assoziation: psychiatrie, privatisierung und die folgen

wie Sie sich bei betrachtung des letzten beitrags unten vorstellen können, hatte ich in den letzten wochen weder große lust noch zeit für die üblichen regelmäßigen recherchen nach neuigkeiten hinsichtlich der blogthemen hier - nichtsdestotrotz bin ich bei meinen seltenen besuchen in der virtuellen sphäre immer wieder über einiges gestolpert, was ich mir für eine spätere kommentierung vorgemerkt habe. so fand sich zb. vor einigen wochen ein artikel in der taz, der sich mit konkreten zuständen in der offiziellen psychiatrie in d-land beschäftigte - zustände, die das in der überschrift gemeinte anschaulich deutlich machen. und die sich auch als eine art illustration zu einigen hier aufgeführten unerfreulichen eigenschaften der offiziellen psychiatrie lesen lassen. die thematisierte geschichte scheint mir dabei ein klassisches beispiel dafür zu sein, was passieren kann, wenn selbst psychophysisch beeinträchtige menschen unter den bedingungen einer totalen institution macht über andere erlangen - und dabei strukturell zu erfüllungsgehilfen ökonomischer interessen der betreiber mutieren bzw. diese interessen in ihrem tun quasi unfreiwillig auf den verdinglichenden punkt bringen:

"Halts Maul", pflaumt der Stationsleiter den Patienten an. Als der psychisch kranke Mann nicht reagiert, sprüht er ihm Pflegeschaum - eigentlich zur Reinigung des Genitalbereichs gedacht - in den Mund. Was wie Szenen aus einer Neuverfilmung von "Einer flog übers Kuckucksnest" anmutet, spielte sich bis vor kurzem in einer der größten psychiatrischen Privatkliniken in Europa, dem Klinikum Wahrendorff bei Hannover ab.

Bekannt wurden die Praktiken auf der Station AST 2, einer geschlossenen Akutstation für Menschen ab 55, als Mitarbeiter anderer Bereiche dorthin versetzt wurden - und vor Entsetzen über die Zustände schleunigst wieder weg wollten. Nach ihren Berichten flößte Klaus W.*, seit 2004 Stationsleiter, schlafenden Patienten Flüssigkeit ein. Gesundheitliche Probleme, die bei einer Patientin daraufhin auftraten, kommentierte er lapidar, sie habe sich "verschluckt" und gehe deshalb "kaputt".

Andere zwang er unter Polizeigriff zur Einnahme von Medikamenten. Und auch die Körperpflege war für "lästige" Patienten kein Vergnügen: Sie wurden von Kopf bis Fuß mit Pflegeschaum eingesprüht, der jedoch nicht abgewaschen, sondern nur mit einem trockenen Tuch abgewischt wurde. Untergebene, die sein Verhalten kritisierten, soll er mit Druck und Drohungen zum Schweigen gebracht haben.

Die Leidenszeit auf der AST 2 hat nun ein Ende: Der Stationsleiter wurde vor die Tür gesetzt. Bis dato gibt es keinerlei Hinweise auf strafrechtliche Konsequenzen der Übergriffe.

Doch für negative Publicity sorgen nicht allein die Misshandlungsfälle. Die Klinik ist für stetig schlechter werdende Arbeitsbedingungen und kontinuierliche Attacken gegen gewerkschaftliche Strukturen bekannt. Kritiker sehen die aktuellen Misshandlungen als direkte Folge der Unternehmenspolitik: "Hier werden Vorgesetzte nicht nach Qualifikation ausgesucht, sondern danach, dass sie die Linie der Klinikleitung umsetzen", kommentiert ein Angestellter, der lieber anonym bleibt.

Auch Klaus W. sei für den Posten nicht geeignet gewesen - im Gegenteil: Er habe ein Alkoholproblem, von dem die Klinikleitung bereits vor der Beförderung wusste. "Die suchen sich Leute aus, die Probleme haben und deshalb erpressbar sind", so die Einschätzung weiterer Mitarbeiter, die aus Angst geschwiegen haben. "Bei 24 statt 19 vorgesehenen Patienten, von denen einige fixiert sind, und das bei dauernder Unterbesetzung - man bräuchte eigentlich Rollschuhe, um von einem Patienten zum nächsten zu hetzen", beschreibt Nandor Pouget, von der GGB (Gewerkschaft Gesundheitsberufe) seine Erfahrungen in Wahrendorff.

Auch ihn überraschen die Vorfälle nicht wirklich, da immer mehr Zivis und studentische Aushilfen die Arbeit von Pflegekräften übernehmen. "Da muss dann auch schon mal eine Hauswirtschafterin Sitzwache bei einem hoch psychotischen Patienten halten", sagt Pouget. Dass das ins Auge gehen kann, zeigt nicht nur der Skandal um Klaus W. Erst vor kurzem wurden drei Mitarbeiter von einem aggressiven Patienten angegriffen und verletzt. 2004 wurde eine Angestellte Opfer eines sexuellen Übergriffs - wegen Unterbesetzung musste sie sich allein um einen Patienten auf der geschlossenen Station kümmern."(...)


ich empfehle sowohl die weiteren teile des artikels zur lektüre als auch einmal eine recherche mit den keywords "privatisierung psychiatrie", die eine unmenge an statements, berichten und infos zum thema liefert, von denen die meisten deutlich machen, dass das risiko für solche geschichten wie oben in privatisierten kliniken eher noch stärker ist als in den (ehemals) staatlich betriebenen anstalten - betonung auf das "noch", weil die letzteren natürlich durch weite teile ihrer geschichte hindurch ebenfalls genügend grauenhafte verhältnisse produziert haben. allerdings mit teils anderen motivationen als private betreiber, denen es primär um ihren profit geht: so hat sich die in der sog. "öffentlichen hand" befindliche psychiatrie in extrembeispielen wie dem nationalsozialismus oder auch im sog. "realen sozialismus" als williger handlanger zur durchsetzung großflächiger antisozialer projekte der gesellschaftlichen normierung und bekämpfung alles "abweichenden" entpuppt (ja, auch hier waren bzw. sind im hintergrund ökonomische verhältnisse beteiligt, aber eben nicht einzig verantwortlich). die privatisierung hingegen bringt innerhalb der institutionellen psychiatrie teils neue probleme, teils aber auch alte probleme in aktualisierter form hervor. ganz gut zusammengefasst ist das in einem Offenen Brief der deutschen gesellschaft für soziale psychiatrie:

(...)"Privatisierung vs. Gemeinwohlorientierung

Die psychiatrische Versorgungslandschaft ist in den letzten 15 Jahren einer beständigen Veränderung unterworfen. Hintergrund hierfür sind die im Zuge der ökonomischen Krise stattfinden Sozialreformen einerseits (s.o) und eine zunehmende Privatisierung auf der Ebene der Organsiations- bzw. Rechtsform der Leistungsanbieter andererseits. Die letztgenannte Entwicklung führt in vielen Fällen zu einer Abkehr von der Gemeinwohlorientierung sozialer und Gesundheitsdienstleistungen hin zu einer profitorientierten privatwirtschaftlichen Unternehmensstrategie. Bürgerschaftliches Engagement das sich z.B. in der Übernahme von Verantwortung in gemeinnützigen Vereinsstrukturen (NPO) zeigt (z.B. ehrenamtlicher Vereinsvorstand) und damit eine Einbindung ins Gemeinwesen bedeutet, wird somit tendenziell in Frage gestellt. Eine weitere Gefahr von Privatisierung sehen wir in der Aussonderung besonders schwieriger Menschen, die durch ihren relativ hohen Hilfebedarf und den damit verbundenen Kostenaufwand nicht in die Strategie der Profitoptimierung passen.
Die angestrebte Entwicklung von Gemeindepsychiatrischen Verbünden (GPV) der Leistungsanbieter hat u.a. das Ziel qualitativ hochwertige Dienstleistungen in abgestimmter und koordinierter Form Hilfeempfängern in einer bestimmten Versorgungsregion anbieten zu können. Der damit verbundene Prozess ist personal- und arbeitsintensiv, und daher kostenrelevant. Ob privatwirtschaftlich orientierte Leistungsanbieter sich diesen aufwendigen Prozess, in dem sich auch die Verantwortung für alle psychisch erkrankten Menschen in einer Versorgungsregion ausdrückt, im Sinne einer optimalen Kapitalverwertung zumuten werden, bleibt abzuwarten.

Forschung

Forschung im Bereich der Psychiatrie hat in den letzten Jahren eine deutliche Konzentration auf eine biologisch orientierte Ausrichtung erlebt. Dies führt in diesem Bereich zu Fortschritten, die sich z.B. in der Entwicklung der atypischen Psychopharmaka zeigt. Forschung im sozialpsychiatrischen und damit in einem sehr viel umfassenderen Sinne findet nahezu nicht mehr statt. Es besteht derzeit nur noch ein Lehrstuhl für Sozialpsychiatrie bundesweit.
Der Forschungsbereich Sozialpsychiatrie ist aus ökonomischer Sicht uninteressant, da Forschungsergebnisse sich nicht auf der klassischen und verwertbaren Produktebene niederschlagen."(...)


am (wiedereinmal) schlechten beispiel der usa lassen sich die folgen einer ungehemmten privatisierung psychiatrischer institutionen studieren - so ist in einem artikel der schweizer zeitung "der bund" aus dem jahr 2002 u.a. zu lesen:

(...)"Einen Skandal hat Anfang Mai die «New York Times» mit einer detailliert recherchierten Artikelserie aufgedeckt. Der Bundesstaat hatte vor gut 30 Jahren die großen Psychiatriekliniken geschlossen und versucht, die Patienten dezentral zu betreuen. Doch viele landeten auf der Straße, gut 15 000 verschwanden - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - in privat geführten, profitorientierten Heimen. Dort lebten sie, wie die «Times» aufdeckte, ohne professionelle Betreuung oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, während sich die Heimleiter bereicherten.

Am schlimmsten sind die Zustände in den Heimen der Stadt New York. So wurden schwer depressive Patienten in Brooklyn wochenlang ohne genügend Verpflegung in ihren Zimmern eingesperrt, bis sie an physischen Mangelerscheinungen zu leiden begannen. Patientinnen prostituierten sich mit Wissen der Heimleitung, die regelmässig Akten und Belege fälschte, um die Zustände zu vertuschen. Von 1995 bis 2001 starben allein in den Heimen von New York City 946 Patienten, viele nahmen sich das Leben.Nur in drei Fällen wurde eine Untersuchung eingeleitet.(...)


auch bei berücksichtigung der vorhandenen unterschiede zwischen den gesundheitssystemen lassen sich bereits bei einem oberflächlichen vergleich der geschichte in wahrendorff mit den zuständen in new york viel zuviele beunruhigende parallelen entdecken. die nach wie vor vorhandene stigmatisierung von insassen psychiatrischer institutionen plus eine gesellschaftliche entwicklung der ungehemmten ökonomisierung und verdinglichung aller lebensbereiche plus die (auch im blog schon thematisierten) trends zur sozialdarwinistisch motivierten selektion plus das konkrete profitinteresse privater betreiber können im zusammenspiel eigentlich nur zustände ergeben, die letztendlich alle positiven entwicklungen innerhalb der psychiatrie seit den 1970er jahren im kern gefährden. wenn es wahr ist, dass sich eine gesellschaft in ihren totalen institutionen am deutlichsten kenntlich macht, so werden uns die zustände sowohl in der psychiatrie als auch in den (privatisierten) gefängnissen ein spiegelbild unserer inneren verfassung liefern, was zum schreiend davonlaufen - nicht nur sein wird, sondern bereits in teilen ist.

wie angedeutet, sollte die kritik an den privatisierungstendenzen in diesem bereich keinesfalls als falsche sehnsucht nach staalicher einmischung verstanden werden. es ist imo dringend notwendig, zwischen tatsächlich öffentlichen (im sinne von sozialen fortschritten) und staatlichen interessen zu unterscheiden - gerade dann, wenn staaten nicht nur unter die räuber gefallen sind, sondern in zeiten des extremistischen kapitalismus selbst zunehmend räuberisch nach außen und innen werden.

*

St.Jürgen_Asyl_Broschüre

wer sich für die psychiatriegeschichte mit all ihren positiven und leider überwiegenden negativen aspekten interessiert, sei zum schluß noch auf eine buchreihe hingewiesen, die in dieser form im deutschen sprachraum meines wissens nach einzigartig ist: die historikerin gerda engelbracht hat über jahre die inwischen über hundertjährige geschichte der psychiatrie in bremen in vielen facetten beforscht, aufgearbeitet und die ergebnisse jüngst abschließend in dritten buch einer reihe publiziert.

psychiatrie_im_ns

und diese ergebnisse können durchaus als repräsentativ für grundsätzliche entwicklungsphasen der offiziellen psychiatrie in diesem land angesehen werden. wer sich also durch den unstreitig vorhandenen regionalen bezug nicht abschrecken lässt, wird eine fülle von material und informationen kennenlernen, die sich von den "reformanstalten" der jahrhundertwende über verschiedene therapieformen (incl. schockverfahren), die ns-psychiatrie und ihre (nicht stattgefundene) aufarbeitung bis hin zu den reformen seit ende der 1960er jahre ziehen - dargestellt jeweils an persönlichen biografien, psychiatrieinternen debatten bis hin zum wandel der architektur.

von_der_nervenklinik_zum_zkh

die genauen daten zu den büchern lassen sich über diese seite finden.

und wer sich zufällig mal in bremen befindet, kann sich direkt auf dem klinikgelände im ebenfalls in d-land einzigartigen krankenhausmuseum ganz anschaulich mit den themen der bücher befassen. mit dem dort bzw. in den büchern zusammengetragenen material lässt sich letztlich auch die privatisierung in der psychiatrie besser und fundierter einschätzen.
bibi (Gast) - 11. Sep, 03:06

...da hätte ich auch noch grad was...

www.elo-forum.net/soziales/soziales/241-20070524514.html


wer also noch nicht allzu krank ist, noch alle Organe hat und auch sonst noch alles beieinander, sollte sich, so es denn "Kleinigkeiten" wie Ohr-Operationen betrifft oder ähnlich gelagerte Zwischenzustände- wer somit glaubt, ein sog.
"absehbar risikoloser Patient" zu sein,

noch einmal GENAU überlegen, ob er/sie sich dem Risiko einer Behandlung aussetzt.

(wenn der link denn geht, werden wir gleich sehen)

-...-

endlich schreibst Du wieder

-...-

nichts (Gast) - 16. Sep, 19:56

Medikamente als Waffen

Medikamente als Waffen
Der Mythos von den nichttödlichen Pharmakampfstoffen verführt Polizei und Armee

von Steve Wright

Die pharmakologische Forschung hat viele Innovationen hervorgebracht, die auch militärisch nutzbar sind. Das macht die Entwicklung gänzlich neuer Waffen möglich. Einige werden bereits auf dem Kriegsschauplatz Irak eingesetzt, an anderen wird intensiv geforscht. Der britische Ärzteverband, die British Medical Association (BMA), hat im Mai eine neue Studie mit dem Titel "Der Einsatz von Medikamenten als Waffen" vorgelegt1, die vor der Militarisierung der Medizin und ihrer potenziellen Nutzbarkeit für ganz neue Formen der Kriegsführung warnt. Ist der Aufstieg der taktischen Pharmazie ein Grund zur Sorge?

monoma - 21. Sep, 20:08

danke für den hinweis auf den artikel von wright. ich habe mal den obigen link korrigiert.
nichts (Gast) - 19. Sep, 20:39

Psychiater planen Massenstigmatisierung von Kindern

Psychiater planen Massenstigmatisierung von Kindern
Frankreichs Innenminister Sarkozy arbeitet an einem Gesetz zur Verbrechensprävention, bei dem bereits dreijährige Kinder regelmäßig psychiatrischen Reihentests unterzogen werden sollen, um künftige Verbrecher herauszufiltern. Störenfriede soll man ab dem sechsten Lebensjahr mit Psychopillen beikommen können Die Gesetzesinitiative stützt sich auf eine Studie des französischen Gesundheitsforschungsinstituts INSERM (Institut national de la santö et de la recherche mödicale).

monoma - 21. Sep, 20:14

das ist allerdings nicht nur in frankreich ein thema. speziell zu den französischen plänen siehe auch meine meinung hier.
Morgaine (Gast) - 23. Sep, 20:23

Zum Thema Massenstigmatisierung und der im Text genannten Organisation

"Kritiker und Menschenrechtsorganisationen - allen voran der Verein Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. und ihre Schwestervereine in 15o Ländern"

siehe dieser Link
http://www.lichtblick-newsletter.de/so-kvpm.html
Dokumentation zwischen Psychiatrie und Scientology

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