notiz: krisennews und -gedanken (15)

na, alles überstanden? die diversen räusche, von denen offensichtlich auch die offiziellen neujahrsansprachen nicht unbeeinträchtigt geblieben sind? was bleibt, ist wie üblich ein haufen müll und ein grandioser kater, der ganz im gegensatz zu früheren jahren jedoch zu dauerkopfschmerzen zumindest bei all jenen führen wird, die sich auf die salbungsvollen worte aus den schaltzentralen der macht verlassen:

"In einem Gastkommentar schreibt Nouriel Roubini, dass das Jahr 2009 noch schlimmer als erwartet werden wird. Der Professor für Ökonomie an der Stern School of Business der New York University meint, nachdem die Finanzmärkte 2008 ihre schwerste Krise seit der Großen Depression der 30er-Jahre erlebt haben, würden die USA mit Sicherheit auch die "schwerste Rezession" erleben. Sie erwartet einen tiefen Abschwung, der etwa 24 Monate über das Jahresende 2009 hinaus anhalten werde. Die gesamte Weltwirtschaft werde entgegen der Prognosen von Weltbank und IWF schrumpfen, kündigt er an: "Die Schwellenmärkte drohen hart zu landen, da über Handels-, Finanz- und Währungsverbindungen Schocks in den Industrieländern an sie weitergegeben werden."(...)

und das
schrumpfen wird tatsächlich zu einer allgemeinen beschäftigung, die auch hierzulande zu besichtigen ist:

(...)"Der aktuelle Einkaufsmanagerindex zeigt, dass die komplette Industrie ihre Produktion massiv zurückfährt - und auch bei Unternehmen in anderen Staaten der Euro-Zone stehen die Zeichen auf Abschwung.(...)

Die Industriefirmen haben den Experten zufolge mit massiven Überkapazitäten zu kämpfen und bauten deswegen Arbeitsplätze ab. Jede vierte Firma habe angegeben, Stellen gestrichen zu haben, hieß es. Besonders bei den Herstellern von Investitions- und Vorleistungsgütern sei es wiederum zu Entlassungen gekommen."(...)


nein, man muss nicht wirklich zum apokalyptiker werden, um die offiziellen beruhigungspillen und notorischen schönrednereien inzwischen als realitätswidrige belästigungen und beleidigung der eigenen intelligenz und intuition zu empfinden - es reicht einfach, sich die
realen verhältnisse zu betrachten:

"Ein Stückchen Hoffnung suggerierten die letzten Tage im alten Jahr an den Aktienmärkten. Die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten sind jedoch enorm, wir haben erst einen Anfang beim Abbau von Spekulationsblasen und den destruktiven Kräften einer totalen Verschuldungskrise gesehen! In der Summe dürfte die Auslöschung von virtuellen Vermögen an den Finanzmärkten und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft bereits irreparabel sein!(...)

Liquiditätsprogramme, Nothilfen und Kreditgarantien werden zwar die drohende Insolvenz des Bankensystems vorerst abwenden, aber nachhaltig wirksam wären sie nur, wenn es gelänge die Geschäftsfelder und damit den Umsatz der Banken zu reaktivieren bzw. neue wenn möglich noch größere Spekulationsblasen zu erzeugen und daraus Gebühren und Provisionen zu generieren. Ein unwahrscheinliches Szenario. Übrig bleiben wird nur ein Zeitgewinn!"


"zeitgewinn" dürfte aus sicht der "eliten" tatsächlich diejenige art von gewinn sein, die derzeit am nötigsten ist - müssen sie sich doch auf szenarien wie die folgenden vorbereiten -
griechenland lässt grüßen :

"In der Silvesternacht hat eine Gruppe von bis zu 1.000 Menschen die Polizeiwache im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg angegriffen. Zunächst hätten rund 500 Menschen in der Schönhauser Allee einen Streifenwagen mit Feuerwerkskörpern beworfen und Fenster einer Straßenbahn zerstört, wie Polizeisprecher Frank Millert heute in Berlin sagte.

Die Gruppe sei später auf bis zu 1.000 vor allem junge Menschen angewachsen, die auf das Polizeigebäude losgingen."(...)


das ist aus meiner sicht recht ungewöhnlich - die obligatorische, rituelle und alkoholgetränkte silvesterrandale an vielen orten ist das eine, aber ich kann mich tatsächlich nicht an einen angriff auf eine polizeiwache erinnern. um die zu erwartenden konsequenzen einer solchen aktion in kauf zu nehmen oder aber sie für den moment einfach als egal zu empfinden, müssen sich, selbst die wirkungen von alkohol berücksichtigend, sowohl etliches an zur aggressiven entladung drängenden gefühlen aufgestaut als auch diverse hemmende ängste bei den beteiligten reduziert haben. und ich glaube, dass diese konstellation bei größeren menschenmengen im verlaufe des jahres noch öfter zu beobachten sein wird - und zwar nicht nur in europa.

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