notiz: solidarität mit der griechischen bevölkerung! [update]

Wenn in Griechenland Schulkinder im Unterricht vor Hunger umkippen, die Zahl der Obdachlosen explodiert, Eltern ihre Kinder abgeben, weil sie diese nicht mehr ernähren können und bereits 4% der Bevölkerung von Hunger bedroht sind; wenn dazu das Gesundheitswesen kollabiert, die Suizidrate steigt und die Heizkosten unbezahlbar werden, dann sind das bewusst in Kauf genommene Resultate einer Politik, die aufgrund ihrer autoritären und teils offen erpresserischen Durchsetzung von Marktinteressen nicht mehr nur als antidemokratisch gelten, sondern auch als offen antisozial bezeichnet werden muss.

Die unsozialen Bestrebungen der europäischen Regierungen in der Euro- und Finanzkrise entsprechen in keiner Weise den Grundvoraussetzungen eines solidarischen Zusammenlebens auf der Welt.

Wir distanzieren uns von der Art und Weise, wie unter der Federführung der Vertreter von EU-Institutionen die Interessen von Banken und Wirtschaftseliten durchgesetzt werden und die soziale Fürsorge minimiert wird. Zu allen diesen fundamentalen zukunftsrelevanten Entscheidungen gab es weder Wahlen noch ein Referendum. Die Regierungen sind daher zu solchen Maßnahmen nicht legitimiert.

Sonntag Nacht konnten wir Zeugen des bisherigen Höhepunktes einer Entwicklung werden, die uns hier in der Bundesrepublik Deutschland als alternativlose Notwendigkeit verkauft wird:

Während das griechische Parlament das neueste "Sparpaket" noch in der Nacht durchpeitschte um "den Aktienmärkten in Tokyo ein positives Signal zu geben", macht sich auf den Strassen von Athen und in vielen anderen Städten Griechenlands die Wut und Verzweiflung von Hunderttausenden auf drastische Weise Luft.

Generalstreik, Massendemonstrationen, Plünderungen, Straßenschlachten und brennende Innenstädte.
Dies alles spricht nicht nur jedem Gerede vom "Friedensprojekt Europa" Hohn, sondern lässt schlaglichtartig auch einen Blick auf unsere nähere Zukunft zu.

Denn nach Griechenland werden Portugal, Spanien, Italien, Belgien, Irland... folgen. Eine - maßgeblich von der Bundesregierung mitzuverantwortende - Politik, die ihr höchstes Ziel in der Beruhigung der sog. "Märkte" und der ständigen Sorge um "die Banken" sieht. Welche jegliche "Belastung" der besserverdienenden Schichten ablehnt, aber das Kaputtsparen der Renten- und Gesundheitssysteme und die Zerschlagung noch der geringsten sozialen Errungenschaft als Allheilmittel betrachtet.

Diese Art der Politik ist schlicht und einfach ungerecht und führt im Kern zu sozialen Verwerfungen und Konflikten von, in der jüngeren europäischen Geschichte, nicht gekannter Art.

Die drastischen Kürzungen im Sozialbereich, die zu menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen führen, gehen auf Kosten derjenigen, die diese Krisen weder verursacht haben noch für das Scheitern eines ganzen Finanzsystems verantwortlich gemacht werden können. Ihnen gilt unsere volle Solidarität.

Gegen diese scheinbar unaufhaltsamen Auswüchse einer zunehmend imperialistischen, anti-demokratischen und neoliberalen Politik müssen wir gemeinsam Widerstand leisten. Mit Menschlichkeit und offenen Herzen, denn Europa ist mehr als nur ein Wirtschaftsraum: Es ist unser aller Lebens- und Handlungsraum

Lasst uns zusammen diesen Raum zurückerobern, vereint im gemeinschaftlichen Widerstand gegen diejenigen, die uns unsere Lebensgrundlagen streitig machen wollen.

Einen Widerstand, den die Menschen in Griechenland schon lange leben; einen Widerstand, dem wir uns anschließen!

Konkret fordern wir:

• Schluss mit dem Wahnsinn einer "Sparpolitik", die Massenverelendung erzeugt!

• Keine "Rettungspakete" mehr, die alleine Banken und sog. "Investoren" die Taschen füllen!

• Keine weiteren deutschen Rüstungsgeschäfte mehr mit der griechischen Regierung!

• Schluss mit der medialen und offiziellen (aus Parteien und Regierung) Hetze gegen "die faulen Griechen / Südländer"!

• Für sofortige finanzielle und materielle Unterstützung der Notleidenden in Griechenland

• Für echte Demokratie, nicht nur in Griechenland

Σας βλέπουμε. Σας ακούμε. Σας αγκαλιάζουμε.
Wir sehen Euch. Wir hören Euch. Wir umarmen Euch.

Echte Demokratie Jetzt Bremen

*

das obige bildet einen teil der nötigen kommentare zur aktuellen situation, und im großen und ganzen kann ich die inhalte nicht nur so unterschreiben, sondern vertrete sie sowohl für mich als auch als beteiligter an edj mit. in zeiten wie diesen gewinnt das das altbackene und vielfach abgenudelte wort "demokratie" einen revolutionären touch, und diese tatsache sagt mehr als vieles andere alles darüber aus, auf welch katastrophalen wegen wir uns mittlerweile befinden.

*

ansonsten: ich habe grad viel zu viel um die ohren, hoffe aber, dass sich das ab märz in bestimmten bereichen beruhigt - und spätestens dann wird hier auch wieder mehr passieren.

*

edit am 17.02.: es gibt für morgen, samstag den 18.02., einen europa- und weltweiten aufruf für solidaritätsaktionen; auch in griechenland selbst dürfte sich wieder einiges an widerstand regen. real democracy now greece hat einen
überblick zu den bisher bekannten und geplanten aktionen.
Grummel (Gast) - 16. Feb, 10:58

„Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12218

Das passt.

Wenn man bedenkt wie die Wirtschaftskrise zu einer Schuldenkriese wurde und sich jetzt zu einer Europa/Staatskrisen ausweitet.

Wenn man im Auge hat das die "Hilfen" nur der "Schuldentilgung" dienen, also nicht den Menschen sondern, geschickt verbuchselt, einer Arbeitsscheuen Elite hilft die ihr Geld (also uns) arbeiten lässt.
Eine moderne Art Frondienst.

Von wegen faule Griechen, Italiener, Portugiesen etc. die kämpfen inzwischen ums Überleben....

Der Nächste Schachzug wird wahrscheinlich sein, die Staatlichen Strukturen durch Unternehmerische zu ersetzen. Damit wird das Fass zu gemacht, die (Geld) Macht weiter Institutionalisiert / Betoniert ... denn irgend wo muss das Geld ja gelandet sein das bis jetzt aus dem System abgezogen wurde.

Kopfstand (Gast) - 16. Feb, 22:07

Sparen ist Neusprech...

...in unserem SchuldGeldsystem werden lediglich die Geldströme irgendwo anders hin gelenkt...

...d.h. der Bürger erhält weniger Leistungen...
T.L. (Gast) - 28. Feb, 16:29

Sie wissen genau was sie tun...
...Resozialisation nicht erwünscht...

http://www.nzz.ch/magazin/campus/weltweit/auspeitschen_und_laufen_lassen_1.14888790.html

Yurun (Gast) - 29. Feb, 23:02

nackte Kaiser

Hier ein wie ich finde doch recht interessanter Text:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/SchulzeDresden.pdf

Carla (Gast) - 2. Mrz, 23:46

einfach nur krank


W-Day (Gast) - 4. Mrz, 11:49

Auch auf TP ist das Thema .
Es gibt dazu jede Menge Kommentare. Einer der guten steht hier.
Grummel (Gast) - 7. Mrz, 14:49

Ich kanns kaum glauben das sowas in bestimmten Kreisen Mainstream ist..

Stimmt das auch?
Wenn man die Entwicklungen der letzten Zeit ansieht könnte man fast glauben das hätte jemand zum Programm gemacht.

http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/03/das-psychopathische-manifest.html

monoma - 7. Mrz, 15:42

@grummel

schau mal hier.

danke für den link. der titel trifft´s ganz gut.
grummel (Gast) - 7. Mrz, 19:08

Hm.. ich finds schon befremdlich "Gedanken" und "Emotion" zu trennen.
Ist viel zu flach... Gedanken ohne Emotion... selbst wenn man mit etwas neuem, abstraktem konfrontiert wird fühlt man etwas dabei und wenn es nur Neugier, oder Irritation ist.

Ich bin eher geneigt Emotionen/Gefühle als assoziative Summe aller bisherigen Erfahrung zu betrachten die sich auch manchmal unwillkürlich in den Vordergrund drängt.
Irrationalität in dem Zusammenhang beschreibt eigentlich nur das Unverständnis dieser Zusammenhänge die ansich (wenn manchmal auch viel Arbeit) vollkommen nachvollziehbar sind.

Das Bestreben Emotionalität zu verdrängen und das im Zusammenhang mit Beziehungen unterschiedlichster Art widerspricht der menschlichen Natur schon auf Neuronaler Ebene. Ein Festhalten an diesen dissoziativen Techniken würde ich, ähnlich wie du, als traumatische Folgereaktion einordnen.
Ich bezweifle auch das eine Dissoziation dieser Art so prima ist, ohne Emotion, bewegt sich nix.

Eventuell besteht ja ein Zusammenhang mit traumatischen (Macht) Systemen, die aus der Asymmetrie einer Beziehung resultieren, in der mit Gewalt das subjektive Selbst dissoziiert und durch das des Überlegeneren ersetzt werden sollte/wurde.

Ich denke jeder der so etwas schon einmal erlebt hat kennt die Schmerzen die damit verbunden sind und kann das Bestreben nachvollziehen die erzeugende Person(en)/Situation(en) zu "dissoziieren"/objektivieren.

Allerdings gibt es auch den Effekt das der Zustand des objektivierten mit einem Rollentausch von statten geht, vor allem dann wenn eine Beziehungskonstellation dazu kommt die Assoziationen mit dem traumatischen Erlebnis zu lässt.
Eine Reflexion (Spiegelung), manchmal über Generationen, manchmal auch nur im Job (Radfahrerphänomen, buckeln/Treten).
(Manchmal auch in dem man unausgegorene Theorien strickt)

Wodurch sich der Kreis zu den "Eliten" schließt.


Traurig finde ich in dem Zusammenhang, dass mir keine andere Möglichkeit einfällt einem solchen Ereignis zu begegnen als zu objektivieren/dissoziiren und zwar die Rolle/Programm/System die das Gegenüber spielt, in der Hoffnung das mir der Mensch an sich erhalten bleibt?
.. Notnagel, weiß nicht recht... vor allem bei Fragen der "Macht" kann da ein übles Echo kommen.


Als generelles Paradigma erscheint mir diese Philosophie katastrophal.
Gemeinschaft und ein solcher Egoismus ist ein eklatanter Widerspruch! Wenn dem konsequent gefolgt würde kollabiert alles Soziale und damit das System an sich.
(jedenfalls nach meinem Paradigma, "der Mensch ist das System")
sansculotte - 8. Mrz, 17:03

"Ich habe keine Angst vor Menschen, die den Verstand verlieren.

Ich habe Angst vor Menschen, die alles verlieren AUSSER ihren Verstand."
Grummel (Gast) - 8. Mrz, 20:05

Nja, nach Joachim Bauer (Siehe Buch unten) verliert man bei Dissoziation des Sozialen die rechte Gehirnhälfte... mit den Emotionen das Limbische System noch dazu...

ob man das was übrig bleibt noch Verstand nennen kann?

oder hab ich dich jetzt falsch verstanden?
sansculotte - 8. Mrz, 21:23

@grummel

Korrekt. Das, wovon du sprichst, nenne ich einmal "traumainduzierte Trennung" von Gefühl und Verstand, wobei es hier mehrere Formen von "Splitting" im Gehirn gibt, hängt von der Art des Traumas, Intensität des traumatischen Stresses und Art der je eigenen Coping-Strategien ab. Dabei können sich Furcht-Netzwerke verselbständigen (amygdala-induzierte Regelkreise werden nicht weiterverarbeitet), Gedächtniskompartimente geschädigt sein (Hippocampus atrophiert unter Dauerstress) oder die Konsolidierungsphasen beeinträchtigt sein. All das trägt dazu bei, dass die Integration von Erleben, Fühlen und Erinnern im Gehirn beeinträchtigt ist.

Worauf ich mit dem vielleicht allzu griffigen Diktum von Menschen, denen alles abgeht außer dem Verstand, hinauswollte, ist allerdings die Spaltung im Psychopathengehirn. Hier ist ganz einfach die Verbindung zwischen Amygdala (Angst-, Furcht-, Stress-, Erregungszentrum) und orbitofrontalem Cortex (Planen, rationale Kontrolle), das sogenannte Fasciculus uncinatus, atrophiert (siehe Murphy, Craig, Catani, 2009: Altered connections on the road to psychopathy). Das heisst, dass der Verstand unabhängig von Rückkoppelung zu den Gefühlszentren arbeitet, was dann diese eigene psychopathische Qualität der kalten Berechnung hervorruft. Das ist ein echter Gehirnschaden, von dem man vermutet, dass seine Ursprünge in pränatalen Beeinträchtigungen liegen.

gruß, s
Grummel (Gast) - 9. Mrz, 10:30

@sansculotte

Danke für die Antwort!
Kennst du vielleicht ein gutes Buch für Noobs das die ganzen Phänomene in eine nachvollziehbare Beziehung setzt?
Ich würde gerne mehr über traumainduzierte Folgen/Mechanismen wissen.
sansculotte - 9. Mrz, 11:02

So noob scheinst du mir nicht zu sein ;-) Zumindest würde ich niemanden so nennen, der Traumaerfahrungen hat und auch darüber weiß.

Mit dem Bauer bist du eh gut dabei (Gedächtnis des Körpers). Eine vielleicht noch umfangreichere, gut lesbare Darstellung der Emotionsforschung findest du bei Joseph LeDoux, hier v.a. das TB "Das Netz der Gefühle". LeDoux hat v.a. über die Amygdala geforscht (und spielt folgerichtig in einer Musicband namens "The Amygdaloids" ;-), versucht aber trotzdem einen Gesamtüberblick über die Emotionsforschung seit den Anfängen zu geben, was gut gelingt. Leider ist das Buch 2004 das letzte Mal einer Bearbeitung unterzogen worden, und deshalb sind neuere faszinierende Forschungsentwicklungen wie etwa das Thema "Epigenetik" oder die Frage der Gedächtnisrekonsolidierung nicht mehr Up-to-date. Kann man sich aber auch zusammenklauben.

Eingermaßen Up-to-date erscheint mir Jochen Peichls "Die inneren Trauma-Landschaften". Zumindest nimmt er Theorien auf, die erst in jüngster Zeit entstanden sind und zwar aus der Notwendigkeit, den Forschungsergebnissen gerecht zu werden, wie etwa Stephen Porges Polvagaltheorie. Ein spannender Rundgang durch die Trauma-Landschaften an der Hand eines sehr aufgeschlossenen Klinikers.

Ähnliches gilt für den Schweizer Psychosomatiker Johann Caspar Rüegg, der auf dem Gebiet der Psychosomatik unter Ausdehnung des Begriffs der "Psyche" auf die Gefühle versucht, auf dem Stand der Forschung zu bleiben. Sein "Hauptwerk" heisst "Gehirn, Psyche und Körper".(Gibt auch ein billigeres TB "Mind und Body").

Wer an der Integration der neurowissenschaftlichen Forschung in die Psychotherapie interessiert ist, der ist mit "Wie wirkt Psychotherapie" aus dem Springer-Verlag gut bedient. In diesem Sammelbändchen geben Forscher und Kliniker aus dem deutschsprachigen Raum Informationen über die neusten Entwicklungen.

Und natürlich schwöre ich immer noch auf den guten alten, aber nach wie vor ungeliebten Arthur Janov. Meines Erachtens ein Pionier auf dem therapeutischen Gebiet, wie er seinesgleichen sucht, mutig und kontroversiell. Witzigerweise wird Vieles von dem, was Janov schon vor 30 bis 40 Jahren berichtet hat und was in der Psychotherapie-Community auf ungläubige und teilweise sogar gehässige Ablehnung gest0ßen ist, von den modernen Neurowissenschaften mit Hilfe der bildgebenden Verfahren bestätigt. Die Verarbeitung (oder eben Nicht-Verarbeitung) von Gefühlen, ihre Integration im Orchster des Gehirns und ihrer Rolle als "erste Geigen", scheint genau so vonstatten zu gehen, wie Arthur Janov es anhand der Beobachtungen an und Erfahrungen mit seinen Patienten in seinen Büchern immer schon beschrieben hat. Dafür ein Salut erster Ordnung ;-)

gruß, s
Grummel (Gast) - 9. Mrz, 12:18

Danke für die Lit.!
Ich denke ich fange mal mit Jochen Peichls an.

Noob und auch wieder nicht...
Ich finde Wissen mach es einfacher mit solchen Zuständen um zu gehen...
Das erleben solcher empfinde ich extrem chaotisch/verwirrend/schmerzhaft, die Zustände zu ordnen hilft (eröffnet Optionen)... und das ist zumindest für mich (relativ) neu.
monoma - 10. Mrz, 02:16

@grummel

"Ich finde Wissen mach es einfacher mit solchen Zuständen um zu gehen..."

yo. benenne etwas, und es verliert zumindest einen kleinen teil seines schreckens. nebenbei auch ein schönes beispiel dafür, wie der objektivistische modus im "normalzustand" durchaus hilfreich sein kann.
sansculotte - 9. Mrz, 11:18

@mo

Hallo,

hoffe es läuft halbwegs (was läuft in dieser Zeit schon halbwegs?) bei dir. Hätte eine große Bitte. Ich wühle mich gerade durch ein paar ältere Beiträge deines Blogs und versuche, diese - auch für mich halbwegs nachvollziehbar - zu systematisieren. Dazu gehört wohl auch, dass dieses Blog eine für mich relevante Entwicklungsgeschichte aufweist (weil sich oft ein Thema aus einer Randbemerkung eines Grundbeitrages ergibt und so fort).

Diese Entwicklungsgeschichte ist aber für mich aufgrund fehlender Jahreszahlen schwer zu rekonstruieren (oder bin ich zu doof dazu? Zumindest in meinem FF-Browser werden am Rand der Beiträge nur Tag, Monat und Uhrzeit angeführt). Kann man die Jahreszahlen vielleicht noch hinzufügen? Wenn's denn nicht zu viel Aufwand ist.

Vielen Dank und lieben Gruß! s

monoma - 10. Mrz, 02:12

@sansculotte

das ist ein kleines, aber nichtsdestotrotz ärgerliches problem bei der software hier - nur die ersten beiträge eines tages enthalten über der überschrift auch die jahreszahl, und manchmal weiß ich selbst nicht mehr genau, von wann etwas stammt.

bei den meisten "notizen" lässt sich das jahr über den index bestimmen; bei allen anderen rubriken wird´s dann schon schwieriger. Du könntest mir höchstens die links der entsprechenden beiträge schicken und ich kann dann versuchen, das zu rekonstruieren.

gruß zurück!
Grummel (Gast) - 19. Mrz, 17:39

Zum Thema Traumatisierung und ihre Instrumentalisierung.

Hab mir gerade "Kubark" durchgelesen, jeden der mit dem Thema Trauma zu tun hatte kommen die beschriebenen Symptome etc. wohl bekannt vor.

Vom Stand der Forschung ist man heute wohl viel weiter. Statistik ala "Big 5" lassen das "Werk" schon Amateurhaft erscheinen.

Auch die Selbstoffenbarungsebene der Autoren zeigen klar eine objektivistische Sichtweise (das Subjekt) bis hin zur Abwertung (Psy. Abwehrmaßname/Abgrenzung "Selbst") wenn zB. Opfer in der Folter ihre eigene Überlegenheit gegenüber den Folterknechten sehen ...


Bevor ich das pdf gefunden hab hatte ich "survive" von Amanda Ripley gelesen, wo auch Mechanismen der Traumatisierung und Resilienz Thema sind (Im Kontext von Katastrophen).
Die Voraussetzungen zur Traumatisierung, hohe Konnektivität (ich nenn das so, Anteilnahme triffts nicht zu 100%/Ausdehnung der Identität auf eine Situation/Beziehung?) kombiniert mit einem exorbitantes (Puls über 180?) Angstniveau (die dann eingebrannte "Verknüpfung") ....
.... zeigen in welchen Ausmaß Menschen sich von "sozialer Reflexion" disoziieren /objektivieren müssen/können, so dass sie in der Lage sind anderen bewusst so etwas an zu tun!


Erinnert mich an eine Reportage (hatte ich bei Youtube gefunden) in der ein offen bekennender Psychopath eine Zeit lang von einem Reporter begleitet wurde.
Man konnte gut sehen wie dieser bewusst Stress aufgebaut hat um Regression (im Kubark nennen die das so) zu erzeugen um seinen Willen/Kontrolle durch zu setzen.
(das CIA will Infos, die Polizei Geständnisse, der Psychopath Macht)


Die Instrumentalisierung der Traumatisierung ist Realität, wahrscheinlich öfters und ausgefeilter als man annimmt.
Dazu kommen dann noch die Beziehungen in denen sich das (unbewusst) selbst organisiert ... /weiter gegeben wird

Trauma als Kulturtechnik? Wo findet sich das Wissen zur Gegenwehr?

sansculotte - 25. Mrz, 21:14

Danke für deinen Beitrag, Grummel. Eine wirkliche Diskussionsgrundlage, wie ich meine.

Trauma als Kulturtechnik? Sic! Davon handelt das ganze Blog.

"Es gibt kein wahres Leben im falschen."

lg, s
Grummel (Gast) - 26. Mrz, 14:35

Kein Ding, treibt mich halt um ...

Was mich interessieren würde ist .. Wenn es sich um eine Kulturtechnik handelt, muss sich auch ein Pendant entwickelt haben (Ursache/Wirkung) ... das wäre was das helfen würde/könnte (?!)..
Eine art Gegenkultur an die man anknüpfen/feilen/integrieren könnte.

Vielleicht aber auch eine Sackgasse .. die "Form" /Trinität aus Differenz (was "es" ist und was nicht) und Beziehung (S. Brown) sind systemische Charakteristika und ich hab nicht wirklich Lust auf solch ein "System".

Muss mir noch einiges durch den Kopf gehen lassen.
monoma - 26. Mrz, 16:07

@grummel

"Erinnert mich an eine Reportage (hatte ich bei Youtube gefunden) in der ein offen bekennender Psychopath eine Zeit lang von einem Reporter begleitet wurde."

Du meinst wahrscheinlich das hier, oder?
Grummel (Gast) - 26. Mrz, 16:45

@Monoma

Jepp, den meine ich.
Grummel (Gast) - 27. Mrz, 15:36

Querverbindung

Ich lese gerade ab und an noch in "Propaganda, Konzepte und Theorien"
In der Geschichte der Presuasionstechniken spielt der Massenansatz von Le Bon vor allem in autokratischen Systemen eine tragende Rolle.
Man hat den Eindruck das Bedingungen die diesem Ansatz entgegenstehen unterdrückt und welche geschaffen werden die diesen Unterstützen (zB. Gleichschaltung/Atomisierung).

Bei der Kritik an dieser Theorie ist mir Hofstätter aufgefallen der einen "grundsätzlichen Irrtum" attestiert, er wird mit den Worten:

"Er besteht in der willkürlichen Zerschneidung des Ordnungsgefüges einer Gruppe - hier Führer und hier Geführte -, wobei die letzteren sodann einem (noch) völlig ordnungslosen Sozialgebilde als "Masse" gleichgesetzt werden. In dieser gedanklichen Fehlkonstruktion spiegelt sich das Erleben einer beziehungslos gewordenen Führungsschicht. Tatsächlich scheitert diese Konstruktion aber sehr bald an konkreten Beobachtungen, da es nun vom Anführer plötzlich heißt, er sei mitunter nur ein Angeführter, dem seine Entscheidungen durch seine Gefolgsleute vorgeschrieben würden. Das ist richtig gesehen und falsch gedeutet. Als auf Gegenseitigkeit abgestellt erweist sich nämlich jede Relation zwischen Rollen.
Selbst im Primitiv-System, dem eine Differenzierung der Gefolgerolle noch fehlt, läßt sich demnach die Le Bonsche Trennungslinie gar nicht ziehen, da sie der Reziprozitäts-Verhälnis zwischen Anführer und Gefolge schlechthin negieren würde."

Zitiert.

Ich denk mal die Beziehungslosigkeit sollte bekannt vorkommen, die Unfähigkeit die Rollenverteilung als dynamisches System zu verstehen (auf Gegenseitigkeit abgestellt) und damit auch die Unfähigkeit sozial konstruktiv zu agieren, resultiert wohl aus dieser Beziehungslosigkeit und fördert sie gleichzeitig.
(die Rollen werden auf als-ob/Mimikry reduziert .. keine Anschlussfähigkeit?)

Es erinnert mich an die Lektüre "Elitesoziologie", in der an mehreren Stellen Aufstieg und Niedergang von Eliten beschrieben werden, mit abwechselnden Erklärungen/Interpretation, wobei ich immer den Eindruck hatte das gerade der Umstand dieser Ferne, Selbstreferenz oder Beziehungslosigkeit, die nach einiger Zeit immer in Eliten entsteht, dafür gesorgt hat das ein entsprechendes System ausgehend vom sozialen Zusammenhalt/Identität zerbrochen ist.

Es scheint als ob eine solche Dissoziation der Beziehung immer schon eine Sollbruchstelle/Übel dargestellt hat, wenn man so will muss die Geschichte also auch einiges an Coping-Strategien (?) aufwarten können?

Hier schließt sich der Kreis zum systemischen Mikroko-Pendant einer Soziopathie deren Mangel an Beziehung kein System im Sinne einer gemeinsamen Identität/Realität zulässt.
Grummel (Gast) - 28. Mrz, 11:38

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