Montag, 28. Mai 2012

kontext 76: psychophysische mutanten unter uns

"Könnte ich die Psychopathen nicht im Gefängnis studieren - an der Wall Street würde ich genug von ihnen finden."

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der obige satz ist schon mehrere jahre alt, und er erschien damals im zusammenhang mit dem ersten blogbeitrag, der das thema der
psychopathen im big business aufgriff. in großen abständen kam es seitdem immer wieder mal zu ähnlichen artikeln in den medien, ohne dass jedoch vertiefend gegraben worden wäre. dabei reicht das vorliegende material in form einiger studien sowie der gesamten bisherigen erkenntnisse über den komplex der soziopathie (aus gründen bevorzuge ich diesen begriff) eigentlich hinreichend aus, um schlüsse zu ziehen, die erstens über eine reine anerkennung des phänomens hinausgehen und zweitens auch den absolut nötigen bogen von den konkreten personen hin zum sie umgebenden system schlagen. an beidem mangelt es bis heute, wie es vor ein paar wochen anlässlich einer neuen studie auch der schweizer "tagesanzeiger" einmal mehr belegte:

"Die Wallstreet tickt nicht richtig. Psychopathen sind anscheinend überdurchschnittlich repräsentiert. (...) Neu entbrannt war die amerikanische Diskussion über die geistige Befindlichkeit der Banker nach der Publizierung einer Studie im einflussreichen Branchenblatt «CFA Magazine». Gestützt auf Interviews mit Wallstreet-Psychologen schrieb die Verfasserin Sherree DeCovny, dass rund zehn Prozent der an der Wallstreet Arbeitenden «klinische Psychopathen» seien – zehnmal mehr als in der amerikanischen Gesamtbevölkerung." (...)

ich spekuliere, dass sich diese diagnose dabei v.a. an den arbeiten des in den usa immer noch in dem bereich sehr relevanten robert hare orientiert hat. die im artikel folgende auflistung der markanten soziopathischen eigenschaften sollte allen bekannt sein, die sich mit dem bereich schon einmal beschäftigt haben. neu ist vielleicht letztlich nur dieser hinweis:

(...) "Laut DeCovny sind die psychopathischen Charakterzüge der Banker meistens schon vorhanden, bevor sie an der Wallstreet anheuerten, in manchen Fällen aber entwickelten sie sich unter dem Druck der Arbeit. Einer im Jahr 2000 veröffentlichten Studie zufolge leidet zudem fast ein Viertel der Wallstreeter an Depressionen, andere Untersuchungen attestierten ihnen vermehrt Alkoholismus, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Esskrankheiten und extrem kurze Lunten." (...)

wobei ich gerade keine ahnung habe, was ich unter "extrem kurzen lunten" nun genau verstehen soll. aber unabhängig davon wäre die gesamte aussage bestens dafür geeignet, sich näher mit der sozialen umgebung sowie den (als-ob)-biographien der identifizierten soziopathen zu beschäftigen. inhaltlich sind beide genannten stränge plausibel; im interesse von prävention jedoch wäre die möglichst genaue rekonstruktion der entwicklung von - funktional - antisozialem verhalten bis hin zu einer womöglich strukturellen soziopathie eigentlich eine der dringendsten aufgaben nicht nur der klinischen psychiatrie. aber weder solche noch andere auf der hand liegende schlüsse bzw. forderungen werden im artikel gestellt.

die gleiche studie hat die "new york times" ebenfalls im gleichen zeitraum zum anlass genommen, um unter dem titel
Capitalists and Other Psychopaths immerhin ein auge auch auf die systemischen umstände zu werfen. das der autor auch dabei nicht groß über die befunde herauskommt, die vor jahren bereits die dokumentation "the corporation"...



...in beeindruckender weise zusammengetragen hat, ist so ärgerlich wie bezeichnend. denn der zusammenhang zwischen der im film herausgearbeiteten diagnose "psychopath" für die juristische person "konzern" mit der ebenfalls deutlich antisozialen ideologie des neoliberalismus und den (a-)sozialen verhältnissen in familien über schulen bis hin zu unternehmen, plus den diesen zustand unterfütternden medialen produktionen - diesen zusammenhang einmal in allen schattierungen und konsequenzen nachvollziehbar darzustellen, wäre genau jene "große erzählung", die der selbsterklärten "postmoderne" heute fehlt (und dieses fehlen ist nicht zufällig).

das die nyt dann am ende ein paar tage später noch eine korrektur bezgl. der studienergebnisse hinterherschob, ändert nichts am grundsätzlichem befund, der da lautet, dass die global dominierende form des kapitalismus mitsamt seiner propagierten ideologie ideal kompatibel mit der bösartigsten form des wahnsinns ist, die sich überhaupt vorstellen lässt: der echten soziopathie. und an einen zufall sollte bei diesem fakt wiederum niemand glauben. ich gehe inzwischen übrigens mehr und mehr davon aus, dass die soziopathie eher vorhanden war als die ihrem wesen am deutlichsten gemäße ökonomische form.

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grummel und sansculotte haben am ende in ihren
kommentaren zum letzten beitrag einiges an weiterem material zusammengetragen, welches in diesen kontext gehört. das möchte ich ergänzen um eine meldung, die anfang des monats wie so vieles andere im medialen rauschen ziemlich unterging, aber eigentlich alle kriterien für eine böse sensation erfüllt:

"Ein auch in Deutschland gängiges Schädlingsbekämpfungsmittel verursacht bleibende Schäden am Gehirn von Kindern im Mutterleib. Selbst bisher als ungiftig geltende Mengen des Insektizids Chlorpyrifos greifen bereits in die Gehirnentwicklung der Ungeborenen ein. Sie lassen wichtige Bereiche der Großhirnrinde schrumpfen und führen später zu spürbaren Einbußen in den geistigen Leistungen der Kinder, wie US-amerikanische Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences berichten. (...)

„Unsere Ergebnisse sind besorgniserregend“, schreiben Virginia Rauh von der Columbia University in New York und ihre Kollegen. Denn das Insektizid Chlorpyrifos werde in der Landwirtschaft weltweit noch immer häufig eingesetzt. In Deutschland wird Chlorpyrifos vor allem im Obst- und Weinbau verwendet, ist aber auch in frei erhältlichen Mitteln zur Bekämpfung von Schädlingen in Haus und Garten enthalten. „So einen Befund muss man daher schon ernst nehmen“, kommentierte Hans Drexler, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial-, und Umweltmedizin der Universität Erlangen. Die Ergebnisse seien biologisch plausibel. Das Bundesverbraucherministerium wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd zunächst nicht äußern.

Viele schwangere Frauen und kleine Kinder in ländlichen Gebieten seien hohen Dosen dieses Mittels ausgesetzt, warnen Rauh und ihre Kollegen. Wahrscheinlich sei die Belastung bei ihnen sogar noch weit höher als bei den in dieser Studie untersuchten Stadtkindern. Über Pestizidreste auf landwirtschaftlichen Produkten gelange das schädliche Mittel aber auch in die Nahrung der breiten Bevölkerung." (...)


und was sind jetzt die genauen folgen?

(...) „Wir haben bei den stärker belasteten Kindern signifikante Anomalien in der Hirnoberfläche gefunden“, berichten die Wissenschaftler. Besonders betroffen seien Gehirnregionen, die für Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulskontrolle und soziale Beziehungen zuständig seien. Die Hirnrinde dieser Gebiete sei geschrumpft, die darunter liegende weiße Substanz dagegen erweitert." (...)

"aufmerksamkeit, emotionen, impulskontrolle und soziale beziehungen". tja, die oben erwähnte "große erzählung" müsste auch in bereiche schauen, die auf den ersten blick anscheinend völlig abwegig sind. die ganze geschichte ist jedenfalls ein weiteres indiz für den schon früher hier geäusserten verdacht, dass womöglich nicht nur unsere gestörten sozialen beziehungswelten mittels trauma für nachschub bei den problematischen psychophysischen zuständen sorgen, sondern wir uns alle selbst mittels langsamer vergiftung mehr und mehr in diese pathologischen zonen befördern.

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in eigener sache: auch passend zum thema wird am freitag der zweite gastbeitrag von
j. erik mertz folgen, bzw. den ersten dann ersetzen. nur als kleine erinnerung an alle interessierten.

Montag, 14. Mai 2012

assoziation: "So werden ... Bürger mit Meinungen konfrontiert, denen sie nicht oder nur schwer ausweichen können" - europa im mai 2012

diesem satz voran geht "Blockaden beeinträchtigen regelmässig die Rechte anderer Menschen", und zu finden ist diese insgesamt ungemein bemerkenswerte aussage auf seite 10 der verbotsverfügung an occupy frankfurt (auf der seite am ende verlinkt). ganz recht, die verfügung an occupy, nicht blockupy. wobei letzteres den grund für die angekündigte "partielle" räumung des ersteren darstellt, aber nicht nur die occupistas vor der ezb gehen davon aus, dass dieses "partiell" am ende durch "dauerhaft" ersetzt werden wird.

über diesen satz in der verbotsbegründung komme ich aber immer wieder ins meditieren. ist damit eigentlich im wörtlichen sinne meinungsfreiheit gemeint, also ein zustand, in dem sich niemand mehr von irgendwelchen meinungen beunruhigen, aufregen, berühren... lassen muss? frisch und frei bei der deutschen bank geschäfte machen - "spekulation mit nahrungsmitteln? davon will ich nichts hören" -, bei bp (bzw. aral) tanken - "deep water horizon? ist das ein neuer science fiction-film?" - und mit monsantos giften den eigenen kleingarten einnebeln - "wie, agent orange? monopolisierung der agrarproduktion? geh mir wech!"

faszinierend. es gibt scheinbar eine art recht auf ignoranz und selbstverblödung? anders kann ich mir diesen satz nicht erklären, weil er anders keinen sinn macht. interessant aber, dass er nur in eine richtung zu gelten scheint - ich fühle mich nämlich bspw. immer dann belästigt und genötigt, wenn ich mich beim einkauf oder am kiosk mal wieder mit irgendwelchen "bild"-schlagzeilen konfrontiert sehe, die irgendwas von faulen griechen verkünden. oder aber die allgegenwärtigen werbewände und litfaßzsäulen in den städten, bei deren anzahl es schwerfällt, den botschaften - "kaufen Sie nur unseren mist!" - irgendwie auszuweichen. man möchte ja nicht ständig mit geschlossenen augen durch die strassen laufen.

warum habe ich bloß das gefühl, dass solche meinungen damit nicht gemeint sind? sondern eben jene, die von z.b. von einer sitzblockade (wobei: im prinzip lässt sich diese neueste innovation deutscher bürokratenhirne eigentlich auf jede demonstration ausweiten) vor einer bank verbreitet werden und deren kunden darauf hinweisen könnten, mit was für einer kriminellen organisation sie gerade im begriff sind, ein geschäft zu machen? würde mich ja interessieren, ob in dem büro des frankfurter ordnungsamts, in dem jener satz ausgebrütet wurde, ein sinnspruch ungefähr der folgenden art an der wand hängt:

"selig sind die einfältigen und profitablen schäfchen in unser aller demokratiesimulation, ihnen gehört das himmelreich des nichtwissens und der willigen selbstaufgabe, das shopping und die neuesten klingeltöne für ihre überwachten handys".

ja-und-amen.

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um diese art der meinungsfreiheit für seine schäflein auch durchzusetzen, greift der freiheitlichdemokratischerechtsstaat [TM] dann natürlich zum ganzen arsenal der verfügbaren schutzmaßnahmen - da wird dann nicht nur
alles verboten, nein, es wird noch mehr verboten - geht nicht gibt´s nicht:

stadtverbotsverfügung blockupy ffm

alle jene, die bei der durchaus eskalierten, aber keinesfalls, wie medial suggeriert, als ganzes die stadt in schutt & asche legenden märzdemonstration in frankfurt in irgendeiner form polizeilich auffällig geworden sind - und das heisst auch, z.b. nur in einer personalienkontrolle gelandet sind, und weder verhaftet noch irgendwie angezeigt wurden -, erhalten in diesen tagen nach den
verfügbaren informationen also ein partielles stadtverbot von mehreren tagen dauer, durchsetzbar sofort gegen androhung von zwangsgeld oder ersatzweise haft.

können Sie sich den medialen rummel vorstellen, den solche maßnahmen hier in den medien produzieren würde, wenn sich derartiges in der ukraine, weißrussland... zutragen würde? (nicht, dass es solches bzw. ähnliches dort nicht geben würde - aber das sind ja schließlich auch undemokratische, ja fast schon autoritäre systeme mit diktatorischen tendenzen - so lernen wir es nicht ganz unberechtigt aus unseren unabhängigen [TM] medien).

aber hier geht es ja um meinungsfreiheit (also die "freiheit", sich nicht mit dem befassen zu müssen, was der eigene "way of life" so anrichtet) und die aufrechterhaltung des ungestörten geschäftsbetriebs - das sind genau genommen schon erstrangige staatsziele, zumindest dann, wenn sich ein staat (und teilweise auch große teile der sedierten bevölkerung) primär als willige(r) büttel der herrschenden ökonomischen "eliten" begreift.

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anderswo wird der letztgenannte zustand gerade klarer - madrid am gestrigen sonntagmorgen, und auch heute morgen sah das dort und in anderen spanischen städten ähnlich aus...




...und noch klarer...

Italiens Regierung berät über Einsatz von Armee:

"Die italienische Regierung berät in dieser Woche über den Einsatz der Armee, um das Rüstungsunternehmen Finmeccanica und die Steuerbehörde Equitalia zu schützen. Beide sind in der jüngsten Zeit Ziele von Anschlägen geworden, was Sorgen über eine Eskalation der politischen Gewalt weckte.

Im krisengeschüttelten Land nehmen gewaltsame Proteste vor allem gegen die Steuerbehörden zu." (...)


...um am ende völlige klarheit zu schaffen:




was da zu sehen ist? das:

"Die Zusammenarbeit militanter Faschisten mit der griechischen Polizei findet immer unverhohlener statt. Beide Seiten versuchen seit der letzten Wahl nicht mehr ihre Zusammenarbeit zu verbergen. Am 09.Mai führten Nazis der Partei "Golden Dawn" und Beamte der YMET eine gemeinsame Operation gegen migrantische Straßenhändler durch.

"Golden Dawn" ist eine faschistische Partei, die bei der Wahl ins Parlament einzog. YMET sind Riot-Bullen, die nicht so kampfstark und gut ausgerüstet sind wie die MAT. YMET wird zum Objektschutz und für Razzien eingesetzt. Bei diesen Razzien in Athen wurden in den letzten Monaten tausende MigrantInnen festgenommen und teilweise in Internierungslager eingeliefert.

Im Zuge dieser Razzien wurde schon oft von einer Zusammenarbeit von Nazis und Polizei berichtet, selten liegen aber so offene Beweise vor wie jetzt.

Der Einsatz wurde auf der Pattission Straße geführt. Eine Busladung YMET rückte zusammen mit ca. 20 unvermummten Faschisten vor. Die migrantischen Straßenhändler stehen immer vor der ASOEE Universität und verkaufen Handys, Uhren und Taschen. Sie kommen vor allem aus Afrika und Pakistan. Die Nazis näherten sich mit Eisenstangen und warfen Steine. StraßenhändlerInnen, StudentInnen und herbeigeeilte GenossInnen verteidigten sich.

Polizei und Nazis nahmen Anlauf von Westen, aus dem Bereich Viktoria Platz; ein Platz der bis vor kurzem stark bevölkert war, inzwischen aber abends aufgrund der Angriffe leer ist. Das schockierende ist die offene Zusammenarbeit am hellichten Tag. (...)

Die griechische Polizei wird übrigens von deutschen Beratern unterstützt. Dies geschieht im Rahmen von FRONTEX und Programmen gegen "Euroanarchisten".


klartext: staatsmacht und faschisten hand in hand gegen jene, die nicht etwa zu den krisenverursachern und -profiteuren gehören, sondern gleich mehrfach zu den losern.

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ohne die situation eins-zu-eins gleichzusetzen, zum schluß eine frage: haben Sie sich jemals gefragt, wie sich die leute so ca. 1931/32 in europa gefühlt haben?
(und nicht nur in europa)

Samstag, 5. Mai 2012

notiz: der mai ist gekommen

blockupy frankfurt

und ich kann mich des eindrucks schon seit längerer zeit nicht erwehren, dass dieser monat in bezug auf vieles, was den weiteren verlauf der fundamentalen systemkrise (der beitrag ist übrigens 2009 geschrieben) beeinflussen wird, eine entscheidende rolle spielen könnte. und in erster linie auffällig wären da zunächst die international zu beobachtenden reaktionen auf die "neuen" oppositionellen bewegungen des letzten jahres - egal, ob sie occupy, democracia real ya! oder sonst wie heissen. der diesjährige mai ist global als neubeginn, fortsetzung und verstärkung der letztjährigen aktivitäten angelegt, und während damals auch das überraschungsmoment eine rolle gespielt hat, reagieren die repressiven apparate jetzt in der einzigen form, die sie kennen und die ihren inhalt ausmacht: mit verboten, druck und (physischer) gewalt.

blockupy frankfurt bspw. stellt einen in d-land selten genug zu beobachtenden versuch dar, nicht nur "neue" und "alte" widerstandsstrukturen hierzulande zusammen zu bringen, sondern auch auf die internationale bzw. europäische krisenchoreografie von oben endlich den startschuss zur lange überfälligen analogen reaktion von unten zu geben. mittelerweile sind bewegungen, organisationen und gruppen aus italien, griechenland, slowenien, spanien, großbritannien, niederlande, belgien... an der europäischen mobilisierung beteiligt, die richtigerweise direkt zu einigen der hauptakteure in sachen "austeritätspolitik" (heisser kandidat für das unwort des jahres) führt: ins frankfurter bankenviertel mit der europäischen zentralbank im mittelpunkt. das gestern von der stadt frankfurt erlassene totalverbot der gesamten aktionstage passt sich nun durchaus den reaktionen anderer staaten auf analoge proteste an und läuft auf das hinaus, was in einer aktuellen petition gegen das verbot so formuliert wird:

(...) "Damit sollen die Proteste gegen eine Krisenpolitik, die tief in das Leben von Millionen Menschen in Europa eingreift, komplett verhindert werden. Das Bündnis plant während der Aktionstage Proteste gegen die Sparpolitik der europäischen Regierungen und der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF und hatte einen Teil davon als Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen und demonstrative Versammlungen (Asambleas) demonstrationsrechtlich angemeldet.

Dieses Verbot ist ein in der Geschichte der Bundesrepublik einmaliger skandalöser Vorgang und eine offene Verletzung des verfassungsrechtlich garantierten Demonstrationsrechts." (...)


*

diese tendenz zum puren administrativen niederschlagen aller proteste, die als nucleus für weiteres dienen könnten, ist in den letzten wochen ebenso in den usa - wo im vorfeld der von occupy usa ausgerufenen aktionen zum ersten mai zb. in new york razzien und hausdurchsuchungen
stattfanden, an denen interessanterweise nicht nur die new yorker polizei, sondern auch das fbi beteiligt war; und während des tages selbst an vielen aktionsorten nicht nur eine massive polizeipräsenz, sondern auch viele größere und kleinere zusammenstöße zwischen demonstrierenden und eben dieser polizei zu verzeichnen waren -, wie auch in der vielleicht deutlichsten art & weise in spanien sichtbar geworden, wo die angekündigten neuen gesetze deutlich auf die bewegung M15 / die indignados zielen:

(...) "Ein (...) im Parlament eingebrachter Gesetzesentwurf sieht drastische Strafen für die Organisatoren gewalttätiger Ausschreitungen vor. Mindestens zwei Jahre Gefängnis will der Politiker des rechten Partido Popular (PP) für Anstiftung zur Störung der öffentlichen Ordnung durch Medien oder soziale Netzwerke durchsetzen. Der Minister warnt vor "Gewalt in großem Ausmaß", die mit "Techniken der Stadtguerilla" organisiert werde.

Auch Blockaden öffentlicher Gebäude sollen unter das neue Gesetz fallen, ebenso "aktiver oder passiver Widerstand gegen die Sicherheitskräfte". Somit würde es der Polizei erleichtert werden, gegen Demonstranten vorzugehen, die sich Räumungsanordnungen widersetzen.

Besonders die Jugendbewegung der "Indignados" (Empörten) hatte im Vorjahr zu friedlichen Platzbesetzungen aufgerufen." (...)


das bedeutet im klartext nichts anderes, als das bereits eine reine - und passive - sitzblockade von mit ihren armen eingehakten menschen künftig mit knast bedroht ist und mittels der juristischen winkelzüge per definition bereits irgendwo im vorfeld des "terrorismus" angesiedelt wird. es blieb dem katalanischen innenminister vorbehalten, die logik hinter diesen deutlich selbst die rudimentärsten mindeststandards der sog. bürgerlichen demokratie aushebelnden maßnahmen in die welt zu tröten:

(...) "Puig betonte, dass die Strafrechtsreform nicht erreichen solle, dass mehr Menschen im Gefängnis landen, sondern dass er darauf hoffe, dass "die Leute mehr Angst vor dem System haben und deshalb nicht mehr so wagemutig sind". (...)

dieser satz ist immerhin von erfreulicher offenheit, macht er doch für alle mit auch nur einem hauch von wahrnehmungsvermögen nicht nur den aktuellen systemstatus (aus der perspektive von oben) deutlich, sondern schafft auch klarheit darüber, wohin die reise (ohne groß zu spekulieren lässt sich hier meiner meinung nach sagen: der gesamten sog. westlichen, bürgerlich-kapitalistischen demokratiesimulationen) hingehen soll. und das dabei angst einmal mehr eine hauptrolle spielt, dürfte nicht nur für die stammleserInnen hier
keine neuigkeit darstellen.

wie sich eine solche innere verfassung dann auf den strassen darstellt, liess sich u.a. am ersten mai in barcelona beobachten - die vermummten und "zivil" gekleideten schlägertrupps aus dem innenministerium sind alleine durch ihre armbinden als amtspersonen erkennbar:




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in diesen zusammenhang gehören gleichfalls die in etlichen ländern zu beobachtenden extrem rechten bis
offen faschistischen bewegungen, die trotz ihrer als-ob-systemfeindlichen rhetorik durch und durch selbst einen teil der strategischen kalküle seitens der "eliten" darstellen, auch wenn das potenzial an psychophysischer destruktivität, welches sie anzapfen und ihm ausdruck verleihen, durchaus eine sozusagen authentische option in größeren bevölkerungsteilen darstellt (dass diese option allerdings auch nicht vom himmel gefallen ist, sollte eine binse sein).

jedenfalls: staatliche repression plus faschistische aggression = "elitäre krisenbewältigung". es scheint, dass sich manchmal geschichtliche tragödien doch wieder als tragödien wiederholen wollen. wenn nicht vorher wirkungsvolle grenzen gezogen werden. und in diesem sinne:

wir sehen uns am
12.mai, und danach in frankfurt.

Dienstag, 1. Mai 2012

einleitung (und kommentarmöglichkeit) zu den gastbeiträgen von j. erik mertz [update]

es ist vielleicht ganz passend, dass es hier nach der vermutlich längsten – und nicht geplanten - pause in der bloggeschichte mit dem start der beitragsreihe eines gastes weitergeht, dessen arbeit und denken letztlich ganz entscheidend mit zur existenz dieses blogs beigetragen haben, incl. des titelgebenden als-ob. wenn Sie einen blick in die literaturliste rechts unten werfen, sehen Sie dort den titel „borderline – weder tot noch lebendig“ von j. erik mertz. dieses buch, über das ich irgendwann in der zeit von 2001/2002 eher zufällig gestolpert bin, hat in gewisser weise mein denken (und fühlen) zu vielen fundamentalen fragen revolutioniert – nicht alleine und nicht kritiklos, aber es zählt neben einigen anderen arbeiten, die dort unten ebenfalls aufgeführt sind, bis heute zu meinen „essentials“, wenn ich mich daran versuche, mich, die mitmenschen und letztlich auch „die welt“ in all unseren – leider meist erbärmlichen – zuständen besser begreifen zu wollen.

ich möchte hier nicht die für mich wesentlichen teile der ansätze von j.e. mertz ausführlich wiederholen; in den inzwischen fast sieben jahren mit diversen blogbeiträgen habe ich die für mich wichtigsten einsichten und anregungen aus dem buch in diversen kontexten dargestellt. stammleserInnen werden sie vermutlich eh zum größten teil kennen; für alle anderen, die thematisch interessiert sind, verlinke ich nochmals die wichtigsten beiträge, die nicht umsonst mehrheitlich in der rubrik „basis“ zu finden sind:
subjektivität vs. objektivität, autismus, borderline, "als-ob-persönlichkeiten".

der eine oder die andere wird sich vielleicht an einen kommentar hier vor einigen wochen erinnern (der aufgrund einer eigentlich nicht zur veröffentlichung gedachten mailaddresse wieder gelöscht wurde), dessen absender zu meiner nicht geringen überraschung tatsächlich j. erik mertz gewesen ist. im darauf folgenden mailkontakt schlug mir herr mertz dann ein projekt vor, welches nach einigen beiderseitigen überlegungen konkreter wurde und (ab) heute öffentlich wird:
  • die auf der basis veröffentlichter und unveröffentlichter texte von herrn mertz entstandene arbeit „das sympathetische weltbild/paradigma“ wird hier ab heute kapitelweise zu jedem ersten eines monats mit zeitlicher begrenzung zu lesen sein.
  • zeitliche begrenzung bedeutet, dass jedes kapitel nach einem monat wieder gelöscht werden und durch das folgende ersetzt wird.
  • um die jeweiligen kommentare dazu nicht ebenfalls ins digitale nirvana zu versenken, wird dieser beitrag hier dazu dienen, sie zu sammeln – ich werde erstmal beobachten, wie stark die kommentierung sein wird und gegebenenfalls eine zweite möglichkeit schaffen. unter den beiträgen selbst ist keine kommentierung möglich.
  • die veröffentlichung läuft explizit in der rubrik „gastbeiträge“, was u.a. auch bedeutet, dass ich keinerlei verantwortung für diese texte habe, sondern diese alleine bei herr mertz liegt.
  • ebenfalls bleiben natürlich alle rechte bei herr mertz.
die texte werden von mir unverändert, so wie ich sie bekomme, hier veröffentlicht. lediglich einige formatierungen für das blog werden von mir vorgenommen.

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um transparenter zu machen, was Sie im einzelnen in dieser reihe in den nächsten monaten erwartet, gibt es nun einen überblick zu den einzelnen kapiteln:

Das Sympathische Weltbild/Paradigma
Von der wissenschaftlichen Neubegründung einer uralten Weltanschauung zur Wiederherstellung der ursprünglichen Einheit von Menschlichkeit und Wissenschaft (Die Einheitswissenschaft) - Der Radikale Humanismus nach J.E.Mertz als Grundriß einer psychologisch begründeten 'Theorie über Alles'

1 Vorwort
Die Moderne als permanenter Krisenzustand: Der Mensch als eigentliches Modernisierungshindernis (Die Abschaffung des Menschen)

2 Erfahrung
Am Anfang war...die Erfahrung! Alle Tatsachen sind Erfahrungstatsachen

3 Psychologie
Die Erfahrungswissenschaft von der menschlichen Erfahrung:
Heimliche 'Königin der Wissenschaften'

4 Erkenntnis
Von der Wirklichkeit der Erfahrung zur Erfahrung der Wirklichkeit:
Seinsordnung und Ordnungsvorstellung (Erkenntnis als Ordnungsaufgabe)

5 Mensch
Der Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch...
Reine Unnatur: Das postevolutionäre Kulturwesen Mensch

6 Kultur
Kampf der Zwei Kulturen (Kultur und technische Unkultur).
Eine Kurzgeschichte der menschlichen Kultur und ihres Scheiterns

7 Sinn
Menschsein unter unmenschlichen Bedingungen.
Eine endgültige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens

8 Nachwort
Der wissenschaftliche Diskurs ist der menschliche Diskurs -
die Teilnahmebedingungen (Der Authentische Diskurs)

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wer sich bereits mit seinen ansätzen beschäftigt hat und/oder gar das (lange vergriffene) buch gelesen hat, wird vermutlich einige bekannte themen entdecken. tatsächlich werden nach meinem verständnis in den kapiteln etliche ansätze aus „borderline...“ konkreter behandelt und sozusagen auf ihre jeweiligen kerne zugespitzt. dennoch ist die kenntnis des buchinhaltes aus meiner sicht nicht unbedingt eine vorbedingung, um die texte zu verstehen, auch wenn sie es vermutlich leichter macht. ebenfalls sollte sich niemand von den abstraktionsebenen sowie der vielleicht ungewohnten sprache bzw. logik abschrecken lassen – schon das buch war etwas, was nach meinem eindruck tatsächlich erarbeitet werden musste, um am ende mit einer ganzen flut von aha!-erlebnissen dazusitzen. ich könnte dazu jetzt noch etliches schreiben, würde aber vorschlagen, dass Sie sich einfach soweit wie möglich auf die argumentationen einlassen und sie in ruhe betrachten. einen thematischen aspekt möchte ich aber doch noch herausheben, gerade im hinblick auf das angesammelte material für bisher ungeschriebene beiträge hier in der letzten zeit: es geht aus meiner perspektive bei dieser arbeit ständig um ganz fundamentale (und fatale!) entwicklungen, die mit der heutigen krisenkaskade nicht nur untrennbar zusammenhängen, sondern sie sogar in einem erweiterten sinn überhaupt erst verständlich machen. in diesem sinne ist der erste mai als datum, an dem heute weltweit (hoffentlich!) ein neuer zyklus des widerstands beginnt, ebenfalls sehr passend.

zum schluß: ob sich herr mertz direkt zu kommentaren (oder direkten fragen an ihn) äussern wird, kann ich schlicht und einfach nicht sagen. an dem punkt lasse ich mich ebenso überraschen wie Sie.

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edit am 03.05.: eine kleine, wenn auch nicht ganz unwesentliche, korrektur - hinsichtlich der überschrift des hier öffentlich gemachten textes (zu dem übrigens noch angefügt werden sollte, dass es sich um einen entwurf handelt), hat sich die eine oder der andere vielleicht schon gedanken zum nicht unbedingt sehr gebräuchlichen begriff "sympathetisch" gemacht - durch ein missverständnis bei der textübermittlung ist das ursprüngliche "sympathisch" dadurch ersetzt worden. sorry dafür. ich habe die überschrif(ten) entsprechend geändert; in der url des ersten textteiles lasse ich die erste version aber drinnen, weil sonst die bereits vorhandenen links zum beitrag unbrauchbar werden.

Dienstag, 20. März 2012

linktipp: krisennews in anderer form (und an anderer stelle)

einige leserInnen haben sie damals sehr geschätzt: die reihe "krisennews", die es vom herbst 2008 bis ende 2009 hier im blog mit ihren "spezial"-ausgaben zusammen auf über vierzig folgen brachte (und als eine art unvollständiger chronologie zu der - von heute aus gesehen - ersten offenen phase der globalen systemkrise, die damals als bankenkrise in die öffentliche wahrnehmung eindrang, finde ich die beiträge auch heute noch aufschlussreich. als beispiel sei auf die news von 2009 verwiesen.)

schon damals ging einiges an informationen wegen zeit- und anderen problemen flöten; und ich habe mir besonders in den letzten beiden jahren immer wieder überlegt, die reihe weiterzuführen, was allerdings die anderen, mir gleichfalls wichtigen, blogschwerpunkte zu stark in hintertreffen geraten lassen hätte. noch stärker als im jetzigen zustand, der mir nicht gefällt, aber den ich gerade nur begrenzt ändern kann.

mittlerweile aber hat sich durch meine aktivität bei "echte demokratie jetzt" eher zwanglos eine art fortsetzung der damaligen arbeit ergeben, mit einigen vorteilen, aber auch änderungen: erstens trage ich die recherchen nicht mehr nur alleine; zweitens ergibt die gleich vorgestellte form der informationen in einer anderen art und weise interessante einblicke. und um das gemeinte einfach deutlich werden zu lassen, hier der link:


infothreads im forum von echte demokratie jetzt! bremen

wir haben für diesen bereich, wie faktisch auch den rest des forums, eine ganze zeit das gleiche prinzip angewendet: zugang erhält, wer uns direkt - sei es vom wöchentlichen plenum, sei es von aktionen - persönlich bekannt ist. bei den infothreads hingegen gab es schon längere zeit eine diskussion darüber, sie aus diversen gründen öffentlich zu machen - ich kann hier meine nennen: die spezifische form der struktur - angeordnet nach ländern - macht erstens sehr gut chronologische entwicklungen nachvollziehbar und lässt zweitens vergleiche zu (betrachten Sie als beispiel einmal die infos zu ungarn, rumänien und irland), die bei der sonstigen zerstreuung dieser informationen nur schwer zu ziehen sind. drittens aber fehlt meines wissens bis heute eine seite im netz, die wirklich global alle relevanten informationen prüft, zusammenfasst, bündelt und bei bedarf auch kommentiert. über so ein projekt wird nicht nur bei uns nachgedacht, und bis es möglicherweise einmal so weit ist, können solche angebote wie im link als überbrückung genutzt werden. anspruch auf vollständigkeit erheben wir nicht, das könnten wir auch nicht leisten. aber etliches an interessanten informationen können wir schon anbieten, und besonders jenen, die die damaligen krisennews hier vermissen, möchte ich den link als etwas anderes, aber nichts schlechteres, ausdrücklich empfehlen.

(nebenbei lässt sich da auch ein grund für meine derzeitige häufige abwesenheit hier nachvollziehen - aber das ist ein anderes thema).

Samstag, 10. März 2012

notiz: fukushima. war da was? ja, und da IST noch was

vor fast einem jahr hatte ich hier den ersten beitrag zu einer - wie wir heute wissen - der größten katastrophen des atomzeitalters geschrieben. und es wird nicht nur zeit, sich an die damaligen geschehnisse zu erinnern, sondern sich klar zu machen, das die katastrophe noch längst nicht vorbei ist und möglicherweise noch nicht einmal ihren gipfel erreicht hat. das folgende kann ich nur mit einer dringenden seh-empfehlung versehen - zwei teile:





trotz seiner etwas reisserischen aufmachung macht der film nachdrücklich einiges klar:
  • erstens: das akw in fukushima war bereits vor dem 11. märz 2011 in einer verfassung, die mit dem wort "schrottreaktor" noch freundlich beschrieben ist
  • zweitens: ebenfalls noch freundlich ist die wertung "mafiös" für das gezeigte treiben von behördlicher "atomaufsicht", japanischer politik und "tepco". es sieht schwer danach aus, als würde genaueres nachbohren beim "atomdorf" schnell zur yakuza führen, der tatsächlichen (und bestens mit politik und ökonomie verbandelten) japanischen mafia. die dort wie überall anders auf der welt "nur" die reinste inkarnation kapitalistischer und antisozialer maximen darstellt
  • drittens: für den fall eines wie im film erwähnt wahrscheinlichen weiteren schweren bebens innerhalb der nächsten jahre könnte sich auf dem atomaren schrottplatz etwas zutragen, was sich wie ein motiv aus einem billigen sci fi b-movie anhört: eine weitere kernschmelze, diesmal allerdings gleich unter freiem himmel
  • viertens: über das volle ausmaß der nicht nur in japan, sondern auch im pazifik vorhandenen verstrahlung innerhalb des letzten jahres werden wir vermutlich erst etwas in weiterer zukunft erfahren
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alles in allem ist das thema genauso unerfreulich und bedrückend wie so ziemlich alles andere, was sich derzeit in der welt abspielt. nicht nur die vielzahl von - im wahrsten sinne des wortes - brennpunkten zwingt mich dazu, das stück für stück aufzugreifen; auch bin ich derzeit und die nächsten wochen so von meiner (lohn)arbeit eingespannt, dass es hier auch weiterhin erstmal nur mit größeren abständen weitergeht. aber ich möchte auch den lesern und leserinnen danken, die bei den letzten beiträgen unten bewiesen haben, dass sich das lesen der kommentare in aller regel ebenfalls lohnt - ganz ohne mich ;-) bis demnächst also.

Mittwoch, 15. Februar 2012

notiz: solidarität mit der griechischen bevölkerung! [update]

Wenn in Griechenland Schulkinder im Unterricht vor Hunger umkippen, die Zahl der Obdachlosen explodiert, Eltern ihre Kinder abgeben, weil sie diese nicht mehr ernähren können und bereits 4% der Bevölkerung von Hunger bedroht sind; wenn dazu das Gesundheitswesen kollabiert, die Suizidrate steigt und die Heizkosten unbezahlbar werden, dann sind das bewusst in Kauf genommene Resultate einer Politik, die aufgrund ihrer autoritären und teils offen erpresserischen Durchsetzung von Marktinteressen nicht mehr nur als antidemokratisch gelten, sondern auch als offen antisozial bezeichnet werden muss.

Die unsozialen Bestrebungen der europäischen Regierungen in der Euro- und Finanzkrise entsprechen in keiner Weise den Grundvoraussetzungen eines solidarischen Zusammenlebens auf der Welt.

Wir distanzieren uns von der Art und Weise, wie unter der Federführung der Vertreter von EU-Institutionen die Interessen von Banken und Wirtschaftseliten durchgesetzt werden und die soziale Fürsorge minimiert wird. Zu allen diesen fundamentalen zukunftsrelevanten Entscheidungen gab es weder Wahlen noch ein Referendum. Die Regierungen sind daher zu solchen Maßnahmen nicht legitimiert.

Sonntag Nacht konnten wir Zeugen des bisherigen Höhepunktes einer Entwicklung werden, die uns hier in der Bundesrepublik Deutschland als alternativlose Notwendigkeit verkauft wird:

Während das griechische Parlament das neueste "Sparpaket" noch in der Nacht durchpeitschte um "den Aktienmärkten in Tokyo ein positives Signal zu geben", macht sich auf den Strassen von Athen und in vielen anderen Städten Griechenlands die Wut und Verzweiflung von Hunderttausenden auf drastische Weise Luft.

Generalstreik, Massendemonstrationen, Plünderungen, Straßenschlachten und brennende Innenstädte.
Dies alles spricht nicht nur jedem Gerede vom "Friedensprojekt Europa" Hohn, sondern lässt schlaglichtartig auch einen Blick auf unsere nähere Zukunft zu.

Denn nach Griechenland werden Portugal, Spanien, Italien, Belgien, Irland... folgen. Eine - maßgeblich von der Bundesregierung mitzuverantwortende - Politik, die ihr höchstes Ziel in der Beruhigung der sog. "Märkte" und der ständigen Sorge um "die Banken" sieht. Welche jegliche "Belastung" der besserverdienenden Schichten ablehnt, aber das Kaputtsparen der Renten- und Gesundheitssysteme und die Zerschlagung noch der geringsten sozialen Errungenschaft als Allheilmittel betrachtet.

Diese Art der Politik ist schlicht und einfach ungerecht und führt im Kern zu sozialen Verwerfungen und Konflikten von, in der jüngeren europäischen Geschichte, nicht gekannter Art.

Die drastischen Kürzungen im Sozialbereich, die zu menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen führen, gehen auf Kosten derjenigen, die diese Krisen weder verursacht haben noch für das Scheitern eines ganzen Finanzsystems verantwortlich gemacht werden können. Ihnen gilt unsere volle Solidarität.

Gegen diese scheinbar unaufhaltsamen Auswüchse einer zunehmend imperialistischen, anti-demokratischen und neoliberalen Politik müssen wir gemeinsam Widerstand leisten. Mit Menschlichkeit und offenen Herzen, denn Europa ist mehr als nur ein Wirtschaftsraum: Es ist unser aller Lebens- und Handlungsraum

Lasst uns zusammen diesen Raum zurückerobern, vereint im gemeinschaftlichen Widerstand gegen diejenigen, die uns unsere Lebensgrundlagen streitig machen wollen.

Einen Widerstand, den die Menschen in Griechenland schon lange leben; einen Widerstand, dem wir uns anschließen!

Konkret fordern wir:

• Schluss mit dem Wahnsinn einer "Sparpolitik", die Massenverelendung erzeugt!

• Keine "Rettungspakete" mehr, die alleine Banken und sog. "Investoren" die Taschen füllen!

• Keine weiteren deutschen Rüstungsgeschäfte mehr mit der griechischen Regierung!

• Schluss mit der medialen und offiziellen (aus Parteien und Regierung) Hetze gegen "die faulen Griechen / Südländer"!

• Für sofortige finanzielle und materielle Unterstützung der Notleidenden in Griechenland

• Für echte Demokratie, nicht nur in Griechenland

Σας βλέπουμε. Σας ακούμε. Σας αγκαλιάζουμε.
Wir sehen Euch. Wir hören Euch. Wir umarmen Euch.

Echte Demokratie Jetzt Bremen

*

das obige bildet einen teil der nötigen kommentare zur aktuellen situation, und im großen und ganzen kann ich die inhalte nicht nur so unterschreiben, sondern vertrete sie sowohl für mich als auch als beteiligter an edj mit. in zeiten wie diesen gewinnt das das altbackene und vielfach abgenudelte wort "demokratie" einen revolutionären touch, und diese tatsache sagt mehr als vieles andere alles darüber aus, auf welch katastrophalen wegen wir uns mittlerweile befinden.

*

ansonsten: ich habe grad viel zu viel um die ohren, hoffe aber, dass sich das ab märz in bestimmten bereichen beruhigt - und spätestens dann wird hier auch wieder mehr passieren.

*

edit am 17.02.: es gibt für morgen, samstag den 18.02., einen europa- und weltweiten aufruf für solidaritätsaktionen; auch in griechenland selbst dürfte sich wieder einiges an widerstand regen. real democracy now greece hat einen
überblick zu den bisher bekannten und geplanten aktionen.

Mittwoch, 11. Januar 2012

notiz: tja...

...da hatte ich im letzten beitrag etwas verprochen, was ich dann nicht halten konnte - darum und aus weiteren gründen verzichte ich bis auf weiteres auf entsprechende ankündigungen. ich stelle nach ein paar monaten aktivität bei "echte demokratie jetzt" einfach fest, dass mich das zeitlich mehr "fesselt", als ich vorher dachte - zwei dazugekommene wöchentliche termine plus eine steigende zeit im zugehörigen forum neben meiner lohnarbeit lassen die arbeit am blog momentan etwas ins hintertreffen geraten, und dazu trägt dann auch mein immer noch vorhandenes angewiesensein auf öffentliche onlinezugänge sein scherflein bei - wobei: wenn letzteres anders wäre, hätte ich vermutlich schon länger mit den folgen von schlafmangel zu kämpfen...

nichtsdestotrotz wird es hier natürlich weitergehen, wenn auch wahrscheinlich die nächste zeit erstmal in größeren abständen. um Sie zwischenzeitlich trotzdem auf trab zu halten ;-), gibt´s in der folge ein wahres sammelsurium an links, die mir die letzten wochen aufgefallen sind - alles zu themen, die hier schon irgendwo und irgendwann angesprochen wurden und geeignet, um vieles zu vertiefen, aufzufrischen oder auch neu zu betrachten. ich wünsche einige anregende lesestunden!

*

"Konformität - Wem gehört mein Leben?"

gut lesbarer artikel mit einem schwerpunkt der kritik am in dieser gesellschaft verbreiteten begriff der "individualität", die ja nicht nur meiner meinung nach keine ist - jedenfalls keine authentische -, sondern real eher auf vereinzelung hinausläuft, bei der dann mittels gesellschaftlich vorgegebener schablonen mittels konsum individualität simuliert wird.

(...) "Innerhalb bestimmter Vorgaben haben wir unendliche Bewegungsfreiheit. Wir dürfen entscheiden, ob wir blaue, rote oder weiße T-Shirts kaufen. In welcher Disco wir uns abends die Birne zuknallen. Ob wir am Ende unseres Lebens lieber ein traditionelles oder modernes Begräbnis haben wollen – wie uns derzeit die Hamburger U-Bahn-Werbung wieder erinnert. Und was ist mit dem Rest?" (...)

könnte sein, dass die ernsthafte beschäftigung mit dieser frage umstandslos zu depressionen führt.

*

ein zusammenhang, der sich als verdacht schon länger aufdrängt:
"Kinder mit geringerem IQ neigen später eher zum Rassismus:

(...) "Wer als Zehnjähriger in Intelligenztests schlecht abschneidet, pflegt als Erwachsener eher rassistische Vorurteile, berichten Psychologen um Gordon Hodson von der Brock University in Kanada (Psychological Science, online).

Rechts-konservative politische Anschauungen spielten dabei die Rolle als Katalysator, argumentieren die Psychologen: Menschen mit geringeren kognitiven Fähigkeiten neigten eher politischen Meinungen vom rechten Rand zu, "weil diese Stabilität und Ordnung im psychologischen Sinne bieten". Da diese Ideologien den Erhalt des Status quo betonten, förderten sie Vorurteile gegen andere soziale Gruppen, die diesen vermeintlich gefährdeten. Die Psychologen analysierten Daten aus zwei Langzeitstudien mit etwa 16.000 Briten.

In einer zweiten Studie untersuchten die Psychologen die Einstellung von etwa 250 US-Studenten zur Homosexualität. Je geringer die Fähigkeit der Probanden zu abstraktem Denken war, desto heftiger fiel auch die Ablehnung gegen Homosexuelle aus." (...)


wobei ich sagen muss, dass ich die ergebnisse erstens nicht überraschend finde, zweitens aber die betonung / focussierung auf die primär kognitiven (instrumentell-analytischen) fähigkeiten ihrerseits für einen denkfehler. es wäre aufschlussreicher, wenn hier nicht nur der "intelligenzquotient" beforscht worden wäre, sondern vor allem der jeweilige psychophysische status der probanden in verbindung mit ihrer sozioökonomischen situation. "kognitive defizite" können ( nicht müssen) symptome für traumatische biographien sein; ebenso (und oft genug in verbindung damit) für ökonomische armut, die wiederum stark verdächtig ist, direkt auf die
frühkindliche (hirn-)entwicklung negativ einzuwirken. immer noch ist die etablierte wissenschaft so ziemlich aller bereiche im netz ihrer eigenen dissoziierung ("fachidiotentum") gefangen. würde sie sich darüber hinausentwickeln (einzelne tun das durchaus), müsste sie quasi sofort zu einer analyse der heutigen sozialen verhältnisse kommen, die in ihrer radikalität kaum vorstellbar wäre - es wäre eine vernichtende analyse. ansätze dazu finden sich zaghaft übrigens u.a. in den neurowissenschaften.

*

stichwort dissziation:
"Bin ich viele?" . ein text, der einen ganz brauchbaren überblick zum aktuellen status der diagnose "dissoziative persönlichkeitsstörung" liefert:

(...) "Unter extremer Belastung könne der Mensch Gefühl und Verstand voneinander trennen. Er könne Teile seines Gedächtnisses, seiner Wahrnehmung oder seines Identitätsgefühls von seinem Bewusstsein abspalten. Doch heute seien diese Symptome weniger stark ausgeprägt als früher, zum einen, weil der Umgang mit Missbrauch und Misshandlungen offener geworden ist: "Die Patienten sind eher bereit über solche Erfahrungen zu sprechen, damit gelingt die Integration der abgespaltenen Funktionen leichter." Zum anderen auch, weil Therapeuten heute mehr Erfahrungen mit dissoziativen Störungen haben. (...)

als jemand, der bereits jahrzehntelang mit einem dissoziierten ("multiplen") menschen sehr gut befreundet ist, kann ich sowohl die existenz als auch den teils skandalösen umgang mit diesem phänomen seitens großer teile der medizinischen zunft bestätigen. und es ist typisch, das im gegensatz zu anderen, wesentlich zweifelhafteren diagnostischen modellen gerade dieses regelrecht zur anerkennung durchgekämpft werden musste. zu einer spezifischen und primär körperlichen variante von dissoziationen siehe übrigens
diesen beitrag hier von neulich.

*

das thema mafia - als synonym für eine global verbreitete form hoher strukturierter organisierter kriminalität - gehört ja aus gründen zu den inhaltlichen dauerbrennern hier. und das folgende passt darum nicht nur in den kontext "wirtschaftskrise":
"Mafia ist Italiens solideste Bank":

(...) "Das organisierte Verbrechen kann mit einer Liquidität von 65 Milliarden Euro rechnen, so viel wie kein Geldhaus im Stiefelstaat, geht aus dem Jahresbericht des Kaufleuteverbands Confesercenti hervor. "In dieser Krisenphase ist die Mafia AG die einzige Struktur, die über liquide Mittel für Investitionen verfügt", warnte Confesercenti-Präsident Marco Venturi.

Die Mafia nutze die Krise aus, um immer tiefer in das Wirtschaftssystem in Nord- und Mittelitalien einzudringen. Das organisierte Verbrechen sei Italiens Unternehmen mit dem höchsten Umsatz. Wie aus der Studie hervorgeht, steht die Kriminalität in dem Mittelmeerland mit 140 Milliarden Euro Umsatz für sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Der Jahresbericht von Confesercenti nannte illegale Müllentsorgung, Schutzgelderpressung, illegalen Geldverleih, Diebstahl, Betrug und Schmuggel als Hauptgeschäftsbereiche der kriminellen Organisationen.

Die Mafia dringe jedoch auch immer tiefer in den Verkehrs- und Logistikbereich sowie in die Glücksspielbrache und in den Sport ein." (...)


da muss ich dann nochmal ein "tja!" hinterherschieben.

*

vor einigen wochen hatte ich "occupy nigeria!" angekündigt - pläne von gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen gruppen, gegen die streichung der subventionierung von benzin für die bevölkerung dort mittels taktiken und bezugnahme auf die globale occupy-bewegung anzugehen. sie haben sich dort an ihren zeitplan gehalten; seit letzten montag kommt es zu diversen aktionen und teils militanten massenprotesten, die hierzulande fast völlig im medialen rauschen um die islamistischen anschläge in nordnigeria untergehen - darum hier eine mediale ausnahme, weil sich die zustände dort inzwischen in die richtung eines
unerklärten generalstreiks entwickeln:

(...) "Während des landesweiten Streiks in Nigeria gegen die stark gestiegenen Benzinpreise hat die Polizei am Montag nach Gewerkschaftsangaben einen Demonstranten erschossen. Der Vorfall habe sich in der Wirtschaftsmetropole Lagos ereignet, teilte der Vorsitzende des Nigeria Labour Congress (NLC), Abdulwahed Omar, mit. In der nördlichen Stadt Kano gab es laut Rotem Kreuz bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten mindestens 14 Verletzte, davon sieben mit Schusswunden. (...)

Ein AFP-Reporter berichtete aus Kano, die Polizei habe in die Luft geschossen und Tränengas eingesetzt, als tausende Demonstranten versuchten, das Büro des Gouverneurs zu stürmen. Einige Demonstranten setzten zwei Fahrzeuge in Brand und versuchten, das Haus von Zentralbankgouverneur Lamudi Sanusi anzuzünden, wurden aber von der Polizei daran gehindert. (...)

Es wird erwartet, dass nicht nur Angestellte der Ölindustrie, sondern auch Mitarbeiter zahlreicher anderer Branchen die Arbeit niederlegen werden. Der britische Sender BBC berichtete, dass sich unter anderem auch Anwälte und Studenten an den Protesten beteiligen wollten. Wie lange der Streik dauern wird, war zunächst offen. Obwohl der Krisenstaat das größte Öl-Förderland Afrikas ist, leben die meisten Menschen weiter in bitterster Armut." (...)


im prinzip auch ein streik gegen
"shell" (ganz nach unten im beitrag scrollen). die proteste werden übrigens nicht nur in den usa wahrgenommen.

*

überhaupt occupy / democracia real ya!: lassen Sie sich nicht vom abflauen des medialen hypes täuschen - in sehr vielen ländern sind seit dem letzten herbst arbeits- und tragfähige strukturen entstanden, die sich allesamt auf ein turbulentes und womögliches entscheidendes jahr 2012 vorbereiten. ich werde den letztens angekündigten beitrag zu meinen eigenen erfahrungen noch nachreichen; für den moment ist es für leserInnen in diesem land vielleicht am interessantesten, sich jetzt schon mit einigen terminen des frühjahrs vertraut zu machen. ganz nah ist bereits der
15. januar - der kommende sonntag stellt weltweit für die diversen occupy-bewegungen den start ins jahr dar. der 31. märz wurde nicht aus dem occupy-umfeld initiiert, was aber erstens nichts macht und zweitens auch niemanden von der teilnahme abhalten soll und wird. der european day of action against capitalism wird bisher von linken gruppen und basisgewerkschaften aus d-land, griechenland, spanien, polen und österreich getragen und soll die erste - logische -aktion des jahres werden, die die zwar zunehmende und nötige, aber immer noch unzureichende vernetzung des europäischen widerstands gegen die aufdiktierten krisenmaßnahmen bündelt und ausdrückt.

mit ähnlichen intentionen wird gleichzeitig bereits der
15. mai vorbereitet. als zentrales datum der spanischen bewegung "m-15" anlaß für "jubiläumsfeiern" größeren ausmaßes:

"...seit 2011 findet die Krise ihren Widerhall endlich auch in einer Vielzahl von Assambleas und Besetzungen weltweit: Tunis, Kairo, Madrid, Barcelona, Tel Aviv, Athen, New York, Oakland... Seit Monaten belagern Zelte der occupy-Bewegung auch die EZB in Frankfurt. Den Finanzplatz Frankfurt im Visier zu behalten, ist von entscheidender Bedeutung: hier trifft sich die Troika von EZB, IWF und EU-Kommission, hier wird ausgehandelt, was die deutsche Bundesregierung und ihre Verbündeten europaweit durchsetzen wollen.

Deshalb wollen wir mit einer europaweiten Mobilisierung nach Frankfurt ein unübersehbares Zeichen der internationalen Solidarität und des antikapitalistischen Widerstandes setzen. Wir wollen zeigen, dass auch in Deutschland, dem Herzen der Bestie der europäischen Krise, keine Ruhe mehr herrscht. Wir wollen zeigen, dass sich die Bewegungen in Europa nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern den Kampf gegen die Kürzungsdiktate der Troika gemeinsam führen. Wir wollen zeigen, dass handzahmer Protest gegen die sozialen Angriffe nicht ausreichend ist, sondern dass es europaweit massenhaften und entschlossenen Widerstand geben muss.

Deshalb rufen wir zu ungehorsamen Massenaktionen im Mai auf: Machen wir Frankfurt dicht, blockieren wir den Verkehr, die Banken, die ganze Stadt. Unterbrechen wir das Geschäft derer, die uns für ihre Krise in Haft nehmen wollen ..."


occupy usa mobilisiert dazu noch für den 29. februar (doch, den gibt´s dieses jahr) für einen us-weiten aktionstag unter dem motto...


shut down the corporations

shutdown the corporations. es wird also keinerlei große pausen geben, schon deshalb nicht, weil sich trotz solcher (nötigen) internationaler großaktionen die wichtigste arbeit im alltäglichen abspielt, in den camps, virtuellen und realen foren und asambleas der bewegung. aber zu letzterem wie gesagt in einem der nächsten beiträge mehr.

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