kontext 47: tausend schläge = zwei morde ? [update]
auf die folgende geschichte bin ich dank dieses postings bei indymedia aufmerksam geworden, und der bzw. die unbekannte verfasserIn hat das mit folgenden worten eingeleitet:
"Täglich werden Kinder tausendfach geschlagen, vernachlässigt und misshandelt.
Sind ihren eigenen Eltern ausgeliefert und lebenslang verdonnert die Traumatisierer trotz der erlittenen Schmerzen zu ehren.
Die Gesellschaften schwingen in dieser Dynamik, ihre Kriege sind Auswüchse des in der Kindheit raus gepressten Mitgefühls. Später z.B. als Politiker und Unternehmerinnen kämpfen die EX-Kinder in ihrem Karrierewahn immer noch um die Gunst ihrer Mamas und Papas (und häufig mit ihren transgenerational weitergegebenen psychischen Problemen)."
und damit durchaus ein gutes stück realität beschrieben. eine realität, in der vor kurzem in den usa ein achtjähriger junge seinen vater und dessen freund erschoß - und damit für allgemeines mediales rätselraten hinsichtlich seiner motive gesorgt hat. die frage ist nun: können all diese medien nicht recherchieren? wie kommt es, dass nirgendwo (jedenfalls in den von mir durchgesehenen artikeln) diese quelle aufgegriffen wird?
"An 8-year-old St. Johns boy charged with double-homicide may have kept a written record of spankings by his parents, vowing that the 1,000th would be his limit, according to a police records released Friday.
A search affidavit by Sgt. Lucas Rodriguez says the child "is believed to have made ledgers and or communicated in the form of writings about his intentions. (The boy) told a CPS . . . worker that when he reached one thousand spankings . . . that would be his limit. (The boy) kept a tally of his spankings on a piece of paper."(...)
mit anderen worten: dieser junge hat über die prügel seitens seiner eltern eine art statistik geführt, und den tausendsten an- und übergriff als absolute grenze begriffen - und dann eben nicht "nur" zurückgeschlagen (was aus seiner position auch keine option gegenüber ausgewachsenen männern gewesen sein dürfte), sondern -geschossen.
(...)"Dem Staatsanwalt zeigt er seine Aufzeichnungen über die tausend Schläge die er von seinen Eltern erhalten hatte.
Seine Großmutter sagte: "Sie waren zu hart zu dem Jungen".(...)
ich bin momentan aufgrund mir noch fehlender weiterer quellen nicht ganz sicher, ob ich diesem bericht vertrauen soll - andererseits wäre das geschilderte etwas, dessen brisanz auch in dieser gesellschaft durchaus für eine art selbstzensur bei den berichterstattern sorgen könnte. täter-opfer-dialektik und traumadynamik sind hier womöglich in ihren destruktiven wirkungen sozusagen hautnah zu begreifen. ich werde mal etwas weiter recherchieren.
*
edit am 05.12.: das online nur noch ältere artikel zu der geschichte zu finden sind, dürfte damit zusammenhängen, dass der zuständige richter im november recht schnell eine nachrichtensperre angeordnet hat, die im interesse des jungen zwar sehr verständlich ist...
(...)"Außerdem verhängte Roca eine Nachrichtensperre. Dem Achtjährigen wird vorgeworfen, in der vergangenen Woche seinen Vater und dessen Arbeitskollegen mit einem Jagdgewehr erschossen zu haben. Die Polizei geht von einer geplanten Tat aus und hat erklärt, der Junge habe die Morde gestanden. Auf der Suche nach einem Motiv wird auch häusliche Gewalt oder Missbrauch nicht ausgeschlossen. Nachbarn und Freunde beschrieben den 29-jährigen Vater jedoch als fürsorglich und liebevoll. "(...)
...aber bei mir jedoch auch zur frage geführt hat, ob und was für weitere motive seitens der behörden es dafür wohl geben mag. bei ansicht gerade der letzten aussage im obigen zitat hat sich bei mir der eindruck deutlich verstärkt, dass der hintergrund tatsächlich so wie eingangs geschildert aussieht - "nachbarn und freunde" sind immer sehr verdutzt, wenn sich der nette bursche von nebenan als gar nicht so nett entpuppt.
"Täglich werden Kinder tausendfach geschlagen, vernachlässigt und misshandelt.
Sind ihren eigenen Eltern ausgeliefert und lebenslang verdonnert die Traumatisierer trotz der erlittenen Schmerzen zu ehren.
Die Gesellschaften schwingen in dieser Dynamik, ihre Kriege sind Auswüchse des in der Kindheit raus gepressten Mitgefühls. Später z.B. als Politiker und Unternehmerinnen kämpfen die EX-Kinder in ihrem Karrierewahn immer noch um die Gunst ihrer Mamas und Papas (und häufig mit ihren transgenerational weitergegebenen psychischen Problemen)."
und damit durchaus ein gutes stück realität beschrieben. eine realität, in der vor kurzem in den usa ein achtjähriger junge seinen vater und dessen freund erschoß - und damit für allgemeines mediales rätselraten hinsichtlich seiner motive gesorgt hat. die frage ist nun: können all diese medien nicht recherchieren? wie kommt es, dass nirgendwo (jedenfalls in den von mir durchgesehenen artikeln) diese quelle aufgegriffen wird?
"An 8-year-old St. Johns boy charged with double-homicide may have kept a written record of spankings by his parents, vowing that the 1,000th would be his limit, according to a police records released Friday.
A search affidavit by Sgt. Lucas Rodriguez says the child "is believed to have made ledgers and or communicated in the form of writings about his intentions. (The boy) told a CPS . . . worker that when he reached one thousand spankings . . . that would be his limit. (The boy) kept a tally of his spankings on a piece of paper."(...)
mit anderen worten: dieser junge hat über die prügel seitens seiner eltern eine art statistik geführt, und den tausendsten an- und übergriff als absolute grenze begriffen - und dann eben nicht "nur" zurückgeschlagen (was aus seiner position auch keine option gegenüber ausgewachsenen männern gewesen sein dürfte), sondern -geschossen.
(...)"Dem Staatsanwalt zeigt er seine Aufzeichnungen über die tausend Schläge die er von seinen Eltern erhalten hatte.
Seine Großmutter sagte: "Sie waren zu hart zu dem Jungen".(...)
ich bin momentan aufgrund mir noch fehlender weiterer quellen nicht ganz sicher, ob ich diesem bericht vertrauen soll - andererseits wäre das geschilderte etwas, dessen brisanz auch in dieser gesellschaft durchaus für eine art selbstzensur bei den berichterstattern sorgen könnte. täter-opfer-dialektik und traumadynamik sind hier womöglich in ihren destruktiven wirkungen sozusagen hautnah zu begreifen. ich werde mal etwas weiter recherchieren.
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edit am 05.12.: das online nur noch ältere artikel zu der geschichte zu finden sind, dürfte damit zusammenhängen, dass der zuständige richter im november recht schnell eine nachrichtensperre angeordnet hat, die im interesse des jungen zwar sehr verständlich ist...
(...)"Außerdem verhängte Roca eine Nachrichtensperre. Dem Achtjährigen wird vorgeworfen, in der vergangenen Woche seinen Vater und dessen Arbeitskollegen mit einem Jagdgewehr erschossen zu haben. Die Polizei geht von einer geplanten Tat aus und hat erklärt, der Junge habe die Morde gestanden. Auf der Suche nach einem Motiv wird auch häusliche Gewalt oder Missbrauch nicht ausgeschlossen. Nachbarn und Freunde beschrieben den 29-jährigen Vater jedoch als fürsorglich und liebevoll. "(...)
...aber bei mir jedoch auch zur frage geführt hat, ob und was für weitere motive seitens der behörden es dafür wohl geben mag. bei ansicht gerade der letzten aussage im obigen zitat hat sich bei mir der eindruck deutlich verstärkt, dass der hintergrund tatsächlich so wie eingangs geschildert aussieht - "nachbarn und freunde" sind immer sehr verdutzt, wenn sich der nette bursche von nebenan als gar nicht so nett entpuppt.
monoma - 4. Dez, 15:28