notiz: presseschau, neue folge

(weiteres zum thema naher/mittlerer osten in der kommenden woche, ich brauche noch etwas mehr zeit.)

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aber auch jenseits der bedrückenden nachrichten aus der krisenregion gibt es nicht unbedingt besseres zu vermelden. ein kurzer und wie üblich unvollständiger rundblick:

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"In erster Linie bleibt die Wohlfahrt der Kinder Aufgabe der Gesellschaft selbst. Sie hat sich zur Scham zu erziehen, dass in ihrer Mitte hunderttausendfach Hilflose gequält, missbraucht und vernachlässigt werden."

so ein medienzitat vom ende des letzten jahres, an dem sich am silvestertag einige tatsachen über die realität vieler kinder in diesem land auf einige titelseiten verirrt hatten. damals ging es dabei um die offensichtliche gewalt. die allerdings als eine voraussetzung immer auch verschiedene varianten struktureller gewalt besitzt. und das stichwort "wohlfahrt" bildet eine passende überleitung zu folgendem artikel:

"Jedes sechste Kind lebt in Deutschland nach Angaben des Kinderschutzbundes in Armut. Der Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerkes "Die Arche", Bernd Siggelkow, spricht im Interview mit SPIEGEL ONLINE über die Auswirkungen von Hartz IV, Hunger und emotionale Armut."(...)

"SPIEGEL ONLINE: Liegt der Anstieg der Kinderarmut wirklich nur an staatlichen Maßnahmen wie Hartz IV oder kümmern sich immer mehr Eltern einfach nicht mehr um ihre Kinder?

Siggelkow: Wieviele Kinder sozial total verwahrlost sind, wird nicht erfasst. Die Zahl 2,5 Millionen bezieht sich auf die Hartz IV-Empfänger. Aber es verwahrlosen eben auch viele Kinder, die nicht von Hartz IV betroffen sind. Man kann hier von einer Art von Wohlstandsverwahrlosung sprechen: Beide Elternteile arbeiten, um ihre Familie durchzubringen und die Kinder sind von morgens bis abends auf sich allein gestellt - solche Fälle gibt es in Hülle und Fülle. Kinder werden immer mehr zu einem Luxusartikel und gleiten dadurch in Armut ab - in soziale Armut oder in Einkommensarmut.

SPIEGEL ONLINE: Ist finanzielle Armut in Deutschland heute gleichbedeutend mit sozialer Armut?

Siggelkow: Das Problem ist, dass es in Deutschland wenig Verständnis für Armut gibt. Kinder von reichen und Kinder von armen Eltern sitzen zusammen in einer Schule. Die armen Kinder trauen sich nicht sich als arm zu outen, weil sie Angst vor Ausgrenzung haben - dadurch ist Armut auch ein soziales Problem."(...)

SPIEGEL ONLINE: Sie arbeiten täglich mit armen Kindern. Was ist für sie das Erschreckendste an deren Situation?

Siggelkow: Zum einen beobachten wir, dass unsere Besucherzahlen ständig steigen. Wir sehen die Ergebnisse, die Statistiken dann belegen, also schon am Anfang: Ende des letzten Jahres hatte die Arche 250 Tagesbesucher, jetzt sind es fast hundert mehr. Das ist eine enorme Zahl von Kindern, die neu dazu kommt. Und obwohl viele Eltern zu Hause sind und eigentlich Zeit hätten, bleiben die Kinder oft auf der Strecke - denn ihre Eltern sind viel zu sehr mit ihrer eigenen Perspektiv- und Orientierungslosigkeit beschäftigt. Oft gibt es kaum Emotionen in den Familien. Es fehlt nicht nur das Geld, sondern die Kinder sind in den ganzen Prozess, der mit dem Mangel an Geld zusammenhängt, involviert: Sie wissen, dass sie arm sind und müssen sich als Kind sehr früh mit diesem existentiellen Problem auseinandersetzen. Dadurch sind sie nicht mehr richtig Kind. Verstärkt wird dieses Muster dadurch, dass in den Medien ständig eine Welt suggeriert wird, die die Kinder nicht haben können. Es wird Werbung für Fernseher und Reisen gemacht, die sich die Familien nicht leisten können. Jeder Erste des Monats wird so zum Höhepunkt - dann wird das Geld für Luxusartikel ausgegeben. Oft das einzige Highlight, das die Familie noch hat.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt auch Hunger in Deutschland. Wieviele Kinder bekommen nicht genug zu essen?

Siggelkow: Viel zu viele werden fehl- oder mangelernährt. Oft reicht das Geld nur bis zum 20. des Monats und dann gibt es eben zehn Tage nur noch nackte Nudeln. Es existieren aber keine Zahlen darüber, wieviele Kinder von Hunger betroffen sind. Denn kaum eine Mutter wird sagen: Meine Kinder kriegen vom 20. bis zum Monatsende zu wenig zu essen."(...)


nein, überraschend ist das durchaus nicht - und mir fällt bei derartigen berichten immer nur mehr auf, wie stark mittlerweile zwei gegensätzliche tendenzen zu beobachten sind: einmal die rasante zunahme von simulativen räumen und zeiten, will sagen: orte und events, in denen die angebliche "freiheit und lebensfreude" der westlich-kapitalistischen welt inszeniert und konstruiert wird (im großen maßstab war dafür die wm ein eindrucksvolles beispiel ) - der zugang zu solchen zonen des virtuellen pseudoseins ist natürlich nur gegen bares gestattet. und damit derartige konstruktionen überhaupt existenzfähig sind, müssen sie einerseits so beschaffen sein, dass sie eine möglichst totale bzw. totalitäre illusionsblase bilden - was nur dadurch geschehen kann, dass alle potenziell störenden aspekte der realität ausgeschlossen / wegdefiniert / beseitigt werden. andererseits ist so ein vorhaben überhaupt nur möglich, wenn die anvisierten zielgruppen nicht nur dabei mitspielen, sondern selbst entsprechende bedürfnisse verspüren bzw. meinen zu verspüren - "wir machen uns heute breit, alder; eure armut ist uns scheißegal, was interessieren uns leichen im mittelmeer, politik? bleib mir weg! sollen die da unten sich doch alle massakrieren, wir wollen paaaardie!" - so ein imo durchaus realitätstreues verbales konzentrat dieser haltung. die, nebenbei gesagt, übrigens noch nicht einmal mit hedonismus etwas zu tun hat - eher manifestiert sich in diesen meist völlig durchgeplanten events - egal ob sportereignisse, loveparade oder den notorischen stadtfesten - eine teils bestürzende unfähigkeit zu spontaneität, tatsächlicher lebensfreude und genuß. zu beobachten ist allseits mehr und mehr eine überaus häßliche karikatur der eben genannten fähigkeiten. bezeichnend und verräterisch gleichzeitig, dass derlei "wir-sind-jetzt-alle-unheimlich-geil-drauf"-aufläufe nur mittels massenhafter mengen von alkohol und einigen anderen drogen als quasi schmiermittel überhaupt funktionieren.

die andere seite der medaille besteht z.zt. darin, dass an immer mehr stellen ganz offen klartext geredet wird - hochgradig antisozialer klartext einerseits - dazu gleich ein paar beispiele. oder aber, wie im obigen interview, deutlich antisoziale entwicklungen beschrieben werden, die eigentlich - wenn tatsächlich von mündigen bürgerInnen in einer aufgeklärten demokratie gesprochen werden dürfte - bereits längst zu nachdrücklichen und breiten reaktionen führen müssten (und der umgang mit kindern ist nur ein, allerdings entscheidender, bereich, in dem sich die sozialen fähigkeiten einer gesellschaft manifestieren). nun, Sie und ich wissen (hoffentlich) zumindest ansatzweise , wie es in der realität tatsächlich aussieht - zum haareraufen und vor verzweiflung die wände hochgehen.

eine etwas gemäßigte version der letzteren reaktionen verspürte ich dann auch beim schluß des interviews:

"SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet es also für die Zukunft unseres Landes, wenn soviele Kinder jenseits jeder Chance auf Teilhabe an Bildung und Kultur aufwachsen?

Siggelkow: Es gehen wahnsinnig viele Potentiale verloren. Bei unserer Arbeit merken wir: Wenn Kinder individuell gefördert werden, dann werden Begabungen ausgebaut, Kinder bekommen wieder Lust, etwas für die Schule zu machen, weil sie merken: Wenn ich mich anstrenge, habe ich auch Erfolg. Diese Wirkung wird viel zu wenig suggeriert. Die Lösung liegt nicht darin, Kinder noch früher in den Kindergarten zu schicken, sondern es muss ein gesundes Miteinander geben. Wir müssen unsere Kinder wieder in den Blick bekommen. Das, was wir heute in unsere Kinder investieren, bekommen wir auch wieder zurück. Und das, was wir nicht investieren, wird auch wie ein Bumerang zurückkommen."


"das, was wir heute....investieren..." - bah. das problem derjenigen, die immer noch meinen bzw. hoffen bzw. glauben, dass die katastrophalen entwicklungen nicht nur dieser gesellschaft sich korrigieren ließen, ohne ganz wesentliche strukturelle veränderungen - zu denen u.a. eine andere und realistischere anthropologie gehören muss, ein anderes selbstverständnis von uns als menschen - in die wege zu leiten, drückt sich u.a. genau in der art des dingdenkens (verdinglichender wahrnehmung) aus, wie sie sigglekow oben demonstriert. kinder sind kein humankapital, kein mensch ist das! und argumentationen, die sich kriecherisch an den herrschenden mainstream anbiedern, stützen ihn auf dauer nur, statt ihn ganz deutlich zu stigmatisieren. diese elementarsten selbstverständlichkeiten wieder wahrnehmungsmäßig präsent zu machen, den objektivistischen wahn auf seinen platz zu weisen - das ist u.a. die herausforderung dieses jahrhunderts.

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was ich oben mit "antisozialem klartext" meinte? bitte sehr:

(...)"Schon im Mai 2005 hatten Auswertungen des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) gezeigt, dass von 1.530 im Handel befindlichen Mineralwässern 34 Proben über 15 Mikrogramm pro Liter des giftigen Urans enthielten. Dies ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Höchstwert. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung empfiehlt das BfR sogar nur Wasser mit maximal zwei Mikrogramm. Foodwatch fand heraus, dass einige der stark belasteten Mineralwässer aus Sachsen-Anhalt stammten. Anders als Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verweigerte das Gesundheitsministerium in Magdeburg jedoch jegliche Information. Zuerst bestritt es, dass es überhaupt einen Informationsanspruch gebe."

und das mit einer begründung, die an deutlichkeit nun wirklich nichts zu wünschen übrig lässt:

"Nachdem Foodwatch Klage eingereicht hatte, argumentierte das Ministerium mit den schutzwürdigen Interessen der Abfüllbetriebe: Die Messergebnisse fielen unter "dem Begriff des Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses". Das Ministerium gab auch freimütig zu, dass es befürchte, die Veröffentlichung der Messergebnisse könnte bei den betroffenen Abfüllbetrieben zu "Umsatzrückgängen" führen."(...)

die rendite ist also in der wahrnehmung dieser technokratischen bürokraten - oder auch bürokratischen technokraten, wie´s Ihnen gefällt - ein deutlich "höherwertiges gut" als die menschliche gesundheit. warum bloß kann das nicht überraschen? selbst dann nicht, wenn justizielle institutionen so wie hier ab und zu aus ihrem dämmerzustand erwachen und derartige offenheit sanktionieren (ich frage mich im übrigen wirklich, ob gerade diese geradezu dreiste aussage aus dem ministerium nicht der primäre grund gewesen ist, mithilfe juristischer maßnahmen zumindest so etwas wie einen schein zu wahren...)

an einem anderen beispiel lässt sich haargenau die gleiche logik betrachten - das folgende passt eigentlich auch noch zum ersten wm-beitrag zum profifußball allgemein - ich zitiere mich von einem anderen virtuellen ort:

"der örtliche buli-club hier, werder bremen, hat für diese und die nächsten saisons einen trikotwerbungs- und sponsorenvertrag mit "bet&win", neuerdings "bwin". die bieten als privates unternehmen sportwetten an, was diverse behörden und politfritzen nicht nur hier in bremen, sondern zb. auch in münchen (bwin hat auch mit münchen 1860 einen trikotwerbevertrag) für etliche reaktionen und sanktionsdrohungen gegen vereine und unternehmen gesorgt hat. eine argumentationsschiene war dabei das staatliche wettmonopol - auszug:

"Das Stadtamt Bremen hatte die Werbung für betandwin e. K. jeweils in Verfügungen vom 7.7.2006 untersagt und hatte darauf verwiesen, betandwin e. K. verfüge über keine in der Freien Hansestadt Bremen gültige Erlaubnis zur Veranstaltung oder Vermittlung von öffentlichen Glücksspielen. Das staatliche Glücksspielmonopol verstoße weder gegen Europarecht noch gegen deutsches Verfassungsrecht. Betandwin e. K. könne sich auch nicht auf eine 1990 in der DDR erteilte Genehmigung berufen."

eine andere war diejenige, eigentlich durchaus sympathische, dass generell werbung für sportwetten nur eingeschränkt möglich sein soll, u.a. wg. belangen des jugendschutzes und der suchtprävention (spielsucht natürlich). in der heute veröffentlichten gerichtlichen entscheidung ist nun folgendes dazu zu lesen:

"Abzuwägen war das öffentliche Interesse, Gefahren für die Allgemeinheit wie Spielsucht und Vermögensverlust abzuwehren sowie Belange des Jugendschutzes zu berücksichtigen, mit dem durch Art. 12 GG geschützten wirtschaftlichen Interesse der Antragsteller. Hinsichtlich der Frage, ob eine Beeinträchtigung der öffentlichen Belange bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache hingenommen werden kann, war dabei die Entwicklung der letzten Jahre zu berücksichtigen. Die staatlichen Lotto und Toto-Gesellschaften und insbesondere der Sportwettanbieter Oddset haben in den vergangenen Jahren massiv für ihr Angebot geworben und damit gegen genau die öffentlichen Belange gehandelt, die durch die streitgegenständlichen Verfügungen nun geschützt werden sollen."


wenn das öffentliche interesse gegen wirtschaftliche interessen antritt - wer geht da in der regel als verlierer vom platz? eben. es liegt an uns, wie lange wir diesen perversen mist noch dulden wollen.

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perversen mist stellt auch das folgende dar (danke an wednesday für den hinweis!):

"Weil Ärzte und Psychiater sich weigern, als Berater bei Verhören von Gefangenen mitzuwirken, sucht die US-Armee Ersatz - und findet ihn bei Psychologen. Deren Dachverband gibt sich patriotisch, viele Mitglieder aber sind empört.

Tut das wohl weh? Machen die Schmerzen bald gefügig? Wie könnte man das noch beschleunigen? Hat der Verdächtige vielleicht eine besondere Phobie, über die man ihn noch schneller zum Reden bringen könnte? - Dass ein Psychologe im Folterkeller zuweilen recht nützlich sein könnte, lässt sich schon mit ein wenig schrecklicher Phantasie ausmalen. Doch gar so fiktional ist die Vorstellung überhaupt nicht.

Die American Psychological Association (APA) wird gerade von Mitgliedern und externen Fachleuten wegen einer Erklärung bedrängt, nach der Psychologen bei militärischen Verhören mitwirken dürfen. Einer Online-Petition gegen diese Haltung schlossen sich bislang 1300 Unterstützer an. Manche Mitglieder haben ihre Zahlungen an die APA eingestellt oder mit Austritt aus der Berufsorganisation gedroht."(...)


eigentlich - wieder mal das schöne wörtchen - , eigentlich also kann es gegenüber solchen ansinnen von militärischer seite keine anderen reaktionen geben:

"Medienberichte hatten ans Licht gebracht, dass Verhörkräfte des US-Militärs Zwangstechniken entwickelt hatten, bei denen unter anderem durch Schlafentzug und das gezielte Spiel mit Angstvorstellungen der Verhörten Informationen erpresst werden. Dabei halfen auch Berater mit intimen Kenntnissen über die seelische Gesundheit.

Erst im vergangenen Monat hatte die American Medical Association eine entschiedenere Haltung gegen den Einsatz von Ärzten bei Verhören eingenommen. Sie entspricht der Position der American Psychiatric Association. Beide Gruppen wollen nicht mehr Foltern helfen. Das US-Militär hatte daraufhin erklärt, dass künftig verstärkt Psychologen bei Verhören zum Einsatz kommen sollen, da sie keine Ärzte seien - und damit auch nicht an die Verhaltensregeln von deren Berufsverbänden gebunden.(...)

Reisner setzt sich nun - wie andere APA-Mitglieder auch - dafür ein, dass die 150.000 Psychologen zählende Organisation in einem neuen Verhaltenskodex jede Teilnahme an Gefangenenbefragungen verbietet. Der Ethikausschuss der APA bereitet derzeit immerhin einen Leitfaden zu angebrachtem und unangebrachtem Verhalten für Verhörsituationen vor.

Einen Tag vor dem APA-Jahreskongress im August in New Orleans soll außerdem der Vorstand der Berufsorganisation eine Erklärung gegen Folter und unmenschliche Behandlung abgeben. Einen Tag später allerdings wird auch der oberste Mediziner der US Army, General Kevin Kiley, in New Orleans darüber sprechen, wie das Militär künftig Psychologen einsetzen möchte.

Reisner und seine Mitstreiter haben angekündigt, dann mit Flugblättern und Diskussionsrunden "eine Welle der Beschämung und Empörung" auszulösen, "weil die APA bislang diese Verhöre erleichtert hat, anstatt die Menschenrechtsverletzungen zu stoppen."


tja. eigentlich... - jede wette, dass sich trotzdem natürlich einige soziopathische / antisoziale persönlichkeiten mit diplom finden werden, die sich ihre rechtfertigungen für ihr tun herbeikonstruieren - und dafür dann von den sie aushaltenden und nutzenden eliten womöglich mit orden behangen werden - "ist ja alles im interesse der nationalen sicherheit" - perverser mist halt.

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vor ein paar wochen hatte ich hier über ein - ich sag´s schon wieder - eigentlich recht spektakuläres urteil des europäischen gerichtshofs geschrieben:

"Der Einsatz von Brechmitteln gegen Kleindealer verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Deutschland wurde deshalb gestern vom Straßburger Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt. Der Brechmitteleinsatz sei eine "inhumane und erniedrigende Behandlung", entschieden die Richter mit 10 zu 6 Stimmen. Wenn der Staat auf diese Weise gewonnene Beweismittel im Strafprozess verwendet, verstoße dies gegen das Recht auf ein faires Verfahren. Die Bundesrepublik muss dem Kläger Abu Bakah Jalloh jetzt 10.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen."(...)

ist Ihnen aufgefallen, dass über dieses urteil kaum etwas berichtet worden ist? auch das passte ganz offensichtlich nicht in die illusionäre blase der reduzierten selbstwahrnehmung der ach-so-gastfreundlichen-und-offenen-gewandelten-bundesrepublik-deutschland.
bzw. derjenigen, die es nötig haben, sich mit einem solchen konstrukt zu identifizieren.

*

zum schluß einige telepolisartikel, die die laune auch nicht unbedingt heben werden: über das gefängnissystem in den usa, kinder als zielgruppe von werbung, sowie die stinkbanalen kapitalistischen praktiken eines stinknormalen lebensmitteldiscounters.

sollen wir es als tröstlich ansehen, dass die virtuellen blasen der als-ob-realitäten gegenüber der wirklichen - und wirklich miesen - realität am ende totsicher den kürzeren ziehen werden? leider wird es dann mit hoher wahrscheinlichkeit keine möglichkeiten mehr geben, noch irgendetwas zu retten...

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