Mittwoch, 28. Mai 2008

notiz: von müll, roma, öfen und güterzügen

ich bin sicherlich keinesfalls der einzige, bei dem diese schlußpassage eines spon- artikels zu einigen zuständen in italien finstere assoziationen auslöst:

(...)"Der Müll und die Roma stehen auf der Tagesordnung. Es wird wieder Sonderdekrete geben und ein Sicherheitspaket. Und alle werden von den modernen Verbrennungsanlagen jenseits der Alpen reden und wie man dort mit Problemen fertig wird.

Deutschland hat seine Hilfe angeboten. Die nächsten zehn Wochen werden jeden Tag Güterzüge nach Norden rollen."


das lässt sich sowohl als eindrucksvolles beispiel dafür betrachten, wie das ausschwitzen (nebenbei: achten Sie mal drauf, wie oft diese schreibvariante des ortsnamens in deutschsprachigen veröffentlichungen auftaucht) der vergangenheit dieses landes immer noch spektakulär und unabwendbar mißlingt; aber auch als ein mögliches beispiel für den im letzten beitrag erwähnten abwehrmechanismus der spaltung, wofür gerade der zusatz unter dem artikel ein indiz liefert:

"Anmerkung: In der aktuellen Printausgabe des SPIEGEL endet dieser Text mit dem Satz: "In das Land, wo die besten Öfen stehen." Der Autor wollte damit das Erschreckende einer "Weg mit..."-Haltung betonen, die gegenüber lästigem Müll und lästigen Menschen nur ans Werfen von Brandflaschen denkt. Zu seinem Bedauern kann dieser Satz als bloßes Wortspiel mit der Erinnerung an die Nazi-Zeit missverstanden werden und wurde deshalb in der Online-Version gestrichen."

das er in den restlichen sätzen keinesfalls irgendetwas problematisches erkennt, spricht hingegen dafür, dass er entweder ihre bedeutung tatsächlich nicht kapiert (was in der umgangssprache real oft genug ein synonym für verdrängung bzw. spaltung darstellt) hat - oder sie sind kalkül in dem sinne, dass hier "den italienern" eine absicht untergeschoben wird, deren verwirklichung bisher nur hierzulande stattgefunden hat. schwer zu entscheiden, welche der beiden möglichkeiten ich gruseliger finde.

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