Yurun (Gast) - 5. Dez, 03:59

occupy frankfurt

Da ich neben meiner Berufstätigkeit fast täglich im Frankfurter Occupy Camp bin, kann ich auf Wunsch vielleicht ein paar Dinge vermitteln.

Derzeit ist der Grundton im Camp recht angespannt, es gibt zu viele dysfunktionale Bereiche, Geld wird knapp, das Wetter beginnt uns zuzusetzen und als eigentliches Hauptmoment fehlt ein gewisses Wir-Gefühl und die Fähigkeit sich gegenseitig zu vertrauen. Es ist dabei ja auch ganz symptomatisch mit wieviel Dilettantismus sich das Ganze im Internet präsentiert (fast garnicht) oder wie stark das Camp in seine Umgebung ausstrahlt (effektiv kaum mehr als 100 Meter von seiner Grenze). Als persönlichen Eindruck glaube ich dabei auch der bereits angerichtete soziale und psychische Schaden hat das Camp (bisher) einfach überfordert, was da alles angespült wurde bzw. sich aus Verzeiflung angeschleppt hat ist neben den offen antisozialen Tendenzen (Diebstahl, Sabotage, Gewalt und ein Meer an Lügen&Gerüchten) einfach nicht ohne weiteres zu schlucken. Auch hatten zu viele Menschen zu viele Ideen, was dann zur Zersplitterung führte und die meisten Projekte im Sande verlaufen ließ. Demgegenüber bräuchte es jedoch nur einigen frischen Wind und den Mut ein paar Dinge grundsätzlich auf die Beine zu stellen, dann könnte das Camp dauerhaft werden. Die damit verbundene Arbeit müsste allerdings noch geleistet werden und die Lösung einiger Probleme würde wohl alles andere als hübsch oder einfach. Letzteres vor allem weil ich mir nicht so recht vorstellen kann, wie das Camp überleben will, ohne sich hier und da gegen seine Umgebung zu schützen. So als Beispiel füllt das aus dem Camp entwendete Diebesgut inzwischen bestimmt schon eine mittelgroße Lagerhalle und die freie Bewirtung sämtlicher Gäste lässt (oder ließ) Gespräche an einfach zu vielen Orten nur noch in osteuropäischen Sprachen zu. Dies wird man dabei wohl auch niemals ganz los, doch wenn wie neulich einem aktiven und hilfreichen Dauercamper schnell mal die Zelte aufgeschlitzt und leergeräumt werden, dann mag das die Frustration im entscheidenden Moment bis zum Absprung steigern. Es gibt dabei auch positive Effekte, je irrelevanter das Camp medial wie politisch wird, desto weniger Personen finden sich in ihm ein denen es nur ums eigene Ego oder irgendeine politische Karriere geht. Das Gefühl es da mit etwas Großem und Wichtigem zu tun zu haben, was durch eine große Medienaufmerksamkeit am Anfang durchaus befördert wurde, hatte in dieser Beziehung durchaus negative Folgen. Hätten wir uns stattdessen gegen Widerstände selbst aus dem Morast kämpfen und unser wir finden müssen, wäre zwar am Anfang vieles schwieriger geworden, dafür hätten wir aber inzwischen viel mehr funktionierende Beziehungen und wüssten woran wir mit uns selbst sind. Gerade dies ist momentan nämlich nicht der Fall und lähmt das Camp von hinten bis vorn. Am Ende weiß im schlimmsten Fall keiner Nichts und Niemand macht etwas.

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