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notiz: und wieder ein "amok", der keiner war [update]

oder zumindest anders bezeichnet werden muss: ausweitung der kampfzone - fragen und anmerkungen zum amok neuen typs. und ansonsten scheint dieses mal auch behördliches versagen ersten grades beteiligt gewesen zu sein:

(...)"Besonders schockierend: Einen Tag vor dem blutigen Amoklauf an der Berufsschule hat die Polizei den Täter wegen eines Videos auf YouTube verhört, ihm die Waffenlizenz aber nicht entzogen. Das in dem Internetportal veröffentlichte Video zeige den Amokschützen bei Schießübungen, daraufhin habe ein Polizist am Montag mit ihm gesprochen, wie Innenministerin Anne Holmlund nach dem Amoklauf mitteilte.

Nach ihren Angaben besaß der Mann einen vorläufigen Waffenschein für eine Schusswaffe des Kalibers 22. Nach dem Gespräch sah der Polizist laut Holmlund jedoch keine Veranlassung, Waffe und Waffenschein wieder einzuziehen."(...)


und dabei gäbe es wie in kaum einem anderen bereich hier anhand eines nahezu typischen profils von verdächtigen/gefährdeten tätern die möglichkeit zur intervention - nein, ich meine damit keine steigerung staatlicher überwachung, sondern etwas, was sich als in amok-gefährdeten bereichen wie schulen als bestimmte form sozialer aufmerksamkeit definieren ließe. das risiko von paranoia & denunziation wiegt in diesem fall weniger als eine mögliche anzahl von toten in einem schulflur, wie ich finde.

*

edit am 25.09.:
"Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn ein Schüler ins Lehrerzimmer kommt, einen umarmt und sagt, dass er sonst niemand hat, den er umarmen könne?" - die taz mit einem interessanten bericht über das finnische, in "pisa"-zeiten hochgelobte schulsystem.

(...)"Doch tatsächlich scheine das Klima, gelähmt von Stress, Einsamkeit und Angst, nicht zu taugen. Vergleichende Untersuchungen zeigen an finnischen Schulen den höchsten Anteil an Depressionssymptomen in ganz Skandinavien und die größten Mobbingprobleme."(...)

dabei scheint es, zumindest nach den infos zu beginn des artikels, durchaus eine art infrastruktur des institutionalisierten kümmerns in den dortigen schulen zu geben - aber die kombination von leistungsorientierung des schulsystems sowie den mehr oder weniger großen defekten, die die kids bereits aus den familien mitbringen, überfordert selbst derartige ansätze offensichtlich zu sehr.

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