(...) "Der Themenabend wird der Frage nachgehen, welche Auswirkungen die zunehmende Ökonomisierung der Arbeit auf den Einzelnen hat, welche Maßnahmen Menschen ergreifen, um dem wachsenden Druck gerecht zu werden und welche Alternativen und Zukunftsperspektiven es gibt."
könnte ganz interessant werden; ich werd´s leider aus diversen gründen nicht sehen können und hoffe darauf, dass mindestens ein beitrag später irgendwo im netz, u.a. auch bei arte direkt, zu finden sein wird. zum ein- oder nachlesen empfehle ich ein paar passende beiträge aus der vergangenheit, bspw.hierundhier.
das kann eine spannende geschichte werden, ich übernehme mal den ankündigungstext aus demterminkalendervom "kulturemsemble am klinikum bremen-ost":
Haus im Park
Sa 20.6. 14.00 - 18.00 Uhr
Symposium und Vorträge
Kriegstraumata
Kriegstraumata - Maschinengewehre hinter der Front Disziplinierung statt Heilung? Die Psychiatrie im Ersten Weltkrieg, Maria Hermes MA
Kriegstraumata und Faschismus
Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus, Prof. Dr. Gerhard Vinnai
Traumata: Wenn der Einsatz nicht mehr endet
Posttraumatische Belastungsstörungen in Folge internationaler Missionen der Bundeswehr in Kriegs- und Krisengebieten, Dr. Karl-Heinz Biesold
Moderation: Alfred L. Lorenz
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Was damals Recht war …“
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Georg-Elser-Initiative
Eintritt 5,- /2,50
hier ist noch eineskizze der örtlichkeiteneinsehbar. und stattfinden tut das ganze im rahmen einer veranstaltungsreihe als begleitung einer ausstellung, die primär von dergeorg-elser-initiativezum thema "soldaten und zivilisten vor gerichten der wehrmacht" initialisiert wurde - den entsprechenden flyer für die bremer veranstaltungen gibt´s als pdfhier.
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ich werde aller wahrscheinlichkeit als zuhörer dabeisein und würde bei entsprechendem interesse versuchen, nach der veranstaltung meine eindrücke hier aufzuschreiben. das erste thema der militärpsychiatrie im wk1 trägt vermutlich nicht zufällig als titel denselbigen des berühmtenbuches von riedesser und verderber, wobei ich hoffe, dass der vortrag sich nicht auf eine reine wiedergabe der zentralen thesen dort beschränkt. den vortrag von gerhard vinnai habe ich vermutlich vor ein paar jahren auf einer anderen trauma-veranstaltung schon mal gehört, fand ihn aber schon damals aus gründen sehr inspirierend, die ich später in einemkommentarzu einem anderen thema so beschrieben hatte:
(...)"ich war vor ein paar jahren mal auf einem kleinen kongreß zum thema trauma und geschichte, bei dem u.a. gerhard vinnai einen vortrag zu den kriegszitterern gehalten hat und dabei auch einen alternativen erklärungsansatz zu den von theweleit ebenfalls ja ausführlich analysierten schlamm-, sumpf-, und ähnlichen metaphern vorgestellt hat, die sich in der zwischenkriegsliteratur der soldatischen männer ja zur genüge finden. er begründete diese auffällige sprachwelt mit den vielen phasen des stellungskrieges, die mit teils sehr langem ausharren in verschlammten gräben und sumpfigen gelände verbunden waren, unterbrochen von teils heftigen feuerüberfällen, in denen die truppen zur passivität verdammt waren (genau aus solchen situationen stammen wahrscheinlich tatsächlich viele symptome der als solche wahrgenommenen traumatisierten soldaten; ich habe während meiner beruflichen tätigkeit u.a. auch einblick in die krankenakten eines damaligen armeelazarettes - eine umfunktionierte psychiatrische "heil- und pflegeanstalt" - nehmen können, und da war genau diese situation immer wieder thema).
kurz: er hielt es für wahrscheinlich, dass es sich bei den hartnäckigen metaphern quasi um den ausdruck unverarbeiteter traumatischer erinnerungen handelt. und ergänzend zu theweleits ansatz finde ich das nicht unwahrscheinlich."(...)
aber nicht nur für theweleit-leserInnen dürfte das thema spannend sein.
und als letztes: der name karl-heinz biesold ist hier im blognicht unbekannt, zumal es sich bei ihm um den derzeitigen "traumaspezialisten nr.1" in den reihen der bundeswehr handeln dürfte. vor diesem hintergrund bin ich nicht nur auf den vortrag gespannt, sondern mir kommen bereits jetzt schon eine ganze menge fragen in den sinn, die ich so jemandem schon immer stellen wollte - vor allem in die richtung, aus welchen gründen sich eigentlich eine kriegführende armee um "ihre" traumatisierten soldaten bemüht - reine wiederherstellung der dienst- und funktionstauglichkeit? oder auch ängste, dass diese soldaten im späteren zivilleben plötzlich irgendwann "austicken"? wie geht ein militärpsychiater überhaupt mit dem zentralen widerspruch um, innerhalb einer institution tätig zu sein, bei der die erzeugung von traumata sozusagen direkt zu den aufgaben gehört?
wenn sich von den leserInnen jemand auch für den besuch der tagung entscheiden sollte: ich wäre durchaus für ein treffen dort offen und würde Sie in diesem fall bei vorhandenem interesse darum bitten, mir unter derkontaktaddressekurz bescheid zu geben.
...mit schwerpunkt auf die ursachen und folgen von diversen rohstoff-peaks sowie die ökologische krise zeigen zwei filme, die beide geeignet sind, zwar den sonntagnachmittag zu versauen, dafür aber eine fülle an bildern liefern, die sehr lange nachklingen. einmal wäre da das medialgehypte"homeprojekt", welches ich mir heute mit einiger skepsis - u.a. wg. der sponsoren - angeschaut habe, aber jetzt doch empfehlen kann, eben v.a. wegen seiner teilskoyaanisqatsi-artigen bilder, die nach ca. 25 minuten aufgrund des auftretens unserer spezies einen immer deprimierenden touch annehmen. über die "lösungen" am ende lässt sich mit recht streiten, aber insgesamt zeigt der film den realistischen ist-zustand der biosphäre auf. und das sollte inzwischen pflichtwissen sein. "home" ist noch bis zum 14.06.hierzu sehen; deutsche untertitel lassen sich nach start des films im menü rechts unten einblenden.
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die "zukunft der erde"...
...ist in neun teilen ebenfalls beim beliebten videoportal zu sehen, und behandelt zwangsläufig ähnliche themen wie "home", ist aber inhaltlich meiner meinung nach etwas gehaltvoller, weil u.a. die verkettung der diversen krisen recht gut nachvollziehbar wird. dazu gibt´s im siebten oder achten teil interviews zur menschlichen krisenwahrnehmung, die sich mit unserer kollektiven und schwer problematischen verdrängung befassen. hervorheben möchte ich auch den vierten teil mit einer indischen boulevard- und klatschmoderatorin, die mittels ihrer aussagen das thema der flucht in virtuelle und illusionäre (alp-)traumwelten gut verdeutlicht. zu den weiteren teilen:zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, achtundneun.
passend nicht nur zum beitrag übersimulierte weltenund soziopathen, sondern auch zu vielen anderen hier im blog, bringt arte morgen eine artthemenabend zur psychopathie, für die ich weiterhin lieber den passenderen (und unbelasteteren) begriff soziopathie bevorzuge:
"Sie missachten gesellschaftliche Regeln und Erwartungen ohne Schuldgefühl und Reue, kennen kein Gewissen, enttäuschen und verletzen ihre Mitmenschen. Dabei wirken sie auf den ersten Blick äußerst charmant und einnehmend. Die Rede ist von Psychopathen, die ein böses Spiel mit ihrer Umgebung treiben, ohne gleich kriminell oder sadistisch zu sein. Der Themenabend spürt den Grenzen zwischen krank und gesund nach und beschreibt die subtile Bedrohung, die von Psychopathen ausgeht."(...)
und der abend beginnt zunächst mit einemalten bekannten, nämlich demtalentierten mr. ripley - wenn die verfilmung, die ich noch nicht kenne, gleichfalls so überzeugend wie das buch von patricia highsmith sein sollte, ist das ein passender einstieg. wobei ich die ankündigung der nachfolgendendokumentationnoch interessanter finde:
(...)"Filmemacher Ian Walker hat Sam Vaknin begleitet, einen Menschen, der von sich selbst behauptet "größenwahnsinnig, abstoßend, widersprüchlich, skrupellos, unberechenbar und unzuverlässig" zu sein. Im Gegensatz zu den meisten Psychopathen möchte Vaknin seinem Wesen auf die Spur kommen und wissen, warum er sich nur für sich selbst interessiert und bereit ist, sowohl sich als auch andere zu verletzen oder gar zu zerstören.
"Ich bin ein Psychopath", behauptet Sam Vaknin von sich selbst. Aber ein schlechter Mensch ist er in seinen Augen nicht. Es interessiert ihn bloß nichts - außer es geht um ihn selbst. Er hat wie viele Psychopathen mit Charme und großer Manipulationskraft einige Menschenleben aus dem Gleis geworfen. Und er hat die Extreme einer sozial überaus unverträglichen Existenz durchlebt, die erfolgreichen Seiten und die Abgründe des zerstörerischen Wesens am eigenen Körper erfahren sowie seine Mitmenschen erfahren lassen.
Doch im Gegensatz zu vielen seiner Wesensgenossen will Sam Vaknin Sicherheit über seine Diagnose von Wissenschaftlerseite. Wurde er wirklich ohne Gewissen geboren? Der australische Dokumentarfilmer Ian Walker begleitet Sam Vaknin und seine stets leidende, aber immer loyale Ehefrau Lidija bei der Suche nach der Antwort. Die Reise führt tief hinein in das Denken und Fühlen eines Psychopathen."(...)
das dürfte nicht nur ein tipp für alle allgemein an den menschlichen möglichkeiten interessierten sein, sondern speziell für alle, die wissen möchten, wie relevante teile unserer gesellschaftlichen "eliten" so ticken. und wer über aufzeichnungsmöglichkeiten verfügt, sollte diese speziell bei der doku laufen lassen. ich bin jedenfalls sehr gespannt und finde es erfreulich, dass das thema derart endlich mal eine größere öffentlichkeit erfährt.
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edit am 20.04.: der film von ian walker hat zumindest für mich im goßen und ganzen das gehalten, was die ankündigung versprochen hat - die rücksichtlosigkeit (die in solchen fällen gerne mit "aufrichtigkeit" verwechselt wird) und dreistigkeit des sam vaknin wurde an vielen entscheidenden punkten aufschlußreich eingefangen; ebenfalls die elementare lieblosigkeit, mit der vaknin die sog. "beziehung" führt - seine charakterisierung der frau als u.a. "weißes blatt papier" (welches er dann beschreibt), macht seine selbst- und fremdwahrnehmung bzw. besser die defekte in dieser mehr als deutlich. interessant auch seine anfängliche selbststilisierung als narzisst (mit der er im übrigen durch sein buch noch geld verdient), die erst im laufe der im film dokumentierten psychiatrisch-neurologischen untersuchungen widerlegt wird - er ist tatsächlich ein klinischer soziopath, was die erste begutachtende psychologin und v.a. der psychoanalytiker an der zweiten station nicht bestätigen wollten, was vermutlich größtenteils mit an den denk- und diagnosemodellen liegt, die beide angewendet haben. walker hat aber primär durch den einsatz seiner versteckten kamera auch deutlich gemacht, dass eigentlich erst der alltägliche umgang mit soziopathen die ganze destruktive wirkung solcher leute deutlich macht; und dementsprechend überhaupt erst dann der entsprechende diagnostische verdacht aufkommen kann. neu war für mich immerhin die relative sicherheit bei der diagnosestellung, die sich durch den kombinierten einsatz von hirnscans und testverfahren wie dem von robert hare ergibt - das (anscheinend) sehr selbstsichere auftreten, der durchaus vorhandene (wenn auch meist verletzende witz) in kombination mit der als-ob-aufrichtigkeit und der rätselhaften wirkung des soziopathischen "charmes" machen es tatsächlich sehr schwer, hinter dieser maske die extrem kranke und krankmachende persönlichkeitsstruktur zu erkennen. da dürfte dann viel von dem gelten, was im ersten teil des eingangs verlinkten blogbeitrags zu als-ob-persönlichkeiten an zitaten von j.e. mertz zu der von ihm so genannten "psychoallergischen reaktion" zu lesen ist - die zeichen der eigenen wahrnehmung im umgang mit soziopathen bleiben meist so subtil, dass sich das "normale" gegenüber dann eher in irritationen und ausufernder selbstreflexion verliert, was dann für den soziopathen bei seinem treiben erleichternd wirkt.
beklemmend das verzweifelte klammern der ehefrau an ihrem konstruierten bild des "geliebten", welches auch durch die bestätigte diagnose nicht gestoppt werden kann. noch beklemmender aber die darstellung dessen, wie soziopathen anhand körperlicher bewegungsmuster opferpersönlichkeiten identifizieren können.
die bezüge zum öffentlichen leben, v.a. der rolle von soziopathen in der ökonomie, waren zwar vorhanden, wurden aber meiner meinung nach zu beiläufig abgehandelt. dabei ist einer entscheidenden frage nach dem sehen dieser doku eigentlich überhaupt nicht mehr auszuweichen: wie viele solcher leute sind in führungspositionen in politik, wirtschaft und militär unterwegs? wenn man sich das treiben in diesen bereichen so betrachtet, kann die antwort nur niederschmetternd sein.
und auch zu einer alten streifrage hier im blog möchte ich noch was sagen: oberflächlich weist vaknin sicher zunächst überhaupt keine züge auf, die irgendwie als autistisch verstanden werden könnten. wenn man als zentrales und definitorisches merkmal von autismus jedoch weitgehende bis totale störungen der beziehungsfähigkeiten ansieht, ist er in meiner wahrnehmung ein gutes beispiel für strukturellen und simulationsfähigen autismus, wie er eben von mertz beschrieben wird.
die dokumentation wird bei arte zweimal in den nächsten tagen wiederholt: am 24.04. um 9.55 h morgens, und am 27.04. um 03.00 h morgens.
auch, wenn ich damit vermutlich eulen nach athen trage und der film hoffentlich schon von vielen wahrgenommen worden ist - ich habe ihn erst gestern zum ersten male gesehen:
und diese dokumentation gehört gerade in zeiten wie diesen sozusagen zum pflichtprogramm für alle, die sich mit den inhalten und funktionsweisen des kapitalismus auch und gerade in seinen "normalen" phasen näher beschäftigen wollen oder müssen. aus einerrezension:
(...)"Der beeindruckend direkte Film steigt ein mit einem Produkt, dass Monsanto 1974 auf den Markt brachte, dem Unkrautvernichtungsmittel "Roundup". Jahre später produzierte der Konzern dann die "Roundup-Ready-Sojabohne", die genetisch so verändert wurde, dass sie resistent gegen das Totalherbizid ist. Entgegen der Werbung von Monsanto gilt "Roundup" allerdings nicht als "biologisch abbaubar", sondern als hochgiftig und krebsfördernd. Um das Herbizid und die Genpflanzen auf dem Markt zu halten, unterdrückte Monsanto Gutachten, erpresste unabhängige Wissenschaftler, erwirkte ihre Entlassung (zum Beispiel aus der US-Food-and-Drug-Administration und aus Forschungsinstituten weltweit) und hievte umgekehrt Monsanto-Mitarbeiter in die Kontrollbehörden.(...)
Im Film folgt sodann das dioxinhaltige Unkrautvernichtungsmittel "2,4,5-T", das ein Hauptbestandteil von Agent Orange war. Die Amerikaner hatten 80 Millionen Liter davon über Vietnam versprüht, um den Dschungel, in dem der Vietkong hockte, zu entlauben und den Bauern die Reisfelder zu vernichten. Sie mussten daraufhin in die Städte abwandern, was US-Soziologen als "nachgeholte Urbanisierung" begrüßten. Noch 1985 hatte der US-Wissenschaftler Alwin Young auf einem Kongress in Bayreuth erklärt: "Der Dioxin-Einsatz hat niemandem geschadet!" Aber seitdem verklagen neben den Vietnamesen, die verkrüppelte Kinder zur Welt brachten, auch viele krank gewordene US-Vietnam-Veteranen Monsanto.
Um nicht zahlen zu müssen, ließ der Konzern die Untersuchungsberichte manipulieren. Auch den US-Sojaanbauern spielte der Konzern übel mit: Wie einer im Film es ausdrückte, "verbreitet Monsanto Angst und Schrecken unter den Farmern". Da es sich bei den Genpflanzen um patentiertes Saatgut - eine Art Kopierschutz - handelt, dürfen die Bauern nichts von der Ernte zurückbehalten, um es im nächsten Jahr auszusäen. Rüde werden sie von Monsanto deswegen mit Prozessen überzogen. Um ihre Felder zu kontrollieren, hat Monsanto sogar eigens eine "Gen-Polizei" geschaffen.
"Sie wollen alles Saatgut kontrollieren und machen alle Lebensmittel zu ihrem Eigentum", sagt ein Bauer im Film.(...)
und letzteres ist etwas, was es - wie so vieles anderes auch - unbedingt zu verhindern gilt. "monsanto" ist ein klassisches beispiel für die nur noch als schwerkriminell zu bezeichnenden verwüstungsfeldzüge der transnationalen konzerne unter protektion entsprechend korrupter regierungen. mehr zu den machenschaften des konzerns und dem fälligen widerstandhierundhier.
da ich mich mal wieder mitten in der nacht ziemlich wach fühle und momentan ein blick auf die einschlägigen newsseiten regelmäßig für eine unangenehme mischung aus wut und ratlosigkeit sorgt, hatte ich gerade das dringende bedürfnis nach einem grundsätzlichen stimmungswechsel. und das brachte mir nach kurzer zeit einen der besten humoristen des 20. jahrhunderts ins gedächtnis - vicco v. bülow alias loriot, als dessen markantestes kennzeichen bei seiner arbeit immer noch das dominiert, was beim vergleich die heutige mediale humorindustrie ebenfalls in ihrem wesen bloßstellt: auch wenn er jemanden in unnachahmlicher weise als unendlichen dummkopf herausgearbeitet hat, so war das doch in keinem sketch, an den ich mich erinnern kann, irgendwie verletzend. und das finde ich schlicht und einfach immer noch das erstaunlichste, neben der ganz eigenen qualität des humors natürlich.
letzterer kommt hier im blog schlicht zu kurz, aber bei den themen hier habe ich auch meistens mit ganz anderen gefühlen zu tun, bei denen mir oft genug jedes lachen vergeht. vermutlich aber gerade deswegen haben mir die folgenden jahrzehntealten beiträge zunächst ein breites grinsen aufs gesicht gezaubert, dem ein befreiendes lachen folgte. und wie hieß noch die halbvergessene parole damals?
"ein lachen wird es sein, das sie besiegt!"
nun denn, hier die perlen in form einiger der brillantesten politischen und ökonomischen äusserungen, die jemals zu hören waren.
wer heute abend noch nichts vorhat bzw. mit den geplanten aktivitäten unzufrieden ist, sollte sichdasnicht entgehen lassen:
(...)"Grundnahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse erleben in der letzten Zeit weltweit rasante Preisanstiege. Der Themenabend forscht nach den Ursachen und dokumentiert, dass wieder einmal die ärmsten Länder der Welt am härtesten getroffen werden."(...)
nein, das ich gerade heute am 9. november sowohl einen beitrag zu heinrich himmler als auch jetzt diese filmvorstellung über - tja, die täter-opfer-dialektik bei israelischen soldaten verfasse, war durchaus nicht beabsichtigt. aber nachdem mir erst vorhin das heutige datum eigentlich bewußt wurde, finde ich beides sehr passend. und wer sich schon mit dem thema der transgenerationalen traumata beschäftigt hat, wird auch die unsichtbaren verbindungslinien zwischen beiden themen sehen können - früher schon malhiernäher beleuchtet.
aber aktuell zu einem film über ein natürlich nicht nur israelisches thema:
ich bin noch nicht im kino gewesen, aber es sieht so aus, als wäre es hier mit eher ungewöhnlichen visuellen mitteln gelungen, eines der zentralen kennzeichen von (kriegs-)traumata sichtbar zu machen -das vergangene krallt sich in die gegenwart:
(...)"Wirklichkeitsfetzen, Erinnerungsskizzen, Verdrängtes. Erfundene, halluzinierte Reminiszenz – all das schiebt sich ineinander, Traum und Albtraum verschmelzen. Am Ende sieht man reale Aufnahmen von weinenden, schreienden Frauen aus einem der Lager. Überlebende. Es ist nicht mal eine Minute. Die Minute, die Ari Folmans System nicht gespeichert hatte. Danach ist man froh, dass vorher alles Trickfilm war, halbwegs erträglich anzusehen.
Ari und seine Freunde, die blutjung in den Krieg zogen, ahnungslos, überfordert – sie leiden unter Opfer- wie unter Tätergefühlen. Sie sind unschuldig schuldig, ein vertrackter Komplex. Folman hat diesen Film gedreht, als Therapie. Er hat keine Palästinenser massakriert, er hat „nur“ wild um sich geschossen, um zu überleben – dabei wurden ganze Familien getötet. Er war nicht in den Flüchtlingslagern, aber die Israelis haben die Leuchtraketen abgeschossen, damit die Mörder Licht hatten zum Morden. Deshalb ist der Himmel so gelb.
Darin steckt das Teuflische jedes Krieges, in Israel, im Libanon, in Vietnam, in Irak. Soldaten töten, um im Meer ihrer Angst nicht zu ertrinken. Nicht jeder, der zurückkehrt, kann einen Film drehen, um sich seinem Trauma zu stellen."(...)
ebenso ungewöhnlich ist es, dass der regisseur hierweiß, um welche realitäten es geht:
(...)"SZ: Sie verarbeiten dabei Ihre Therapie. Haben Sie tatsächlich diese Erinnerung in sich gefunden, die Sie belastet hat, an die Sie aber nicht herankamen?
Ari Folman: Das geht sehr langsam, man stellt Fragen, trifft sich mit Leuten, redet mit dem Therapeuten und denkt dann eine Woche über das Gespräch nach. Das hat nichts mit Amnesie zu tun, das funktioniert schon anders. Ich hatte lineare Erinnerungen mit schwarzen Löchern, die es zu füllen galt. Ich wollte zeigen, wie das funktioniert. Bei einem solchen Prozess im Inneren muss es ja nicht notwendigerweise um eine verdrängte Kriegserfahrung gehen. Ich denke, eine gescheiterte Liebesbeziehung, der Verlust von jemandem, der einem sehr nahestand, löst ganz ähnliche Mechanismen aus - jede Erfahrung, die das eigene Leben wirklich auf den Kopf stellt."
...leider erst ab ende oktober zu sehen (und wer weiß, was uns bis dahin noch alles erwartet). nach "we feed the world" jedenfalls der zweite film des regisseurs erwin wagenhofer - und der erste war bereits absolut sehenswert.
(...)"... folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst arm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist.
Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld stattfindet. Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich fließen Milliardensummen mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus, die möglichst hoch verzinst werden sollen."(...)
wie gesagt - sehr schade, dass dieser film nicht schon jetzt läuft.
wer ihn bisher im kino verpasst hat, sollte sich heute trotz später stunde die zeit nehmen -der große ausverkaufdreht sich um die folgen desjenigen antisozialen großprojektes, welches mit dem harmlos daherkommenden wort "privatisierung" die weltweiten verheerenden folgen dieser art des raubes von kollektiven gütern immer schlechter vernebeln kann. mehr im entsprechendenprogrammhinweis.