notiz: wie koch den rüttgers macht - oder von der vergesslichkeit öffentlicher wahrnehmung (update)
(...)"NRW-Ministerpräsident Rüttgers will härter gegen kriminelle Kinder vorgehen. Wenn nichts mehr hilft, sollen auch unter 14-Jährige in geschlossenen Heimen landen.
"Gegen die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen müssen wir härter durchgreifen - nach der Maßgabe: null Toleranz", schrieb der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vize Jürgen Rüttgers in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Dies gelte auch für Wiederholungstäter, die noch nicht strafmündig seien.
"Wenn Weisungen und alle Erziehungshilfen nicht mehr wirken, ist als letztes Mittel eine Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen erforderlich", schrieb Rüttgers. Nach seinen Vorstellungen soll das auch bei Kindern unter 14 Jahren in ganz Deutschland möglich sein.(...).
diese meldung stammt aus dem april 2007. ich hoffe übrigens sehr, diese woche noch zeit und raum zu finden für einen beitrag über diese ganze gespensterdebatte, macht sie doch eindrucksvoll deutlich, wie mittels und durch traumata bzw. traumatische sozialstrukturen sog. "politik" gemacht wird - das betrifft sowohl die geschichten gewalttätiger jugendlicher als auch speziell die angstgefühle von vielen älteren leuten.
*
edit am 18.01.: endlich mal ein artikel , der die ganze diskussion vom kopf auf die füße stellt - und dazu tatsachen anführt, die regelmäßigen leserInnen hier wohlbekannt sein dürften:
(...)"Ja, hier im Land herrscht eine skandalöse Toleranz gegenüber Gewalttätern. Da hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch im Prinzip ganz recht. Doch hat Koch die Falschen im Visier. Hunderttausende brechen bei uns tagtäglich das Gesetz. Sie schlagen zu mit Gürteln, Stöcken und Ruten, mit hölzernen Teigrollstäben, mit den Sohlen von Schuhen, mit Kleiderbügeln, mit bloßen Handflächen oder mit der Faust. Manche prügeln spontan, erratisch, eruptiv, andere systematisch, rituell und gewohnheitsmäßig. Ihre Taten finden im Verborgenen statt, im privaten Raum. Weder Überwachungskamera noch Behörden bekommen das akute Geschehen zu Gesicht. Wachleute in U-Bahnen richten nichts gegen sie aus.
Die Geschlagenen sind jung. Es sind Minderjährige: Kleinkinder, Kindergartenkinder, Schulkinder. „Du Opfer!“ ist nicht zufällig das derzeit bevorzugte Schimpfwort auf den Schulhöfen urbaner Ballungsgebiete. Die Täter sind Väter und Mütter, mitunter auch Onkel oder Großeltern."(...)
ausführlicher werde ich den in nächsten tagen beim eigenen beitrag zum thema noch mal aufgreifen.
"Gegen die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen müssen wir härter durchgreifen - nach der Maßgabe: null Toleranz", schrieb der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vize Jürgen Rüttgers in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Dies gelte auch für Wiederholungstäter, die noch nicht strafmündig seien.
"Wenn Weisungen und alle Erziehungshilfen nicht mehr wirken, ist als letztes Mittel eine Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen erforderlich", schrieb Rüttgers. Nach seinen Vorstellungen soll das auch bei Kindern unter 14 Jahren in ganz Deutschland möglich sein.(...).
diese meldung stammt aus dem april 2007. ich hoffe übrigens sehr, diese woche noch zeit und raum zu finden für einen beitrag über diese ganze gespensterdebatte, macht sie doch eindrucksvoll deutlich, wie mittels und durch traumata bzw. traumatische sozialstrukturen sog. "politik" gemacht wird - das betrifft sowohl die geschichten gewalttätiger jugendlicher als auch speziell die angstgefühle von vielen älteren leuten.
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edit am 18.01.: endlich mal ein artikel , der die ganze diskussion vom kopf auf die füße stellt - und dazu tatsachen anführt, die regelmäßigen leserInnen hier wohlbekannt sein dürften:
(...)"Ja, hier im Land herrscht eine skandalöse Toleranz gegenüber Gewalttätern. Da hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch im Prinzip ganz recht. Doch hat Koch die Falschen im Visier. Hunderttausende brechen bei uns tagtäglich das Gesetz. Sie schlagen zu mit Gürteln, Stöcken und Ruten, mit hölzernen Teigrollstäben, mit den Sohlen von Schuhen, mit Kleiderbügeln, mit bloßen Handflächen oder mit der Faust. Manche prügeln spontan, erratisch, eruptiv, andere systematisch, rituell und gewohnheitsmäßig. Ihre Taten finden im Verborgenen statt, im privaten Raum. Weder Überwachungskamera noch Behörden bekommen das akute Geschehen zu Gesicht. Wachleute in U-Bahnen richten nichts gegen sie aus.
Die Geschlagenen sind jung. Es sind Minderjährige: Kleinkinder, Kindergartenkinder, Schulkinder. „Du Opfer!“ ist nicht zufällig das derzeit bevorzugte Schimpfwort auf den Schulhöfen urbaner Ballungsgebiete. Die Täter sind Väter und Mütter, mitunter auch Onkel oder Großeltern."(...)
ausführlicher werde ich den in nächsten tagen beim eigenen beitrag zum thema noch mal aufgreifen.
monoma - 14. Jan, 16:15