Montag, 4. Juni 2007

notiz: fakes und lügen als bestandteil staatlicher und medialer propaganda

einige aktuelle beispiele: der fake von den "vermummten" bei der heutigen großdemonstration in rostock gegen die flüchtlings- und migrationspolitik der g8:

"Die heute auf Weisung der Polizei vorzeitig beendete Demonstration gegen die deutsche Migrationspolitik wurde mit der Begründung gestoppt, dass mindestens 2.000 der insgesamt etwa 8.000 Teilnehmer vermummt seien.(...)

Polizeieinsatzabschnittsführer Gerhardt Danzl erklärte kurz vor Beendigung des Protestzuges, er habe «keinen einzigen Vermummten in dieser Demonstration gesehen».

(quelle ist der ticker der "jungen welt")


dazu auch den bericht mehrerer begleitender rechtanwälte:

(...)"Im Verlauf behauptete die Pressestelle von Kavala, die Demonstration sei aufgehalten worden, da sich darin 2.500 vermummte, gewaltbereite TeilnehmerInnen befänden. Vor Ort bestätigte jedoch der Gesamteinsatzleiter, dass es zu keinerlei Straftaten gekommen sei und sich in der Demonstration kein einziger Vermummter befunden habe."(...)

beispiel zwei: der fake von den "tausend verletzten" - wenn Sie heute auch nur ein paar medienstimmen gelesen/gehört haben, können Sie einschätzen, welche bedeutung dieser nachricht seitens detr mainstreammedien gegeben wurde. nun gibt es ebenfalls im jw-ticker die wiedergabe einer "focus"-meldung:

»Die Anzahl der Menschen, die bei der Eskalation der Anti-G8-Demonstration am Wochenende in Rostock verletzt wurden, liegt offenbar deutlich niedriger als angegeben,« bemerkte das Magazin FOCUS am Montag in seiner Online-Ausgabe.

»Alle in die Krankenhäuser eingelieferten Personen wurden zwischenzeitlich entlassen«, zitierte FOCUS Online den Pressesprecher der Hansestadt Rostock, Ulrich Kunz. Von den während der gewaltsamen Ausschreitungen verletzten Polizisten befinde sich lediglich einer noch in stationärer Behandlung in der Universitätsklinik in Rostock. Die Verletzungen seien jedoch nicht lebensbedrohlich. Professor Bernd Freitag vom Klinikum Südstadt Rostock habe erklärt: »Nach Diagnostik und Behandlung haben sich viele Verletzungen als nicht so schwierig erwiesen.« Insgesamt waren nach Polizeiangaben bei den Ausschreitungen am Samstag 433 Beamte verletzt worden, 30 davon schwer.

Auf Nachfrage von junge Welt bestätigte am Montagnachmittag eine Polizeipressesprecherin, daß nur noch ein Polizist in stationärer Behandlung sei. Bei den Verletzungen der 433 Beamten habe es sich mitunter nur um »blaue Flecken« gehandelt.


beispiel drei: der angebliche aufruf - lt. "spiegel online", das sich inzwischen als führendes fakemedium versucht zu etablieren - am samstag "wir müssen den krieg in die demo tragen", ist inzwischen schon vielfach in den korrekten kontext gerückt worden. eine zusammenfassung gibt es derzeit im zdfblog: Das Leben einer Falschmeldung

*

all das macht diskussionen über sinn, unsinn, gründe und berechtigung von militanz - so wie im letzten beitrag hier versucht - zwar nicht überflüssig, rückt sie jedoch im angesicht dreist-frecher offizieller lügen in einen angemessenen zusammenhang. und das stichwort lüge ist auch nochmal die schnittstelle zum verständnis der weltwahrnehmung von leuten, die ihre lügen auf neusprech inzwischen als fiktionale glaubwürdigkeit verkaufen. schauen Sie nochmal in den beitrag rein - es passt wie angegossen:

...)"Sie behaupten auch, Ehrlichkeit sei für die Politik kein relevantes Kriterium.

Kocks: Richtig. Und das ist kein Zynismus, das ist der Zustand des Aufgeklärtseins. Die Wahrheitskategorie hat mit Geschäften nichts zu tun. Ein Autohändler möchte Geschäfte machen, und ein Politiker möchte das auf einer anderen Ebene auch. In Demokratien müssen Sie Machtausübung - zynisch könnte man sagen: leider - legitimieren. Deshalb müssen Sie die Leute von Ihren politischen Maßnahmen überzeugen. Dass es dabei nicht um die reine Wahrheit geht, ist mittlerweile Allgemeingut. Auf die Frage: 'Glauben Sie Politikern?', antworten nur 15 Prozent uneingeschränkt mit ja. Und die müssen Sie im Grunde genommen zum Arzt schicken."(...)


der "gipfel" als gigantische pr-inszenierung. und zwar in jeder hinsicht. vielleicht sollten wir langsam mal die parole ausgeben:

"zerstört die simulationen!"

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