notiz: "third world america"

...titelt aktuell die huffington post auf ihrer ersten seite, und bezieht sich damit auf das geschehen der letzten tage in atlanta (bundesstaat georgia), wo es städtischerseits einen öffentlich angekündigten termin gab, bei dem sich menschen mit wohnungsproblemen auf eine warteliste (!) für ein diesbezgl. öffentliches hilfsprogramm setzen lassen konnten.

was dann folgte, waren szenen, die aktuell in teilen der us-amerikanischen (medialen) öffentlichkeit für echte verstörung sorgen:



nach allerletzten schätzungen waren es rund 30.000 menschen, die sich teils bereits am tag und in der nacht vor dem behördlich angesetzten termin in den straßen rund um die ausgabestelle (eine art shopping mall) zusammenfanden bzw. dort übernachteten. an den ausgabetagen (dienstag und mittwoch) selbst bildeten sich in den umliegenden straßen lange schlangen und es kam zu einem derartigen gedränge, dass am ende riot police angefordert wurde - da es auch in atlanta gerade sehr heiss ist, kam es nicht nur im gedränge, sondern auch durch die hitze zu dutzenden von verletzten, die in krankenhäuser gebracht werden mussten. gleichfalls kam es zu kaputten scheiben und die verteilung der berechtigungsscheine musste von polizei übernommen werden.

laut verschiedenen quellen war dort übrigens ein großer anteil der leute den "working poor" zugehörig, also menschen ohne wohnung (oder nur mit drecklöchern), aber durchaus mit schlecht bezahlten jobs.

wie nennt der reporter vor ort im video das? "this is a very disgusting scene..." - yo. land of the free, home of the brave...

*

edit am 14.08.: das ursprüngliche video ist auf yt entfernt worden (danke für den hinweis @NIM), ist aber auf der eingangs verlinkten seite der huffpost noch zu sehen. ich hab´s jetzt ersetzt.
fk (Gast) - 12. Aug, 19:26

als anmerkung dazu Tomasz Konicz

im Kontext dieses Videos eventuell ganz interessant, der letzte absatz des aktuellen beitrags bei tomasz konicz "Auch aufgrund massenhafter Zwangsvollstreckungen findet auf dem US-Immobilienmarkt ein massiver Besitzwechsel statt. Inzwischen ist der von den Banken gehaltene Immobilienbesitz mehr wert als der aller privaten Hauseigentümer zusammengenommen – zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte."

zu lesen unter http://www.konicz.info/?p=1381

monoma - 12. Aug, 22:45

danke...

...für den hinweis - ich registriere gerade eher nur am rande, dass die gesamte us-ökonomie in all ihren aspekten immer mehr ins taumeln gerät, kann dem aber nicht mehr platz geben - der info-overkill...
sansculotte - 13. Aug, 00:39

Dazu

vielleicht auch: DiePresse.com 11.8.2010
... wobei gerade der Ausdruck "Mickey-Mouse-Wirtschaft" wohl sehr deutlich den simulativen Charakter zum Ausdruck bringt, den das Wirtschaftssystem gerade für die Eliten aufweist. Für andere ist es Lebensgrundlage.
fk (Gast) - 13. Aug, 20:20

das ende des amerikanischen traums : ftd 10.08.2010

ich nutze den artikel mal zum sammeln.
gestern fiel mir nämlich noch dieser etwas längere beitrag zur lebenssitutation der amerikanischen mittelklasse in der ftd auf.
ich fand ihn recht aufschlussreich zu lesen:
http://www.ftd.de/politik/international/:agenda-das-ende-des-amerikanischen-traums/50154362.html

grüße
fk

monoma - 13. Aug, 21:28

yo, danke

ich verweise dann gleich nochmal auf eine folge krisennews spezial usa, ebenfalls mit schwerpunkt wohnungs- und obdachlosigkeit - das müsste aus dem letzten jahr sein. ansonsten bieten sich auch eh die krisennews seit herbst 2008 an, um die entwicklung der situation nachzuvollziehen - zu finden im index.

gruß zurück
NIM (Gast) - 14. Aug, 12:39

Das Video wurde entfernt. Vielleicht wurde es unter einem anderen Titel/bei einem anderen User noch mal gespeichert?

Lemmy Caution (Gast) - 22. Aug, 22:50

Verteilungsgerechtigkeit...

Ich persönlich seh den Neoliberalismus-as-we-know-him intelektuell am Ende. Viele Versprechen wie Verteilungsgerechtigkeit durch trickle down Effekte konnte er eben nicht einlösen. Auch die größere Stabilität des Finanzsektors in Folge der Deregulierung (ha ha).

Zum Teil sind diese homeless ein deja vu aus den 80ern. Und zwischendurch entspannte sich die Lage. Nur aber halt zu dem Preis, dass die nicht so gut spitzenmässig an das System Adaptierten wesentlich mehr und härter arbeiten mußten, um den Lebensstandard zu halten. Die Lebensverhältnisse der Mehrheit der Amerikaner hat sich trotz hohem Wirtschaftswachstum wohl eben eher nicht verbessert.

In 2013 wirds - wie es nun aussieht - einen republikanischen Präsidenten geben. Aber welches Pulver hätte der? Vielleicht würds dem oder der so ähnlich ergehen wie unserer FDP oder übrigens auch der Regierung Piñera im Gruselland der Kapitalismuskritik. Die Umfragewerte.

monoma - 23. Aug, 00:08

nur kurz:

"Zum Teil sind diese homeless ein deja vu aus den 80ern."

ja, die "reagan-revolution"...

aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob zustände wie hier geschildert damals schon so umfassend existiert haben - die obdach- und wohnungslosigkeit heute ist ja nur sozusagen eingebettet in ein ganzes szenario des verfalls (nebenbei gesagt, halte ich den verlinkten artikel in seiner versuchten verantwortungszuweisung für das desaster für ziemlich daneben - es waren sicher nicht gewerkschaften und der öffentliche dienst in den usa, die für die bankrotten staatshaushalte gesorgt haben - auch, wenn man deren überwiegende systemgläubigkeit durchaus kritisieren kann. davon abgesehen, sind die beschreibungen der zustände nichtsdestotrotz lehrreich).

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