kontext 16: narzisstische persönlichkeiten im job...

...ist das thema eines nps-foren-threads, den ich interessierten leserInnen empfehlen möchte.

*

edit am 1.12: ein ähnliches thema - narzißmus und macht - wurde in einer sendung des deutschlandfunks thematisiert, von der ein manuskript online verfügbar ist. auch, wenn das thema hier natürlich hörerfreundlich komprimiert worden ist, eignet sich der mitschnitt imo als einstieg ins thema, und macht auch gleich ein paar zusammenhänge deutlich - auszüge:

"Mir fallen da ganz viele Patienten ein, die in der Therapie erarbeiten konnten, dass sie Marionetten waren, dass sie funktionieren mussten wie kleine Roboter, wobei sie den Erwartungen der Eltern perfekt entsprechen mussten. Und für sich selbst wenig Spielraum hatten. So entwickelten sie ein so genanntes "Falsches Selbst": Und wer sie genau beobachtet, diese Menschen, der erkennt, dass sie merkwürdig unecht wirken. Und sich nach außen anders darstellen, als sie sich in Wirklichkeit innerlich fühlen."

ähnlichkeiten mit dem modell einer als-ob-persönlichkeit werden sichtbar, wobei die "echte" als-ob-persönlichkeit (in gestalt des klassischen psychopathen verkörpert) imo nicht mit dem obigen gleichzusetzen ist. bizarrerweise ließe sich vielleicht eher von einer als-ob-als-ob-persönlichkeit reden. wobei sich für mich die frage stellt, ob nicht auch zumindest teilweise psychopathen fachlicherseits und irrtümlicherweise mit dem modell einer nps klassifiziert werden können? wäre ein ähnlicher effekt wie er z.b. auch hinsichtlich der borderlinestörung bereits von mertz thematisiert wurde - ein effekt, der v.a. durch das menschenbild und die theorie der orthodoxen psychoanalyse erklärbar wäre.

aber stichwort borderline:

"Es ist die Brillanz, es ist die Grandiosität, es ist ein bisschen so der Charme auch, die Wortgewandtheit, die Faszination, die ausstrahlt und wo man sich wünscht, ja ich möchte auch so sein."

schauen Sie nochmal an das ende des ersten borderline-beitrags. dann wird zumindest auch ein grund dafür klarer, warum diese beiden ps sowohl öfter als verwandte zwillinge gedacht werden als auch schwierigkeiten bei der jeweiligen spezifischen diagnostik bestehen. und ebenso wird meiner meinung nach dadurch deutlich, warum der bereich dessen, was allgemein so als psychische störungen bezeichnet wird, zwar in der vielfalt möglicher symptome schon recht ausgedehnt, aber eben auch begrenzt ist - ich sehe diesen bereich inzwischen eher als ein spektrum an, in dem die möglichen reaktionen eines menschen auf ungünstige prä-, peri- und postnatale entwicklungsbedingungen aller möglichen arten von vielfältigsten bio-psychosozialen einflüssen abhängig sind. was für mich u.a. als konsequenz bedeuten würde, eher nach zusammenhängen zu suchen als mittels ständig ausdifferenzierender modelle die möglichen zusammenhänge zu verschleiern. einen echten qualitativen unterschied sehe ich bisher tatsächlich nur zwischen den phänomenen echte psychopathie und "klassischem" (kanner-)autismus (imo nocheinmal voneinander unterschieden) einerseits und den anderen bisher hier erwähnten (persönlichkeits-)störungen (incl. wahrscheinlich dem asperger-syndrom) andererseits. der gemeinsame nenner von allen besteht jedoch in den mehr oder weniger schweren schäden der sozialen fähigkeiten allgemein und der beziehungsfähigkeiten im besonderen. und da mich dabei vor allem die möglichen gesellschaftlichen konsequenzen der verbreitung dieser störungen interessieren,summiere ich sie unter diesem aspekt deswegen als beziehungskrankheiten. gleichzusetzen sind sie trotzdem nicht, wobei ich den eindruck habe, dass die tatsächlichen unterschiede erst in den bereichen der neurophysiologie bzw. neurobiologie deutlich werden können. und eher nicht durch die verbreiteten psychoanalytischen bzw. diversen psychologischen entwicklungsmodelle, die teils zu sehr den primären charakter von geistigen konstruktionen aufweisen, deshalb eher einem stochern im nebel gleichen und dazu noch meist unhinterfragt diverse verzerrende kulturell-zeitgeistige und auch für die gesamtgesellschaft entlastende komponenten transportieren. das eine einigermaßen realistische wahrnehmung dieses komplexen bereiches ein hartes stück arbeit ist, will ich dabei nicht leugnen. und wenn hier professionelle aus den entsprechenden disziplinen mitlesen, wäre ich dankbar für mögliche hinweise auf denk- oder andere fehler in meinen obigen gedanken.

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