kontext 60: impressionen aus der morgenwelt (gewidmet john brunner, 1934 - 1995)

"Ja, aber was hat´s denn heutzutage noch für´n Zweck, sich über Politik zu unterhalten ? Es gibt keine Politik mehr. Es existiert nur noch die Wahl zwischen verschiedenartigen Möglichkeiten des Zusammenklappens durch den Zwang der äusseren Umstände. Schauen Sie sich die Europäische Union an, schauen Sie nach Rußland, nach China, nach Afrika. Überall verläuft´s nach dem gleichen schietigen Muster, nur ist es mancherorts weiter als woanders."

(fragment aus einem partygespräch 2010, "morgenwelt", s. 316; heyne; münchen; neuausgabe 2000; isbn 3-453-16182-3)



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die jetzigen tage zwischen den jahren standen früher mehr als heute in dem ruf, eine besondere atmosphäre mit sich zu bringen - das alte jahr faktisch beendet, das neue noch nicht begonnen, stehen sie für eine art zeitlicher entschleunigung, die ich bis heute immer wieder versuche, bewusst wahrzunehmen und auch zu genießen. zeit für rück- wie vorausblicke, möchte ich beides heute am beispiel eines der wichtigsten - und meiner meinung nach unterschätztesten - bücher der science fiction verbinden.



beschilderung eines testbezirks mit kuenstlicher dna in bremen / foto: privat


die idee für diesen beitrag kam bei mir irgendwann nach dem wiederholten anblick eines der nebenstehenden hinweisschilder - derart sind hier im viertel alle eingänge in einen testbezirk markiert, in dem ein
pilotprojekt zur diebstahlsicherung läuft - das mag zwar für den einen oder die andere im ersten moment ganz "vernünftig" klingen, wird aber meiner meinung nach im ergebnis einen ähnlichen effekt haben wie die verdrängung der offenen drogenszenen in vielen städten - gerade in zeiten zunehmender psychosozialer und ökonomischer verelendung wird sich die alltagskriminalität neue orte und opfer suchen, und zwar da, wo weder willen noch möglichkeiten noch die ressourcen vorhanden sind (alle gründe können für sich oder auch wahlweise untereinander gekoppelt stehen), derartige präventionsprojekte umzusetzen. im grunde lässt sich das als sehr abgespeckte version der idee ansehen, die auch hinter der existenz von gated communities steckt.

ich muss jedenfalls oft genug beim erwähnten anblick denken: "das ist wie - nein, das ist die morgenwelt". und ich vermute stark, dass john brunner beim anblick solcher schilder wissend mit dem kopf genickt hätte.

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aber nicht nur bei solcher beschilderung - würde brunner heute noch leben, so fühlte er sich womöglich versucht, im angesicht der heutigen welt eine morgenwelt zwei, angesiedelt um 2050, zu konstruieren. denn bereits seine erste version darf eine verblüffende quote an zutreffenden und extrapolierten dargestellten trends für sich buchen, so dass er vielleicht der herausforderung nicht widerstehen könnte, sich nochmals als orakel zu betätigen.

brunner (zur
biographie) hat sich dabei mit "stand on zanzibar" (der originaltitel) an ein projekt gewagt, welches in der science fiction-literatur oft genug schwer in die hose gegangen ist: die beschäftigung mit möglichen zukünften nicht einer imaginierten, sondern der realen welt, und zwar sowohl in technologischer, aber vor allem in sozialer hinsicht. deswegen darf das buch auch als kreuzung zwischen science und social fiction verstanden werden, und dabei ist die möglichkeit, sich ziemlich zu blamieren, noch grösser als bei der beschränkung auf eine variante.

cover von morgenwelt

1968 erstveröffentlicht - nebenstehend ist das cover der deutschen neuausgabe von 2000 zu sehen, aus der hier auch zitiert wird -, lässt morgenwelt indirekt auch interessante einblicke in die intellektuelle atmosphäre der mittleren 1960er jahre zu - was damals diskutiert wurde und thematisch bewegt hat. im buch sind an verschiedenen stellen wie in einer rückschau damals aktuelle zeitungsberichte bspw. zu amoktaten, fortschritten in raumfahrt und genetik etc. eingeflochten, die durchaus schlüsse darauf zulassen, wie brunner bei seiner arbeit beeinflusst wurde.

nach "1984" von orwell ist morgenwelt ein weiteres wichtiges werk der sci fi, welches anhand des eintreffens des realen jahres, in dem seine handlung spielt, ganz konkret nach realitätsgehalt befragt werden kann. ein weiteres, welches im nächsten jahr fällig ist - "2010. das jahr, in dem wir kontakt aufnehmen", der "2001"-nachfolger von arthur c. clarke - , hat sich schon vor langer zeit als technische phantasie, nichtsdestotrotz lesenswert, herausgestellt. bezgl. "1984" kann ich mich zumindest im rückblick an das reale jahr an zwei persönliche erkenntnisse erinnern: erstens hat orwell in gewisser hinsicht bei seiner dystopie recht behalten, nämlich dahingehend, dass die tendenzen einer allumfassenden totalitären technischen kontrolle schon in den 1980ern selbst - und erst recht heute - tatsächlich eine handfeste bedrohung geworden sind. zweitens aber hat er falsch gelegen in seiner skizze der imaginären, "klassisch" totalitären gesellschaft - stalinismus und nationalsozialismus waren schon damals historische auslaufmodelle, in ihrer struktur als herrschaftsmodelle viel zu starr und daher instabil konzipiert. welche art von herrschaft sich wie in einem selektionsverfahren als "erfolgreich" durchgesetzt hat, erleben wir heute, bzw. Sie und ich versuchen darin zu leben.

jedenfalls möchte ich jetzt nicht eine weitere rezension oder auch nur darstellung des inhalts der morgenwelt versuchen - dergleichen gibt es zb.
hier oder hier zu lesen - , sondern will einmal ein gedankenspiel umsetzen, welches, wie ich vermute, alle leserInnen von sci fi schon gespielt haben, weil´s sich einfach aufdrängt: den abgleich der visionen und prophezeiungen mit der aktuellen realität.

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eine darstellung des inhalts ist bei diesem buch schon deswegen eine herausforderung, weil es genau genommen einen inhalt nicht gibt, bzw. noch genauer: dieser auf viele verschiedene inhalte verteilt ist. brunner hat für sein projekt techniken der sprachlichen verfremdung bzw. des einsatzes ganzer neuer wörter ebenso genutzt wie die anwendung von konsequenter montage aus diversesten fragmenten - werbeeinblendungen, handlungsorte in realen und fiktiven ländern, partygespräche, fiktive fernsehsendungen, auszüge aus realer und imaginärer fachliteratur, dialoge und handlungstränge mit haupt- und nebenpersonen, die teils mitten im buch beginnen und auch mitten drin wieder enden oder aber offen bleiben (nebenbei bemerkt: auch die art der einteilung der rubriken im blog hier ist als kleine hommage an brunner zu verstehen).
ebenfalls hat er sich in figur des desillusionierten soziologen chad mulligan deutlich erkennbar ein alter ego geschaffen, dem es vorbehalten bleibt, grundsätzliche gesellschaftliche tendenzen der morgenwelt in meist zynischer art & weise zu kommentieren (einer der fiktiven bestseller von mulligan trägt den schönen titel "Sie sind ein ahnungsloser Idiot")

diese anfangs neue leserInnen schlicht verwirrende vielfalt von eindrücken dürfte zu einem teil für den effekt verantwortlich sein, den ich schon mehrmals miterlebt habe - leute kommen "nicht rein" ins buch, finden keinen zugang. der andere teil liegt in der exzentrischen sprache der brunnerschen gesellschaft des jahres 2010 - betrachten wir uns nur einmal dieses beliebige zitat:

"Quasseln hier von Startphase heißt doch bloß irgendein Schwabbelarsch von Bonzecke hat nicht alle auf dem Ladestreifen Salmanassar-Punzenfasser wieso im Arsch soviel Zeit verplempert um die ganze Strecke nach New York zu reisen besseres Wetter sogar ohne Kuppel worunter man sich fast den Sack abfriert bessere Klunten mit weniger Lumpen und besserer Pot verschönert den Schamott heute schon acht und hier ist noch nicht eins pappi-mammi und keine anständige Nudel zu haben in sämtlichen Nudelmühlen."

(morgenwelt, s. 45)


na, ich wette, Sie haben jetzt wirklich nichts verstanden - aber keine sorge, dieses sprachliche konzentrat ist durchaus nicht repräsentativ für den rest des buches, enthält aber viele relevante begriffe, die sich jedoch nach und nach von selbst erklären. gleichfalls ist die beleidigte - und beleidigende - attitüde vieler bewohnerInnen der fiktiven usa 2010 perfekt getroffen. und nein, es ist durchaus keine sympathische welt, in die man jubelnd hereinspringen wollte.

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was vielleicht die älteren unter uns noch verstanden haben werden, ist der ausdruck "pot" für marihuana (als nudel wird ein industriell gefertigter joint aus genetisch hochgetuntem gras und high-tech-filter incl. rauchkühlung bezeichnet). und da sind wir schon mittendrin im realitätsabgleich:

"Ich finde diese Zigaretten scheußlich. Davon wird mir die Kehle rauh. Und in meinen Eingeweiden brennt und rumort es. Haben die Menschen früher davon tatsächlich zwanzig Stück geraucht ?"

(morgenwelt, s. 322)


yo, allgemeines rauchverbot - die aussage oben stammt ebenfalls von der eingangs erwähnten party, die als motto das "20. jahrhundert" hat, und entsprechend ausstaffiert ist - incl. echtem tabak als dekadenter kitzel für dekadente leute. hingegen ist cannabis in allen variationen gesellschaftsfähig und wird so beiläufig benutzt wie alkohol, und ebenso vermarktet. beim umgang mit tabak hat brunner also voll ins schwarze getroffen, während die legalisierung von cannabis durchaus als wunsch seiner zeit - die beginnende hippiekultur - zu erkennen ist und heute absehbar zwar nicht unmöglich, aber doch nicht in nächster nähe greifbar ist (wäre ja schliesslich auch ein vernünftiges projekt, wo kämen wir da hin ?!?)

ebenfalls von seiner zeit beeinflusst dürfte brunners vision des umgangs mit sonstigen psychoaktiven substanzen gewesen sein - so werden verschiedenste, industriell hergestellte drogen mit namen wie "triptin" oder "jaginol" vertrieben und recht gezielt zur beeinflussung der eigenen mentalen zustände genutzt - aber es handelt sich dabei durch die bank um relativ starke psychedelika, vergleichbar in etwa der klasse, in der psilocybin und lsd rangieren. trotzdem hat brunner eine gesellschaftskonforme nutzung dieser substanzen skizziert, die nicht von ungefähr aspekte der heutigen diskussion rund um das sog.
neuro-enhancement vorwegnimmt.

*

mitten im kalten krieg entstanden, weist die morgenwelt in ihrer global-geopolitischen ansicht interessante dinge auf: so existiert zwar der ostblock noch, spielt aber faktisch - bis auf ein paar nebensätze - keinerlei rolle mehr - als ob er schon nicht mehr da wäre. hingegen sind die hauptkonflikte im pazifik - usa vs. china - sowie überhaupt in asien und afrika (rohstoffe!) angesiedelt, was uns heutigen leserInnen durchaus vertraut vorkommt. die sich durch das ganze buch ziehenden grossen gesellschaftlichen konflikte der erde 2010 sind ebenfalls deutlich - und aus heutiger sicht vielleicht zu sehr - von den 60er jahren dominiert: einmal wäre da die "bevölkerungsexplosion", kombiniert mit in der gesamten westlichen und großen teilen der restlichen welt verbreiteten maßnahmen zur bevölkerungskontrolle und, wichtiger noch, genetischen optimierung mittels starker staatlicher kontrolle über alle schwangerschaften und geburten (incl. entsprechender repressiver bürokratie und globalem schwarzmarkt für kinderhandel, adoptionen und gebärmütter).

es wird also staatlicherseits massiv eugenik praktiziert, und brunner könnte sich als historisches vorbild dafür vielleicht die entsprechende praxis in ländern wie
schweden oder den usa, aber auch die tödliche "rassenhygiene" des ns, ausgewählt haben. in jüngster vergangenheit zielen quasi-eugenische massnahmen in einigen ländern ärgerlicherweise auf die pränatale prävention gegen - vom staat so definierte, also im sinne der jeweiligen strafgesetze - antisoziale persönlichkeiten. warum ich gerade solche absichten ärgerlich finde, habe ich hier versucht, zu begründen.

zum anderen ist global die herkömmliche mobilität durch das auto quasi ausgestorben, und das wird im buch implizit durch rohstoffmangel begründet, und dazu werden ein paar unerfreuliche szenarien der städte mit ehemals dominanter autoindustrie wie bspw. detroit gezeichnet - auch hier darf brunner eine prophetische sicht bescheinigt werden, siehe bspw. die letzten krisennews.

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stichwort auto: wie sieht ein elektrifizierter streifenwagen in der morgenwelt aus ? wir begeben uns kurz in einen strassenkrawall...

"BRENNPUNKT: das Schupomobil. Ein weiß gespritztes, trapezförmiges Fahrzeug, vier Meter lang und zwei Meter breit, die Räder darunter ausser Sicht, um sie vor Beschuß zu schützen, verteilt um den flachen Schubbehälter mit den Batterien, die es antreiben, die vordere Kabine für vier Beamte mit Panzerglasscheiben (...)

Am Bug zwei grellweiße Scheinwerfer mit einem Leuchtbereich von 150°, einer davon aber erloschen, weil der Fahrer zu lange gezögert hatte, die Gitterhauben überzustülpen; an den Ecken des Dachs weitere verstellbare Leuchten; auf dem Dach ein kleiner Drehturm mit einer Gaskanone, woraus man mit einer Reichweite von sechzig Metern brüchige gläserne Gasgranaten verschießen kann; unter den Seitenschürzen (...) Öldüsen, mit denen sich die Straße ringsum in ein mittelmäßiges Flammenmeer verwandeln lässt, um Angreifer fernzuhalten, während die Insassen die Frist bis zum Eintreffen der Verstärkung abwarten müssen und unterdessen durch Atemmasken aus einem Sauerstofftank atmen." (...)

(s. 229)


kennen Sie übrigens schon den neuen
"wasserwerfer 10000 COBRA", der bis zum jahr 2019 die bisherigen wasserwerfer der bundesdeutschen polizei ersetzen wird und dessen bisher bestellte 78 exemplare u.a. Sie durch Ihre steuern mitfinanzieren ?

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wo wir gerade schon bei waffen sind:

taser bei der us-army





"Blitzbolzer gibt´s als Handwaffen, die pro Ladung zwölf bis fünfzehn Blitze verschießen, und in der Gewehrklasse, wo sie bis zu vierzig hergeben. Zu den Vorteilen gehört die Tatsache, daß ein Volltreffer irgendwo am Leib tödlich ist und ein Fast-Treffer es ebenso sein kann, wenn das Ziel sich zum Beispiel gerade an einem metallenen Geländer festhält" (...)

(s. 401/402)


blitzbolzer=
taser.

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die zustände in der morgenwelt lösen bei einigen ihrer bewohnerInnen entsprechende reaktionen aus...

"Auftritte von Mokkern in der gewohnten Häufigkeit: Gestern brachte es einer in Ober-Brooklyn auf einundzwanzig Opfer, ehe die Abführmittel ihm eins bolzten, und ein anderer betätigt sich immer noch in Evanston, Illinois, mit bis jetzt insgesamt elf Toten und drei Verletzten. Überm Meer in London machte ein weiblicher Mokker vier Leute und außerdem das eigene drei Monate alte Kind kalt, ehe ein geistesgegenwärtiger Augenzeuge der Frau eins auf die Birne matschte. Meldungen aus Rangun, Lima und Auckland erhöhen die mokker-bedingten Tagesabgänge auf neunundsechzig."

(s. 26/27)


ich bin ja der meinung, dass wir die begriffe "mokker" und erst recht das mehrfach treffende "abführmittel" in die heutige sprachwelt übernehmen sollten - das meiste andere zum thema steht hier:
ausweitung der kampfzone.

*

welche der folgenden varianten ist nun die morgenwelt?
diese?

(...) "Die ersten Prototypen von "intelligenter Bekleidung" wird das IZM auf seinem Festakt am Dienstag (3. Juni ) präsentieren, darunter auch einen Arbeits-Dress für Fahrrad-Kuriere. "Darin ist nicht nur ein Navigationssystem enthalten", erklärt Prof. Reichl, "sondern auch eine Nierenheizung und ein automatisches Sicherheitssystem, das über einen Transponder in der Kleidung den Besitzer des Rades erkennt und das Schloß öffnet". Die Energie für die IT-Systeme liefert der Fahrrad-Dynamo. Auch an die Journalisten haben die IZM-Entwickler gedacht. Ein Modell ihrer IT-Kollektion heißt "Rasender Reporter", bei dem Diktiergerät, Kamera und andere Ausrüstungsgegenstände in die Kleidung integriert und über ein zentrales Modul mit Display zu bedienen ist."

oder diese?

"Unmittelbar vor ihm blieben zwei Mädchen stehen, um ins Schaufenster eines Ladengeschäfts zu starren. Beide waren nach dem aktuellsten Stand der Mode gekleidet, eines in ein Radio-Kleidlett, dessen Außenmuster aus einem Druckschaltkreis bestand und an dem es durch Verschieben des Gürtelkoppels nach rechts oder links die Einstellung der Sender vornehmen konnte, die es durch den unterm purpurroten Haar verborgenen Ohrhörer empfing, das andere in ein Hauteng-Gewebe im harschen Metallglanz, den man sonst an Gehäusen wissenschaftlicher Instrumente sah. Beide hatten verchromte Fingernägel, die aussahen wie die Netzstecken von Apparaturen.

Im Schaufenster des Ladengeschäfts hatten genetisch gestaltete Schoßtierchen die Aufmerksamkeit der zwei Mädchen erregt. Verfahrensweisen, die sich bei Viren und Bakterien bereits gut bewährten, waren am Keimzellenplasma dieser Tiere angewendet worden, doch auf dieser Arbeitsebene mit überaus häufigen Nebenwirkungen; jedes derartige Haustier, das ins Angebot gelangte, stand wahrscheinlich für fünfhundert andere seinesgleichen, die nie das Labor verlassen hatten. Dennoch und trotz aller Pracht seines purpurnen Fells wirkte das übergroße, tiefsinnige Buschbaby im Fenster ganz jämmerlich unglücklich, und der Wurf leuchtroter Chihuahua-Welpen darunter torkelte ohne Ausnahme ununterbrochen wie am Rande zu epileptischen Anfällen.

Was jedoch die beiden Mädchen ausschließlich interessierte, war die Tatsache, daß die Farbe des Buschbabys fast genau zum Haar jenes im Radio-Kleidlett paßte."

(s. 85/86)


übrigens, genetisch manipulierte und daraufhin in einem speziellen licht
grün fluoreszierend leuchtende kaninchen existieren als produkt von "transgenic art" schon seit dem jahr 2001 ( hier direkt zu sehen.)

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was bleibt nach diesen beispielreigen noch zu sagen? vielleicht, dass john brunner neben philip k. dick zu den absoluten visionären der sci fi zu zählen ist, die sich dadurch auszeichnen, dass ihre ausgefeilten konstrukte sich immer um reale trends drehen und daher verankert erscheinen - und deshalb auch heute noch mit erkenntnisgewinn zu lesen sind. das beide aber durchweg dystopien beschreiben, ist ein umstand, der uns mehr zu denken geben sollte als bisher. brunner hat übrigens im bekannteren schockwellenreiter ebenfalls prophetisch die herrschaft der organisierten kriminalität im "seriösen" gewand ebenfalls korrekt vorhergesehen; und aus diesem buch stammt auch ein zitat, welches zwar schon bei anderen beiträgen hier zu lesen war, nichtsdestotrotz aber ewige gültigkeit besitzt:

"Wenn es ein Phänomen wie das absolut Böse überhaupt gibt, dann besteht es darin, einen Menschen wie ein Ding zu behandeln."

in diesem sinne sind wir schon längst in der morgenwelt gelandet, und der bevorstehende grössere datumswechsel vollzieht diese tatsache nun nur noch lediglich formal nach. falls wir uns vorher nicht mehr lesen sollten: kommen Sie gut rein. ich fürchte aber, dass es für viele alles andere als ein gutes jahr werden wird.
quirinus - 30. Dez, 07:34

Deine Befürchtung

kann ich nur unterschreiben. Das jahrelange Gerede um die Agenda 2010 hat uns letztlich alle dahingehend konditioniert, daß wir uns, ob wir es wollen oder nicht, geradezu danach sehnen, es möge doch etwas passieren, was den negativen Erwartungen gerecht wird. Allerdings wird das gesamtgesellschaftlich wirklich Fatale von den meisten wohl nicht erkannt, sondern wahrscheinlich sogar begrüßt werden: wie 1984 die Privatisierung des Rundfunks in Deutschland. Endlich MTV! Damit haben sie eine ganze Generation geködert.

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