Ich glaube, daß niemand weit und breit "Ziel und Plan" hat.
Ich habe auch keinerlei Hoffnung, daß Ziel und Plan "ent-stehen".
Nichts werden sie sehen, wenn die Menschen nicht anfangen, sich (mittels Kopf und Beinen) zu bewegen. Dort haben Viele angefangen. Wie sie das gerade machen, nötigt mir Bewunderung ab.
Auch bei uns finden sich Menschen, die tatsächlich neu anfangen.
demon driver - 5. Feb, 20:11
Ich denke, man muss hier genau unterscheiden: auf der einen Seite Tunesien, Ägypten, und was noch nachfolgen mag, und auf der anderen Seite wir hier, ich nenn's mal "den Westen".
In Tunesien und Ägypten haben die, die dort rebellieren, durchaus Ziel und Plan: nämlich die Grund- und Menschenrechte und die Elementarfreiheiten des Westens zu bekommen. Das ist ein klar formuliertes und vergleichsweise leicht erreichbares Ziel, das man dort wohl im Wesentlichen auch erreichen wird.
Hier haben wir das schon, was man dort fordert.
An beiden Orten wird das auf lange Frist nicht reichen, hier wie dort scheitern wirkliche Rechte, wirkliche Freiheiten zunehmend nicht nur an der Verwertungslogik des herrschenden Wirtschaftssystems, sondern eben auch daran, dass diese Verwertungslogik es rein materiell immer weniger schafft, Gesamtbevölkerungen vernünftige Lebensbedingungen zu verschaffen.
Nun reicht es da aber doch nicht, einfach nur zu sagen, das ist scheiße (soweit ist es ja richtig!) – das schlagen wir kaputt, und alles weitere sehen wir "dann". "Dann", wenn die Strukturen tatsächlich zerschlagen wären, ohne eine konkrete Vorstellung für neue Strukturen zu haben, gäbe es nämlich plötzlich auch all das nicht mehr, was man in unseren Breiten seit langem zu Recht als Selbstverständlichkeit begreift, was tatsächlich aber nur solange funktioniert, solange auch die kapitalistischen Strukturen funktionieren. Das fängt nicht errst dabei an, weitgehend problemlos halbwegs vernünftige Nahrung zu bekommen, und hört noch nicht auf, wo man wegen einer läppischen Blinddarmentzündung nicht sterben möchte, sondern – ohne direkte Gegenleistung – operiert und dann auch schnell wieder gesund wird.
Es ist richtig, dass auch hier die Herrschenden immer nachdrücklicher darauf hingewiesen werden müssen, dass der Mensch Mindestansprüche hat, wozu auch das gehört, was Mo mit "Würde" auszudrücken versucht, was im Krisenverlauf des Kapitalismus immer weniger erfüllt wird.
Und wenn jetzt "Ziel und Plan" für eine bessere Organisation des globalen Zusammenlebens fehlen, dann muss doch das erste Ziel sein, sowas zu entwickeln, nicht vorher schon alles kaputtzuschlagen, um dann völlig im Regen zu stehen. Am Ende entmachtet man sich dadurch auch selbst. Denn nur solange man noch funktionierende Strukturen hat, solange hat man auch wirkliches Potenzial, sich zusammenzutun und zu vernetzen und vielleicht halt auch doch mal etwas zu entwickeln, was sowas wie "Ziel und Plan" sein könnte.
Mal ganz abgesehen davon, ob mit oder ohne "Ziel und Plan", dass eine Rebellion, hinter der nicht mal ein Promille der Bevölkerung steht, wirklich nur eines erreichen kann: die Handvoll Rebellen in den Knast zu bringen und damit deren revolutionäres Potenzial effektiv kaltzustellen.
Ich habe auch keinerlei Hoffnung, daß Ziel und Plan "ent-stehen".
Nichts werden sie sehen, wenn die Menschen nicht anfangen, sich (mittels Kopf und Beinen) zu bewegen. Dort haben Viele angefangen. Wie sie das gerade machen, nötigt mir Bewunderung ab.
Auch bei uns finden sich Menschen, die tatsächlich neu anfangen.
In Tunesien und Ägypten haben die, die dort rebellieren, durchaus Ziel und Plan: nämlich die Grund- und Menschenrechte und die Elementarfreiheiten des Westens zu bekommen. Das ist ein klar formuliertes und vergleichsweise leicht erreichbares Ziel, das man dort wohl im Wesentlichen auch erreichen wird.
Hier haben wir das schon, was man dort fordert.
An beiden Orten wird das auf lange Frist nicht reichen, hier wie dort scheitern wirkliche Rechte, wirkliche Freiheiten zunehmend nicht nur an der Verwertungslogik des herrschenden Wirtschaftssystems, sondern eben auch daran, dass diese Verwertungslogik es rein materiell immer weniger schafft, Gesamtbevölkerungen vernünftige Lebensbedingungen zu verschaffen.
Nun reicht es da aber doch nicht, einfach nur zu sagen, das ist scheiße (soweit ist es ja richtig!) – das schlagen wir kaputt, und alles weitere sehen wir "dann". "Dann", wenn die Strukturen tatsächlich zerschlagen wären, ohne eine konkrete Vorstellung für neue Strukturen zu haben, gäbe es nämlich plötzlich auch all das nicht mehr, was man in unseren Breiten seit langem zu Recht als Selbstverständlichkeit begreift, was tatsächlich aber nur solange funktioniert, solange auch die kapitalistischen Strukturen funktionieren. Das fängt nicht errst dabei an, weitgehend problemlos halbwegs vernünftige Nahrung zu bekommen, und hört noch nicht auf, wo man wegen einer läppischen Blinddarmentzündung nicht sterben möchte, sondern – ohne direkte Gegenleistung – operiert und dann auch schnell wieder gesund wird.
Es ist richtig, dass auch hier die Herrschenden immer nachdrücklicher darauf hingewiesen werden müssen, dass der Mensch Mindestansprüche hat, wozu auch das gehört, was Mo mit "Würde" auszudrücken versucht, was im Krisenverlauf des Kapitalismus immer weniger erfüllt wird.
Und wenn jetzt "Ziel und Plan" für eine bessere Organisation des globalen Zusammenlebens fehlen, dann muss doch das erste Ziel sein, sowas zu entwickeln, nicht vorher schon alles kaputtzuschlagen, um dann völlig im Regen zu stehen. Am Ende entmachtet man sich dadurch auch selbst. Denn nur solange man noch funktionierende Strukturen hat, solange hat man auch wirkliches Potenzial, sich zusammenzutun und zu vernetzen und vielleicht halt auch doch mal etwas zu entwickeln, was sowas wie "Ziel und Plan" sein könnte.
Mal ganz abgesehen davon, ob mit oder ohne "Ziel und Plan", dass eine Rebellion, hinter der nicht mal ein Promille der Bevölkerung steht, wirklich nur eines erreichen kann: die Handvoll Rebellen in den Knast zu bringen und damit deren revolutionäres Potenzial effektiv kaltzustellen.