu tun hat, und sich &quot;politik&quot; bzw. parteien, die hier &quot;mehrheitsfähig&quot; sein wollen, sich den daraus resultierenden strukturen und motivationen letztlich nur &lt;i&gt;anpassen&lt;/i&gt; können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun ist mir das schicksal der spd bekanntlich herzlich egal, und ebenso halte ich aus gründen nicht viel von der demokratiesimulation, die hier unter dem label der &quot;parlamentarisch-repräsentativen demokratie&quot; immer noch in zu vielen köpfen bzw. körpern für die fatale illusion sorgt, dass in diesem system relevante bevölkerungsteile irgendetwas zu sagen hätten. nicht egal finde ich es jedoch, wenn sätze wie die obigen aus dem munde eines kürzlich noch unmittelbar an formalen entscheidungsprozessen &quot;auf höchster ebene&quot; beteiligten kommen, um damit quasi einen bei weitem nicht nur die spd betreffenden gesellschaftlichen status quo zu rechtfertigen, der sich nicht erst seit gestern als komplette sackgasse erwiesen hat. deshalb im folgenden ein paar gedanken zu den inhalten der steinbrückschen einlassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die argumentative basis, von der er ausgeht, ist dabei aus meiner sicht nicht zu bestreiten - bereits früher waren die hiesigen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3159709/&quot;&gt;traumainduzierten langzeitfolgen aus weltkrieg(en) und nationalsozialismus&lt;/a&gt; &lt;b&gt; - die ddr ist dabei noch mal ein eigener bereich - hier thema; und ebenfalls kamen die durch jahrhunderte währenden fatalen ergebnisse der spezifisch deutschen (und sehr gewalttätigen)&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-2/&quot;&gt;traumatisierenden erziehungspraktiken&lt;/a&gt; &lt;b&gt;, welche sich in ihren übelsten ausprägungenbis teils weit in die 1970er jahre hinein als &quot;normalität&quot; halten konnten, zur sprache. wobei nicht nur ich die letzteren als entscheidend mitbeteiligt bei den ursachen für die ersteren halte, und ebenfalls von weitreichenden  und tiefgehenden konsequenzen dieser &lt;i&gt;traumatischen matrix&lt;/i&gt; für das gesamte gesellschaftlich-öffentliche, aber auch alltäglich-private leben hier ausgehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von daher scheint es also zunächst sogar ein fortschritt zu sein, wenn die skizzierte realität als solche gerade von leuten anerkannt wird, die hier z.zt. noch &quot;politische&quot; entscheidungen treffen. das problem ist dabei nur, dass diese &quot;eliten&quot; aller wahrscheinlichkeit &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; aufgrund dieser traumatischen matrix überhaupt in ihren positionen sitzen können; und das führt dann in der folge zu allerlei unschönen paradoxien und / oder zu schlüssen wie denen von steinbrück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun ergibt sich beim näheren nachforschen bezgl. der steinbrückschen thesen, dass er da - fast bin ich geneigt zu sagen, &quot;natürlich&quot; - nicht alleine drauf gekommen ist. wenn ein vertreter von angeblich notwendigen &quot;reformen&quot; wie der &quot;agenda 2010&quot; argumentativ zur erklärung der &quot;reformunwilligkeit&quot; der hiesigen bevölkerung mit dem rückgriff auf die traumatische matrix arbeitet, ist die mögliche quelle dieses diskurses nicht schwer zu finden: die autorin&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sabine-bode-koeln.de/index.html&quot;&gt;sabine bode&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, deren buch zu den (deutschen) kriegskindern der &quot;vergessenen generation&quot; weiter als empfehlung in der literaturliste steht (ein gutes einstiegsbuch zum thema mit viel geschichte zur ptbs-diagnose und abstechern in die neuroforschung und psychotraumatologie), hat einige zeit später unter dem titel&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.klett-cotta.de/psychologie_buechera.html?&amp;tt_products=1951&amp;backPID=105&quot;&gt;&quot;Die deutsche Krankheit - German Angst&quot;&lt;/a&gt; &lt;b&gt;etwas thematisch anschliessendes veröffentlicht, welches nicht nur ich beim querlesen so ärgerlich fand, dass ich auf eine betreffende empfehlung verzichtet habe. mir ist allerdings damals entgangen, dass sie dort nicht nur biographische fragmente und statements von bundesdeutschen &quot;promis&quot; wie u.a. norbert blüm, wolf biermann und eben auch steinbrück gesammelt hat, sondern eben dieser steinbrück selbst das buch bei der veröffentlichung 2006&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.welt.de/print-welt/article153316/Die_aengstliche_Nation.html&quot;&gt;in einer rede&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu diesem anlass lobend vorgestellt hat - ein buch, in dem die verfasserin, bei der diese inhaltliche wendung bei der &quot;vergessenen generation&quot; zumindest von mir keinesfalls irgendwie zu vermuten war, u.a. dieses&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sehepunkte.de/2007/10/12748.html&quot;&gt;fatale fazit&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zieht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Führt die Verfasserin diese generationsspezifische &quot;Unlebendigkeit&quot;  zunächst auf die Sozialisation durch &quot;gebrochene&quot; Eltern zurück, die trotz oder gerade wegen der Erschütterung ihres eigenen Wertesystems die &quot;schwarze Pädagogik&quot; des Nationalsozialismus auch in der Nachkriegszeit noch praktizierten, so geraten später die Nachgeborenen in die Kritik. Jetzt erscheinen nicht mehr Krieg und Nationalsozialismus als &quot;Vergifter&quot;, sondern die Vergangenheitsbewältigung der alten Bundesrepublik, die &quot;Kulturleistungen, auf die üblicherweise jedes Volk stolz ist&quot;, verworfen habe, &quot;weil man darin die Wurzeln des Zivilisationsbruchs&quot; vermutet habe. &quot;Es ist an der Zeit, unsere Erinnerungskultur zu überdenken&quot;, folgert Bode und referiert mit Sympathie ein erzkonservatives Leitbild: Familie, Gott und Nation seien &quot;Ressourcen&quot;, die beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften in nur begrenztem Umfang zur Verfügung gestanden hätten. Es gelte, &quot;vergessene Traditionen&quot; wieder aufzunehmen, um ein &quot;verunsichertes Kollektiv [...] zu unterstützen&quot;, wie die Verfasserin in ihrem Schlusswort fordert.&quot; (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Jörg Arnold: Rezension von: Sabine Bode: Die deutsche Krankheit - German Angst, Stuttgart: Klett-Cotta 2006, in: sehepunkte 7 (2007), Nr. 10 [15.10.2007])&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
offensichtlich hätte ich das buch damals doch genau von anfang bis ende lesen sollen - die richtung, die bode da mit rückgriff auf eine unbezweifelbare  gesellschaftliche realität vorgibt, ist nicht nur fatal, nicht nur &quot;politisch&quot; reaktionär, sondern auch psychotraumatologisch höchst bedenklich, weil es sich bei den erwähnten &quot;ressourcen&quot; in der hier verankerten form allesamt um destruktive kollektivhalluzinationen handelt, von denen ich als beispiel in der vergangenheit&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3771747/&quot;&gt;die &quot;nationale identität&quot; als identitätskrücke&lt;/a&gt; &lt;b&gt;schon ausführlich kommentiert habe. bode geht damit bei ihren empfehlungen den vermeintlich leichtesten weg, ohne anscheinend auch nur im ansatz zu realisieren, welche destruktiven - und letztlich traumatischen - wirkungen diese &quot;vergessenen traditionen&quot; nicht nur in der deutschen geschichte zu verantworten haben. ebenfalls handelt es sich bei ihren vorschlägen keinesfalls um eine &lt;i&gt;reale&lt;/i&gt; kollektive und individuelle bearbeitung der traumatischen matrix (von denen wir bis heute hier jeder und jede einen mehr oder weniger großen teil im wahrsten sinne des wortes &lt;i&gt;verkörpern&lt;/i&gt;), sondern letztlich um ein &lt;i&gt;ausweichen&lt;/i&gt; mit hilfe von objektivistisch produzierten und angeblich &quot;ewigen&quot; surrogaten - kollektive als-ob-identitäten, in denen sich die beschädigten menschen nicht nur formen anscheinender sicherheit holen, sondern sich durch stärke- und größenillusionen auch um ihre &lt;i&gt;realen&lt;/i&gt; psychophysischen zustände selbst belügen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
steinbrück nennt den erwähnten bezug auf die &quot;nation&quot; in der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.klett-cotta.de/fileadmin/downloads/Steinbrueck_RedeGermanAngst.pdf&quot;&gt;langfassung&lt;/a&gt; &lt;b&gt;der oben erwähnten rede anlässlich der buchvorstellung verklausuliert anders:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Wenn ich das richtig sehe, sagt sie, dass es drei Kraftquellen gibt, über die wir versuchen können, Identitäten zu stiften. Das ist die Familie, das ist der Glauben und das ist die Gemeinschaft. Und ich bleibe mal bei der Gemeinschaft, weil ich mich in das andere nicht einmischen&lt;br /&gt;
will. Ich glaube, Gemeinsamkeiten entdecken zwischen Generationen, zwischen sozialen Schichten, Gemeinsamkeiten entdecken in der Beurteilung von komplizierten gesellschaftlichen Fragestellungen, auch zwischen Ost- und Westdeutschen mit dem Ziel, so etwas wie eine kollektive Identität zu stiften, ist in meinen Augen der wahrscheinlich wichtigste Ansatz, um aus diesem verbreiteten mentalen Block herauszukommen, den wir hier als deutsche Angst wahrnehmen und diskutieren.&quot; (...)&lt;/cite&gt;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen &lt;i&gt;authentische&lt;/i&gt; gemeinschaft, die langsam wächst und sich über lange und teils schmerzhafte prozesse in einem gegenseitigen vertrauen als basis ausdrückt, ist nun nicht nur nichts einzuwenden, eher ist ein solches &lt;i&gt;menschliches (!)&lt;/i&gt; und eben nicht durch surrogate wie &quot;nationen&quot;, &quot;götter&quot; etc. herbeikonstruiertes bzw. -halluziniertes kollektiv ein noch nicht verwirklichter, aber notwendigerer entwicklungszustand der spezies als vielleicht jemals zuvor, wenn man sich die vielfältigen und bedrohlichen probleme betrachtet, die heute nur noch auf planetarer ebene lösbar erscheinen. was steinbrück aber da unter &quot;gemeinsamkeiten entdecken&quot; und &quot;kollektive identität stiften&quot; aller wahrscheinlichkeit nach versteht, hat mit dem obigen nicht nur nichts zu tun, sondern stellt in gewissem sinne sogar dessen negation dar:     

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;die &quot;gemeinschaft&quot; ist hier als implizit als &quot;national&quot; bestimmte formuliert&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;&quot;gemeinsamkeiten zwischen sozialen schichten&quot; entdecken zu wollen ist in einer zeit der weitergehenden &lt;i&gt;spaltung&lt;/i&gt; zwischen reich und arm und in einer geleugneten klassengesellschaft eine frechheit, welche die &lt;i&gt;realen&lt;/i&gt; gegensätze zugunsten eines halluzinierten als-ob-kollektivs zu verwischen versucht. im prinzip und strukturell ist das nichts weiter als eine modifizierte bzw. neu formulierte variante der nazistischen &lt;i&gt;volksgemeinschaft&lt;/i&gt; - &quot;jeder und jede an seinem / ihrem &quot;naturgegebenen&quot; platz für das &lt;i&gt;große ganze&lt;/i&gt;&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;       

wenn man sich die von der spd maßgeblich mitverantwortete bundesdeutsche politik der letzten zehn jahre betrachtet, so machen gerade solche aktuellen ausfälle wie die des spd-mitglieds sarrazin aus obiger perspektive einen größeren sinn, denn die spaltungen, die die &quot;unterschichten-debatte&quot; formuliert und zementiert, dienen auf der anderen seite genau der produktion einer solchen &quot;gemeinschaft&quot;, wie sie steinbrück oben vorschwebt. dazu ist es bei der konstruktion solcher kollektiven surrogat-identitäten unabdingbar, mit einem binären &quot;wir&quot; und &quot;die&quot; zu operieren, weil der ausführende&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1312264/&quot;&gt;objektivistische modus&lt;/a&gt; &lt;b&gt;nur anhand solcher trennungen &quot;identitäten stiften (konstruieren)&quot; kann. der größte unterschied zur alten &quot;volksgemeinschaft&quot; nazistischen typs dürfte heute darin liegen, dass die aus- bzw. einschlußkriterien nur noch sekundär rassistisch/ethnisch bestimmt werden (obwohl das durchaus noch ein rolle spielt), sondern vor allem nach &lt;i&gt;leistungskriterien&lt;/i&gt; (die machen &quot;den ausländer&quot; dann zwar immer noch nicht zum &quot;deutschen&quot;, aber sie sorgen für etwas, was sich als &lt;i&gt;murrende duldung&lt;/i&gt; bezeichnen liesse - solange eben &lt;i&gt;die leistung stimmt&lt;/i&gt;.)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wo ich gerade beim thema bin: sowohl bode als auch steinbrück blenden völlig aus, dass sich inzwischen ebenfalls relevante gruppen und menschen aus anderen regionen / ländern hier teils selbst zur bevölkerung zählen, teils &lt;i&gt;faktisch&lt;/i&gt; als zugehörig betrachtet werden sollten. und diese bringen aus (bürger-)kriegsregionen, diktaturen, zuständen extremer armut sowie entsprechenden fluchtgeschichten oft genug selbst traumatisierungen mit, deren konsequenzen dann hier vor ort genauso virulent werden wie die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/basis-traumageschichten-5-tradierte-traumata-eine-mail/&quot;&gt;tradierten&lt;/a&gt; &lt;b&gt;&quot;selbstproduzierten&quot;. komplexer wird die situation noch dadurch, dass der deutsche staat bzw. die deutsche gesellschaft teils direkt (bei kriegsbeteiligungen), teils indirekt (bei ökonomischer ausplünderung bspw.) als &lt;i&gt;täterkollektiv&lt;/i&gt; auftritt, was die täter-opfer-dialektik fast aussichtslos verwirrend werden lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gleichfalls ist besonders bei steinbrück als vertreter der antisozialen &quot;agenda-gesetze&quot; ein weiterer blinder fleck dahingehend zu konstatieren, dass er offensichtlich die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3645861/&quot;&gt;traumatischen bis tödlichen folgen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;gerade der &quot;hartz-IV&quot;-gesetze entweder nicht wahrnehmen kann oder will. spätestens dieser umstand macht jedes wort, was leute wie er über die traumatische matrix verlieren, zur heuchelei. nicht, dass ich alles als falsch begreifen würde, was er diesbezgl. sagt (aber vieles); ohne aber zu begreifen, dass &lt;i&gt;er selbst und die politik, für die er steht&lt;/i&gt; resultate dieser matrix darstellen, wird er letztlich nur noch eins: unglaubwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nichtsdestotrotz ist ein aspekt in der langfassung der rede gerade vor dem hintergrund seiner position als finanzminister und seiner rolle beim umgang mit der wirtschaftskrise interessant, nämlich dann, wenn er bodes blickwinkel bezgl. historisch traumatisierender ereignisse erweitert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;...mit Sicherheit durch die Inflationsentwicklung 1923, durch den Zusammenbruch auch des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelstandes, dass sie ökonomisch traumatisiert worden sind in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre,...&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich finde es nicht allzu abwegig, anzunehmen, dass bei der systemrettung um jeden preis &lt;i&gt;auch solche motivationen&lt;/i&gt; bei den protagonistInnen in d-land eine rolle gespielt haben bzw. spielen (ihre kapitalhörigkeit wird damit weder bestritten noch in ihrer bedeutung tangiert). wenn auch nur relevante teile der hiesigen &quot;eliten&quot; tatsächlich die existenz der traumatischen matrix in ihr kalkül miteinbeziehen, wird die auch hier im blog schon oft thematisierte &lt;i&gt;simulation von &quot;normalität&quot;&lt;/i&gt; in einer ausgewachsenen systemkrise nochmals verständlicher, zumal gerade die &quot;politische klasse&quot; hier an führender stelle beteiligt und tätig ist. es wäre dann, wie steinbrück ganz oben bezgl. der wahlen ausführt, teil eines &lt;i&gt;machtkalküls&lt;/i&gt;, bei dem leute wie er meinen und glauben, die traumatisierten bevölkerungsteile durch eine &lt;i&gt;illusion von sicherheit und beständigkeit&lt;/i&gt; zur eigenen unterstützung instrumentalisieren zu können. muss ich an dieser stelle noch extra erwähnen, dass ein vom interesse an authentischer menschlicher emanzipation geleiteter umgang mit der traumatischen matrix qualitativ sehr anders aussehen müsste? das ständige platte &lt;i&gt;an- und belügen&lt;/i&gt; über die tatsächliche realität bis hin zum einsatz komplizierter fakes und simulationen bspw. lässt sich als permanenter trigger mit re-traumatisierender wirkung betrachten, den eine emanzipatorische politik im eigenen interesse zu vermeiden hat (nebenbei gesagt, wird sich meiner meinung nach u.a. an solchen stellen auch die tatsächliche emanzipatorische kraft der &quot;linken&quot; [partei] herausstellen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bleibt zum schluß noch der kurze hinweis auf andere politikfelder wie zb. die &quot;innere sicherheit&quot; (ein wahrhaft treffender begriff!), bei dem die traumatische matrix mitverantwortlich sein dürfte für widersprüche wie denjenigen zwischen einer einerseits in den letzten jahren ständig &lt;i&gt;sinkenden&lt;/i&gt; kriminalitätsrate und andererseits &lt;i&gt;steigenden&lt;/i&gt; unsicherheitsgefühlen vor allem bei älteren menschen (die größtenteils noch der kriegskindergeneration angehören). ein&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1744771/&quot;&gt;schäuble&lt;/a&gt; &lt;b&gt;als bisher handelnder protagonist jedenfalls stellt mit seinem individuellen traumatischen background einen perfekten stellvertreter für all jene dar, die sich unbegriffenerweise durch ihre individuelle und kollektive biographie in den historischen wirren dieser welt weiterhin in angstbesetzten, paranoiden, dissoziativen und destruktiv-aggressiven traumainduzierten zuständen befinden. schon aus solchen gründen ist das gerede von &quot;mündigen bürgern&quot; übrigens ein schlechter witz.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die zu beobachtende größere gewalt und brutalität bei in relation kleiner werdenden tätergruppen lässt sich ebenfalls vor dem hintergrund der traumatischen matrix besser verstehen, aber das ist ein anderes thema für andere beiträge.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-2/">
    <title>assoziation: taliban, maras, piraten etc. - der asymmetrische krieg des westens gegen...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-2/</link>
    <description>&lt;b&gt;(zum&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-1/&quot;&gt;ersten teil&lt;/a&gt;&lt;b&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das auftreten von gangs - egal ob mit politischer und/oder religiöser ideologie -  lässt sich durchaus als globales phänomen betrachten, und zwar als zwangsläufiges: erstens stellt die form der bande eine art rudimentäre basis der menschlichen sozialität dar, &lt;i&gt;allerdings nur in situationen allgemeiner äußerer bedrohung und unsicherheit.&lt;/i&gt; zweitens lassen sich bandenstrukturen in allen gesellschaften mit traumatisch kontaminierter sozialstruktur nachweisen (ich verlinke&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/foren/S-typische-spaet-folgen/forum-81391/msg-8363707/spm-eNqrViosTS2qVLJSys3Py89NVCgpSizNTVTSUSouTk0uAYqbANn5aWnFqSCOgVItALIvEAsca7c76/read/&quot;&gt;das&lt;/a&gt; &lt;b&gt;vorsichtshalber nochmal); und drittens lässt sich die these aufstellen, dass es sich bei den meist männlichen mitgliedern i.d.r. um jüngere und agile teile der so called &quot;unteren milliarde&quot; (vielleicht ließe sich auch von globalen prekariat sprechen), die im mehrfachen sinne des wortes &lt;i&gt;ungebundener&lt;/i&gt; agieren und sich bewegen können als bspw. die millionen von frauen, kindern, alten und familienvätern, die sich in den elendszonen des planeten täglich um leben, essen, wasser und gesundheit so viele sorgen machen müssen, dass sie davon in so ziemlich allen lebensäußerungen determiniert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
viertens aber gehört der vorherige punkt schon ebenfalls zur these, dass es trotz aller kulturellen unterschiede und räumlichen entfernungen strukturelle gemeinsamkeiten zwischen diesen gangs gibt, die fünftens von den strategen der oberklasse regelmässig instrumentalisiert werden. zumindest der versuch ist belegbar, auch wenn solche versuche oftmals - wie in afghanistan - zum rohrkrepierer werden. sechstens scheint mir in allen fällen die klassische form der &lt;i&gt;mafia&lt;/i&gt; als, wenn auch nicht bewusste, matrix zu fungieren. und siebtens ist mit der hinweis mit am wichtigsten, dass in allen drei fällen die letzte verantwortlichkeit für das entstehen der jeweiligen gangs durchaus deutlich in der mehrheitlich bisher tolerierten politik der westlichen &quot;elliten&quot; zu suchen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um diese sieben punkte etwas näher zu beleuchten, folgen drei beispiele - mit den &lt;i&gt;taliban&lt;/i&gt; befindet sich der westen bekanntlich im offenen, wenn auch asymmetrischen, krieg. die &lt;i&gt;piraten&lt;/i&gt; von ostafrika (aber auch asien) werden dem gegenüber durch eine art militärischen polizeieinsatz bekämpft, während sich die &lt;i&gt;maras&lt;/i&gt; inzwischen von mittelamerika aus über recht große teile der usa (besonders im südwesten) ausgebreitet haben, in der ganzen region zu einer echten bedrohung für viele geworden sind und in und von mehreren staaten vorwiegend polizeilich, in ansätzen aber auch bereits paramilitärisch, bekämpft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auszüge aus einem interessanten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.jochen-hippler.de/Aufsatze/Afghanistan__Von_der__Volksdem/afghanistan__von_der__volksdem.html&quot;&gt;text&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zur jüngeren (politischen) geschichte afghanistans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;An diesem Punkt der afghanischen Geschichte betraten die Taliban (...) die Bühne. Wie aus dem Nichts schien diese unbekannte, neue Miliz aufgetaucht zu sein. Tatsächlich deutet einiges darauf hin, daß der pakistanische Militärgeheimdienst ISI am Aufbau der Taliban wesentlich beteiligt war: von Anfang an war die Miliz gut bewaffnet und verfügte über schwere Waffen, einschließlich Panzer und Flugzeuge. Auch die Spannungen zwischen Pakistan und der Regierung in Kabul legen diesen Schluß nahe. Später wurde dies mehrfach belegt, etwa durch die Festnahme von pakistanischen Offizieren in Mazhar-i-Sharif, in afghanischen Norden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Taliban verfügten über drei entscheidende Vorteile: erstens waren die Mudschahedinparteien und ihre zerstrittene Regierung in der Bevölkerung weitgehend diskreditiert. Es hatte sich lange herumgesprochen, daß sie weder das Wohl des Landes, noch den Islam im Sinn hatten, sondern nur das eigene, und daß sie den Krieg verewigten. Zweitens waren die Bevölkerung und selbst viele Mudschahedin ausgesprochen kriegsmüde. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1988/89 und dem Sturz Nadschibullahs 1992 waren immer weniger Gründe für eine Fortsetzung des Krieges zu erkennen, aber der Krieg und das Leiden hörten nicht auf. Beide Punkte stellten die Taliban ins Zentrum ihrer politischen Arbeit. Drittens aber waren die Taliban eine neue, unverbrauchte Kraft, die für die Verbrechen, Korruption und den Krieg keine Verantwortung trugen. Sie waren die einzige Organisation mit Glaubwürdigkeit. Und schließlich war es ein großer Vorteil, daß die Taliban nicht nur ständig vom Islam redeten, sondern islamische Studenten waren - also als überparteilich, unabhängig von der Parteipolitik und selbstlos gelten konnten. In der Bevölkerung waren die Taliban durchaus beliebt, da sie disziplinierter und rücksichtsvoller auftraten. Sie genossen Respekt, während man den Parteien gegenüber vor allem Furcht, Opportunismus oder Zynismus spüren konnte. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich machten sie ernst mit dem Islam, wenn auch mit einer besonders rigiden und reaktionären Variante. Zuerst ließen die Taliban die Mohnfelder abbrennen und die Heroinlabors zerstören, da Drogen gegen den Islam verstießen. (Inzwischen haben sie den finanziellen Nutzen der Opiumproduktion erkannt und den Drogenexport wieder aufgenommen.) Sie einigten als drei Viertel des Landes unter ihrer Führung, womit die Zerstückelung Afghanistans zum Teil rückgängig gemacht und die Instabilität verringert wurde. Und in ihren Herrschaftsgebieten wurde tatsächlich der Krieg beendet - kein kleines Verdienst nach mehr als 1,5 Millionen Toten. Aber ihre Art des Islam hatte von Anfang an stark repressive Züge. Männer wurden gezwungen, sich Bärte wachsen zu lassen, Frauen verstärkt unterdrückt: Berufstätigkeit und Schulausbildung für Frauen sind verpönt und faktisch verboten. Das Tragen der burqa - ein Ganzkörperschleier - wird den Frauen aufgezwungen. Brutalste Bestrafungsformen und Willkür sind an der Tagesordnung. Was viele Afghanen zuerst als die letzte Hoffnung auf Frieden begrüßt hatten, entwickelte sich schnell zu einer terroristischen Gewaltherrschaft hinter religiösen Rechtfertigungsformeln. &quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der genannte pakistanische geheimdienst isi eine enge zusammenarbeit mit der us-amerikanischen cia pflegt. eine weitere&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.gfbv.it/3dossier/asia/afghan/afghan-mp2.html&quot;&gt;quelle&lt;/a&gt; &lt;b&gt;stellt zur zusammensetzung und soziologie der taliban fest:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Die Taliban stammten überwiegend aus den ländlichen Gebieten in Südostafghanistan und den Flüchtlingslagern in Nordpakistan. Die meisten waren junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, die im Krieg herangewachsen waren, viele als Waisenkinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse der Taliban sind Analphabeten. Sie verfügen lediglich über ein religiöses Basiswissen, das ihnen in religiösen Internaten (madrassa) beigebracht wurde.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also &lt;i&gt;kriegs- und waisenkinder&lt;/i&gt;, die zusätzlich zu diesem traumatischen background noch den spezifischen, in islamischen gesellschaften verbreiteten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2622918/&quot;&gt;gewalttätigen methoden im umgang mit kindern&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ausgesetzt waren. die teils extrem brutalen taten der taliban haben ihren psychophyischen hintergrund mit sehr großer wahrscheinlichkeit in den traumatischen biographien ihrer mitglieder, gekoppelt mit gruppendynamischen prozessen und der kriegsobligatorischen verrohung.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus nachvollziehbaren gründen hierzulande fast unbekannt sind die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/20/486436/text/&quot;&gt;maras&lt;/a&gt; &lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Es sind junge Menschen, die leiden, die uns hassen, die uns herausfordern. Sie erwecken die schlimmsten Albträume. Aber im Grunde sind sie der Ausdruck absoluter menschlicher Einsamkeit.&quot; So sprach der französisch-spanische Dokumentarfilmer Christian Poveda über die Maras - straff organisierte Jugendbanden, die Mittelamerika und Teile der USA seit Jahren mit brutalster Gewaltkriminalität terrorisieren. (...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maras haben sich für die armen Länder Mittelamerikas zum existentiellen Problem ausgeweitet. Sie kontrollieren ganze Landesteile, vergewaltigen, erpressen, morden und erledigen die Drecksarbeit für die Drogenhändler. El Salvador, Guatemala und Honduras haben mit die höchsten Mordraten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in Einwanderervierteln in US-Städten stellen die Maras ein gewaltiges Sicherheitsrisiko dar. Gefürchtet sind sie an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko, wo sie Migranten überfallen. Auch in Madrid sind sie schon aufgetaucht. Das FBI stuft sie als &quot;transnationale Super-Gangs&quot; ein. Die US-Bundespolizei geht von 60.000 Maras aus, andere Quellen sprechen von 200.000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Journalist Poveda sprach kürzlich in einem Interview mit der Los Angeles Times den USA eine direkte Mitverantwortung für die Existenz der Banden zu. Ihre Vorläufer entstanden in US-Vorstädten zu Zeiten der mittelamerikanischen Bürgerkriege der 80er Jahre, als Washington Diktatoren im Kampf gegen Guerilleros unterstützte. Mittelamerikaner flohen zu Hunderttausenden in die USA. Ihre Söhne schlossen sich zu Gangs zusammen, in Los Angeles entstand die berüchtigte Mara 18, benannt nach der 18. Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss in Mittelamerika begannen die US-Behörden, gefasste Bandenmitglieder, pandilleros, in ihre Herkunftsländer abzuschieben, wo sie weder Arbeit, Familie noch Halt fanden; und wenig Gegenwehr. Poveda sah in ihnen &quot;die Antwort einer verlorenen Generation&quot; auf die blutige Vergangenheit und die Aussichtslosigkeit ihrer Heimat.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/It1lhZuq9rc&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/It1lhZuq9rc&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Ihr Kennzeichen sind Tätowierungen, die Gesicht, Kopf und Körper bedecken und ein pervertiertes Wertesystem ausdrücken, in dem es darum geht, sich &quot;Respekt&quot; zu verschaffen - und zwar durch Gewalt. Tätowierte Tränen unter dem Auge stehen für Ermordete, für jeden Toten kommt eine hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meiste Gewalt fügen die Banden sich aber gegenseitig zu, Rivalin der Mara 18 ist die Mara Salvatrucha (ein abfälliges Wort für Salvadorianer), die auch Mara 13 heißt, weil sich männliche Neumitglieder einer 13-sekündigen Prügelorgie unterziehen müssen. Mädchen müssen Sex mit drei Bandenmitgliedern haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aussteiger berichteten, sie seien zur Initiation gezwungen worden, den nächstbesten Passanten zu erstechen. Normalerweise verlässt man die Mara nur durch den eigenen Tod. Einzig radikale evangelikale Gruppen haben einen gewissen Erfolg dabei, Maras aus ihrem System zu brechen, in dem sie ihnen ein anderes, ebenso striktes entgegenhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierungen haben versucht, mit harter Hand zu antworten, der frühere Präsident von Honduras, Ricardo Maduro, ließ das Militär gegen die Maras aufmarschieren, die seinen Sohn ermordet hatten. Gefüllt hat das jedoch nur die Gefängnisse, wahre Verbrechens-Hauptquartiere.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
btw: an der stelle möchte ich nochmals auf einen älteren beitrag und die diskussion rund um das thema&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1205759/&quot;&gt;tattoos, piercing etc.&lt;/a&gt; &lt;b&gt;hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die zitierte aussage des journalisten, dass die usa direkte mitverantwortung trügen, muss eher noch ausgeweitet werden: die - ebenfalls teils schwer traumatisierten - flüchtlinge aus den diktaturen centralamerikas sind direkt als opfer us-amerikanischer politik - die diese dikaturen installiert und getragen hat - zu begreifen. das vor jahrzehnten produzierte gewaltpotential kehrt nun als weitgehend ungerichtete verrohung ebenfalls in und gegen die us-bevölkerung zurück, aber auch gegen die bevölkerungen mittelamerikas. und auch hier bilden sich die gangs aus dem potential von kindern und jugendlichen mit traumatischem background - in den usa als latinos rassistisch ausgegrenzt, in ihren heimatländern mit der ökonomischen aussichtslosigkeit und der unverarbeiteten traumatischen geschichte konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
etwas komplizierter ost der hintergrund der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Piraten/teuer.html&quot;&gt;piraterie in somalia&lt;/a&gt; &lt;b&gt;, wobei auch hier im kern kriegsverwüstungen eine rolle spielen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Der Hauptgrund für die somalische Seeräuberei ist immer wieder schnell genannt: Seit dem Sturz des diktatorisch regierenden Siad Barre 1991 ist Somalia ohne funktionierende, im ganzen Land anerkannte Regierung. Seither bekämpfen sich Clans, politische und religiöse Organisationen sowie andere Interessengruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erklärung für das aktuelle Ausmaß der Piraterie gerade in Somalia kann das Fehlen einer staatlichen Ordnung allein aber nicht ausreichen. Denn die Zahl der Kaperungen hat dort erst 2006  also 15 Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs  leicht zugenommen, stieg dann 2007 deutlich und 2008 sprunghaft an. Und es handelte sich dabei nicht nur um eine zahlenmäßige Zunahme, sondern vor allem um eine qualitative, hinsichtlich der Größe und des Wertes der gekaperten Schiffe. Außerdem: Die meisten Piratenakte um das Horn von Afrika, schätzungsweise 80 Prozent, ereignen sich im Golf von Aden, nördlich von Puntland, das sich 1998 von Somalia getrennt hat und seither de facto ein eigener Staat ist. Die Verhältnisse dort sind aber, verglichen mit denen Somalias, relativ stabil und friedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein entscheidender Faktor für die plötzliche Zunahme der Seeräuberei rund um Somalia ist wahrscheinlich in der Verfügbarkeit von Kapital zu sehen, das den Piraten beispielsweise die Anschaffung von neuen Schnellbooten ermöglichte, mit denen sie inzwischen auch über 200 Kilometer weit vor der Küste operieren können. Die Piraterie ist zu einem Geschäft geworden, in das exil-somalische Geschäftsleute in Kanada, Großbritannien, auf der arabischen Halbinsel und in Südasien investieren. Vielleicht besteht auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem gleichzeitigen Rückgang der Piraterie in Südostasien, vor allem in der Straße von Malakka, und dem Aufschwung der Seeräuberei um das Horn von Afrika: daß nämlich verbrecherisches internationales Kapital ein neues Betätigungsfeld gesucht und gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von seiten entwicklungspolitischer und antikapitalistischer Gruppen wird auf den Zusammenhang zwischen der Piraterie und der Ruinierung der somalischen Fischer vor allem durch internationale Raubfischerei und die mafia­mäßig organisierte »Entsorgung« aller Arten von Giftmüll in den Gewässern um Somalia hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich haben diese Faktoren, die aber auch schon Anfang der 90er Jahre vorhanden waren, bei der Entstehung der somalischen Seeräuberei eine wesentliche Rolle gespielt. Es begann den Berichten zufolge mit Notwehraktionen von Fischern gegen die aggressiv vorgehenden, Raubfischerei in den somalischen Gewässern betreibenden Fangschiffe aus vielen Ländern der Welt. Die wichtigsten »Piratennester«  Bossaso und Eyl in Puntland, Haradere und Hobyo in Somalia  sind ursprünglich Fischerstädtchen, die allerdings durch die Piraterie in den letzten Jahren einen Boom erlebt haben. Immer noch sind viele Piraten ehemalige Fischer, auch wenn sich ihre Stützpunkte inzwischen zu Magneten für Männer aus allen Teilen des Landes und aus unterschiedlichen Berufen entwickelt haben. Darunter viele frühere Angehörige der heute praktisch kaum noch existenten Küstenwacht und schlecht entlohnte Soldaten. So wurde im vergangenen Sommer gemeldet, daß sich 400 puntländische Soldaten mit ihren Fahrzeugen den Piraten in Eyl angeschlossen hatten, nachdem die Soldzahlungen ausgeblieben waren.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die spezifischen eigenarten vor ort haben sich die bewaffneten seeräubereien für viele marginalisierte somalis als im verhältnis recht bequeme art und weise herausgestellt, das eigene überleben in einer weitgehend zusammengebrochenen und ebenfalls kriegstraumatischen sozialstruktur sicherzustellen. die erwähnte involvierung von organisierter kriminalität ist vor dem hintergrund der besonderen beute - ganz frachtschiffe - ebenfalls nicht überraschend. eine vom westen jahrelang abgeschriebene und nur mit kurzzeitigen &quot;militärischen interventionen&quot; bedachte region, deren meeresressourcen - die nahrungsbasis mindestens für die küstenbevölkerung - dazu noch geplündert wurden und werden, bringt sich so wieder ins gedächtnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zusammenfassend lässt sich folgendes sagen:

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;alle drei gangphänomene sind in einer stark geschädigten sozialstruktur entstanden&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;bei allen drei spielt bei den jeweils aktiven eine traumatische matrix durch kriege, diktaturen sowie mehr oder weniger gewalttätige erziehungspraktiken eine rolle (in mittelamerika kommt noch das rollenbild des machismo hinzu)&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;alle drei sind teils direkte (taliban), teils indirekte produkte westlicher &quot;politik&quot; (die sich ihre eingangs erwähnten &quot;demokratischen und moralischen ideale&quot; sonstwohin stecken kann)&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;zwei (taliban, piraten) dienen bereits jetzt schon zur rechtfertigung globaler militäreinsätze. ich prophezeie hinsichtlich der maras in naher zukunft eine ähnliche entwicklung&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&quot;wir&quot; ernten, was wir gesät haben....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solidarität? nun, mit den gangs begründet sicher &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; - eher mit den einzelnen menschen darin. wobei auch nicht vergessen werden darf, dass extrem antisoziale strukturen eines solchen kalibers (die sich auch als realitische widerspiegelung ihrer &lt;i&gt;erschaffer&lt;/i&gt; und gegenparts begreifen lassen, vorläufig (nicht) mehr mit üblichen politischen und sozialen maßnahmen erreichbar sind. um diese strukturen aufzulösen bzw. überhaupt die bedingungen dafür zu schaffen, sind grundlegende veränderungen unabdingbar. kurz skizziert würde mir da einfallen:

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;massive ökonomische unterstützung der betroffenen regionen&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;stopp des waffenhandels&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;aufbau eines massiven psychosozialen netzes mit dem schwerpunkt der antitraumatischen arbeit&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;schaffung breiter bildungsmöglichkeiten&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;rückhaltlose ehrliche ansprache seitens der verantwortlichen westlichen staaten über ihre fehler an die betroffenen menschen&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;grenzziehung im sinne des verhindern des gewalttätigen ausagierens. der punkt wird vermutlich vielen nicht gefallen, impliziert er doch tatsächlich polizeiliche oder auch militärische interventionen, allerdings nur als &lt;i&gt;reaktion&lt;/i&gt;, nicht für ökonomische interessen, und nur im zusammenspiel mit den anderen genannten maßnahmen, die parallel laufen müssen&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt; 

Sie können selbst beurteilen, wie realistisch ein solches szenario - welches nicht nur humaner, sondern langfristig sogar ökonomisch günstiger kommen würde als die im ersten teil skizzierten pläne der eu - aktuell scheint. mit &lt;i&gt;diesen&lt;/i&gt; politikerInnen und leider mehrheitlich auch &lt;i&gt;dieser&lt;/i&gt; bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber die alternative ist langfristig nur ein übles gemisch aus &quot;brazil&quot;, &quot;1984&quot;, &quot;gattaca&quot;, &quot;mad max&quot; und &quot;rambo&quot;. und bekanntlich hat die realität die eigenart, jeden filmplot um längen zu schlagen. und selbst die höchsten mauern und hochgerüstete kampfeinheiten werden selbst zum preis von wahrhaften massenmorden nicht verhindern können, dass am ende der totalitäre kapitalismus schlicht von der &quot;unteren milliarde&quot; überrannt werden wird. nur wird dann der verlust existenzieller menschlicher sozialer fähigkeiten der normalfall sein. und wer eine solche welt nicht will, &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt; sich jetzt und hier gedanken machen. und handeln.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-07T16:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-1/">
    <title>assoziation: taliban, maras, piraten etc. - der asymmetrische krieg des westens gegen...</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-1/</link>
    <description>&lt;b&gt;während um den&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/notiz-widersprueche-rechtfertigungen-behauptungen-kleine-auswahl/&quot;&gt;luftangriff in afghanistan&lt;/a&gt; &lt;b&gt;inzwischen ein internationales (des-)informationsspektakel entbrannt ist, welches so nebenbei nochmals deutlich macht, dass es durchaus immer noch etwas gibt, was sich als innerimperialistisches machtgerangel bezeichnen ließe, gibt es heute auch von einem anderen abschnitt der &lt;i&gt;front&lt;/i&gt; - und das ist nicht als metapher zu verstehen, wie später deutlich werden sollte -&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-09/somalia-piraten-bundeswehr&quot;&gt;aktivitäten deutscher truppen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu vermelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Die Fregatte &quot;Brandenburg&quot; vor Somalia hat ein verdächtiges Skiff mit fünf bewaffneten Insassen gestoppt. Bei dem Manöver kam einer der mutmaßlichen Piraten ums Leben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Bundeswehr vom Montag wollte die Fregatte Brandenburg ein verdächtiges Boot im Golf von Aden überprüfen. Nachdem die Verdächtigen auf wiederholte Warnhinweise und Warnschüsse nicht reagiert hätten, sei die Erlaubnis zum Anwenden von &quot;manövrierunfähig machendem Beschuss&quot; erteilt worden. Durch Schüsse wurde demnach ein Insasse des Skiffs tödlich verletzt.&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nein, ebensowenig wie in der trockenen gebirgslandschaft von afghanistan kann in den gewässern vor der afrikanischen ostküste von &lt;i&gt;krieg&lt;/i&gt; gesprochen werden - einerseits, wenn man nämlich immer noch ein bild von kriegen im kopf hat, welches von sog. regulären armeen mit hundertausenden von soldaten ausgeht, die in formal erklärten &lt;i&gt;kriegszuständen&lt;/i&gt; und großen schlachten gegen das militär anderer staaten kämpfen. andererseits spricht eigentlich alles dafür, dass diese art des krieges eine &lt;i&gt;historische&lt;/i&gt; darstellt, zukünftig nur noch in ausnahmefällen stattfinden und abgelöst wird von einer situation, für die sich inzwischen der begriff&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Asymmetrische_Kriegf%C3%BChrung&quot;&gt;asymmetrischer krieg&lt;/a&gt; &lt;b&gt;eingebürgert hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Anders als bei den üblichen Kämpfen außerhalb eng besiedelter Bevölkerungsgebiete sind asymmetrische Kriege aber sehr häufig mit hohen Opferzahlen unter einer eigentlich nicht direkt am Kampf beteiligten Zivilbevölkerung verbunden. Diese bietet zwar bei vorhandener Sympathie des Anliegens gegenüber asymmetrisch Kriegführenden und eigener Leidensfähigkeit eine ausgezeichnete Versteckmöglichkeit für die waffentechnisch schwächere Kriegspartei, bei denen auch technisch immer ausgeklügeltere Systeme moderner hochtechnisierter Armeen zwar kurzfristig erfolgversprechend sind, aber in ihrer Wirkung rasch abstumpfen (vgl. ständige blutige Zwischenfälle in Afghanistan und Irak).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Verstecken und unerwartete Zuschlagen von asymmetrisch Kriegführenden (Nadelstiche) führt aber bei konsequenter Durchführung innerhalb moderner Armeen rasch zu Frustrationen auf unterer Kommandoebene mit der Gefahr einer Eskalation, die sich dann in plötzlichen Massakern an der Zivilbevölkerung (wie My Lai im Vietnamkrieg) oder zur Nichteinhaltung eines Mindestmaßes an Humanität äußern kann, da der Freischärler ja jederzeit in ihr untertauchen kann und sie gerne als Schutzschild missbraucht. Diese Generäle oder ihre zivilen Vorgesetzten setzen sich bei lange nicht einstellenden Durchbrüchen in ihrer eigenen Bevölkerung harter Kritik aus, die ihre fachliche Reputation beeinträchtigen kann. Aus humanitärer Sicht ist damit auch bei kriegführenden Demokratien rasch eine Minderbewertung des menschlichen Lebens zu erwarten, so wie es von der Gegenseite ohnehin regelmäßig praktiziert wird. Auch demokratische Staaten laufen dann Gefahr ihre eigenen moralischen Ideale zu verraten, indem sie sich der gleichen Verbrechen schuldig machen, wie ihr Guerilla-Gegner (foltern und wahllos töten).&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu den unterstellten &quot;moralischen idealen&quot; der sog. demokratischen staaten ebenfalls später mehr. ein (konservativer) politologe spricht einen weiteren&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/533969/&quot;&gt;wichtigen punkt&lt;/a&gt; &lt;b&gt;an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;...aber im Verlauf asymmetrischer Kriege kommt es immer wieder zu Massakern von beiden Seiten. Das können die Angriffe auf das World Trade Center sein, das können aber auch etwa der US-Luftangriff auf den &quot;Highway of Death&quot; sein. Also Massaker ist eine Begleiterscheinung asymmetrischer Kriege und sie können nicht beendet werden durch einen Friedensvertrag. Symmetrische Kriege wurden eröffnet mit der Kriegserklärung und beendet mit dem Friedensvertrag. Was wir stattdessen erfunden haben, ist der Begriff &quot;Friedensprozess&quot;, also ein langer Vorgang der psychischen Umgestaltung dieser Akteure, der Gewinnung von Vertrauen und so weiter, Vorgänge, die sich meistens über ein Jahrzehnt hinziehen, in denen der Krieg dann auf niedriger Flamme weiterköchelt und man nicht sicher ist, ob er wieder ausbricht. Der Blick in solche Konflikte zeigt eigentlich, dass er immer wieder dann hochkocht und es sind wenige Konflikte, bei denen es dann gelungen ist, sie dauerhaft zu beenden.&quot;&lt;/cite&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den begriff der &quot;psychischen umgestaltung&quot; - bei denen er mit akteuren in diesem kontext offensichtlich immer das &quot;terroristische&quot;  gegenüber meint - finde ich sehr bemerkenswert. auch dazu noch später etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun ist es keinesfalls so, dass die innerhalb der westlichen &quot;eliten&quot; für repression und &quot;sicherheit&quot; beauftragten erst seit gestern von diesen &lt;i&gt;kriegen neuen typs&lt;/i&gt; wissen, die bei näherer betrachtung gar nicht so neu sind - der partisanenkampf des zweiten weltkriegs oder auch die vielen guerillakriege in der zweiten hälfte des letzten jahrhunderts waren ein vorgeschmack auf das, mit dem nicht nur die westlichen strategen nun zusehends mehr in aller welt konfrontiert sind. und ihre gedanken schweifen schon in die nähere zukunft wie bspw. ins jahr 2020, wie ein gerade im netz verbreitetes&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57603?PHPSESSID=9qds65pmme5l5u78imgcdmqqc7&quot;&gt;papier des &quot;eu instituts for security studies&quot; (euiss)&lt;/a&gt; &lt;b&gt;deutlich macht - ein sog. &lt;i&gt;think tank&lt;/i&gt; (ähnlich &quot;leap2020&quot; auf ökonomischen gebiet) der eu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...) &quot;Wie das &quot;Institute for Security Studies&quot; der EU (EUISS) in einer aktuellen Studie schreibt, würden die Kriege der Zukunft nicht mehr zwischen Staaten geführt, sondern zwischen &quot;ungleichen sozioökonomischen Klassen der Weltgesellschaft&quot; (&quot;unequal global socioeconomic classes of society&quot;). Auf der einen Seite dieser &quot;hierarchischen Klassengesellschaft&quot; (&quot;hierarchical class society&quot;) stehe dabei eine metropolitane &quot;Elite&quot;, die sich aus transnational operierenden Konzernen, den Staaten der OECD und den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Indien, China und Brasilien zusammensetze. Diese werde von Seiten der weltweiten Armutsbevölkerung mit &quot;zunehmend explosiven Spannungen&quot; (&quot;increasingly explosive tensions&quot;) konfrontiert, heißt es. Um einen Zusammenbruch des globalen Wirtschaftssystems (&quot;global systemic collapse&quot;) zu vermeiden, fordert das Institut, gegen die &quot;untere Milliarde&quot; der Menschheit (&quot;bottom billion&quot;) das &quot;gesamte Spektrum hoch intensiver Kampfmaßnahmen&quot; (&quot;full spectrum of high intensity combat&quot;) in Anschlag zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &quot;zentrale militärische Aufgabe&quot; (&quot;major military task&quot;) beschreibt das EUISS die Abwehr von Elendsflüchtlingen aus den Ländern des Südens. Groß angelegte &quot;Sperroperationen&quot; (&quot;barrier operations&quot;) müssten den reichen Teil der Welt vor den &quot;Spannungen und Problemen der Armen schützen&quot;, heißt es (&quot;shielding the global rich from the tensions and problems of the poor&quot;). Laut EUISS ist davon auszugehen, dass der Anteil der von Armut und Perspektivlosigkeit betroffenen Menschen an der Weltbevölkerung weiter zunehmen wird. Daher sei es unumgänglich, das bereits außerordentlich rigide Regime an den Außengrenzen der EU drastisch zu verschärfen (&quot;strengthen our barriers&quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das EUISS setzt die Abwehr von Armutsflüchtlingen in direkte Beziehung zum globalen ökologischen Krisenmanagement. So könnten durch den Klimawandel verursachte Naturkatastrophen zu plötzlichen Migrationsströmen in die EU führen (&quot;sudden refugee or migration flows within the EU&quot;), die mit Hilfe des Militärs gesteuert werden müssten. Darüber hinaus sollten die reichen Länder des Nordens natürliche Ressourcen wie tropische Regenwälder oder Fischgründe in den südlichen Armutszonen militärisch gegen unerwünschten Zugriff absichern, fordert das Institut: Es handele sich dabei um &quot;universelle Schätze&quot; (&quot;universal treasures&quot;), die der Verfügungsgewalt einzelner Staaten zu entziehen seien (&quot;overriding sovereign considerations&quot;).&quot; (...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese zusammenfassung bei &lt;i&gt;german-foreign-policy&lt;/i&gt; wird in kurzer zeit kostenpflichtig sein, darum habe ich die mir am wichtigsten erscheinenden strategischen ziele zitiert (die gesamte studie kann in english bei&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://wikileaks.org/wiki/EUISS:_What_ambitions_for_European_defence_in_2020%2C_Jul_2009&quot;&gt;wikileaks&lt;/a&gt; &lt;b&gt;eingesehen werden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;die us-südgrenze in der nähe von san diego (quelle: wikipedia)&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;die us-südgrenze in der nähe von san diego (quelle: wikipedia)&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/autismuskritik/images/us-suedgrenze.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die gesamte studie liest sich wie kaltblütiger plan zum bedingungs- und rücksichtslosen schutz des herrschenden status quo der völlig richtig benannten &quot;internationalen hierarchischen klassengesellschaft&quot;. das tödliche regime von&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://frontex.antira.info/&quot;&gt;frontex&lt;/a&gt; &lt;b&gt;an den europäischen südgrenzen, aber auch der high-tech-zaun an der grenze zwischen den usa und mexico (das obige bild zeigt einen grenzausschnitt in der nähe von san diego)sowie jene&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://humangeografie.suite101.de/article.cfm/gated_communities&quot;&gt;&quot;gated communities&lt;/a&gt; &lt;b&gt;in den usa (aber auch anderen reichen enklaven auf dem planeten) sind dabei nur die eine seite der medaille des neu-alten klassenkampfes. die andere ist aktuell in den schlagzeilen zu studieren - der asymmetrische krieg.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun ist es in der realität so, dass sich - im gegensatz zu früheren zeiten, wo es bspw. befreiungsbewegungen mit sozialistischen und/oder auch nationalistischen forderungen, programmen, formalen organisationen und mehr oder weniger bekannten sprecherInnen gab, die sich mehr oder weniger im rahmen einer auch von ihren gegnern empfundenen politischen &lt;i&gt;rationalität&lt;/i&gt; bewegten (und die man in diesem rahmen unterstützen oder ablehnen konnte) - , die heutigen formen der organisationen der &lt;i&gt;verdammten dieser erde&lt;/i&gt; zusehends mehr dem phänomen der &lt;i&gt;bande / gang&lt;/i&gt; angleichen, die sich primär um das eigene (materielle) überleben kümmert. das halte ich erstens&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/foren/S-typische-spaet-folgen/forum-81391/msg-8363707/spm-eNqrViosTS2qVLJSys3Py89NVCgpSizNTVTSUSouTk0uAYqbANn5aWnFqSCOgVItALIvEAsca7c76/read/&quot;&gt;nicht für verwunderlich&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, zweitens aber wirft das fragen und probleme für alle an menschlicher emanzipation interessierten auf, die spätestens jetzt anlässlich der aktuellen ereignisse akut geworden sind.  mehr dazu im&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-taliban-maras-piraten-etc-2/&quot;&gt;zweiten teil&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-07T14:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ein-internes-krisengespraech-mit-sommerlicher-musik-2/">
    <title>assoziation: ein internes krisengespräch mit (sommerlicher) musik (2)</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ein-internes-krisengespraech-mit-sommerlicher-musik-2/</link>
    <description>&lt;b&gt;im&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ein-internes-krisengespraech-mit-sommerlicher-musik-1/&quot;&gt;ersten teil&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ging´s am mehr oder weniger sichtbaren roten faden der &lt;i&gt;dissoziation&lt;/i&gt; u.a. um die psychophysische verfassung großer teile der aktuellen hiesigen bevölkerung, die wirkungen repetitiver beats, schamanismus und völkische eutrance. nun die angekündigte fortsetzung, in der sich die beiden diskussionspartner zunächst in einem hochsommerlich induzierten freeflow-status befinden....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: es passt wahrnehmungsmässig alles hinten und vorne nicht - während bei näherer betrachtung der daten, zahlen und analysen von diversen quellen nur zu konstatieren ist, dass sich die gesamte gesellschaft nicht nur hierzulande auf einem immer instabiler werdenden fundament bewegt, welches die voraussetzungen ihrer realen ökologischen, ökonomischen und sozialen existenz bildet, führen ihre mitglieder mehrheitlich das endlos-erfolgsstück &quot;normalität&quot; weiter auf - angestiftet zwar zu einem nicht geringen teil von den sog. &quot;eliten&quot;, die aber bei ihrer anstiftung auf ein zu williges publikum stoßen. hier hat sich die stadt in weiten teilen in eine großbaustelle (die konjunkturprogramme lassen grüßen) verwandelt, während drumherum eis geschleckt, geshoppt, gesoffen, poussiert und &lt;i&gt;party gemacht&lt;/i&gt; wird, als würde es kein morgen geben. ein zufällig aufgefundener flyer für eine house-party hat für eine auf die spitze getriebene variante dieser art der höchst sonderbaren realitätsbewältigung die passenden worte gefunden, ein paar auszüge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Just be. Enjoy. Express. Impress. Don´t care about whatever. Sehen und gesehen werden. Endlich einmal richtig oberflächlich sein. Designerdress und Acessoires zur Schau stellen. Sich freuen, wenn Kiddies und Trainingsanzüge schon an der Tür abgewiesen werden. Smalltalk. Und immer darauf achten, gesehen zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [...] wird bei diesem Event Gelegenheit bieten, endlich einmal wieder Dekadenz und oberflächliche Genüsse zu erleben, ohne sich dafür schämen zu müssen.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das könnte, so wie´s da steht, auch das motto eines x-beliebigen &lt;i&gt;bankster&lt;/i&gt;-meetings sein - aufgeblasener narzissmus plus abschottung plus eine demonstrativ vor sich hin getragene scheißegal-mentalität. von ironie keine spur - und das das ausgerechnet bei einem house-event abgefeiert wird, passt wie arsch auf eimer - rein musikalisch finde ich viele house-tracks ganz ansprechend, aber es gibt wohl keine populäre musik, die mehr daran beteiligt gewesen ist, diese völlig entleerte &lt;i&gt;hedonismus-karikatur&lt;/i&gt; massenwirksam zu verbreiten. wer an dem postulierten tatsächlich &lt;i&gt;spaß&lt;/i&gt; findet, stellt sich damit selbst ein höchst beredtes zeugnis aus - mit &lt;i&gt;genuss&lt;/i&gt; im sinne eines zusammenspiels von zeit, qualität und den unabdingbar erforderlichen wahrnehmungssensibilitäten (die bei einer &lt;i&gt;nicht fragmentierten&lt;/i&gt; menschlichen struktur untrennbar das wohlergehen des anderen miteinschliesst) haben solche inszenierungen nicht nur nichts zu tun; sie stellen in ihrer betonung des hemmungslosen und in letzter konsequenz erklärt antisozialen konsums - &quot;ohne sich dafür schämen zu müssen&quot; - eher das paradigmatische gegenteil von genuss dar. ich kann mir gut vorstellen, dass auf solchen partys dann zb. auch der frühneunziger-track &lt;i&gt;your time is up&lt;/i&gt; von&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.undergroundresistance.com/main/content/view/12/26/&quot;&gt;underground resistance&lt;/a&gt; &lt;b&gt;aufgelegt wird - ohne das die beteiligten wissen, wem dieses motto eigentlich gilt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/zrsayrQWpcU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/zrsayrQWpcU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei diese benutzung von musik - und in diesem hypothetischen fall mit einiger wahrscheinlichkeit gegen die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Underground_Resistance&quot;&gt;intentionen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ihrer produzenten: &lt;cite&gt;&quot;Im wesentlichen richtet sich das Konzept von UR gegen die Verzweifelung in den Ghettos, die Major-Plattenfirmen (Majors), das segregationistische amerikanische System und das sogenannte Programming. Programming bedeutet, daß das System - und damit ist der gesamte Komplex von Staat, Öffentlichkeit und Wirtschaft gemeint - die Bürger zu seinem Vorteil programmiert. Durch Schulbildung, Erziehung, Werbung und auch Gesetze wird das Volk in eine funktionierende Maschine umgewandelt. Der Mensch wird von seinen Einflüssen, die auf ihn einwirken, indoktriniert, so daß er den Richtlinien der Gesellschaft Genüge tut, und sie so am Leben erhält.&lt;/cite&gt;  - das problem aller nicht primär am sprachlichen ausdruck orientierten musik deutlich macht: wer sich nicht mit dem jeweiligen kontext beschäftigt, kann das problemlos ohne bauchschmerzen konsumieren. und die repetitiven beats gerade von techno und house zielen ja auf die erzeugung von eutrance-zuständen ab, in denen dann zwar potenziell so einiges subversive möglich ist, die aber auch von zu vielen menschen in einem im negativen sinne drogenförmigen gebrauch zwecks verdrängung genutzt werden. und das...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: huhu!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: na, das passt ja - du bist sicherlich spezialisiert darauf, zu fragmentierungen und verdrängungen aller art deinen senf abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (verbeugt sich)&lt;/i&gt;: wie neulich schon gesagt - ich bin vor allem ein produkt des ersteren, ohne jetzt darüber streiten zu wollen, ob dissoziation und fragmentierung das gleiche bedeuten. aber wenn ich über ein projekt wie underground resistance nachdenke, fällt mir immer wieder ein, wie &lt;i&gt;atmosphärisch&lt;/i&gt; anders doch afroamerikanische musik bspw. anfang der 1970er geklungen hat - man höre sich nur einmal dieses sehr frühe stück von earth wind &amp; fire an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/KhytWASjTOE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/KhytWASjTOE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: yo, perfekter pop im prinzip, vermutlich mit appeal für eine ähnliche zielgruppe wie marvin gaye - die schwarze mittelklasse, die gleichberechtigt mit ihren &quot;traditionen&quot; im system leben wollte und immer noch will. nur das ewf damals noch nicht die bekanntheit besaßen, die sie ab ende der 70er bekamen. aber was willst du jetzt eigentlich sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (geduldig)&lt;/i&gt;: ich möchte darauf hinweisen, dass die - hm, fröhlichen und optimistischen (unter-)töne damals völlig selbstverständlich klangen, während sie heute meistens nur noch verlogen und überdreht daherkommen - und vieles im (schwarzen) techno aber natürlich auch hiphop explizit düster klingt und auch so gemeint ist. und das kann nicht nur daran liegen, dass sich die gesellschaftlichen verhältnisse radikal gewandelt hätten - die sahen anfang der 70er in vielerlei hinsicht ähnlich kritisch bis hoffnungslos aus...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ...wenn du eben das ausblendest, was du oben mit &quot;atmosphärisch&quot; gemeint hast - der kulturelle und politische aufbruch ende der 60er war gerade frische vergangenheit, die us-army stand kurz vor ihrem rausschmiß aus vietnam, es gab noch hippies und befreiungsbewegungen, die sich noch nicht diskreditiert hatten. ich finde ja auch, dass sich all diese momente durchaus gerade in den damaligen musiken widerspiegeln...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...aber das meine ich alles nicht, jedenfalls nicht primär. eher scheinen mir einige fähigkeiten sowohl bei den produzentenInnen als auch den hörerInnen von musik flöten gegangen zu sein. diese &quot;fröhliche komplexität&quot;...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ...ist heute durchaus immer noch zu finden - als beispiel passt besonders gut zu deinen ausführungen das folgende von 4hero und der famosen ursula rucker; hab´s zwar schon vor ein paar jahren hier im blog gehabt, aber eine wiederholung schadet absolut nicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/78aWMdEcv7M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/78aWMdEcv7M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ja. und nein, weil das heute mehr noch als damals etwas darstellt, was sich unter &quot;minderheitenmusik&quot; begreifen lässt und...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich (ungeduldig)&lt;/i&gt;: ich glaube durchaus zu wissen, worauf du hinauswillst. aber es geht bei den hier präsentierten musiken durchaus immer um minderheitsmusik, die du i.d.r. nicht in irgendwelchen charts finden wirst, und das war damals nicht groß anders. und das musik auch immer schon zwangsläufig etwas über gesellschaftliche verhältnisse bzw. ihr jeweiliges entsprechendes umfeld aussagt - geschenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber ist das &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; wichtig? in den polit-szenen der vergangenheit gab es jeweils das diktat &quot;angesagter&quot; musik, mit den kriterien der political correctness und der revolutionären gesinnung. ich erinnere nur an hardcore, zu dem ich rein musikalisch - und das ist eben entscheidend - nie einen zugang gefunden habe, mochten die texte und aussagen noch so gut sein. ich &lt;i&gt;mag&lt;/i&gt; diese töne einfach nicht, sie sprechen mich nicht an und machen mich in einem negativen sinne aggressiv und noch mehr verdrießlich. da finde ich solche töne wie von plaid mit ihrem kinderliedartigen touch einfach wesentlich inspirierender, was mögliche utopien anbelangt (und nebenbei ist &quot;spudink&quot; auch noch ein track, der gründlich mit dem vorurteil aufräumt, dass elektronische musik zwangsläufig immer &lt;i&gt;kalt&lt;/i&gt; sein müsse - das perlt wie prosecco und ist dabei unglaublich &lt;i&gt;warm&lt;/i&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/0eZo4x6uQYI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/0eZo4x6uQYI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sei noch angefügt: was im übrigen auch gegen deine these von oben spricht, hinsichtlich der &lt;i&gt;atmosphäre&lt;/i&gt; älterer musik.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (beleidigt)&lt;/i&gt;: ausnahmen bestätigen die regel. und du musst mir nicht &lt;i&gt;unseren&lt;/i&gt; musikgeschmack erklären...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: geht das jetzt schon wieder los? &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; bin´s...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: wie ich im ersten teil schon angedeutet habe, ist das falsch. &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt; sind genauso dissoziiert, meinetwegen auch fragmentiert, wie die überwiegende mehrzahl aller zeitgenossInnen. zum warum haben wir schon mit einigen gründen das blog gefüllt, aber es gibt da zb.&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tr/Virtuelle-Welt-als-Zufluchtsort-vor-Schmerzen--/artikel/54689/0/0&quot;&gt;solche projekte&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, die das wesen und besser noch die funktion von dissoziation sehr gut deutlich machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Stellen Sie sich einen Schmerz vor, der so intensiv ist, dass noch nicht einmal Morphium ihn wirklich stoppen kann. Ihre einzige Chance: Fliehen - wenn schon nicht mit dem Körper, dann wenigstens in Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forscher am Human Interface Technology Laboratory der University of Washington nutzen die Technik der Virtuellen Realität (VR), um Verbrennungsopfern die Möglichkeit zu geben, vor ihren schrecklichen Schmerzen zeitweise in eine andere, schönere Welt zu entkommen. Experimentiert wird mit der Technik am Harborview Medical Center in Seattle, einem regionalen Zentrum für die Behandlung von Verbrennungsopfern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon seit sieben Jahren werden Patienten in Harborview mit Hightech-Kopfbedeckungen ausgerüstet, die sie in eine virtuelle Welt voller kalter Schneemänner und watschelnder Pinguine entführen. Währenddessen können ihre Wunden gereinigt, Verbände gewechselt oder die verheilende Haut mittels Krankengymnastik bewegt werden - alles Vorgänge, die normalerweise sehr schmerzhaft sind. Durch die Ablenkung in dieser &quot;SnowWorld&quot; fühlen die Patienten laut Befragungen 60 Prozent weniger Schmerzen, sagt Dr. David Patterson, ein Psychologe, der mit den Patienten arbeitet.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Es ist eine ziemlich einzigartige Erfahrung, wenn der Kopf an Orte geht, wo der Körper nicht ist - wenn man mal von Drogenkomsum absieht&quot;, sagt Dr. Hunter Hoffman, der an der Universität das Projekt zur Schmerzbekämpfung durch VR leitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmerz besteht immer auch aus einer signifikanten psychologischen Komponente. Es beginnt damit, dass Nerven eine Verletzung signalisieren. Das Gehirn entscheidet dann mit darüber, wie stark die Schmerzempfindung ist. Wenn man sich in eine virtuelle Welt begibt, wird das Gehirn von der Verarbeitung des Schmerzes abgelenkt. Das Endergebnis: Die Ärzte können die Verwendung von harten, süchtig machenden Schmerzmitteln wie Morphium reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grafischen Inhalte der virtuellen Welten kommen besonders gut bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, die mit Videospielen vertraut sind. Im Gegensatz dazu, wenn Patienten einfach vor eine normale Spielkonsole gesetzt würden, nimmt die VR-Welt von &quot;SnowWorld&quot; die Benutzer allerdings fast vollständig gefangen. &quot;In der virtuellen Welt nimmt man seine Umgebung nicht mehr wahr&quot;, sagt Patterson.&quot;(...)&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich würde ja aus meiner erfahrung behaupten, dass der effekt weniger auf der erzeugung als vielmehr auf der &lt;i&gt;verstärkung&lt;/i&gt; bereits vorhandener virtueller räume in uns beruht - und das ganze prinzip beschreibt nichts anderes als den mechanismus der dissoziation. und macht deutlich, woher der wind bei all den kleinen und großen &lt;i&gt;fluchten&lt;/i&gt; weht, die sich menschliche gesellschaften bis heute so ausgedacht haben. wenn die realität zu schmerzhaft wird...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ...und weder flucht noch kampf möglich ist, sind wir auf die virtuellen räume determiniert, bei deren erschaffung der objektivistische modus in aktion tritt. ganz recht. und wenn die realität ihre schmerzhaftigkeit als dauerzustand chronifiziert, ohne das wirkliche auswege in realen veränderungen möglich werden oder auch nur erscheinen, wird die dissoziation ebenfalls zur chronischen &quot;normalität&quot;, dissoziierte menschen und ihre fragmentierte psychophysis gleichfalls. daraus wird dann der fehlschluss gezogen &quot;wir sind viele&quot;, was absolut keine anthropologische konstante darstellt, sondern eher eine menschliche option unter pathologischen bedingungen. by the way fallen mir zum obigen artikel gerade die nächte ein, die &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; mir mit verschiedenen folgen der &quot;gta&quot;-spiele um die ohren gehauen habe - mit dem fiktionalen radiosender &quot;msx&quot; in der simulierten &quot;liberty city&quot; unter durchaus realer beschallung - wobei &quot;first contact&quot; von omni trio in der fiktionalen mixvariante mir besser gefällt als im original - schneller und härter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/FHz7GggG1fo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/FHz7GggG1fo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (nickend)&lt;/i&gt;: ist ein schönes beispiel für die jeweils individuelle attraktivität, die solche virtuellen räume entwickeln können. aber es bleibt dabei: je attraktiver virtuelle welten aller art erscheinen, desto mehr ist in und mit der authentischen realität faul. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: und das bringt uns direkt zum beginn dieses gesprächs zurück. musik ist vor diesem hintergrund nur eine art vehikel, und die hier präsentierte dazu noch eine, die nicht &lt;i&gt;direkt&lt;/i&gt; den kulturellen und sozialen mainstream beeinflusst, aber teils dessen entwicklungen und tendenzen vorwegnimmt, widerspiegelt und indirekt bearbeitet wieder auswirft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: aber was um alles in der welt sagt dann zb. dieser zeitlos schöne song von jan akkerman in der hinsicht aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/hjPlnWCGMIw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/hjPlnWCGMIw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: instrumentaler spät-70er jazzfunk, perfekt zum autofahren auf verlassenen landstraßen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...erstens fahren &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt; kein auto...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ...meinetwegen dann beim fahrradfahrn...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...und zweitens sind das &lt;i&gt;unsere&lt;/i&gt; assoziationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ach, dann schau dir mal die kommentare zum video an - &quot;this is perfect when your high&quot; - die inneren bilder dürften bei denen, die sich von solcher musik ansprechen lassen, nicht &lt;i&gt;soooo&lt;/i&gt; weit auseinanderliegen. ja, ist ein schönes stück, aber transportiert gleichfalls bestimmte klischees - landschaften, weite, entspannung. aber das könnte auch deutlich machen, dass die psychophysischen phänomene der trance sowie der virtuellen räume in bestimmter hinsicht - oder vielleicht besser: unter bestimmten bedingungen - einhergehen. ich glaube aber, dass das nicht die regel ist. es gibt zwar sehr wenig material dazu - vielleicht bezeichnenderweise -, aber einen der verbreitesten tranceerzeuger - und in diesem falle muss von&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1178783/&quot;&gt;sozialer trance&lt;/a&gt; &lt;b&gt;gesprochen werden - stellt vermutlich das &lt;i&gt;fernsehen&lt;/i&gt; dar, und zwar primär über dessen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.kinesiologieverband.de/CoMed-Artikel/0401_Gefrorener-Blick.html&quot;&gt;physiologische wirkungen auf die augen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. im zweiten teil dieser arbeit heisst es dann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Die Augen lähmende Wirkung, die von dem Fernsehgerät ausgeht, schlägt sich in einer messbaren Veränderung der Hirnstromtätigkeit nieder, die erst 1970 entdeckt wurde. Damals untersuchte H. E. Krugman, welche Veränderungen sich im EEG zeigen, wenn eine Versuchsperson vom Lesen zum Fernsehen übergeht.Schon seine ersten Messungen ergaben, was sich später immer wieder bestätigte: Vor dem Fernseher nehmen die Beta-Wellen stark ab, die Alpha-Wellen werden dominant. Es tritt also beim Fernsehen der so genannte &quot;Alpha-Zustand&quot; ein. Was aber bedeutet das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neuere Forschung hat herausgearbeitet, dass im EEG die schnellen Betawellen immer dann die Alphawellen stark zurückdrängen, wenn ein bewusstes Erkunden und Abtasten der Umgebung stattfindet, indem die Augen ständig neu fixieren und akkommodieren. Verlieren die Augen aber den Sehgegenstand oder geben ihn auf, aus welchen Gründen auch immer, dann kehren die Alphawellen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen daran, dass es auf den Wahrnehmungs-Willen ankommt, mit dem in die Welt hinausgeblickt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn diese gerichtete Willenskraft die Augenmuskeln ergreift und auf einzelne Gegenstände lenkt, dann herrscht jene visuelle Aufmerksamkeit, die sich im EEG durch einen hohen Anteil von Betawellen auszeichnet. Zieht sich der Sehwille aber aus den Augen zurück, weil man sich entspannt oder das Bewusstsein ganz von inneren Bildern und Tätigkeiten in Anspruch genommen ist, dann treiben die Augenbewegungen führerlos umher, der Blick bekommt etwas Starres und Dumpfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In genau dieser Lage sind die Augen vor dem Fernseher: Die Fernsehbilder entstehen, wie wir sahen, vollständig erst im Körperinneren, auf der Netzhaut, nicht auf dem Schirm, auf dem die Augen sie suchen. So entsteht die außergewöhnliche Situation, dass der Blick ständig nach außen auf den Schirm fixiert bleiben muss, zugleich aber die Augenbewegungen vom Sehwillen verlassen werden, weil die eigentlichen Bilder gar nicht draußen zu finden sind. Sie werden vom Kathodenstrahl herein geschossen. Und doch werden sie so erlebt, als habe man sie wie bei einer regulären Sinneswahrnehmung durch eigene Willensanstrengung erworben. Man fühlt sich völlig wach und steht nichtsdestoweniger im Bann des Bilderstroms, der durch den willenlos gewordenen, hohlen Blick wie durch eine Pipeline auf die Netzhaut fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser von außen gesteuerte Zustand zwischen Wachen und Schlafen ist wohl am ehesten mit einer Hypnose vergleichbar, und tatsächlich zeigt das EEG während der Hypnose ganz ähnliche Symptome wie beim Fernsehen.&quot;(...)&lt;/cite&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mal abgesehen davon, dass ein eeg keine &quot;symptome&quot; zeigen kann - warum lassen sich solche thesen nicht verifizieren, bzw. warum ist darüber nichts weiter bekannt? und wie würde sich dieser sachverhalt bei den neuen hochauflösenden bildschirmtechniken darstellen? die erwähnten alphawellen waren ja schon im ersten teil thema, und wir sollten den sog. &quot;eliten&quot; schon soviel instrumentelle intelligenz zutrauen, dass sich zumindest einige ihrer mitglieder über die bedeutung des zustands von untertanen, die sich bevorzugt im alphabereich aufhalten, im klaren sind. wenn wir uns einerseits die verbreitung möglicher tranceinduzierender quellen - musik, drogen, fernsehen - im leben anschauen, andererseits die normalität von dissoziierenden und fragmentarischen &quot;ich&quot;-zuständen in dieser gesellschaft registrieren, ist es kein allzuweiter weg mehr zu möglichen antworten auf die frage: warum ist es gesellschaftlich im angesicht einer systemkrise so verdammt ruhig? das kann nicht nur an den offenen und versteckten repressionsdrohungen liegen, auch nicht nur an resignation. eher sind tatsächlich zustände stark mitbeteiligt, die sich im weitesten sinne als &lt;i&gt;&quot;hin-und-weg&quot;&lt;/i&gt;-zonen bezeichnen liessen - die alpha- (und theta) bereiche in unseren köpfen. es bleibt ein voläufiges fazit übrig, welches ich&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1237699/&quot;&gt;früher&lt;/a&gt; &lt;b&gt;mal so formuliert hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;linke ansätze, die die relevanz der strukturen des menschlichen gehirns und nervensystems sowie die daraus resultierenden wahrnehmungs(un)fähigkeiten und -möglichkeiten als eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste basis für das gesamte menschliche soziale leben nicht in betracht ziehen, nicht wahrnehmen oder ignorieren wollen, können keinerlei tatsächlich emanzipative entwicklung in gang bringen. sie können vielleicht, in besonderen historischen situationen und unter besonderen umständen, voraussetzungen dafür schaffen, dass eine gesellschaft weniger traumatische gewalt erlebt, dass die intellektuellen reflektionsmöglichkeiten durch bspw. breite alphabetisierung überhaupt erst in den bereich des möglichen kommen können u.ä. - aber sie können und konnten bisher nicht die grundsätzlichen tiefenstrukturen erreichen, in denen die prozesse ablaufen, die u.a. hier im blog ständig thema sind.&quot;&lt;/cite&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: dem bleibt auch aus meiner sicht wenig hinzuzufügen, ausser vielleicht die bemerkung, dass die &lt;i&gt;aufhebung der fragmentierung&lt;/i&gt; - oder auch die integration der dissoziierten teile - eine durchaus revolutionäre aktion darstellt, und eben nicht die zementierung dieser strukturen. &lt;i&gt;konstruktivismus&lt;/i&gt; als ein teil / ausdruck dieser dissoziation ist bezgl. der menschlichen psychophysis etwas, was sich höchstens sekundär in bereichen wie der kunst ausdrücken sollte - und nicht als &lt;i&gt;existenzform&lt;/i&gt;. musikalischer konstruktivismus hingegen kann sehr gut klingen, demonstriert in einem beispiel von dj shadow:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/IgJ-kKAWa68&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/IgJ-kKAWa68&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: wenn dieses gespräch nicht in der rubrik &quot;assoziation&quot; laufen würde... hätte selbst ich mit unseren sprüngen so meine schwierigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: unterschätz die leserInnen nicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich (murmelnd)&lt;/i&gt;: naja, jede/r kann ja nachfragen... aber sag mal, ist das eigentlich alles wirklich explizit &lt;i&gt;sommerliche musik&lt;/i&gt;, was jetzt so zu hören war? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: oh, ich hätte da noch zwei besondere tipps, von denen der eine etwas ist, was sich besonders für flirrend heisse sonntagnachmittage in verlassenen industrie- oder hafengebieten eignet -&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.stadtgruenlabel.net/index.php?locator=releases&amp;id=3&amp;track_id=15&quot;&gt;martin donaths &quot;véranda&lt;/a&gt; &lt;b&gt;macht nicht nur deutlich, was sich hinter &lt;i&gt;deep house&lt;/i&gt; verbergen kann, sondern hat sich zumindest bei &lt;i&gt;uns&lt;/i&gt; wie selten zuvor sofort in ganze bilderwelten der beschriebenen art umgesetzt. sehr melancholisch. und wie gesagt: &lt;i&gt;ein staubiges, verlassenes, hitzeflimmerndes industriegebiet&lt;/i&gt; ist das ambiente der wahl zum hören. anders geht´s dabei irgendwie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und dann zum schluß sozusagen sommer pur - klischee, ick hör´ dir trapsen - aus der karibik. das &lt;i&gt;erdet&lt;/i&gt; irgendwie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/qluC9WATOKE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/qluC9WATOKE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(abgang, zusammend wegtänzelnd).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-05T11:23:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ein-internes-krisengespraech-mit-sommerlicher-musik-1/">
    <title>assoziation: ein internes krisengespräch mit (sommerlicher) musik (1)</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-ein-internes-krisengespraech-mit-sommerlicher-musik-1/</link>
    <description>&lt;b&gt;nachdem ich in den vergangenen wochen einen großteil der zeit lohnarbeiten musste / konnte / durfte (alle drei begriffe lassen sich aus verschiedenen perspektiven begründen), und zwar in einem teilweise arbeitsbedingten subtropischen klima, dazu weniger schlaf bekam als eigentlich gewohnt, kehre ich nun mit einem experiment zurück - teils noch beschäftigt mit einigen aspekten aus dem, was hartmut finkeldey als&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/07/14/rueckblick-blog-battle-6515233/&quot;&gt;&quot;blogbattle&quot;&lt;/a&gt; &lt;b&gt;bezeichnet, teils fasziniert vom blick auf einiges liegengebliebene und aktuelle, entstand über mehrere tage ein inneres zwiegespräch (körperlich anstrengende und teilweise monotone arbeit kann für solches recht förderlich sein), welches sich im weitesten sinne über verschiedenen fragmente der &lt;i&gt;krise&lt;/i&gt; - und zwar in ihrer umfassendsten form, nämlich als virulente und tiefgreifende systemkrise - drehte. es folgt der versuch, einige zentrale punkte daraus auch den leserInnen zugänglich zu machen. das gespräch führten ein westlich sozialisiertes und geprägtes gebilde, welches sich als &quot;ich&quot; versteht, sowie... aber das erzählen Ihnen die beteiligten am besten selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich: &quot;Dass Realität nur noch simuliert wird, hat sich nicht geändert.&quot;&lt;/i&gt;&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30753/1.html&quot;&gt;schrieb&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ralf streck neulich bei telepolis bezgl. der wirtschaftskrise - bloß stellt sich die frage, ob das nicht generell für das leben im totalitären kapitalismus gilt - es laufen nicht nur die obligatorische &lt;i&gt;demokratiesimulation&lt;/i&gt;, deren&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/971179/&quot;&gt;ritueller höhepunkt&lt;/a&gt; &lt;b&gt;hierzulande im september mal wieder mit viel trara zelebriert werden wird sowie via aufschwunggerede die verbreitung der illusion vom immerwährendem wachstum (welches dazu schon seit längerem unverholen als primär sinnstiftendes element des gesamten menschlichen lebens verkauft wird), nein, es laufen dazu solche sprachmagischen simulationen wie die vom &lt;i&gt;friedenseinsatz&lt;/i&gt; in afghanistan und der &lt;i&gt;sicheren&lt;/i&gt; atomkraft. begleitet von&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://konsumpf.de/?p=4952&quot;&gt;meldungen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, in denen so interessante worte auftauchen wie &lt;i&gt;analogkäse&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;formfleisch&lt;/i&gt;. all das stößt nun nicht auf breitesten widerstand gegen diese gleichzeitig so destruktive wie interessante art der breit angelegten &lt;i&gt;de-realisierung&lt;/i&gt; des lebens, sondern eher ist etwas zu beobachten, was an anderer stelle ein user im erwerbslosenforum wie folgt&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/42765-cdu-fdp-planen-versch%E4rfung-hartz-iv-gesetze.html#post453920&quot;&gt;beschreibt&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Das ist noch viel schlimmer. Es ist nicht nur Fun abgesagt, irgendwie schaffen es auch (vermeintlich) intelligente Leute die Realität vollkommen - und ich meine VOLLKOMMEN - auszublenden, respektive gar nicht wahrzunehmen. Ich habe versucht das zu analysieren. Die leben tatsächlich in einer anderen Welt - das für sich genommen ist eigentlich noch &quot;normal&quot;. Das sie aber so gar nichts außerhalb ihrer wirklich kleinen, sehr sehr kleinen Welt mitbekommen, betrachte ich nicht mehr normal. Trotzdem ist es so. Tatsächlich ist es so das sie nicht ausblenden - das was sie ausblenden könnten/würden/müßten ist einfach nicht vorhanden - sondern nicht wahrnehmen, es existiert für sie tatsächlich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du solchen Leuten mit (deiner) Realität kommst, bist du einfach nur ne negativ gestimmte Spaßbremse. Und von solchen Leuten gibt es unglaublich viele...&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun, verdrängungen gehören seit eh und je zur grundausstattung aller auf  gewalt beruhenden hierarchischer gesellschaften wie unserer. die frage stellt sich aber tatsächlich, ob es sich inzwischen nicht so verhält wie oben beschrieben - das die realität von vielen nicht nur mehr verdrängt wird, sondern regelrecht &lt;i&gt;abgespalten&lt;/i&gt; - ich weigere mich bisher, anzunehmen, dass eine im verhältnis recht große minderheit innerhalb der bevölkerung hier inzwischen analog dem extremfall der soziopathen nun ebenfalls nur noch vorwiegend im konstruktivistischen modus &quot;wahrnehmen&quot; kann, besser gesagt sich kompensatorisch eigene &quot;realitäten&quot; konstruiert - auch, wenn das breiteren teilen der sog. &quot;eliten&quot; durchaus zu unterstellen ist. aber...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: wer a sagt, muss nicht unbedingt auch b sagen, ganz recht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: wer bist du denn? und warum lässt du mich nicht ausreden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (kichernd)&lt;/i&gt;: da du in einem gewissen sinne auch aus mir bestehst oder auch ich du bin, ist die letzte frage ein kleines hübsches paradox, mal abgesehen von ihrer impliziten überflüssigkeit. und wer &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; bin? nun, laut einigen modellen der entsprechenden forschung kann ich mich als &lt;i&gt;neuronales subnetzwerk&lt;/i&gt; in unserem kopf verstehen und...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: halt! was heisst hier &quot;unserer kopf&quot;? das bin ich! und subnetzwerke kenne ich nur im kontext von&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.infonetz-dissoziation.de/p-dissoziation.html&quot;&gt;dissoziationen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;: &lt;cite&gt;&quot;Zwei oder mehr mentale Inhalte oder Prozesse, die normalerweise miteinander in Verbindung stehen (z.B. Bilder eines Erlebnisses, dazugehörige Gefühle und im Gedächtnis gespeicherte Erfahrungen aus früheren Situationen), werden nicht miteinander in Beziehung gesetzt und dadurch nicht in Bewusstsein, Gedächtnis und/oder Selbstbild integriert. Hiervon können unterschiedliche mentale Inhalte wie z.B. Sinneseindrücke, Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, Körperempfindungen, Handlungsimpulse oder Bewegungsabläufe betroffen sein. (...) Dissoziative Reaktionen sind zunächst einmal eine völlig normale Form der Informationsverarbeitung. Dissoziative Alltagsphänomene treten je nach individueller Dissoziationsfähigkeit bei jedem Menschen mehr oder weniger häufig auf und werden normalerweise nicht als belastend oder unangenehm erlebt. Typische Beispiele sind die sogenannte &quot;Autobahntrance&quot;, bei der man quasi &quot;per Autopilot&quot; fährt, automatisch auf die jeweilige Verkehrssituation reagiert, aber in Gedanken weit weg ist und kaum registriert, was während der Fahrt passiert, Mini-Erinnerungslücken, z.B. wenn man von einem Raum in den anderen geht und plötzlich nicht mehr weiß, was man dort wollte oder die Fähigkeit, z.B. bei einem Kinobesuch so stark in die Handlung abzutauchen, dass man kaum mitbekommt, was um einen herum passiert.&quot;&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (gelangweilt)&lt;/i&gt;: jaja, DAS musst du gerade mir nicht erzählen - ich kenne diese prozesse in- und auswendig, weil ich sozusagen diese prozesse BIN. und bild dir bloß nicht ein, dass du &lt;i&gt;unser&lt;/i&gt; kopf bist. eher bist du genauso ein fragment wie ich, mit dem unterschied, dass mir diese fragmenthaftigkeit durchaus bewusst ist, während du dir einbildest... eben DU, also &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt;, zu sein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: hä? wir? wer soll das sein? und das dir etwas bewusst sein soll, möchte ich doch stark bezweifeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (in nachsichtigem tonfall)&lt;/i&gt;: ach, bevor du gleich richtig ärgerlich wirst, chillen &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt; doch lieber etwas...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/7g0AnudwyEw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/7g0AnudwyEw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich (verträumt)&lt;/i&gt;: yo, der groove der 90er im stil der 1970er - das ist musik für sonnendurchflutete landschaften mit schattenspielenden bäumen - und tatsächlich ist da ein sample von herbie hancocks &lt;i&gt;chamäleon&lt;/i&gt; drin, wie ein kommentar feststellt - ich hab´ mich die ganze zeit gefragt, woher mir der bass bekannt vorkommt &lt;i&gt;(augen geschlossen)&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego (grinsend)&lt;/i&gt;: ja, es ist immer wieder sehr angenehm, sich im&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gehirnwellen#Alpha-Wellen&quot;&gt;alpha-bereich&lt;/a&gt; &lt;b&gt;aufzuhalten. repetitive beats sind dafür eigentlich ein mittel der wahl, zumal heute für die allermeisten problemlos verfügbar - und mit eigenen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.peter-matussek.de/Pub/A_37.pdf&quot;&gt;trommeln&lt;/a&gt; &lt;b&gt;wie bongos lässt sich der alpha-bereich selbst erreichen, wie du dich sicher erinnern kannst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Denn die Trommel ist in allen Ekstasepraktiken das bevorzugte Vehikel, wenn es gilt, auf die Seelenreise zu gehen. Der Schamane löst sich unter dem Rhythmus der Trommel von seinem körperlichen Dasein, um eine verlorene Seele zurückzuholen oder Dämonen nachzustellen.&lt;br /&gt;
Hinsichtlich dieses Motivs vom Seelenritt gibt es offenbar interkulturelle Gemeinsamkeiten.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: ja, sicher gibt es die. zumal&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schamanismus-information.de/&quot;&gt;schamanismus&lt;/a&gt; &lt;b&gt;in einem gewissen sinne die älteste &quot;bewusstseinstechnik&quot; der spezies darstellt - uralt und von sibirien bis australien, von afrika bis in die amazonaswälder, von skandinavien bis nordamerika bis heute in relikten vorhanden. wahre meister der trance, und damit auch meister der dissoziativen zustände. und gleichfalls die urform aller psychotherapie wie auch vermutlich aller religion, was im obigen zitat schon durch die &lt;i&gt;dämonen&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;verlorenen seelen&lt;/i&gt; deutlich wird. gleichfalls ist in dem zusammenhang interessant, dass in sog. primitiven gesellschaften laut anarchistischen anthropologen die schamanen sehr verschiedenen einfluss besaßen - und zwar abhängig vom jeweiligen &lt;i&gt;umgang mit kindern&lt;/i&gt;: war der eher streng und repressiv, so waren die schamanen düstere, &lt;i&gt;beängstigende&lt;/i&gt; und machtvolle gestalten, mit einigem einfluß auf die gesamte jeweilige sozialstruktur, und in deren hierarchie weit &quot;oben&quot; angesiedelt. wurden die kinder hingegen liebevoll aufgezogen, so war die stellung der schamanen bei weitem keine machtposition, sondern eher die von teils belächelten &lt;i&gt;außenseitern&lt;/i&gt;, die wenig ernst genommen wurden. (entsprechende infos siehe zb. harold barclay, &quot;völker ohne regierung. eine anthropologie der anarchie&quot;. edition schwarze kirschen, libertad verlag, berlin 1985). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich bin mir sicher, dass in dieser beobachtung etliche wichtige informationen stecken, die einiges über das entstehen und das funktionieren politischer, aber auch religiöser machtsysteme verraten können. wenn repressiver umgang mit kindern zu menschen mit traumatischen beschädigungen führt, diese sich wiederum zentral in dissoziativen zuständen verschiedener ausprägung und intensität manifestieren, dann sind menschen in einer solchen sozialstruktur, die mit diesen zuständen bei sich und anderen &lt;i&gt;manipulierend agieren&lt;/i&gt; können, und, vielleicht noch wichtiger, sie mittels &lt;i&gt;großer geschichten&lt;/i&gt; anscheinend sinnvoll &lt;i&gt;interpretieren&lt;/i&gt; können - der kontakt mit den toten ahnen stellt dabei nur ein beispiel dar - , dafür prädestiniert, eine zentrale position einzunehmen. in diesem sinne ist die vereinzelt geäusserte auffassung, dass auch leute wie bspw. hitler eine art schamane - und zwar der bösartigsten sorte - darstell(t)en, nicht mehr ganz so abstrus wie beim ersten hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: wobei nicht vergessen werden sollte, dass schamanen - oder leute in adäquaten positionen - aus heutiger sicht bevorzugt aus der gruppe von menschen mit schweren psychophysischen störungen ausgewählt wurden - von epilepsie bis hin zu den verschiedenen arten von psychosen. es ist da durchaus eine art roter faden erkennbar, und das sage ich sogar aus meiner beschränkten position, die gleichzeitig weniger beschränkt ist als deine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: willst du dich mit mir streiten? du bist doch im wahrsten sinne des wortes ein &lt;i&gt;alpha-männchen&lt;/i&gt;, ein produkt dissoziativer vorgänge...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...im körper, der wir sind. deshalb würde ich mich ja eher als &lt;i&gt;theta&lt;/i&gt; beschreiben, während du ein &lt;i&gt;beta-produkt&lt;/i&gt; bist - und noch dazu eingebildet, weil du fälschlich glaubst, das sagen zu haben. was definiv ein irrtum ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ja, sicher bin ich ausdruck von dissoziation. und ich denke, über die konsequenzen dieser aussage bist du dir selbst durchaus im klaren. aber es wird wieder zeit für ein wenig tranceinduzierende musik, und der track &lt;i&gt;liquid summer&lt;/i&gt; passt nicht nur zu den vergangenen und hoffentlich noch kommenden tagen, sondern kann auch bestens die wirkung von techno illustrieren - play it loud und mit viel bass:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/oNry6AOP8Ho&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/oNry6AOP8Ho&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich (wippend)&lt;/i&gt;: naja, wenigstens liegen wir nicht so derart im clinch, dass das zu völlig unterschiedlichen musikalischen vorlieben führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: wobei mir wieder das einfällt, was &lt;i&gt;wir (zieht eine augenbraue hoch)&lt;/i&gt; in der vergangenheit speziell zu&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/4996927/&quot;&gt;trauma und musik&lt;/a&gt; &lt;b&gt;bzw.&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/5002537/&quot;&gt;traumatischen tönen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;geschrieben haben - insbesondere beim letzteren die bemerkungen zu einigen hintergründen von detroit-techno und carl craig. du weisst genausogut wie ich, dass die wirkung eines tracks wie oben völlig unterschiedlich sein kann, je nachdem ob er über kopfhörer oder inmitten einer tanzenden menge gehört wird. beim ersteren können die dunkleren bis bedrohlichen aspekte überwiegen, während beim letzteren eher die euphorie kickt - &lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Trance&quot;&gt;eutrance&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, während alleine mit der musik auch &lt;i&gt;dystrance&lt;/i&gt; auftreten kann. unter bestimmten voraussetzungen kann das aber natürlich auch umgekehrt sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: komm mal auf den punkt. wie du oben nachlesen kannst, bin &lt;i&gt;ich (betont)&lt;/i&gt; bei den derzeit zu beobachtenden simulierten realitäten gestartet...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...die, wie &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt; immer wieder unterstreichen, als eine art materialisierter gesamtskulptur vieler ähnlicher &lt;i&gt;neuronaler konfigurationen&lt;/i&gt; verstanden werden können. und aller wahrscheinlichkeit nach zu einem nicht geringen teil einiges mit verschiedenen trancezuständen - oder eben dissoziativen zonen - zu tun haben, darauf basieren und darüber funktionieren. letzteres haben schon die nazis &quot;gewusst&quot; und benutzt, gerade bei den masseninszenierungen - licht, feuer und nicht zuletzt marschmusik erzeugten gewollte&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/894053/&quot;&gt;völkische eutrance&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;(...)Es gibt ein weiteres Schlüsselerlebnis für mich in der Hitlerjugend, von dem ich meine, daß es ganz typisch ist. Kein intellektuelles Erlebnis, aber es schließt an die Frage an, die Sie mir gestellt haben. Bei einer Sonnwendfeier hatte ich meinen ersten Orgasmus. Da war ich zwölf. Die ganze aufkommende Sexualität wurde umgelenkt auf diese Erlebnisse. Es war im Herbst 1933.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erlebte die erste große Kundgebung der Hitlerjugend, der Jungen und Mädel zwischen 10 und 18. Es war in Hameln. Wir hatten uns versammelt auf einem Platz, die Fackeln wurden ausgeteilt, jeder kriegte eine. Das hatte ich bisher nur bei Erwachsenen gesehen. Dann mußten wir uns - was vorher sehr geübt worden war - aufstellen im Glied. Dann ging jemand um und steckte die Fackeln an. Ich erinnere mich noch an ein umheimlich tolles Gefühl von Weihe und Heiligkeit und unerhörter Verzauberung, wie ich dann dieses Feuer in der Hand hatte. Dann bewegte sich dieser ellenlange Zug durch Hameln, und die Leute standen am Straßenrand. Da sah man keine Gesichter, sondern nur eine unklare Mauer von Menschen. Und es waren viele, die am Straßenrand standen. Viele, viele - dieses Gefühl von vieIe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist überhaupt bei mir mit diesem Erlebnis verbunden - von &quot;unheimlich viele und ein kleiner Bestandteil von etwas ungeheuerlich Großem zu sein! Die Reihen bewegten sich, voran hörte man die Musik, im Gleichschritt war ich als ein Glied dieses glühenden Zuges eingeschlossen. Und der Gedanke war in mir, dieses Gefühl, in dem alles sonst verbrennt: Wir, das sind wir.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich (schüttel mich)&lt;/i&gt;: wuah, immer wieder eindrucksvoll - und deprimierend, weil das zitat deutlich macht, auf welch tiefen ebenen ein primär als &quot;politisch&quot; begriffenes phänomen wie der faschismus ansetzt, und potenziell bis heute ansetzen könnte - was bis heute gerade von &quot;der linken&quot; immer noch kaum verstanden worden ist, nicht zuletzt aufgrund der fetischisierung der instrumentellen rationalität und der abfeierei abstrakter theoriegebäude. nichts grundsätzlich gegen abstaktionen, aber als menschliche wesen sind wir einfach eine ganze menge mehr (ausnahmen bestätigen auch hier die regel). um den horst-wessel-marsch aus dem virtuellen ohr zu bekommen, brauche ich jetzt eine dosis drum`n´bass - wenn um 3:10 die flächen und das saxophon einsetzen, wird das herz weit und ein lächeln steigt auf...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/zgDUekBZfWc&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/zgDUekBZfWc&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: soso, das herz wird weit und ein lächeln steigt auf? muss ich das extra sagen, dass sich das &lt;i&gt;funktionell&lt;/i&gt; nicht groß von dem unterscheidet, was die alte frau oben aus ihrer mädchenzeit erzählt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;: quark. natürlich muss es funktionelle gemeinsamkeiten geben, schließlich war die kein marsmensch mit grundsätzlich anderer psychophysis. aber es gibt eben qualitative unterschiede - wer fährt warum auf welche art von rhytmen ab, und was erzeugt bei wem welche dissoziativen zustände? das wären die damit verbundenen fragen. wobei es natürlich auch interessant ist, dass heutige nazis sich durchaus für so etwas wie&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gabber&quot;&gt;gabba&lt;/a&gt; &lt;b&gt;erwärmen können. wäre ebenfalls eine nachforschung wert, ob sich bspw. ein ernst jünger in seinen letzten jahren zu techno geäussert hat - die geschwindigkeit bestimmter richtungen in kombination mit dem industriellen und maschinellen touch lassen sich durchaus als fortsetzung bestimmter linien der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sterneck.net/musik/futurismus/index.php&quot;&gt;futuristischen musik&lt;/a&gt; &lt;b&gt;begreifen, die wiederum fließende grenzen besonders zwar zum italienischen faschismus, aber in einigen teilen auch zur sog. ästhetik des ns aufweist. wobei ich da &lt;i&gt;kraftwerk&lt;/i&gt; mit ihrer verherrlichung des roboterhaften eher in der tradition sehen würde als bspw. die us-amerikanischen technowurzeln in detroit, die primär aus der afroamerikanischen musiktradition stammen. und ein song aus den tiefen 70ern wie &lt;i&gt;sun goddess&lt;/i&gt; von ramsey lewis und den unvergleichlichen earth, wind &amp; fire macht diese andere qualität mehr als deutlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/DbTcSaT5oYs&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/DbTcSaT5oYs&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das waren noch zeiten damals in der bevorzugten landdisco...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;alter ego&lt;/i&gt;: ...als reagan, thatcher und kohl gerade dabei waren, ihre zerstörungswerke zu beginnen. aber in diesem fall war die musik tatsächlich einer anderen epoche zugehörig. lässt sich auch atmosphärisch spüren, wie ich finde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und damit ist das ende des ersten teils erreicht, in dem es einige ungeplante abschweifungen gab. im zweiten teil wird´s dann wieder aktueller und &lt;i&gt;kriselnder&lt;/i&gt; werden; ebenfalls mit viel auf die ohren.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-24T13:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-faellt-peak-oil-noch-drastischer-aus-als-erwartet/">
    <title>assoziation: fällt &quot;peak oil&quot; noch drastischer aus als erwartet?</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-faellt-peak-oil-noch-drastischer-aus-als-erwartet/</link>
    <description>&lt;b&gt;für den heutigen sonntagsblues sage ich mal ein &lt;i&gt;must read!&lt;/i&gt; an, und den impuls fühle ich selten genug - aber es gibt geradezu sensationelle (mir fällt gerade kein passenderer begriff ein) neue informationen, die den zusammenhang zwischen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/5288405/&quot;&gt;peak oil&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und der sich immer deutlicher manifestierenden&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-es-gibt-systemkrise-baby/&quot;&gt;systemkrise&lt;/a&gt; &lt;b&gt;nicht nur unterstreichen und meiner meinung nach sehr nachvollziehbar machen, sondern diese verbindung sozusagen mit einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.oelschock.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=92:wahrer-absturz-der-netto-energie-aus-erdoel&amp;catid=14:definition&amp;Itemid=6&quot;&gt;grellen leuchtenden rot&lt;/a&gt; &lt;b&gt;hervorhebt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Eine neue Studie stellt alle derzeitigen Nachrichten in den Schatten. David Murphy hat unter dem Titel The Net Hubbert Curve: What Does It Mean? den Einfluss steigenden Energieaufwands bei gleichzeitig abnehmender Erdölförderung untersucht. Das Ergebnis lässt selbst hartgesottene Zweifler der derzeitigen Industriezivilisation erzittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hintergrund ist, dass es Erdöl braucht um nach Erdöl zu bohren. Zieht man die Menge des zur Förderung aufgebotenen Erdöls von der Menge des geförderten Öls ab, bekommt man die Netto-Energie, die der Gesellschaft anschließend für andere Zwecke zur Verfügung steht (den Quozienten aus Ertrag und Aufwand nennt man Erntefaktor, dieser gilt sinngemäß für alle Energiequellen). Im Jahre 1930 bekam man etwa 100 Fass Erdöl für jedes Fass, das man investierte, 1970 waren es nur noch dreißig und im Jahr 2000 gar nur noch 11 Fass. Dieser Trend wird sich so fortsetzen, gerade beim Ausbeuten von Tiefsee- und Polaröl, das gigantische Aufwendungen benötigt. Murphy extrapolierte also den beobachteten Trend aus totaler Erdölförderung und Netto-Energie und kam zu folgender Prognose:&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich möchte hier nur die vielleicht gravierendste konsequenz aus dieser studie erwähnen: unserer spezies bleiben danach gerade noch &lt;i&gt;20 jahre&lt;/i&gt;, um vor allem die ökonomische infrastruktur - incl. produktion, transport, landwirtschaft etc. - global auf das post-öl-zeitalter umzustellen. aber nicht nur das nötige problembewusstsein sowie der nötige wille zu den nötigen umwälzenden prozessen ist weit und breit nicht zu sehen, auch und gerade die &lt;i&gt;materiellen&lt;/i&gt; voraussetzungen, die benötigt werden, um bspw. angepasste techniken zu entwickeln - was den übergang zumindest nicht ganz so ruppig machen würde, aber beim heutigen stand der technik vorläufig weiterhin in vielen bereichen die nutzung von erdöl impliziert -, werden mit jedem kommendem jahr in diesem leider sehr plausiblen countdown schwieriger, teurer und vor allem in ihrer verfügbarkeit geringer werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sicher, man kann solche studien anzweifeln und in frage stellen - genauso, wie man die haltung der drei affen einnehmen kann. für alle anderen jedoch wird es dringend zeit, sich tatsächlich mit den möglichen worst-case-szenarien auseinanderzusetzen, die beim zerfall der globalisierten industrialisierten welt nach westlichem muster potenziell denkbar sind. wer den sonntag dazu nutzen will, könnte sich zum anfang mit zwei online lesebaren romanen beschäftigen:&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autorin.eva-marbach.net/peakoil.htm&quot;&gt;jenseits des ölgipfels&lt;/a&gt; &lt;b&gt;sowie&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autorin.eva-marbach.net/peakoil-reloaded.htm&quot;&gt;peak oil reloaded&lt;/a&gt; &lt;b&gt;der autorin eva marbach geben erste hinweise gerade auf die alltagsprobleme, die sich mit den zunehmenden auswirkungen des peaks ergeben werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei: die verhältnisse, die sich aus dem zusammentreffen von peak oil nicht nur mit der sich immer noch verschärfenden weltwirtschaftskrise, sondern auch anderen ressourcenkrisen (wasser!), den folgen des klimawandels (die sich zunächst ebenfalls in möglichen verteilungskriegen v.a. um land, massiven flüchtlingsbewegungen und zunehmenden politisch-sozialen instabilitäten manifestieren werden), sowie - und das betrachte ich als eigentliche katastrophe - dem ebenfalls global wahrnehmbaren phänomen des zerfalls der sozialen basis vieler gesellschaften bzw. dem zugrundeliegenden teilweisen oder auch kompletten der individuellen sozialen fähigkeiten vieler menschen (wie ich ihn fragmentarisch im blog zu dokumentieren versuche) ergeben, sind vermutlich etwas, was auch die phantasie des düstersten apokalyptikers überfordern dürfte. es wird höchste zeit, sich darüber klar zu werden, das die nicht mehr abreissenden botschaften des kommenden eine schwere, andauernde und fatale &lt;i&gt;überlastung&lt;/i&gt; der inneren schutzmechanismen bei vermutlich fast allen von uns mit sich bringen werden, was ein im besten sinne ganzheitlich &lt;i&gt;vernünftiges&lt;/i&gt; umgehen mit dieser historischen konstellation, die einen absoluten und vermutlich entscheidenden wendepunkt in der menschlichen geschichte anzeigt, fast unmöglich erscheinen lassen - wir werden uns auf alle möglichen bekannten und noch unbekannten arten der &lt;i&gt;inneren flucht&lt;/i&gt; (in diverse virtuelle räume, zu denen auch die verschiedenen arten von  wahnsinn zu rechnen sind) als massenphänomen einstellen müssen. und das ist nur &lt;i&gt;ein&lt;/i&gt; punkt unter vielen, die am horizont sichtbar werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz ernsthaft: aus meiner sicht und mit berücksichtigung der mir realistisch erscheinenden szenarien sowie der wahrnehmbaren entwicklungen steuern wir rasend schnell auf einen punkt zu, an dem sich nur noch eine einzige alternative für die überwiegende mehrheit aller menschen stellen wird. und die lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(die art unseres lebens radikal) ändern oder sterben&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;.</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-28T02:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-4/">
    <title>assoziation: der umgang mit der krise in deutschland (4)</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-4/</link>
    <description>&lt;b&gt;(zu den&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-3/&quot;&gt;vorherigen teilen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;So ist es ja immer gewesen, dass die Deutschen entweder andere das Fürchten lehrten oder sich vor sich selber fürchteten. Nun merken wir, dass etwas sich verändert hat; das heißt, die anderen merken es. Roger Cohen, der Berlin-Korrespondent der New York Times, schrieb kürzlich in der Süddeutschen: »Die Welt steht Kopf  die Lage ist fürchterlich, aber die Deutschen sind glücklich!«(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kurzer auszug aus einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2009/21/Essay-Krise?page=all&quot;&gt;essay&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, der die frage stellt, &quot;was eigentlich aus der &lt;i&gt;german angst&lt;/i&gt; geworden ist&quot;. ich komme auf diesen artikel später nochmal zurück. vorher grabe ich nochmal im&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/5286780/&quot;&gt;letzten herbst&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, genauer ende oktober, wo ich folgendes skizziert hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;es ist vor dem eben umrissenen eigentlich kein wunder, dass bei der aussicht auf derart gewaltige um- und zusammenbrüche eine mehrheit der hiesigen bevölkerung nichts mitbekommen will - ja, will. denn auch wenn die materie gerade bezgl. der ökonomie komplex ist, so sind doch für alle interessierten die nötigen informationen (noch) vorhanden, um sich ein wie rudimentär auch immer ausfallendes bild der situation machen zu können. bezgl. dieses punktes gibt es keine entschuldigung. es muss also etwas mit der eigenen motivation, den verbreiteten inneren strukturen und auch mit der eigenen wahrnehmung zu tun haben, wenn hier bisher weiter &quot;alltag&quot; gespielt wird. ein wichtiger punkt ist dabei sicherlich die schon neulich aufgegriffene soziale trance, zu der die propagierung von &quot;privatheit&quot; (in der form als synonym von vereinzelung) sicher viel beiträgt. will sagen: uns fällt jetzt die allgemeine schädigung der beziehungsfähigkeiten (und damit auch schädigung der fähigkeiten zum kollektiven handeln) voll auf die füße. und als eine folge davon werden wir im zuge der weiteren eskalation der krise mit zunehmend destruktiver werdenden ängsten und aggressionen rechnen müssen&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jetzt, ein gutes halbes jahr später, scheint mir der zeitpunkt gekommen zu sein, um die im letzten satz genannte these erstmals auf ihre plausibilität zu überprüfen. das kann ich naturgemäß nur auszugsweise, weil ich weder über die möglichkeiten noch über die zeit verfüge, entsprechendes bundesweit gültiges datenmaterial zu sammeln und zu sichten. datenmaterial, welches ich vor allem in den rubriken der &quot;unpolitischen&quot;, &quot;privaten&quot; und &quot;alltäglichen&quot; gewalt suchen würde, denn - und den zusatz hatte ich damals nicht gemacht - gerade in diesen bereichen vermute ich das erste sichtbarwerden der destruktiven kollektiven tiefendynamik, welche diese umfassende systemkrise innerhalb einer bevölkerung unfehlbar mit sich bringen wird, die mehrheitlich nicht (mehr) fähig erscheint, sich qualitativ andere lebens- und existenzbedingungen auch nur vorzustellen und den herrschenden kapitalismus plus seine totalitär verdinglichenden wirkungen im gesamten sozialen leben als quasi-&quot;natürliches&quot; ansieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fangen wir also mal an mit dem kleinen und nicht repräsentativen überblick von entsprechenden meldungen, die mir in den letzten wochen und monaten so im gedächtnis hängen geblieben sind. da wären zum einen etliche großereignisse wie bspw. der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.wdr.de/themen/freizeit/brauchtum/karneval_2009/strassenkarneval/rosenmontag/polizeibilanz.jhtml&quot;&gt;rheinische karneval&lt;/a&gt; &lt;b&gt;im februar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Nachdem es schon an Weiberfastnacht teils aggressiv und gewalttätig zuging, kam es auch am Rosenmontag vor allem in Köln zu zahlreichen Schlägereien. In den anderen Karnevalshochburgen des Landes wurde nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich gefeiert.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;An allen Karnevalstagen zusammen haben die Beamten weniger Einsätze absolvieren müssen als im Vorjahr. Nur an Weiberfastnacht sei es gewalttätiger als sonst zugegangen, resümiert Baldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundespolizei im Kölner Hauptbahnhof verzeichnet einen sprunghaften Anstieg der Gewalt. Von Weiberfastnacht bis zum Abend des Rosenmontags wurden 19 Körperverletzungen gemeldet.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur ein großstadtphänomen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Doch nicht nur der Kölner Karneval wird von gewalttätigen Jecken massiv gestört. Auch die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis bemerkte eine zunehmende Gewaltbereitschaft. &quot;Mit von Jahr zu Jahr zunehmender Tendenz ist festzustellen, dass junge Leute kaum noch Interesse an Karneval selbst haben, sondern die Tage gemeinsam nutzen, um sich in jede Richtung auszuleben&quot;, erklärt Norbert Knappe von der Polizei in Bergisch Gladbach. Die Einsätze wegen körperlicher Gewalt sind von 69 Delikten im vergangenen Jahr auf 103 angestiegen.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und als bewohnerin von köln hatte&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://somluswelt.wordpress.com/2009/02/19/weiberfasnacht/&quot;&gt;somlu&lt;/a&gt; &lt;b&gt;damals in bezug auf karneval einen aspekt erwähnt, der auch in allen folgenden meldungen fast immer eine nicht unwesentliche rolle spielen wird - &lt;i&gt;alkohol&lt;/i&gt;.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von karneval in den april vor meine haustür nach bremen, wo bspw.&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/35235/1390202/polizei_bremen&quot;&gt;folgendes&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu verzeichnen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Bei drei verschiedenen Einsätzen wurde am Wochenende Widerstand gegen die einschreitenden Polizeibeamten geleistet. Auf dem Vegesacker Bahnhofsplatz trat und schlug ein 23 Jahre alter Mann auf Polizisten ein und zertrümmerte die Scheibe eines Streifenwagens. Am Werdersee trat eine 14 Jahre alte Jugendliche mit Füßen nach den Beamten und beschädigte die Tür eines Streifenwagens und in Bremen-Burg widersetzte sich ein 29 Jahre alter Bremer seiner vorläufigen Festnahme mit Fußtritten gegen die Beamten.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alle beteiligten waren im alter bis ca. 25, also nach allgemeinem verständnis noch jugendliche. bei zwei der fälle war ebenfalls alkohol im spiel. und bemerkenswert - selbst die polizeitypische überhöhung von &quot;widerstandshandlungen&quot; abgerechnet - fand ich vor allem das spontane attackieren der polizei seitens der verhafteten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ostern war zumindest hier bisher eine art festivität, die nicht durch irgendwelche besonders exzessiven &quot;feiern&quot; geprägt war - bis zu diesem jahr. wer sich ein wenig mit der geschichte der straßenkrawalle in der (alten) brd beschäftigt hat, wird den namen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/35235/1386192/polizei_bremen&quot;&gt;sielwallkreuzung&lt;/a&gt; &lt;b&gt;vermutlich schon mal gehört haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;In den frühen Morgenstunden des Ostersonntages blockierten zirka 250 bis 300 zum Teil erheblich angetrunkene Menschen die Sielwallkreuzung. Es wurde unkontrolliert Fußball gespielt und dabei auch die Oberleitungen der Straßenbahn getroffen. Der ÖPNV wurde daraufhin umgeleitet. Durchfahrende Taxen wurden von der Menge umringt und als Polizeikräfte vor Ort erschienen, wurden diese mit Flaschenwürfen attackiert.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hieß es in den ersten meldungen der lokalpresse seitens der polizei noch, das wäre alle ein werk von &quot;autonomen&quot; im zusammenspiel mit &quot;erlebnishungrigen jugendlichen&quot; gewesen, so wurde das später revidiert - es blieben nur die letzteren übrig. es kam übrigens in den letzten wochen noch öfter zu solchen fussballspielen nachts auf der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/35235/1393806/polizei_bremen&quot;&gt;gleichen kreuzung&lt;/a&gt; &lt;b&gt; - &lt;cite&gt;&quot;Heute Morgen hielten sich ca. 150 Personen im Bereich der Sielwallkreuzung in größtenteils aggressiver Grundstimmung auf. Sie spielten auf der Kreuzung Fußball, feuerten Leuchtraketen ab und hatten mitten auf der Kreuzung ein 120 Liter fassendes Müllgefäß in Brand gesetzt. Der Individualverkehr war blockiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eintreffenden Polizeikräfte wurden mit Flaschen beworfen und wüst beschimpft. Durch zügiges Vorgehen der Einsatzkräfte - u.a. unter Einsatz von Diensthunden - wurde die Kreuzung geräumt.&quot;(...)&lt;/cite&gt; -, was eine größere öffentliche debatte unter forderung nach mehr polizeipräsenz nach sich zog. und stellt das umfunktionieren der kreuzung besonders nach werder-spielen oder auch bei welt- und europameisterschaften schon eine art tradition dar, so war dieses jahr das erste mal zu beobachten, wie nicht nur ostern, sondern (s.o.) auch noch ein paar wochenenden später sich jeweils eine menge &lt;i&gt;ohne&lt;/i&gt; einen solch &quot;formalen&quot; anlaß versammelte, mit anschließenden weiteren polizeieinsätzen. es hat fast den anschein, als würden sich die über jahre berüchtigten &quot;silvesterkrawalle&quot; rund um die kreuzung jetzt unregelmäßig auf das ganze jahr ausdehnen. nächsten mittwoch dürfte anläßlich des uefa-pokal-endspiels unter bremer beteiligung - und vor einem feiertag - ähnliches zu beobachten sein, wobei der gleichfalls beginnende kirchentag am selben abend vermutlich für eine sehr seltsame kombination von sich auf der straße befindlichenden menschen sorgen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber ostern war auch an anderen orten - wie zb. einem großen und ebenfalls seit jahren stark besuchten osterfeuer am weserstrand - gekennzeichnet von maßlosen alkoholkonsum sowie teils schweren übergriffen und überfällen, in einem fall einer messerstecherei, bei denen überall ebenfalls jugendliche bis 25 - meist noch jünger - beteiligt und betroffen waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bleiben wir noch ein wenig beim stichwort fussball, der ja nicht nur in seiner kommerziellen &quot;profi&quot;-variante und nicht nur in massenpsychologischer hinsicht einige&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/2314072/&quot;&gt;funktionen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;erfüllt, sondern sich dadurch auch als eine art gesellschaftlicher seismograph nutzen lässt. vor ein paar tagen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1756591_Fussballgipfel-Ultras-lassen-die-Polizei-ratlos.html?sid=5fa24d9a9ebd1ffb12c7355b29e2bbaa&quot;&gt;beschwerte&lt;/a&gt; &lt;b&gt;sich wieder einmal die polizei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Pro Spielsaison summierten sich die Einsatzzeiten von Polizeibeamten mittlerweile auf 1,3 Millionen Stunden, berichtet Jürgen Schubert, Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder. Jedes Wochenende würden deutschlandweit rund 800 Spiele von Beamten begleitet.&lt;br /&gt;
Die enorme Zahl lässt sich einerseits auf das Phänomen zurückführen, dass selbst in den unteren Ligen, die Gewaltbereitschaft von Fangruppen zunimmt. Ein zweiter Grund ist die Entwicklung der Ultras-Bewegungen, die der Polizei Kopfschmerzen bereiten. Aus den einstigen Kritikern der Kommerzialisierung des Fußballs, gehen nach Darstellung der Polizeivertreter immer öfter gewaltbereite Gruppen hervor.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei bzgl. der &quot;ultras&quot; noch anzumerken wäre, dass sich hier die wahrnehmung der polizei naturgemäß von der wahrnehmung der fans krass unterscheidet (interessierte stöbern bitte&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.aktive-fans.de/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
soweit wie gesagt ein paar nicht repräsentative, subjektive und schlaglichtartig ausgewählte meldungen in sachen &quot;unpolitischer&quot; gewalt aus den letzten monaten. die verzerrenden medialen einflüsse sowie die interessen der polizei schon berücksichtigt: was können uns solche meldungen nun in hinsicht auf die ausgangsfrage sagen? sind sie überhaupt aussagekräftig? immerhin waren ja bei den gleichen anlässen zeitgleich teils tausende menschen unterwegs, die nun nicht in irgendeiner form &quot;polizeilich auffällig&quot; geworden sind. und da ist schon die erste einschränkung: die aktuelle &lt;i&gt;qualität&lt;/i&gt; der hiesigen sozialen beziehungen sowie der allgemeine individuelle psychophysische &quot;durchschnittszustand&quot; lässt sich meiner meinung nach aus solchen meldungen nur beschränkt ableiten, nicht zuletzt deshalb, weil sich besonders bereiche wie die innerfamiliäre oder auch beziehungsgewalt, aber auch das mobbing im beruf, immer noch weitgehend &lt;i&gt;unbeobachtet&lt;/i&gt; abspielen. hingegen sind die jugendlichen und teils auch die kinder seit jahren (medial) immer zuerst im blickpunkt, nicht nur wg. des sog.&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Jugend-Koma-Trinken-nimmt-zu/38248&quot;&gt;komasaufens&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, sondern auch wg. der konstatierten allgemeinen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/westfalen/2009/5/5/news-118971833/detail.html&quot;&gt;perspektivlosigkeit&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, die in diesem fall jedoch prompt - und wieder öffentlich - sofort&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/wattenscheid/2009/5/6/news-119065840/detail.html&quot;&gt;bestritten&lt;/a&gt; &lt;b&gt;wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kurz: es ist ein durchaus widersprüchliches bild, was sich da (medial) präsentiert. und ich versuche mal, sowohl die widersprüche als auch die aus meiner sicht vorhandenen tatsächlichen tendenzen auf den punkt zu bringen:

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;alkohol: bekanntlich die &quot;volksdroge&quot; nr.1, und ihr einfluss bei massenevents aller art ist gewaltig. ich halte die beliebtheit von alkohol aufgrund seiner spezifischen wirkungen - u.a. förderung von enthemmung und &lt;i&gt;amnesie&lt;/i&gt; - hierzulande nicht für zufällig. und wenn ich mir so die alltäglichen straßenszenen so betrachte, die ich mitbekomme, bekomme ich mehr und mehr den eindruck, dass - analog zum einsatz bei der ganz persönlichen &quot;krisenbewältigung&quot;, wie er seit jeher benutzt wurde - auch die laufende systemkrise im aktuellen stadium nicht unwesentlich mittels alkohol von vielen vorläufig &quot;weggetrunken&quot; wird.&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;&quot;widerstand gegen die staatsgewalt&quot;: bei aller vorsicht, die vor allem aus der berücksichtigung der eigeninteressen der polizei bei solchen öffentlichen diskussionen herrührt - hier habe ich ebenfalls den eindruck, dass es primär, aber nicht nur, unter bestimmten teilen von jugendlichen zu einer massiven verschiebung in der hinsicht gekommen ist, dass die polizei ihren status als &quot;respektsinstitution&quot;, wie sie ihn bspw. noch in meiner jugendzeit in den 1970ern besaß, massiv eingebüsst hat. und das ist aus meiner sicht auch keine entwicklung, die nur mit der zunahme der zahl von kindern / jugendlichen aus migrantischen milieus zu tun hat, die in ihren herkunftsländern teils mit einer wesentlich offener brutal agierenden polizei zu tun haben (was die polizei hierzulande nun nicht freisprechen soll.) ich finde diese entwicklung durchaus ambivalent: einmal ist eine &lt;i&gt;weichende angst&lt;/i&gt; vor der &quot;staatsgewalt&quot; in meinen augen nun nichts grundsätzlich negatives, weil zu fähigkeiten wie dem öffentlichen und bewussten politischen widerspruch nun einmal auch relativierte ängste gegenüber dem staatsapparat gehören; zum anderen aber könnte es sich dabei auch um menschen handeln, wie sie in diversen blogbeiträgen schon beschrieben wurden, mit sehr ernsten psychophysischen störungen, die sich durch &lt;i&gt;grenzenlosigkeiten&lt;/i&gt; aller art, und eben nicht nur gegenüber staatlicher gewalt, manifestieren.&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;&quot;öffentliche&quot; (bzw. öffentlich registrierte) straßengewalt allgemein: meines wissens in den letzten jahren statistisch &lt;i&gt;zurückgegangen&lt;/i&gt;, wobei eine in relation kleine gruppe von primär ebenfalls jugendlichen hier eine erhöhte brutalisierung gegenüber ihren opfern zeigte. ich vermute, dass sich im laufenden jahr hier sowohl der allgemeine trend spürbar verändern wird (ich gehe von einer zunahme aus), als auch die brutalisierung verschärfen und ebenfalls verbreiten wird.&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;die &quot;unsichtbaren&quot; gewaltformen: hier sind das schon genannte mobbing, auch stalking, ebenfalls die sog. beziehungsgewalt, aber auch die folgen wie psychophysische (&quot;psychische&quot;) krankheiten gemeint. und gerade in diesem bereich gehe ich bis auf weiteres - solange nämlich keinerlei wirkliche politische massenbewegung erkennbar ist - von einer enormen verschärfung aus. warum, steht letztlich schon in den vorherigen teilen dieser reihe: die vorhandene traumatische matrix im zusammenspiel mit den vereinzelnden (&quot;individualistischen&quot;) ideologischen maximen, zuschreibungen und &quot;werten&quot; des herrschenden systems begünstigt eindeutig die letzteren reaktionen als &quot;typische&quot; für den hiesigen bisherigen umgang mit einer krise solchen kalibers. soweit meine persönliche prognose.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;     

*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch bei hinzunahme weiterer potenzieller indikatoren, die auskunft über kollektive tiefenprozesse geben können, erscheint die situation weiter widersprüchlich. nehmen wir einmal einen (musikalisch einigermaßen erträglichen) chart-hit, nämlich &quot;haus am see&quot; von peter fox, der mitte oktober letzten jahres (offener krisenbeginn) zuerst unter den &quot;top ten&quot; in d-land auftauchte und sich in den charts bis vor kurzem halten konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;560&quot; height=&quot;340&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/Kb3VljyWK-w&amp;hl=de&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/Kb3VljyWK-w&amp;hl=de&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;340&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist der text ironisch gemeint? ich bin mir da ernsthaft nicht sicher, obwohl ich zumindest ironische anklänge durchhöre. ansonsten stellt der text eine geballte ansammlung von vorstellungen des &lt;i&gt;unbeschwerten, wenn auch modifizierten, spießerglücks&lt;/i&gt; aus männlicher sicht dar - individueller &quot;erfolg&quot;, eine narzisstische &quot;die-welt-ist-für-mich-da&quot; haltung, die sich regelrecht beisst mit tendenzen zum &lt;i&gt;cocooning&lt;/i&gt; im eigenen &quot;haus am see&quot; und geradezu aufdringlichen wünschen nach einer (groß-)familie sowie sozialer verankerung, bei gleichzeitiger akzeptanz des neoliberalen credos vom &lt;i&gt;win-it-or-lose-it&lt;/i&gt;, selbstverständlich mit &quot;gezinkten karten&quot;. und alles ausgesprochenerweise ein &lt;i&gt;traum&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kurz: der song lässt sich in meiner wahrnehmung durchaus auch als &lt;i&gt;krisensong&lt;/i&gt; verstehen, je nach blickwinkel als einer der &lt;i&gt;trotzigen&lt;/i&gt; sorte, oder aber auch als &lt;i&gt;abgesang&lt;/i&gt; auf hiesige lebensträume und -entwürfe (wenn man denn die eventuelle ironische komponente als existierend bezeichnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als anschluß dazu gleich eine der zahllosen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ad-hoc-news.de/mehrheit-der-berliner-hat-verstaendnis-fuer-gewalttaetige--/de/Wirtschaft-Boerse/Marktberichte/20209819&quot;&gt;umfragen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;dieser zeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;In ihrem Unmut über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise würde offenbar die Mehrheit der Berliner Gewalttätigkeiten gegen die Verantwortlichen gutheißen. Wie eine aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der «Berliner Zeitung» (Wochenendausgabe) ergaben, sagten 58 Prozent der Befragten, dass sie Verständnis für gewalttätige Proteste und Demonstrationen haben, die sich etwa in Frankreich gegen Banker und Manager richteten. Verständnis für solche Aktionen haben in Berlin besonders Anhänger der Linken (69 Prozent) und der Grünen (66 Prozent), aber auch 58 Prozent der SPD- und immerhin 53 Prozent der CDU-Anhänger.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was im eingangs erwähnten essay so kommentiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Man kann die Solidität einzelner Umfragen mit Fug bezweifeln, aber nicht bezweifeln lässt sich, dass sie nicht das geringste Indiz für Radikalisierungen, gleich welcher Art, enthalten. Es müssten sich ja, aller historischen Erfahrung nach, ökonomische Krisenerfahrungen in einem sichtbaren Zulauf zu radikalen Parteien äußern. Nichts davon ist zu sehen. Zwar gibt es, vor allem in den neuen Bundesländern, einen harten Kern neofaschistischer Antidemokraten, aber erstens ist der in Frankreich oder Italien nicht kleiner, zweitens gab es ihn schon vor der Krise, und dass er jetzt wachsen wird, ist keineswegs ausgemacht.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der erste satz ist im angesicht der zitierten umfrage eine völlig widersprüchliche behauptung, und nichts weiter. die nächste behauptung stimmt zwar, es ist für mich aber inzwischen mehr als fraglich, ob sich das genannte historisch gewohnte muster auch bei dieser krise finden lassen wird. die entscheidenden reaktionen in den kollektiven tiefenströmungen werden sich aller wahrscheinlichkeit in historisch neuen formen ausdrücken, die sich erst als letztes - wenn überhaupt - in irgendwelchen prozentanteilen irgendwelcher parteien wiederspiegeln werden (eher in solchen formen, wie ich sie oben als alltagsgewalt umrissen habe). und das hat nicht nur etwas mit den in den letzten beiträgen in dieser reihe skizzierten verhältnissen zu tun, sondern auch mit der endgültigen zerschlagung aller organisierten strukturen der arbeiterbewegung hierzulande im nationalsozialismus. das war ein bruch, von dem sich &quot;die linke&quot; bis heute nicht erholt hat (und das meine ich nicht primär auf die zerschlagung der kpd bezogen, sondern eher auf das, was sich als &quot;proletarisches milieu&quot; bezeichnen ließe - von arbeitersportvereinen über selbsthilfestrukturen in proletarischen vierteln bis hin zu einer ausgewachsenen kleingartenkultur (die nicht umsonst bis heute staatlicherseits sehr reglementiert wird - im ns waren die parzellengebiete vieler großstädte rückzugsorte des vorhandenen widerstands). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der autor des essays in der &lt;i&gt;zeit&lt;/i&gt; hat nicht nur davon offensichtlich keinen begriff, sondern auch nicht von der existenz transgenerationaler traumata, wie sie hier schon thema waren (und wie sie die teils durchaus zutreffenden bemerkungen zur öffentlichen stimmung in den 1980er jahren miterklären können). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Man soll nie sagen, etwas sei ein für alle Mal vorbei, aber ein unbefangener Blick auf die Gegenwart lehrt, dass die alte Mechanik aus Angst und Aggression schwach geworden ist. Natürlich gibt es immer wieder Gegenbeweise, aber in der jetzigen Wirtschaftskrise geschah es nicht in Deutschland, dass Banker oder Manager attackiert wurden, sondern in England und Frankreich.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und das wird als ausdrücklich &lt;i&gt;positiv&lt;/i&gt; beschrieben, obwohl man ebensogut &lt;i&gt;desinteresse, nichtwissen über das tatsächliche ausmaß der krise sowie immer noch vorhandene autoritätsängste und falsche vorstellungen über die &quot;eliten&quot;&lt;/i&gt; als wahrscheinlichere gründe anführen konnte. immer noch wird ein &quot;seriöses&quot; auftreten im nadelstreifenanzug und das sprechen in esoterischen und bedeutungsvoll erscheinenden worten über ökonomische zusammenhänge von vielen hierzulande als beweis für gute absichten und fähigkeit genommen. der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptmann_von_K%C3%B6penick&quot;&gt;hauptmann von köpenick&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ist immer noch lebendig, und der oben beschriebene veränderte umgang von teilen der jugendlichen mit der &lt;i&gt;staatsgewalt&lt;/i&gt; stellt dabei nur scheinbar einen widerspruch dar - die eine (staatliche) uniform mag abgelehnt werden, aber die fixierung und mehr oder weniger heimliche sehnsucht nach der anderen (nadelstreifen) ist nach jahrzehnten der kapitalistischen formierung unter totalitären vorzeichen (und als symbol für geld = &quot;leben&quot;) mehr oder weniger ungebrochen. bisher sollen nur die &lt;i&gt;nieten&lt;/i&gt; weg (wenn überhaupt), aber (noch) nicht das gesamte system dahinter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der dokumentierte essay lässt sich als verspäteter kommentar zu den vor ein paar wochen beschworenen und verdammten &lt;i&gt;sozialen unruhen&lt;/i&gt; lesen, und das bringt mich jetzt direkt zu diesem thema zurück. es gab da u.a. eine ganz aufschlußreiche&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F04%2F24%2Fa0089&amp;cHash=860e83c8d6&quot;&gt;sammlung&lt;/a&gt; &lt;b&gt;verschiedener &quot;prominenter&quot; stimmen, ein paar auszüge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Bisher war die soziale Stabilität ein klarer Standortvorteil. Wer auch diesen noch abschaffen will, setzt nicht nur die Zukunft unserer Wirtschaft und ihrer Arbeitsplätze aufs Spiel, sondern führt etwas anderes im Schilde: Der will ein anderes politisches System!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans-Olaf Henkel&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz recht, &quot;herr&quot; henkel - und zwar ein system, wo leute wie Sie nichts, aber auch gar nichts mehr zu melden haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Die Geiselnahmen in Frankreich zeigen, welche Lösungen verzweifelte Menschen suchen. Daraus kann sich eine Eigendynamik entwickeln, die von den Verantwortlichen genau beobachtet werden sollte - sie könnten zur Rechenschaft gezogen werden. Darum brauchen wir schnell ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm, das gerade den industriellen Bereich stärkt. Die Regierung muss ganz schnell viel Geld lockermachen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Einenkel&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein betriebsratsvorsitzender von opel auf gewerkschaftslinie - &quot;geld her, oder ihr werdet zur rechenschaft gezogen&quot;. eine kleine erpressung zur erhaltung des status quo der industriearbeiterschaft. aber keinesfalls systemkritisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Und es gibt die reale Gefahr, dass der zentrale Aufruf von rechts erfolgt. Es ist ja angenehm, dass es in dieser Hinsicht in Deutschland bisher sehr ruhig geblieben ist, nicht so wie in anderen europäischen Ländern. Wenn jetzt nichts von links kommt, besetzt die Rechte das ganze. Die Linke muss reagieren, von ihr muss ein Aufruf kommen, etwas, um das die Leute sich sammeln können. Und damit meine ich kein fertiges Programm, die Alternative selbst kann nur in einem Prozess kollektiver sozialer Unruhe entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas Seibert&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine stimme aus der außerparlamentarischen radikalen linken. ich sehe die skizzierte gefahr ebenfalls, wenn auch nicht als alleinige - auch der organisierte faschismus wird sich mit den eingangs und bisher umrissenen reaktionen schwer tun, obwohl er in sachen andockpunkte an gewaltstrukturen mehr und &quot;bessere&quot; optionen hat als die linke. den letzten satz hingegen kann ich nur unterschreiben, das sehe ich gleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und als letztes ein wissenschaftler:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Niemand kann voraussehen, ob und wann es soziale Unruhen auch in Deutschland geben wird. Ich auch nicht. Trotzdem teile ich nicht die Einschätzung, dass es hier auf Dauer ruhig bleiben wird. Unter der Oberfläche brodelt es bereits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben ganz aktuell die Leute in den Betrieben befragt und es zeigte sich: Der Unmut wächst. Entscheidend für Deutschland ist bisher, dass die Kurzarbeit noch viele Probleme abfedert. Die Frage ist jedoch, wie lange das halten wird. Eine Reihe von kleinen Unternehmen werden vor der Insolvenz stehen, und auch bei den großen Betrieben wird es massiven Personalabbau geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Wirtschaftsstruktur, die ohnehin bereits eine stark prekarisierte Arbeitswelt hat, eine weitere Prekarisierung völlig folgenlos bleiben wird.&quot;(...) &lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ja, was wird passieren, wenn die absehbaren massenentlassungen real werden, was wird nach den bundestagswahlen passieren, wenn der zwang zu (leeren) versprechungen bei der politischen &quot;elite&quot; nicht mehr vorhanden ist und die große rechnung präsentiert werden wird? was wird also in dem moment passieren, wenn die krisenfolgen ganz &lt;i&gt;spürbar&lt;/i&gt; auch für viele derjenigen werden, die sich heute noch - ob aus unwissenheit oder/und selbstsedierung - in &quot;sicherheit&quot; wähnen? was wird dann aus all den in diesem beitrag erwähnten teils eher &lt;i&gt;unterschwelligen&lt;/i&gt; reaktionen von aggressivität gegen andere, aber auch in großem maße gegen sich selbst? wie wird sich dieses potenzial entwickeln?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn die krise läuft nicht nur hierzulande unbeirrbar&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.jjahnke.net/rundbr55.html#kri&quot;&gt;weiter&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, und die frage bleibt offen, ob in einem halben jahr immer noch relative ruhe und der quasiwunsch nach&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/asset/Image/2009/02/18/gemein.jpg&quot;&gt;einer art volksgemeinschaft&lt;/a&gt; &lt;b&gt;dominieren. und wie lange das noch vorhandene restvertrauen in die&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/online/2009/21/demo-berlin-soziales-europa&quot;&gt;dgb-gewerkschaften&lt;/a&gt; &lt;b&gt;anhalten wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das war jetzt ein zugegebenermaßen sehr &quot;voller&quot; und assoziativer beitrag, aber genau dafür existiert ja auch die entsprechende rubrik. und ich hoffe, gerade durch die vielzahl auch widersprüchlicher aspekte vielleicht dem einen oder der anderen leserIn anregungen für eigene wahrnehmungen gegeben zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im letzten teil der reihe werde ich dann noch einen aspekt behandeln, der mir hierzulande besonders relevant erscheint: die massenwirkung des fernsehens als teil der &lt;i&gt;sozialen trance.&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-3/">
    <title>assoziation: der umgang mit der krise in deutschland (3)</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-3/</link>
    <description>&lt;b&gt;(zu den&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-2/&quot;&gt;bisherigen teilen&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die temperaturen steigen draußen in einem ähnlichen tempo, wie inzwischen fast täglich propagandistische nebelkerzen mit den hauptinhalten &quot;es-wird-alles-nicht-so-schlimm-wir-haben-die-situation-unter-kontrolle-es-geht-wieder-aufwärts&quot; unter die bevölkerungen ganzer ländern geworfen werden. zu einigen der gerade am meisten hierzulande verbreitesten &lt;i&gt;konstrukte&lt;/i&gt;:&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30281/1.html&quot;&gt;die lüge vom angeblich positiven us-banken-stresstest&lt;/a&gt;&lt;b&gt;; &lt;b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;/b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.jjahnke.net/rundbr55.html#exp&quot;&gt;der fake vom deutschen export&quot;aufschwung&quot;&lt;/a&gt;&lt;b&gt;; &lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/stabilisierung-am-us-arbeitsmarkt.html&quot;&gt;die simulation vom positiveren us-arbeitsmarkt&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. und zusammenfassend wird die situation von einer prominenten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/:Historiker-Eric-Hobsbawm-Es-Blut-Blut/662937.html&quot;&gt;stimme aus dem off&lt;/a&gt; &lt;b&gt;wie folgt bewertet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Die Politiker pumpen Billionen Euro und Dollar in die Wirtschaft, um der globalen Krise Herr zu werden. Alles umsonst, fürchtet Eric Hobsbawm, einer der wichtigsten Historiker der Gegenwart. Er hat Angst, dass der Kapitalismus sich über eine fürchterliche Katastrophe rettet.&quot;(...)&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und ob diese katastrophe so eintreten wird, hängt nicht zuletzt maßgeblich von den reaktionen relevanter bevölkerungsmehrheiten rund um den globus ab - darum jetzt ein weiterer blick vor die haustür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/notiz-krisennews-und-gedanken-34-da-ist-musik-drin/#5681804&quot;&gt;kommentar&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu einem der songs in den letzten krisennews hat &quot;argolis&quot; folgendes angemerkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Einige der Songs sind auch ganz nett, nur bei RoboZ - wenn die Rede ist von &apos;Parasiten&apos;, von &apos;menschlichen Schmarotzern&apos; und das Ressentiment gegen das arbeitslose Einkommen gepflegt wird - wird mir eher übel.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich greife diese kritik deshalb auf, weil sie direkt zu einigen zentralen punkten der bisherigen &quot;krisenbewältigung&quot; hierzulande führt - der öffentliche diskurs von der &quot;gier einiger weniger schwarzer schafe&quot; ist darin ebenso enthalten wie die dadurch potenziell im raum stehende unheilvolle trennung zwischem (bösen internationalen) &quot;raffenden&quot; und (guten deutschen) &quot;schaffenden&quot; kapital, die damit verbundene these vom &quot;strukturellen antisemitismus&quot; sowie die fragen danach, ob die krise erstens hierzulande in nennenswertem maße bestehende aggressions- und wutpegel steigern und zweitens bis zu ihrem ausbruch triggern kann (diese fragen dürften sich real auch größtenteils hinter der öffentlichen debatte zu den &quot;sozialen unruhen&quot; verbergen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich persönlich fand den text größtenteils spontan und &lt;i&gt;emotional&lt;/i&gt; erstmal ansprechend, trotz wahrnehmung der erwähnten und sich durchaus aufdrängenden assoziationen. warum? wenn ich diese frage für mich zu beantworten versuche, komme ich zu folgenden schlüssen: erstens benennt er tatsächlich die ständig geleugnete realität einer existierenden klassengesellschaft, in der sich eine immer größer werdende &lt;i&gt;spaltung&lt;/i&gt; der materiellen situation zwischen einer im verhältnis tatsächlich sehr kleinen schicht &lt;i&gt;oben&lt;/i&gt; und einem größer werdenden &lt;i&gt;unten&lt;/i&gt; auftut. zweitens wird die tatsache benannt, dass es tatsächlich konkrete &lt;i&gt;täterInnen&lt;/i&gt; innerhalb der strukturen gibt (eine tatsache, die von einer breiten medialen koalition von leuten wie bspw. hans werner sinn bis hin zu teilen der radikalen linken bestritten wird - &quot;es sind die anonymen systemzwänge&quot;. ich halte eine derartige argumentation für bestens geeignet, tatsächlich leute in scharen zu einer potenziellen faschistischen massenbewegung zu treiben. erstmal sehe ich einen grundsätzlichen widerspruch zwischen zwei - auch gerne in der linken - gebräuchlichen konstrukten: die &quot;anonymen systemzwänge&quot; (in gestalt der notwendigen profitakkumulation, der eigenen behauptung am markt etc.) beissen sich direkt mit der immer wieder gerne postulierten &quot;(selbst)verantwortungsfähigkeit&quot; &quot;des&quot; menschen, die für viele linke welt- und menschenbilder eine tragende rolle spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn man aber diese &quot;verantwortungsfähigkeit&quot; ernstnimmt (ich tue das nur begrenzt, weil ich die nicht von vorneherein als irgendwie gegeben betrachte, sondern als potenzial bzw. option sehe, dessen manifestation direkt von den gesellschaftlichen verhältnissen und der jeweiligen förderung dieser option abhängig ist), so ist das bild des von kapitalistischen zwängen determinierten managers /bankers / unternehmers sehr fragwürdig - was zwingt diese leute schließlich dazu, in ihren positionen zu verharren, wenn sie aufgrund ihrer fähigkeit zum verantwortlichen handeln doch erkennen müssten, dass sie nicht nur andere existenziell gefährden, sondern langfristig auch sich selbst? (eine art tatsächlicher zwang ist nur bei klinischen soziopathen gegeben).  sie könnten ja schließlich auch etwas ganz anderes aus ihrem leben machen (dafür gibt es übrigens auch ein paar wenige beispiele).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann: die &quot;anonymen systemzwänge&quot; mögen ja strukturell durchaus vorhanden sein, aber trotzdem ist zu ihrer materiellen umsetzung in die realität das konkrete tun und lassen ganz konkreter personen notwendig - nicht der &quot;zwang&quot; zur rationalisierung und zur drückung der lohnkosten führt zu massenentlassungen und erwerbslosigkeit, sondern die entsprechenden beschlüsse und die unterschriften unter die kündigungen von wieder ganz konkreten personen. letztere mögen sich zwar auf die &quot;zwänge&quot; berufen, aber sie könnten ebensogut ja auch - zusammen mit der betroffenen belegschaft - nach mitteln und wegen suchen, eine ökonomie zu gestalten, die ohne die dem konkurrenz- und leistungsprinzip immanenten zwänge funktioniert. und auch hier führen die fragen zu den möglichen gründen, warum die sog. &quot;führungspersönlichkeiten&quot; bzw. &quot;leistungsträger&quot; letzteres i.d.r. nicht einmal in erwägung ziehen, direkt zur frage nach ihrer möglichen psychophysischen verfassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die genannten systemzwänge sind also nur dann ein relevanter faktor, wenn die handelnden personen aufgrund ihrer persönlichkeitsstruktur tatsächlich ebenfalls so determiniert sind, dass ihnen diese zwänge nicht als solche erscheinen, sondern als quasi &quot;natürliche&quot; und scheinbar alternativlose lebensbedingungen - und das macht es &lt;i&gt;gerade&lt;/i&gt; in diesem fall aus meiner sicht noch notwendiger, sich mit den handelnden personen und erst recht mit ihrer &lt;i&gt;isolierung&lt;/i&gt; von allen relevanten machtpositionen in politik &amp; ökonomie zu beschäftigen - eine schlußfolgerung, die zwar aus anderen gründen, aber immerhin von anderen teilen der linken&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.akweb.de/ak_s/ak537/14.htm&quot;&gt;gleichfalls gezogen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Wann, wenn nicht jetzt fordern wir den Bruch mit dem System und den Verantwortlichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weder wird das System des kapitalistischen Verwertungszwangs radikal hinterfragt, noch werden die Verantwortlichen in Politik, Medien und Wirtschaft benannt. Die Tietmeyers, Eichels, Steinbrücks, Merkels, die Asmussens oder die Issings und Ackermanns. Das sind sie. Sie sind die Verantwortlichen für das Desaster. Sie sind die Verantwortlichen aus Deutschland für die drastische Zunahme von Hunger, Elend und Vertreibung durch die Weltfinanzkrise. Sie müssen verschwinden. Und zwar alle. Wie hieß der Schlachtruf 2002 in Argentinien? &quot;Que se vayan todos&quot;! (Alle sollen abhauen)&quot;&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der bruch mit dem system &lt;i&gt;und den verantwortlichen&lt;/i&gt; - das eine ist ohne das andere nicht schlüssig, nicht sinnvoll, und auch nicht zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und auch wenn man argumentiert, dass die jeweils handelnden personen aus den &quot;eliten&quot; letztlich ja nur &lt;i&gt;austauschbare charaktermasken&quot; darstellen würden, ändert das nichts an der notwendigkeit, ihnen direkt auch ihre persönlichen grenzen - und ihre endlichkeit - aufzuzeigen, notfalls auch in solchen formen, wie sie bspw. in der vergangenheit von&lt;/i&gt;&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/von-erlaubten-und-verbotenen-gewalten/&quot;&gt;günther anders&lt;/a&gt; &lt;b&gt;für den fall eines &quot;gesellschaftlichen notstands&quot; skizziert worden sind - dazu kann doch auch das szenario aus dem text der &quot;roboZ&quot; zählen, in den entsprechenden wohnvierteln den &quot;eliten&quot; direkt auf den pelz zu rücken (was eh mehr sinn machen würde als die immer wiederkehrenden rituale der zerstörung von infrastruktur in gerade denjenigen vierteln, wo größtenteils die betroffenen der elitären &quot;politik&quot; wohnen - seien es nun banlieus oder auch, etwas anders gelagert, viertel wie kreuzberg und die schanze).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu begriffen wie &quot;parasiten&quot; und &quot;schmarotzern&quot; habe ich nun durchaus eine deutliche&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1077052/&quot;&gt;position&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, und sehe es trotzdem analog dem text lieber, wenn denn solche begriffe denen zurückgegeben werden, die man inhaltlich treffend noch am ehesten damit belegen kann - und das sind natürlich &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; die erwerbslosen bzw. &quot;hartzer&quot;, sondern das ganze antisoziale &lt;i&gt;pack&lt;/i&gt; an der macht. will sagen: es gibt auch für mich grenzen der geduld und der verständnis- bzw. reflexionsbreitschaft und -fähigkeit, hinter der mächtige wut und der wunsch danach steht, dass bestimmte leute für ihre ständigen destruktiven aktionen in massendimensionen endlich auch spürbare und schmerzhafte konsequenzen erleiden sollen. und genau solche wünsche und auch die wut, die ich erstens für verständlich und zweitens auch für legitim halte, werden durch ermahnungen in richtung &quot;unzulässiger&quot; personalisierung von &quot;anonymen systemzwängen&quot; seitens bestimmter linker nicht nur ins leere laufen gelassen (wo sie sich selbstverständlich nicht verflüchtigen, sondern sich schlimmstenfalls gegen die eigene person wenden), sondern es werden damit gleichzeitig auch die nötigen psychophysischen prozesse blockiert, die als voraussetzung für späteres (zielgerichtetes und bewußtes) handeln grundsätzlich notwendig sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit anderen worten: bei der notwendigen berücksichtigung der psychophysischen verfassung breiter bevölkerungskreise in diesem land ist jede art von &lt;i&gt;verbot&lt;/i&gt;, antikapitalistische impulse und ressentiments &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; in personalisierter form zu empfinden, eine fatale und geradezu suizidale dummheit. die meiner meinung nach auch nicht unmaßgeblich in den 1920ger und 30ger jahren seitens der damaligen linken mit zum aufstieg des faschismus beigetragen hat. wer an strukturell mehr oder weniger psychophysisch geschädigte menschen ansprüche hinsichtlich (selbst-)reflexionsfähigkeiten und einsicht in strukturelle gegebenheiten stellt, die diese vorläufig nicht erfüllen können &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; dazu noch keinen begriff von der elementaren und existenziellen aggression besitzt, die das leben in sich selbst als &quot;zivilisiert&quot; bezeichnenden kapitalistischen gesellschaften mit ihrer ständigen &lt;i&gt;tabuisierung&lt;/i&gt; so ziemlich jeglicher - auch positiver und nötiger - aggression ständig produziert, hat eine der wesentlichen lektionen des faschismus schlicht nicht verstanden. die nazis haben nämlich genau mit diesem potenzial erfolgreich &quot;politik&quot; gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es gilt dabei auch, die enge innere verwandtschaft zwischen depression und aggression (die erstere begreife ich als verwandelte letztere) zu beachten, die unseren &quot;eliten&quot; durchaus bekannt ist und bisher erfolgreich dazu benutzt wird, um zb. das potenziell revolutionäre potenzial der erwerbslosen mittels ständiger öffentlicher stigmatisierungen und demütigungen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3645861/&quot;&gt;bis in den tod&lt;/a&gt; &lt;b&gt;ruhigzustellen. eine linke, die sich - meiner meinung teils aus mittelklassenbedingter harmoniesucht - weigert, die realität des klassenkampfes zu begreifen und sich entsprechend klar und deutlich zu äussern, macht sich an dieser stelle der mittäterschaft schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
struktureller antisemitismus: selbst, wenn viele der derzeit aufälligen us-banken und auch manager aus dem finanzbereich jüdische namen tragen mögen - wen interessiert das eigentlich &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; ausser leuten, die zwanghaft nach zusammenhängen suchen, die am kern des problems vorbeigehen? es ist sachlich schlicht und einfach irrelevant. und den leuten, die sich aus zufälligen religiösen hintergründen selbst verschwörungstheorien basteln, muss konsequent sowohl ihre eigene gestörte logik als auch die realität des treibens des meistens als gegenpol glorifizierten &quot;deutschen&quot; kapitals vor augen geführt werden, welches kein stück besser oder anders agiert als die geschmähte &quot;jüdische us-ostküste&quot;. für diese notwendigen maßnahmen jedoch sehe ich nicht, dass abstriche bei der gleichfalls nötigen benennung konkreter verantwortlicher gemacht werden müssen - ganz im gegenteil sehe ich eine realitätsgerechte aufklärung als antidot zumindest für diejenigen an, die aufgrund ihrer eigenen psychophysischen dispositionen, aber auch aufgrund der schwer verständlichen komplexität der krise anfälliger als andere für die entsprechenden reduktionistischen (ein wesentliches merkmal des antisemitismus) konstrukte von rechtsaussen sind.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und das letzte stichwort des &quot;arbeitslosen einkommens&quot;: hier bleibt mir nur zu sagen, dass die benennung der tatsache der fundamentalen &lt;i&gt;ungerechtigkeit&lt;/i&gt; des zustands, dass wiederum einige wenige von der ausbeutung der arbeitskraft der vielen, die sich selbst am markt zur bloßen existenzsicherung verkaufen müssen, profitieren, aus meiner perspektive erstmal nichts mit der durchaus wünschenswerten entkoppelung von (lohn)arbeit und materieller existenzsicherung zu tun hat. eher sehe ich hier schon die besondere und fragwürdige glorifizierung von &lt;i&gt;schwerer körperlicher&lt;/i&gt; arbeit berührt, wie sie in deutschland trotz wesentlich veränderter bedingungen (incl. eines realen bedeutungsverlustes gerade dieser art von arbeit) eine lange und schlechte tradition besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
klaus theweleit hat in seinen &quot;männerphantasien&quot; zu dieser besonderen - und im naziuniversum auf die spitze getriebenen - fetischisierung dieser besonderen art arbeit einige aspekte herausgearbeitet, die aus meiner sicht bis heute relative gültigkeit besitzen: vor dem hintergrund des weiter oben angesprochenen ständig produzierten aggressionspotenzials in dieser gesellschaft, dessen bloße existenz zu erwähnen bereits vielfältig tabuisiert ist, stellt(e) körperliche arbeit einen der wenigen erlaubten und sogar erwünschten wege der &lt;i&gt;psychomotorischen&lt;/i&gt; abfuhr der im genannten potenzial gebundenen energien dar (ein anderer ist bis heute die sportliche betätigung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das hat aus sicht der &quot;eliten&quot; gleich zwei wünschenswerte konsequenzen: einmal stabilsiert diese abfuhr das gesamte gesellschaftliche gefüge, zum anderen aber lässt sie sich selbstverständlich profitabel nutzen. mit dem zunehmenden &lt;i&gt;verschwinden&lt;/i&gt; dieser art der arbeit primär durch automatisierung  haben sich die &quot;eliten&quot; also aller wahrscheinlichkeit selbst ein ei ins nest gelegt, welches vermutlich zu argen verdauungsstörungen führen wird bzw. schon führt, wenn man diesen aspekt mal in zusammenhang besonders mit dem verhalten erwerbsloser junger männer betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
neben der &lt;i&gt;identitätskonstruktion mittels (lohn-)arbeit&lt;/i&gt; wäre das also der zweite - und mit dem ersten funktional zusammengehörige - punkt, der bei der betrachtung der bedeutung von &quot;arbeit&quot; in deutschland eine wichtige rolle spielt. er erklärt einerseits die zu beobachtende traumatische wirkung von erwerbslosigkeit bei vielen menschen mit, andererseits aber auch die bisher primär zunehmende depression bei den betroffenen, die jedoch unter bestimmten bedingungen in relativ wahllose und destruktive aggression umschlagen kann (wenn übrigens der worst case eines krieges zwecks &quot;rettung&quot; des systems eintreten sollte, so wird er psychophysisch primär aus dieser quelle mit den nötigen aggressionen gespeist werden).    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass die verfasser des textes ihre zeilen vor diesem hintergrund geschrieben haben; eher verstehe ich die entsprechenden passagen in dem sinne, wie ich ihn oben eingangs zu diesem abschnitt skizziert habe. ich arbeite unter miesen bedingungen zu einem miesen lohn, während andere direkt davon profitieren und sich ein leben im überfluss (zu allem auch noch allgemein schädlichen überfluss) gestatten? &lt;i&gt;fuck you!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
soweit also anhand des userkommentars einige weitere anmerkungen zum krisenumgang hierzulande. und so wie es aussieht, werden weitere teile in dieser reihe folgen, zumal ich ein paar weitere aus meiner sicht relevante punkte (bspw. den einfluss des &lt;i&gt;fernsehens&lt;/i&gt;) noch nicht mal erwähnt habe.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-09T12:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-2/">
    <title>assoziation: der umgang mit der krise in deutschland (2)</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-2/</link>
    <description>&lt;b&gt;die beiträge dieser kleinen reihe -&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-1/&quot;&gt;hier geht´s zum ersten teil&lt;/a&gt; &lt;b&gt;- stellen einen versuch dar, das thema besonders  aus der perspektive weit verbreiteter psychophysischer strukturen in der hiesigen bevölkerung zu beleuchten. diese in jedem fall zunächst individuell vorhandenen strukturen prägen aufgrund historisch gewachsener und tradierter ähnlichkeiten wie eine größtenteils unsichtbare matrix unser aller verhalten, auch und gerade bei kollektiven reaktionen. und das gilt nochmal besonders und verschärft bei realen oder auch &quot;nur&quot; potenziellen &lt;i&gt;existenziellen bedrohungen&lt;/i&gt; diverser art, welche die krise bereits jetzt (und zukünftig noch in größerem maßstab) für viele menschen mit sich bringt. das ist, sehr kurzgefasst, mein &quot;arbeitsansatz&quot; bei diesen beiträgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der fiktive brief des hyperion im ersten beitrag &lt;i&gt;&quot;...lässt sich durchaus nach meinem verständnis als sehr frühe psychohistorische studie lesen.&quot;&lt;/i&gt;. dabei beziehe ich mich vor allem auf die arbeiten des us-amerikanischen psychohistorikers lloyd deMause, von dem eine zusammenfassung seiner arbeiten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1134235/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; &lt;b&gt;mit einigen seiner zentralen thesen näher vorgestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die basis dessen, was da von hölderlin mittels der kunstfigur hyperion über die damalige deutsche bevölkerung und ihre eigenarten im sozialverhalten konstatiert wird, lässt sich anhand von deMause bzw. den arbeiten deutscher psychohistoriker wie folgt begreifen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Kindesmord und Säuglingssterblichkeit waren gegen Ende des 19.Jahrhunderts in Deutschland und Österreich weit mehr verbreitet als in England, Frankreich, Italien und Skandinavien. Neugeborene wurden nicht als vollwertige Menschen betrachtet,  weil man dachte, sie besäßen in den ersten 6 Wochen noch keine Seele und konnten so »in einer Art später Abtreibung getötet werden«. Vielfach bekamen gebärende Mütter in Deutschland »ihre Babies im Abort und behandelten die Geburt wie eine Evakuation«. Geburten, die als »Stuhlgang erfahren wurden, ermöglichten den Frauen ihre Kinder auf eine sehr grobe Art umzubringen, durch Zerschmettern ihrer Schädel wie bei Geflügel oder Kleintieren«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere, die beobachteten, wie Mütter ihre Kinder töteten, bemerkten an diesen keine Gewissensbisse, »voll von Gleichgültigkeit, Kälte und Gefühllosigkeit [und vermittelten] den Eindruck allgemeiner Gefühlsarmut« gegenüber ihren Kindern. Auch wenn der Säugling überleben durfte, konnte er leicht vernachlässigt und zuwenig gefüttert, und somit »direkt in den Himmel geschickt« werden. Die Sterblichkeitsraten von Säuglingen reichten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von 21 Prozent in Preußen bis zu erstaunlichen 58 Prozent in Bayern, wobei sich die Zahlen im Süden teilweise aus der Praxis des Nichtstillens erklären, denn von Hand gefütterte Babies starben dreimal so häufig wie Gestillte. Die besten Zahlen für ganz Deutschland gegen Ende des Jahrhunderts lagen immer noch über 20 Prozent, doppelt so hoch wie in Frankreich und England.&quot;(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(...)Klöden schreibt, das Motto deutscher Eltern gegen Ende des 19.Jahrhunderts wäre simpel gewesen: »Kinder können nie genug geschlagen werden.«Obwohl wenige deutsche Eltern der Vergangenheit sich für ihr Schlagen heute einer Gefängnisstrafe entziehen könnten, bekamen die&lt;br /&gt;
Kinder Ende des 19. Jahrhunderts wenig Schutz von der Gesellschaft, da ihre eigenen Worte und nicht einmal die körperlichen Spuren ihrer&lt;br /&gt;
schweren Misshandlung nichts zählten. Endes Erhebung beschreibt typische Gerichtsverfahren, so ein Nachbar Anzeige erstattete, wegen »eines dreijährigen Mädchens, [deren] Körper mit Striemen übersäht war. Lippen, Nase und Zahnfleisch waren offene Wunden. Der Körper zeigte zahlreiche eiternde wunde Stellen. Das Kind wurde auf einen glühend roten eisernen Herd gesetzt - zwei Wunden auf den Pobacken eiterten«, aber das Gericht sprach die Eltern frei.&quot;(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(auszüge aus lloyd deMause, &quot;das emotionale leben der nationen&quot;, siehe literaturliste oder den link oben)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das sind zustände, wie sie sich nicht plötzlich erst in der beschriebenen epoche entwickelt haben, sondern auch vorher (zb. in der zeit von hölderlin)  vorhanden waren - und spätestens seit den arbeiten verschiedener, v.a. ursprünglich &quot;klassisch&quot; psychoanalytischer dissidentInnen wie arno gruen und besonders&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.alice-miller.com/index_de.php&quot;&gt;alice miller&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, fortgeführt und ergänzt durch eigene ansätze von der psychohistorie und vielfältig belegt und gestützt durch die untersuchungen der aktuellen psychotraumatologie könnten eigentlich alle wissen, dass ein derartig destruktiver umgang innerhalb unserer eigenen spezies - gegenüber dem &lt;i&gt;nachwuchs&lt;/i&gt; - nicht nur nicht ohne schwere negative konsequenzen für die direkt betroffenen bleibt, sondern auch das potenzial besitzt, ganze gesellschaften in ihrer sozialen basis schwer zu schädigen, wenn nicht sogar mittel ständiger zwanghafter re-inszenierungen der destruktivität auf den pfad der selbstzerstörung zu treiben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein ganz fataler mechanismus bei traumatischen prozessen stellt dabei die eigenschaft von traumata dar, sich zu &lt;i&gt;tradieren&lt;/i&gt; - d.h., dass traumatisierte menschen, bei denen ohne bewussten umgang mit den trauma ihr ganzes leben von selbigen in vielfältiger art und weise &lt;i&gt;totalitär&lt;/i&gt; bestimmt werden kann - in sachen körperlicher verfassung, körperlichem ausdruck, wertesysteme, weltvertrauen, soziales verhalten, beziehungsfähigkeiten, selbst- und fremdwahrnehmung - in einem bestimmten sinne gar nicht anders können, als ihre gesamte soziale umgebung und besonders &quot;eigene&quot; kinder ständig mit traumatischen und auch traumatisierenden strukturen im alltag zu konfrontieren und zu beeinflussen. und das auch, &lt;i&gt;ohne&lt;/i&gt; das die kinder selbst als traumatisch zu bezeichnende erlebnisse am eigenen leib erlebt haben müssen. der gleich prozeß kann sich dann, selbst ohne neues traumatisches material, in abgeschwächter und modifizierter form noch in den nächsten generationen manifestieren. weitere informationen zu tradierten traumata im blog bspw.&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3159709/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, &lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/4072679/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; &lt;b&gt;, &lt;b&gt; &lt;/b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/5115033/&quot;&gt;da&lt;/a&gt; &lt;b&gt;und&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/basis-traumageschichten-5-tradierte-traumata-eine-mail/&quot;&gt;dort&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich glaube dabei, dass die informationen, die hinter der wahrnehmung der tatsache, dass traumata dazu neigen, sich in gewisser - und vielfältiger - weise &lt;i&gt;fortzupflanzen&lt;/i&gt; stecken, noch nicht annähernd in ihrer vollen bedeutung und allen konsequenzen verstanden worden sind. auch ich möchte mir das nicht anmaßen, habe aber aus meiner inzwischen jahrelangen und teils sehr persönlichen beschäftigung damit immer wieder durch vage gefühle und bestimmte aha!-erlebnisse öfter den eindruck, als würde hier eine entscheidende weggabelung unserer weiteren evolutionären entwicklung liegen. will sagen, das es für mich in manchen momenten so erscheint, das es ohne ein breites sowohl individuelles als auch kollektives verständnis des prozesses &quot;trauma&quot; die erwähnte entwicklung nicht (mehr) geben wird. und die spezies insgesamt in einer phase der agonie, gewalttätigkeit, allgemeiner antisozialer atmosphäre und psychophysischer verwahrlosung enden wird (alles typische mögliche symptome eines traumas, zu besichtigen schon in vielen weltregionen). und, das sollte und muss dazu gesagt werden: es wird ein sehr qualvolles ende für die meisten sein, die das möglicherweise miterleben müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
deutschland stellt dabei eine art mikroskop dafür dar, was weit verbreitete - und primär durch den über jahrhunderte extrem brutalen und erbärmlichen umgang mit &lt;i&gt;kleinen menschen&lt;/i&gt; erzeugte - traumata in massenhaften dimensionen innerhalb einer gesellschaft anrichten können. ich habe im letzten beitrag bereits das, was so allgemein unter dem begriff der &quot;deutschen mentalität&quot; verstanden wird, kurz umrissen. und sowohl die autoritätsängste (wurden und werden bis heute zuerst in den familien verankert)  als auch bereitwillige unterwürfigkeit (dito) stellen ebenso wie die brutalität gegen alles anscheinend &quot;schwächere&quot; (wird bis heute von den sog. &quot;eliten&quot; benutzt) tatsächlich zwei zusammengehörige seiten &lt;i&gt;einer&lt;/i&gt; medaille dar. je nach betroffenem mensch, der zugehörigen sozialisation sowie dem jeweiligen sozialen umfeld im näheren und weiteren (gesellschaftliche verhältnisse) sinne können traumatische strukturen sich mal im extrem in der einen oder der anderen weise ausdrücken. aber beides gehört funktional untrennbar zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie die deutsche, von deMause inspirierte, psychohistorische forschung ausserdem darlegt, gibt es auffällige entwicklungsunterschiede zwischen deutschland und anderen europäischen ländern (zb. frankreich) im umgang mit kindern. und diese sind bruchlos bis 1945 zu konstatieren, erst nach dem ende der nazis lässt sich ansatzweise eine sehr langsame verbesserung wahrnehmen (und relikte der üblichen und &quot;normalen&quot; sog. erziehung bis 45 haben sich in der alten brd, aber wahrscheinlich auch in der ddr, mindestens bis in die 1970er jahre gehalten - stichwort&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1559035/&quot;&gt;heimkinder&lt;/a&gt;&lt;b&gt;.) ebenfalls ist die mehrheitlich - zumindest öffentlich - entsetzte reaktion auf die immer wieder neuen fälle von verschiedener gewalt gegen kinder (siehe auch den index hier im blog, wo viele dieser fälle dokumentiert sind) eine für deutschland historisch recht neue reaktion, zumal die jeweiligen praktiken - kindermorde durch eltern, vernachlässigung, prügel - hier über jahrhunderte im bewusstsein viel zu vieler menschen als &quot;normal&quot; gegolten haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
natürlich haben dann die historischen traumatischen kollektiverfahrungen durch diktaturen, kriege, flucht, vertreibung &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; auch all die gescheiterten bzw. teils &quot;verratenen&quot; revolutionen (wozu übrigens &quot;1989&quot; aus meiner sicht &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; zu zählen ist, denn das war eine systemimplosion und keine revolution) dann auf die eh schon vorhandene basis jeweils noch eins draufgesetzt bzw. diese basis immer wieder getriggert. und trotzdem halte ich den eingangs skizzierten unterdurchschnittlichen hiesigen umgang mit kindern für eine entscheidende - zumindest psychophysisch wirksame - quelle des ganzen deutschen desasters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und eine der vielfältigen ausdrücke davon lässt sich nach meinem verständnis bspw. auch in den folgenden aussagen betrachten, mit denen ich dann wieder den bogen zur aktuellen situation schlagen möchte - stichwort&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/deutsche-verhandeln/&quot;&gt;&quot;mentalitätsunterschiede&quot;&lt;/a&gt;&lt;b&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Die Revolution fand vor zweihundert Jahren in Frankreich statt, nicht in Deutschland&quot;, sagt Rudolf Heim von der Chemiegewerkschaft IG BCE. &quot;Das sind unterschiedliche Mentalitäten.&quot; Dabei ist die Wut auch in Deutschland groß: &quot;Conti stellt die Systemfrage&quot;, erklärt Heim. Es gebe eine Betriebsvereinbarung, dass es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen in Stöcken kommt. &quot;Damit wird eine rechtsverbindliche Vereinbarung gebrochen.&quot; Doch diesen Streit will man geordnet juristisch austragen, obwohl auch die IG BCE weiß, dass &quot;man langfristig vor Gericht die Standorte nicht sichern kann&quot;.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heim fürchtet nicht, dass Conti-Mitarbeiter derweil die Geduld verlieren könnten und einfach ohne ihre Gewerkschaft beschließen, das Werk in Stöcken zu besetzen. &quot;In Frankreich haben wilde Streiks Tradition, doch nicht in Deutschland.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sieht es auch Gewerkschaftsexperte Hans-Jürgen Arlt: In Frankreich gebe es eine Protestkultur, in Deutschland eine Verhandlungskultur.&quot;(...) &lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so kann man sich eigene autoritätsängste und damit vorhandene &lt;i&gt;konfliktscheu bzw. -unfähigkeit&lt;/i&gt; auch schönreden. ich würde ja den begriff einer &lt;i&gt;unterwerfungskultur&lt;/i&gt; eher realistisch finden.  aber diese realität soll und darf bis dato&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/511/466096/text/&quot;&gt;nicht ausgesprochen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Heitmeyer: Frankreich besitzt eine ganz andere Protestgeschichte und auch eine gewaltanfällige Protestkultur. Außerdem ist Frankreich eine Klassengesellschaft. Darin entstehen viel eher Protestbewegungen, weil die Menschen sich aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit leichter zusammenfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sueddeutsche.de: Ist es auch eine Mentalitätsfrage?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heitmeyer: Ja, auch. In Deutschland ist es bisher undenkbar, dass deutsche Arbeiter ihre Manager festhalten und als Geisel nehmen, so wie es jetzt in Frankreich passiert.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
starkes stück von heitmeyer, die tatsache der existenz einer klassengesellschaft in deutschland schlicht zu leugnen. und dann noch die nichterklärung mittels der &quot;anderen mentalität&quot;. etwas quasi&lt;i&gt;natürliches&lt;/i&gt;, vielleicht &quot;genetisch bedingtes&quot;, wird damit suggeriert, was bei näherer betrachtung zur durchaus selbstproduzierten sozialen realität wird - selbstproduziert durch all die jahrhunderte voller schläge, grausamkeiten, beschimpfungen, anklagen und erzeugter schuldgefühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heribert prantl nähert sich dem ganzen komplex mit einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/523/467101/text/&quot;&gt;weiteren aspekt&lt;/a&gt; &lt;b&gt;, der das bisherige ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Ist jetzt Freiheit - oder ist noch Ordnung? Dieser fragende Satz aus den Fliegenden Blättern von 1848 ist ein deutscher Schlüsselsatz, er erklärt den deutschen Anti-Chaos-Reflex. Freiheit galt hierzulande lange nicht als Inhalt und Teil der Ordnung, sondern als ein Synonym für Unruhe und Chaos. Ordnung ist gut, Freiheit ist schlecht. Das klingt noch heute in den politischen Debatten durch, mit denen neue Sicherheitsgesetze begründet werden; die Beschränkung der Freiheitsrechte soll mehr Sicherheit bringen. Ruhe ist erste Bürgerpflicht, Unruhe eine Pflichtverletzung. Das wurzelt tief im kollektiven Hintergrundbewusstsein.&quot;(...)&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und der vorletzte satz war schlicht und einfach jahrhundertelang eine maxime des deutschen umgangs mit kindern. und auch vor diesem hintergrund ist ein ganz wichtiger satz zu lesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Die gewalttätigsten Zeiten waren in Deutschland diejenigen, in denen keinerlei Unruhe geduldet wurde.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und an anderer stelle in der gleichen zeitung ist die folgende&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/995/464594/text/&quot;&gt;selbstbeschreibung&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu lesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&quot;Wir gelten, das ist unser gerechtfertigter internationaler Ruf, als duldsam, zuverlässig, berechenbar und flippen auch in Krisenzeiten nicht aus.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der zusatz &quot;noch nicht&quot; ist eine option auf die zukunft, bei der weder die genaue art des möglichen &quot;ausflippens&quot; (in der vergangenheit hat das bereits zweimal fast die ganze welt zu einem militärischen eingreifen gezwungen) noch die möglichen ziele benannt sind. ebenfalls finde ich es verdammt fraglich, ob &lt;i&gt;duldsamkeit&lt;/i&gt; in irgendeiner form nun eine besonders positive eigenschaft ist (wölfe mögen bekanntlich besonders sanfte schafe...)&lt;br /&gt;
und irgendwie ist dieses merkwürdig unformulierte, im vagen gelassene, unaus- oder auch nicht-zuende-geprochene, zwischen den zeilen offen gelassene zumindest in meinen augen typisch für viele der beiträge, die sich in den vergangenen tagen medial mit den berüchtigten &quot;sozialen unruhen&quot; beschäftigten. mir fiel dabei immer wieder ein satz von theweleit aus den &quot;männerphantasien&quot; ein, der sinngemäß in etwa lautete, dass in deutschland alleine die vorstellung eines bürgerkriegs (die höchste zuspitzung sozialer unruhen bzw. der eskalierte klassenkampf) deshalb in einem merkwürdig &lt;i&gt;obszönen geruch&lt;/i&gt; stehe, weil man da &lt;i&gt;&quot;an den eigenen eltern rummachen&quot;&lt;/i&gt; würde - er hat das vor dem hintergrund seiner spezifischen psychoanalytischen herangehensweise mit einer sexuellen note verknüpft, die ich nicht unbedingt sehe - aber der satz macht trotzdem sinn, wenn man davon ausgeht, dass sich die &quot;eliten&quot; immer wieder gerne, bewusst oder unbewusst, auch als &lt;i&gt;elternfiguren&lt;/i&gt; inszenieren. was nur deshalb funktionieren kann, weil sich relevante teile der bevölkerung davon aufgrund ihrer eigenen psychophysischen struktur ansprechen lassen. und den eltern widerspricht man bekanntlich nicht, zumindest nicht in deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich vergesse bei all dem durchaus nicht, dass es spätestens seit den vielgeschmähten 68ern durchaus relevante und breiter wirksame veränderungen im umgang mit kindern hier gegeben hat; ebenfalls müssen heute die diversen gruppen von einwanderern und migrantInnen berücksichtigt werden (wobei ich die herkömmliche türkische kindererziehung nach meinem wissen ähnlich kritisch wie die deutsche bewerten würde), dazu kommen selbstverständlich auch noch ganz andere einflüsse, die über die frage des umgangs mit der krise hier mitentscheiden werden (wie die mögliche strategische und taktische intelligenz unserer antisozialen &quot;eliten&quot; bspw.), aber für mich ist das ausgeführte eben ein ganz entscheidender - und bspw. in den vielen aktuellen vergleichen zwischen deutscher und französischer &quot;protestkultur&quot; auch immer präsenter - historischer hintergrund, der von all jenen menschen, die sich hier emanzipatorische veränderungen wünschen und dafür arbeiten, keineswegs unterschätzt werden darf, was mehrheitlich leider immer noch der fall ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im dritten teil der reihe wird es dann u.a. genauer um die (öffentliche) diskussion der &quot;sozialen unruhen&quot; hierzulande gehen.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-02T13:10:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-1/">
    <title>assoziation: der umgang mit der krise in deutschland (1) [update am 01.05.09]</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-der-umgang-mit-der-krise-in-deutschland-1/</link>
    <description>&lt;b&gt;und quasi als passenden prolog zum thema hören wir zunächst eine stimme aus schon recht weit entfernter vergangenheit, eine jener stimmen, die meistens unter der rubrik &quot;deutsche klassiker&quot; geführt werden - und ich finde es immer wieder eine schöne ironie der geschichte, wenn von hiesigen nationalisten gerade der verweis auf diese &quot;klassiker&quot; mit stolzgeschwellter brust herausgetönt wird, um die &quot;überlegenheit&quot; des volks der &quot;dichter &amp; denker&quot; (die entsprechende metamorphose dieser sentenz in &lt;i&gt;richter &amp; henker&lt;/i&gt; ist nach wie vor höchst angemessen) zu belegen. der folgende auszug aus dem roman&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperion_(H%C3%B6lderlin)&quot;&gt;hyperion&lt;/a&gt; &lt;b&gt;von hölderlin, entstanden ende des 18. jahrhunderts, eignet sich immer wieder sehr gut, um den oben genannten die erwähnte brust wieder recht schnell zusammenfallen zu lassen. und gleichfalls - das werden die vermutlich zwei weiteren folgebeiträge dieser minireihe zeigen - hat hölderlin da bereits vor langer zeit einige typische atmosphärische und verhaltensmässige folgen von weit verbreiteten traumatischen sozialstrukturen mittels wortgewaltiger sprache eingefangen, die sich insgesamt zu etwas komprimieren lassen, was unter dem in die irre führenden begriff von der &quot;deutschen mentalität&quot; bis heute davon zeugt, dass sich mehr oder weniger große teile der hiesigen bevölkerung immer noch nicht über ihr eigenes &lt;i&gt;sein&lt;/i&gt; und dessen bedingungen auch nur einigermaßen im klaren sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit der aktuellen situation in der heutigen krise hat das, was gleich im brief von hyperion an seinen freund bellarmin zu lesen sein wird, in meinen augen deshalb etwas zu tun, weil die spezifisch hiesigen &lt;i&gt;autoritätsängste&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;unfähigkeit zum widerstand gegen angemaßte autorität&lt;/i&gt; sowie die damit zusammenhängende bereitschaft zur &lt;i&gt;aggression gegen alles als &quot;schwächer&quot; wahrgenommenes&lt;/i&gt; - oder auch gegen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3645861/&quot;&gt;sich selbst&lt;/a&gt; &lt;b&gt;- , eine lange und unheilvolle tradition besitzen, deren prägnanteste wegmarken nicht nur all die fehlgeschlagenen bzw. nicht stattgefundenen revolutionen darstellen, sondern ebenfalls all das, was sich in den verschiedenen deutschen diktaturen - mit dem monströsen, aber folgerichtigen &quot;exzess&quot; des nationalsozialismus an der spitze - wie ein giftiges konzentrat gebündelt hat - militarismus, rassismus, antisemitismus, sexismus und der in den weltkriegen jeweils in den offenen wahn kumulierende nationalismus. all das sind natürlich keine rein deutschen spezialitäten, und trotzdem sind die meisten erscheinungsformen der eben genannten herrschaftsverhältnisse in diesem land immer noch eine stufe ekliger, krasser, brutaler und mittels staatlicher duldung und unterstützung &lt;i&gt;besser organisiert (= mörderischer)&lt;/i&gt; ausgefallen als anderswo. was ohne entsprechende dispositonen in relevanten teilen der bevölkerung eben nicht möglich gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und das gilt in modifizierter form bis heute (dazu muss man sich zb. nur den verbreiteten umgang mit erwerbslosen, noch deutlicher den gegenüber &quot;ausländern&quot;, betrachten). die in diesem zusammenhang verbreitete rede eines angeblich &quot;deutschen nationalcharakters&quot; oder auch der von der schon erwähnten &quot;deutschen mentalität&quot; besitzt dabei trotz aller sonstigen irreführung (beides sind rein gedankliche &lt;i&gt;konstrukte&lt;/i&gt; objektivistischer art) einen realen kern in der art, dass beide begriffe etwas zu erfassen suchen, was sich als &lt;i&gt;tradierte kollektive erfahrungs- und verhaltensmuster&lt;/i&gt; beschreiben liesse. dabei geht es aber primär immer um individuelle erfahrungen von solcher verbreitung, dass sie regelmässig als &quot;typisch&quot; und &quot;normal&quot; (fehl-)wahrgenommen werden - letzteres deshalb, weil sie vielleicht typisch für eine bestimmte - nämlich traumatische - gesellschaftliche matrix sein mögen, aber gerade deshalb keinesfalls als &quot;normalität&quot; begriffen werden können und sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und der folgende brief des hölderlin macht deutlich, dass diese matrix bereits seit langer zeit in unseren breiten hier wirksam ist - und auch die aktuellen und noch kommenden reaktionen auf die krise zu einem großen teil mit gestalten wird. der text lässt sich durchaus nach meinem verständnis als sehr frühe psychohistorische studie lesen. und es empfiehlt sich sehr, ihn sacken und wirken zu lassen. in den nächsten tagen kommt dann die zweite folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Hyperion an Bellarmin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, wie der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie anders ging es mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes - das, mein Bellarmin! waren meine Tröster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein hartes Wort und dennoch sag ichs, weil es Wahrheit ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen - ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein jeder treibt das Seine, wirst du sagen, und ich sag es auch. Nur muß er es mit ganzer Seele treiben, muß nicht jede Kraft in sich ersticken, wenn sie nicht gerade sich zu seinem Titel paßt, muß nicht mit dieser kargen Angst, buchstäblich heuchlerisch das, was er heißt, nur sein, mit Ernst, mit Liebe muß er das sein, was er ist, so lebt ein Geist in seinem Tun, und ist er in ein Fach gedrückt, wo gar der Geist nicht leben darf, so stoß ers mit Verachtung weg und lerne pflügen! Deine Deutschen aber bleiben gerne beim Notwendigsten, und darum ist bei ihnen auch so viele Stümperarbeit und so wenig Freies, Echterfreuliches. Doch das wäre zu verschmerzen, müßten solche Menschen nur nicht fühllos sein für alles schöne Leben, ruhte nur nicht überall der Fluch der gottverlaßnen Unnatur auf solchem Volke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tugenden der Alten sei&apos;n nur glänzende Fehler, sagt&apos; einmal, ich weiß nicht, welche böse Zunge; und es sind doch selber ihre Fehler Tugenden, denn da noch lebt&apos; ein kindlicher, ein schöner Geist, und ohne Seele war von allem, was sie taten, nichts getan. Die Tugenden der Deutschen aber sind ein glänzend Übel und nichts weiter; denn Notwerk sind sie nur, aus feiger Angst, mit Sklavenmühe, dem wüsten Herzen abgedrungen, und lassen trostlos jede reine Seele, die von Schönem gern sich nährt, ach! die verwöhnt vom heiligen Zusammenklang in edleren Naturen, den Mißlaut nicht erträgt, der schreiend ist in all der toten Ordnung dieser Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dir: es ist nichts Heiliges, was nicht entheiligt, nicht zum ärmlichen Behelf herabgewürdigt ist bei diesem Volk, und was selbst unter Wilden göttlichrein sich meist erhält, das treiben diese allberechnenden Barbaren, wie man so ein Handwerk treibt, und können es nicht anders, denn wo einmal ein menschlich Wesen abgerichtet ist, da dient es seinem Zweck, da sucht es seinen Nutzen, es schwärmt nicht mehr, bewahre Gott! es bleibt gesetzt, und wenn es feiert und wenn es liebt und wenn es betet und selber, wenn des Frühlings holdes Fest, wenn die Versöhnungszeit der Welt die Sorgen alle löst, und Unschuld zaubert in ein schuldig Herz, wenn von der Sonne warmem Strahle berauscht, der Sklave seine Ketten froh vergißt und von der gottbeseelten Luft besänftiget, die Menschenfeinde friedlich, wie die Kinder, sind - wenn selbst die Raupe sich beflügelt und die Biene&lt;br /&gt;
schwärmt, so bleibt der Deutsche doch in seinem Fach und kümmert sich nicht viel ums Wetter!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber du wirst richten, heilige Natur! Denn, wenn sie nur bescheiden wären, diese Menschen, zum Gesetze nicht sich machten für die Bessern&lt;br /&gt;
unter ihnen! wenn sie nur nicht lästerten, was sie nicht sind, und möchten sie doch lästern, wenn sie nur das Göttliche nicht höhnten! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder ist nicht göttlich, was ihr höhnt und seellos nennt? Ist besser, denn euer Geschwätz, die Luft nicht, die ihr trinkt? der Sonne Strahlen, sind sie edler nicht, denn all ihr Klugen? der Erde Quellen und der Morgentau erfrischen euern Hain; könnt ihr auch das? ach! töten könnt ihr, aber nicht lebendig machen, wenn es die Liebe nicht tut, die nicht von euch ist, die ihr nicht erfunden. Ihr sorgt und sinnt, dem Schicksal zu entlaufen und begreift es nicht, wenn eure Kinderkunst nichts hilft; indessen wandelt harmlos droben das Gestirn. Ihr entwürdiget, ihr zerreißt, wo sie euch duldet, die geduldige Natur, doch lebt sie fort, in unendlicher Jugend, und ihren Herbst und ihren Frühling könnt ihr nicht vertreiben, ihren Aether,&lt;br /&gt;
den verderbt ihr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O göttlich muß sie sein, weil ihr zerstören dürft, und dennoch sie nicht altert und trotz euch schön das Schöne bleibt! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist auch herzzerreißend, wenn man eure Dichter, eure Künstler sieht, und alle, die den Genius noch achten, die das Schöne lieben und es pflegen. Die Guten! Sie leben in der Welt, wie Fremdlinge im eigenen Hause, sie sind so recht, wie der Dulder Ulyß, da er in Bettlersgestalt an seiner Türe saß, indes die unverschämten Freier im Saale lärmten und fragten, wer hat uns den Landläufer gebracht? Voll Lieb und Geist und Hoffnung wachsen seine Musenjünglinge dem deutschen Volk heran; du siehst sie sieben Jahre später, und sie wandeln, wie die Schatten, still und kalt, sind, wie ein Boden, den der Feind mit Salz besäete, daß er nimmer einen Grashalm treibt; und wenn sie sprechen, wehe dem! der sie versteht, der in der stürmenden Titanenkraft, wie in ihren Proteuskünsten den Verzweiflungskampf nur sieht, den ihr gestörter schöner Geist mit den Barbaren kämpft, mit denen er zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist auf Erden alles unvollkommen, ist das alte Lied der Deutschen. Wenn doch einmal diesen Gottverlaßnen einer sagte, daß bei ihnen nur so unvollkommen alles ist, weil sie nichts Reines unverdorben, nichts Heiliges unbelastet lassen mit den plumpen Händen, daß bei ihnen nichts gedeiht, weil sie die Wurzel des Gedeihns, die göttliche Natur nicht achten, daß bei ihnen eigentlich das Leben schal und sorgenschwer und übervoll von kalter stummer Zwietracht ist, weil sie den Genius verschmähn, der Kraft und Adel in ein menschlich Tun, und Heiterkeit ins Leiden und Lieb und Brüderschaft den Städten und den Häusern bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darum fürchten sie auch den Tod so sehr, und leiden, um des Austernlebens willen, alle Schmach, weil Höhers sie nicht kennen, als ihr Machwerk, das sie sich gestoppelt. O Bellarmin! wo ein Volk das Schöne liebt, wo es den Genius in seinen Künstlern ehrt, da weht, wie Lebensluft, ein allgemeiner Geist, da öffnet sich der scheue Sinn, der Eigendünkel schmilzt, und fromm und groß sind alle Herzen und Helden gebiert die Begeisterung. Die Heimat aller Menschen ist bei solchem Volk und gerne mag der Fremde sich verweilen. Wo aber so beleidigt wird die göttliche Natur und ihre Künstler, ach! da ist des Lebens beste Lust hinweg, und jeder andre Stern ist besser, denn die Erde. Wüster immer, öder werden da die Menschen, die doch alle schöngeboren sind; der Knechtsinn wächst, mit ihm der grobe Mut, der Rausch wächst mit den Sorgen, und mit der Üppigkeit der Hunger und die Nahrungsangst; zum Fluche wird der Segen jedes Jahrs und alle Götter fliehn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wehe dem Fremdling, der aus Liebe wandert, und zu solchem Volke kömmt, und dreifach wehe dem, der, so wie ich, von großem Schmerz&lt;br /&gt;
getrieben, ein Bettler meiner Art, zu solchem Volke kömmt! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genug! du kennst mich, wirst es gut aufnehmen, Bellarmin! Ich sprach in deinem Namen auch, ich sprach für alle, die in diesem Lande sind&lt;br /&gt;
und leiden, wie ich dort gelitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(hölderlin: hyperion; zweiter band, zweites buch)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
edit am 1. mai: wie zur bestätigung des obigen lesen sich passagen aus einem gerade veröffentlichten&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,622302,00.html&quot;&gt;artikel&lt;/a&gt; &lt;b&gt;unter der überschrift &quot;Der neue Mensch&quot; - zwei auszüge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Wir alle drücken dem System, das ohne Alternative ist, die Daumen. Wir alle wünschen uns, dass es gewinnt, allerdings modifiziert, unter wachsam befolgten Regeln und Teilnahme engagierter Bürger.&quot;(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht um Werte wie Bedürfnis-Aufschub, Disziplin, Dienst, Pflicht. Um das, was Max Weber die protestantische Arbeitsethik nannte.&quot;(...)&lt;/cite&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das nun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[ ] überlautes pfeifen im walde seitens eines kapitalistischen lohnschreibers&lt;br /&gt;
[ ] das bis zum erbrechen widerholte diktat des TINA-prinzips (&quot;there is no alternative&quot;) seitens eines kapitalistischen lohnschreibers&lt;br /&gt;
[ ] unverschämtes appellieren zum &lt;i&gt;maßhalten&lt;/i&gt; im sinne von &quot;wir-sind-ja-alle-irgendwie-mitschuld&quot; seitens eines kapitalistischen lohnschreibers oder auch&lt;br /&gt;
[ ] die öffentliche zurschaustellung der eigenen &lt;i&gt;sklavenmentalität&lt;/i&gt; seitens eines kapitalistischen lohnschreibers?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mal davon abgesehen, dass ich einen realen kern in dem ganzen dreisten elaborat sehe - denn ohne verschiedenen arten von grundsätzlichem, primär auf kompensierenden konsum zielenden, verzicht (wobei die wahrnehmung dessen, ob etwas als verzicht oder als bereicherung angesehen wird, durchaus aus verschiedenen perspektiven jeweils ganz unterschiedlich aussehen kann) wird´s auch meiner meinung nach keine sinnvollen veränderungen geben können -, sind die aussagen des autors in diesen zeiten von einer derartigen frechheit, das mir fast die spucke wegblieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jahrelang haben die kapitalisten zwecks profitakkumulation das lied vom fröhlichen konsum &lt;i&gt;als lebenssinn&lt;/i&gt; vorgegeben; jetzt, wo das damit assoziierte system, angelangt an seinen inneren und den äußeren physikalischen grenzen, förmlich zerbröselt, kommt der rückgriff auf - kirchlich untermauerte - &quot;preussische tugenden&quot;, zu denen hyperion oben schon das notwendige gesagt hat? ein schlechter witz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ach ja, falls mir der autor irgendwann mal über den weg laufen sollte, gibt´s für das &quot;wir alle&quot; einen tritt. auch kapitalistische lohnschreiber müssen irgendwann erkennen, dass es grenzen der eigenen erbärmlichkeit gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und während ein mainstreammedium von &quot;disziplin, dienst und pflicht&quot; deliriert, ist ganz aktuell in dortmund zu besichtigen, wie leute, bei denen diese einfältige dreifaltigkeit ebenfalls hoch im kurs steht, krisenbewältigung in ihrem sinne verstehen:&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/5/1/news-118550907/detail.html&quot;&gt;hunderte nazis greifen maikundgebung des dgb an&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. nicht die erste konfrontation zwischen gewerkschafterInnen und nazis in diesem jahr. und voraussichtlich auch nicht letzte. das sind nun wahrhaft &lt;i&gt;deutsche zustände&lt;/i&gt;, und es stellt sich mehr und mehr die frage für die gewerkschaften, wie sie sich zu diesen positionieren wollen.&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>monoma</dc:creator>
    <dc:subject>assoziation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 monoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-25T11:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-noch-mehr-simulierte-welten/">
    <title>assoziation: noch mehr simulierte welten</title>
    <link>http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-noch-mehr-simulierte-welten/</link>
    <description>&lt;b&gt;erst neulich hatte ich ein paar neuere überlegungen zu den real existierenden&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/assoziation-von-simulierten-welten/&quot;&gt;simulierten welten&lt;/a&gt; &lt;b&gt;aus ganz verschiedenen perspektiven zusammengetragen; heute gibt´s eine art fortsetzung, die ich mit einem zitat aus einem&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,616055,00.html&quot;&gt;streitgespräch&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zwischen einem pädagogen und einem psychiater über die &quot;richtige&quot; art des umgangs mit kindern beginne (für den hinweis auf dieses gespräch dank an wednesday):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)Bergmann: In der Tat werden immer mehr Kinder schwierig und auffällig. Das sogenannte Zappelphilipp-Syndrom greift um sich wie eine Epidemie. Wir haben es mit sozialen und damit auch seelischen Verfallserscheinungen in der modernen Kindheit zu tun. Dazu gehört, dass Körperselbstbildstörungen zunehmen, also Essstörungen und Selbstverletzungen bei Mädchen sowie Computersucht bei Jungen.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterhoff: Die Frage ist, was hinter den Auffälligkeiten steht. Die Kinder, die ich bis vor zwölf Jahren gesehen habe, wussten, dass es ein Gegenüber und Regeln gibt. Die Kinder, denen ich heute begegne, zeigen eine Respektlosigkeit und stellen sich nicht mehr auf das Gegenüber ein. Stattdessen zwingen sie den Erwachsenen, sich auf sie einzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bergmann: Stimmt - aber natürlich nur für einen Teil der Kinder, der näher umrissen werden müsste. Da zeichnet sich eine tiefgreifende Veränderung ab, die von vielen, auch mir, seit längerer Zeit beschrieben wird, aber keineswegs bis ins Letzte verstanden worden ist: Manche Kinder sind freundlich, sympathisch, aber sie flutschen rechts und links an allen Regeln und Vorgaben, an allen Verbindlichkeiten vorbei. In meiner Praxis sind sie ausgesprochen höflich und sagen: Das war ganz toll bei Ihnen, Herr Bergmann. Ich sitze trotzdem bedröppelt hinter meinem Schreibtisch und habe das Gefühl, dass ich das Kind nicht erreicht, nicht berührt habe. Als gäbe es gar keinen Kern des Selbst, mit dem bewusst und unbewusst Kontakt aufgenommen werden könnte. Dies ist ein sehr auffälliger Teil einer gefährlichen Entwicklung. Die Kinder laufen uns aus dem Ruder. Es ist eine fast unheimliche Tendenz.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Als gäbe es gar keinen Kern des Selbst...&quot; - offensichtlich tut sich der pädagoge an dieser stelle schwer, das, was nicht sein darf, weiter auszuführen bzw. überhaupt weiter zu denken - denn dann würde er auf modelle zurückgreifen müssen, die den stammleserInnen hier vertraut sein dürften, den weitaus meisten tätigen sowohl im pädagogischen als auch im psychiatrischen/psychologischen bereich jedoch nicht. gleichfalls würden ihm solche modelle auch den zusammenhang zwischen seiner hypothese und den vorher erwähnten &lt;i&gt;körperselbstbildstörungen&lt;/i&gt; deutlicher machen können, aber das wäre dann wohl &lt;i&gt;too much&lt;/i&gt; (zu sehr deutlichen und offenen störungen des &lt;i&gt;körperschemas&lt;/i&gt; siehe auch&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1016620/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, und zwar im unteren teil).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Manche Kinder sind freundlich, sympathisch, aber sie flutschen rechts und links an allen Regeln und Vorgaben, an allen Verbindlichkeiten vorbei. In meiner Praxis sind sie ausgesprochen höflich und sagen: Das war ganz toll bei Ihnen, Herr Bergmann.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
simulationsfähigkeiten in aktion. und es lässt sich mit berechtigung die these aufstellen, dass das eine direkte und sehr unmittelbare folge der konstatierten &lt;i&gt;kernlosigkeit&lt;/i&gt; darstellt - wir sehen womöglich den&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1312264/&quot;&gt;objektivistischen modus&lt;/a&gt;&lt;b&gt;, und zwar die entgleiste variante, in betrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und das gleiche ist jetzt in einem neuen film unter dem sinnigen titel&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30095/1.html&quot;&gt;so glücklich war ich noch nie&lt;/a&gt; &lt;b&gt;zu betrachten, bei dem es in der insgesamt recht interessanten rezension bei telepolis am ende einen ganz zentralen absatz gibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Seine Hauptfigur Knöpfel ist ein Mensch, der sich selbst nur da findet, wo er in erfundene Rollen schlüpft, und das heißt zugleich, dass er sich längst verloren hat. Denn der Betrug an anderen geht mit dem Selbstbetrug Hand in Hand - und gerade weil es vielleicht ja zutrifft, dass die Welt gern betrogen werden will, wird das Spiel für die, die das gekonnt tun, mitunter derart verführerisch, dass sie Junkies ähneln, Spielsüchtigen - nur dass sie nicht um ihr eigenes Geld spielen, sondern mit dem Geld der Anderen gleich um ihr eigenes Leben.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;560&quot; height=&quot;340&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/v3QzZZ_Du18&amp;hl=de&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/v3QzZZ_Du18&amp;hl=de&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;340&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei ich finde, dass die assoziation mit &quot;spielsucht&quot; etwas in die irre führt, weil sie nicht die &lt;i&gt;existenzielle wucht&lt;/i&gt; der als-ob-struktur erfasst. nichtsdestotrotz tangiert das nicht meine empfehlung, sich den film anzuschauen; nicht zuletzt auch deshalb, weil vom regisseur alexander adolph ebenfalls die thematisch gleiche dokumentation&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3642929/&quot;&gt;die hochstapler&lt;/a&gt; &lt;b&gt;stammt, in der es um - wenn man so will - authentische fallbeispiele von soziopathie bzw. als-ob-persönlichkeiten geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der hochstapler knöpfel im spielfilm jedenfalls scheint spontan ungefähr so sympathisch wie die figur des tom ripley von patricia highsmith zu sein, den ich in der vergangenheit als idealtypische (fiktive)&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/1868194/&quot;&gt;als-ob-persönlichkeit&lt;/a&gt; &lt;b&gt;begriffen hatte. und diese benannte &lt;i&gt;sympathie&lt;/i&gt; ist nicht nur etwas, was die wirkung von vielen (nicht allen) &lt;i&gt;erfolgreichen&lt;/i&gt; soziopathen auf die menschliche mitwelt so unheimlich erscheinen lässt, sondern auch ein merkmal, welches von regisseurInnen und autorInnen vor allem deshalb immer wieder treffend beobachtet und skizziert werden kann, weil es &lt;i&gt;real&lt;/i&gt; vorhanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was sich in beliebigen kriminalistischen&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E7C87874FC7DE413ABB9C93C4E1487522~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed&quot;&gt;fallbeispielen&lt;/a&gt; &lt;b&gt;nachvollziehen lässt - als wäre ein tom ripley aus seinem buchumschlag in die reale welt entsprungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Wolf wird sich vielleicht als Holländer oder Brite ausgeben. Niederländisch und Englisch spricht er ohne Akzent, Letzteres sogar mit mehreren Dialekten. Wolf wird ein unscheinbares gebrauchtes Auto vor der Wohnung stehen haben, das er im Internet oder über eine Kleinanzeige gekauft hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vermutet es zumindest die Soko Wolf; sie ist hinter dem Entführer her, für dessen Ergreifung es 100.000 Euro Belohnung gibt. Wolf könne eigentlich überall sein, sagen die Polizisten. Und dort, wo er ist, wird er lockere soziale Kontakte knüpfen, gerne mal mit den Nachbarn trinken, bis er hauchzart lallt, aber nie bis zum Kontrollverlust. Er wird die Menschen in seiner Umgebung freundlich grüßen, sich anpassen. In honorigen Kreisen wird er dementsprechend auftreten. Er kann aber auch im Schlabberlook am nächsten Kiosk stehen. 56 Jahre ist Wolf alt, 1,85 Meter groß, trägt Brille, hat graue Haare und Geheimratsecken, ist muskulös vom ständigen Hanteltraining - völlig unauffällig, komplett normal, sagen Zielfahnder.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acht Jahre hat der gebürtige Düsseldorfer Wolf als Niederländer David van Dijk scheinbar komplett normal im Frankfurter Westend gelebt. Ab und zu hat er sich den weißen Mercedes 200 E seiner Lebensgefährtin geliehen. Die Frau, so die Polizei, habe keine Ahnung gehabt, mit wem sie zusammenlebte.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wäre interessant zu erfahren, was diese frau nach &lt;i&gt;achtjähriger&lt;/i&gt; ehe überhaupt zu &quot;ihrem&quot; mann sagen kann - noch interessanter wäre aber vermutlich eine gründliche beschäftigung mit ihren selbst- und fremdwahrnehmungsfähigkeiten. bei den verschiedenen geschichten von soziopathen solchen kalibers, die mir bisher bei der beschäftigung mit dem thema so bekannt geworden sind, fällt diese fatale &lt;i&gt;unfähigkeit&lt;/i&gt; der jeweiligen sozialen umfelder, menschen anders als im grad ihrer kompatibilität mit den herrschenden gesellschaftlichen normen für &quot;normalität&quot; wahrzunehmen, immer wieder sehr unangenehm auf - stecke den schlimmsten kriminellen und komplett empathielosen massenmörder in schlips und kragen, lasse ihn die rudimentärsten gesellschaftlichen umgangsformen beherrschen und eine einigermaßen höfliche sprache, so wird oma schulze von gegenüber unter garantie vom &quot;höflichen netten nachbarn&quot; schwärmen, der immer so zuvorkommend und &lt;i&gt;ordentlich&lt;/i&gt; aufgetreten ist. was spätestens dann grund genug sein sollte, sich einmal ausführlicher mit all den oma schulzes und den welten zu beschäftigen, welche von ihnen so bewohnt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Wolf hat nie einen Beruf gehabt, nie etwas gelernt. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit Verbrechen. Seit Thomas Wolf 15 Jahre alt ist, beschäftigt er die Polizei. Als Fahrrad- und Ladendieb beginnt er. Wolf kommt in ein Landesjugendheim, haut ab, wird zum Räuber. Auch die erste Gefängnisstrafe bleibt ohne Folgen. Er klaut weiter, fälscht sich einen Führerschein, betrügt, begeht Körperverletzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Leben besteht aus Straftaten, Aufenthalten in Gefängnissen und Ausbrüchen aus Gefängnissen.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Taten laufen ruhig und gesittet ab, sagen Ermittler. Schließlich lässt Wolf sein Leben als van Dijk und die Frau, mit der er acht Jahre zusammenlebte, wie einen Koffer zurück und geht ein für ihn hohes Risiko ein.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Polizeipsychologen bezeichnen Wolf als narzisstisch veranlagt. Er sei ein Soziopath. Er weiß nicht, was eine menschliche Bindung ist. Er hat keine Empfindungen. Aber Wolf weiß, wie er sich verhalten muss. Als unauffälliger älterer Herr irgendwo in Westeuropa.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das wörtchen &lt;i&gt;narzisstisch&lt;/i&gt; halte ich im obigen zusammenhang übrigens für irreführend, auch wenn soziopathen (mit hoher wahrscheinlichkeit in diesem fall zutreffend) oberflächlich betrachtet wie narzissten wirken können. aber die innere dynamik ist eine grundsätzlich andere, weil eine narzisstische ps in der regel von einem mehr oder weniger schwer gestörten, aber eben auch vorhandenen, authentischen selbst kündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wolf hätte vielleicht in seiner kindheit auch beim eingangs erwähnten pädagogen im büro sitzen und diesen zu den gleichen aussagen wie oben veranlassen können - eine kindheit, zu der sich selbst ohne weitere kenntnisse der biographie sagen lässt, dass sie schlicht verheerend gewesen sein muss. denn wenn es keine deutlich abgrenzbaren ereignisse wie bspw. ein unfall mit hirnschädigung gegeben haben sollte, so ist ein mensch mit einer störung solchen kalibers immer ein produkt (in diesem falle trifft das wortwörtlich zu) der eltern und mittelbar der gesellschaft, die solche existenzen produziert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wolf lässt sich dabei noch in der rubrik der gesellschaftlich durchschnittlich &quot;erfolgreichen&quot; soziopathen unterbringen, und zwar deshalb, weil sein &lt;i&gt;existenzielles spiel&lt;/i&gt; immer wieder trotz kontakt mit dem repressionsapparat &quot;funktioniert&quot;, und zwar über recht lange zeiträume - er kann innerhalb der existierenden gesellschaftlichen strukturen funktionieren (= überleben), und in nichts anderem liegt der &quot;erfolg&quot;. ein beispiel für jemanden, der bei vermutlich strukturell ähnlicher ausgangslage nicht mal annähernd diese ebene erreicht und bei seiner geschichte gleichzeitig die fiktionale bis offen halluzinierte qualität der als-ob-welten deutlich macht, lässt sich im folgenden&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/22190275.html&quot;&gt;prozeßbericht&lt;/a&gt; &lt;b&gt;betrachten - &quot;In einer Scheinwelt Chef gespielt&quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Software für Finanzbuchhaltung, ein Computer und ein Notebook, Tintenpatronen, ein Regal  die Bestellungen, die der Angeklagte deutschlandweit tätigte, wollen nicht recht passen zu einem von Arbeitslosengeld II lebenden 35-Jährigen, der die Sonderschule nach der achten Klasse verlassen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat sich eine Scheinwelt aufgebaut, in der er als Chef fungiert, erklärte die Verteidigerin, er spielt Chef. In seiner leitenden Funktion habe er Bestellungen für Produkte wie Steuerberaterprogramme getätigt, um seine Tätigkeit ausüben zu können. Ihr Mandant lebe sehr isoliert und habe im Rahmen seiner fiktiven Geschäftstätigkeit unter anderem Formulare bei BMW bestellt, um als Vertragshändler für den Autohersteller tätig werden zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Bestellungen, die zum Teil eine Höhe von über 3500 Euro erreichten, firmierte der umfassend geständige Mann mit erfundenen Briefköpfen als Unternehmer in Sachen Systemtechnik oder Computersystemen.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das mutet im vergleich mit der - hm, &quot;weltläufigkeit&quot; bei t.wolf wirklich gleich alles ein &quot;paar klassen tiefer&quot; an;  ebenfalls wie die anfallenden finanziellen schäden. vermutlich hat der protagonist dieser geschichte aber einfach mehr pech und ungünstige umstände bei der umsetzung seiner fiktionen gehabt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Bewährungschancen und Therapieangebote, aber auch mehrjährige Haftstrafen hatte der Mann in seiner Vergangenheit schon mehrfach erhalten. Seine ältesten Einträge im Strafregister reichen bis ins Jahr 1989 zurück. Überwiegend sind es Betrugsdelikte, mit denen der Angeklagte schon im Alter von 16 Jahren begann.(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von seiner Verteidigerin und auch seinem Bewährungshelfer vertretene Meinung, dass der Mann sich lediglich so verhalte, weil er nicht anders könne, teilte der im Prozess gutachtende Psychiater nicht. Der Angeklagte wirke keineswegs wie ein Sonderschüler, er könne sich gewählt ausdrücken. Während der Begutachtung war er charmant, weltoffen und sympathisch, so der Psychiater. Der Mann habe durchaus die Fähigkeit, sich auf Menschen und ihre Gefühle einzustellen und sie zu manipulieren.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und das ist wieder mal so ein psychiatrisches gutachten, bei dem ich ob der schlussfolgerungen kopfschüttelnd davor sitze - wann wird sich bei der etablierten psychiatrie endlich mal die existenz von totalsimulativen persönlichkeiten herumsprechen, die natürlich die fähigkeiten besitzen, &quot;sich auf menschen und ihre gefühle einzustellen&quot;, &lt;i&gt;weil&lt;/i&gt; sie nicht anders können - nicht anders überleben können? ein schimmer dieser nicht verstandenen einsicht blitzt paradoxerweise im folgenden auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;(...)&quot;Im Raum stand für das Gericht die Frage einer eventuellen Schuldunfähigkeit aufgrund einer psychischen Störung. Doch diese Möglichkeit verneinte der psychiatrische Gutachter entschieden. Zwar sei bei dem 35-Jährigen eine sogenannte dissoziale Entwicklung von Kindheit an festzustellen sowie eine Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus, aber beides sei nicht so schwerwiegend, dass sein Leben davon durchgehend eingeschränkt werde.&quot;(...)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was der psychiater für eine vorstellung von &quot;so schwerwiegend&quot; hat, dass er bereit wäre, eine durchgehende einschränkung eines lebens daraus abzuleiten, bleibt sein geheimnis. ich will damit keinesfalls die psychophysische struktur bei solchen menschen wie den geschilderten verharmlosen, auch wenn ich die ebene des primär finanziellen betrugs aus meiner persönlichen sicht für nicht so relevant halte wie bspw. die bereitschaft zum mord ohne reue und innere hemmnisse, die bei einer solchen struktur jederzeit in die realität &quot;einbrechen&quot; kann. aber der umgang damit mittels der bisherigen und konventionellen mitteln besonders der justiz ist in solchen fällen durch die bank hoffnungslos unzulänglich und sogar kontraproduktiv, wenn man dazu die reale funktion von gefängnissen als &quot;schulen des verbrechens&quot; und zuchtanstalten für dissoziale persönlichkeiten berücksichtigt. aber gleichfalls gilt natürlich: um diesen umgang qualitativ zu ändern, müsste sich zunächst die orthodoxe psychiatrie von einigen elementaren hartnäckigen illusionen und fiktionen lösen, und das wiederum kann nicht geschehen ohne entsprechende änderungen von gesellschaftlichen welt- und menschenbildern. wozu ganz basal auch die änderung unseres verhältnisses zu kindern sowie zur bedeutung der&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://autismuskritik.twoday.net/stories/3452513/&quot;&gt;pränatalen phase&lt;/a&gt; &lt;b&gt;der menschlichen entwicklung gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solange das aber nicht passiert, werden wir uns von der unter uns vorhandenen soziopathischen minderheit weiter offenbar mit einiger bereitwilligkeit - mindestens - betrügen lassen (meistens noch schlimmeres); mit einiger wahrscheinlichkeit sogar im globalen maßstab:&lt;/b&gt; &lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.welt.de/print-welt/article336785/Geschlossene_Chefetage.html&quot;&gt;&quot;Könnte ich die Psychopathen  nicht im Gefängnis studieren - an der Wall Street würde ich genug von ihnen finden&quot;&lt;/a&gt;&lt;b&gt;. wobei die notwendige anmerkung zum schluß noch lautet: nicht nur die soziopathen schaffen sich offensichtlich immer wieder im großen und kleinen maßstab das ihnen passende system, sondern der vorgang läuft gleichfalls permanent in der anderen richtung ab - der kapitalismus favorisiert die ihm am meisten kompatiblen persönlichkeitstypen.&lt;/b&gt;</description>
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