Mittwoch, 29. Juni 2011

notiz: athen aktuell

ganz kurz zwischendurch, weil ich gerade nicht zu mehr komme: aber die ereignisse in griechenland gestern und heute sowie das zugehörige mediale gekläffe so ziemlich aller mainstreammedien (ausnahme ist zumindest teilweise einmal mehr der britische guardian), die sich wie üblich zu den stimmen ihrer herren machen, lassen einen hinweis auf keep talking greece mehr als nötig erscheinen - die aufstandsbekämpfungspolizei versucht gerade, so etwas wie tabula rasa in athen zu machen. so sieht freedomanddemocracy in der bestenallerwelten (TM) aus. nichts neues, aber offensichtlich muss es uns begriffsstutzigen und fühl- und denkunwilligen schafen immer wieder vorgeführt werden - bis der groschen euro fällt. unter anderem.

und für diejenigen, die englisch verstehen, eine sehr interessante einschätzung des heutigen tages (danke für den hinweis @mrs. mop)


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Samstag, 25. Juni 2011

aufgewärmt: das wetter

erinnert sich noch jemand an die meteorologischen zuspitzungen des letzten jahres, insbesondere die brandkatastrophe in russland sowie die flutung großer teile pakistans? wenn die menetekel am himmel erscheinen hatte ich damals getitelt. nun, da die atlantische hurricane-saison wieder am starten ist, habe ich erstmals seit monaten wieder in meiner bevorzugten informationsquelle zu diesen mich persönlich faszinierenden naturphänomenen herumgestöbert. dem wunderblog von jeff masters. und der aktuelle artikel dort ist ein rückblick vor allem auf das letzte jahr, incl. der vergangenen winters. auf englisch, aber definitv eine leseempfehlung, dazu eindrucksvoll bebildert - eine derartige zusammenfassung ist mir selten vor die augen gekommen. 2010 - 2011: Earth's most extreme weather since 1816? beschäftigt sich nicht nur mit den beiden anfangs erwähnten ereignissen, sondern fasst die globalen auffälligkeiten zusammen - von der arktisch-grönländischen eisschmelze angefangen über diverse flutkatastrophen in vielen regionen der welt bis hin zu waldbränden, (wirbel-)stürmen, schneemassen und erhöhten wassertemperaturen in den tropischen meereszonen plus anschließender massiver schädigung von korallen... das vergangene jahr hatte es absolut in sich und es bleibt abzuwarten, ob wir es hier lediglich mit einem besonders krassen ausreisser oder aber mit einer beispielhaften präsentation zukünftiger "normaler" klimatischer verhältnisse zu tun haben.

*

zum wochenende ein vocalhouse-track, der bei mir gerade sozusagen in heavy rotation läuft - tatsächlich herrlich hypnotisch und sehr warm, trägt der remix seinen namen völlig zu recht. bis demnächst irgendwann.


Freitag, 24. Juni 2011

tv-tipp: "der pakt mit dem panda" - heute, 21.00 h, "eins-extra"

ich bin darum gebeten worden, einen weiteren sendetermin dieses erst kürzlich gelaufenen films nochmals bekanntzumachen und komme dem aufgrund des interessanten themas gerne nach - aus der programmvorschau:

(...) "Vor 50 Jahren wurde der WWF gegründet - am 11. September 1961. Heute ist der WWF die einflussreichste Lobbyorganisation für die Umwelt - weltweit. Dank bester Kontakte zur Politik und zur Industrie. Eine ständige Gratwanderung zwischen Engagement und Käuflichkeit. Ein ganzes Jahr arbeitete der Dokumentarfilmer Wilfried Huismann an einem Film, der das grüne Bild des WWF entzaubern wird. Hinter der Öko-Fassade entdeckte der Autor während seiner Dreharbeiten weltweit Geschichten voller Sprengkraft." (...)

wer nicht vom termin abhängig sein will:
hier findet sich der film in der ard-mediathek; und hier (in zwei teilen) bei youtube.

etliche interessante
historische hintergründe zum wwf sind noch nachzureichen; und ebenfalls für die hintergründe des films ist ein kritischer offener brief von dutzenden umweltorganisationen an den wwf relevant.

notiz: "strategische ölreserve" teilweise angezapft

mein "analoges exil" wird noch etwas andauern; bis dahin sind mir weiter nur kurze netzbesuche möglich. was an sich nicht weiter schlimm ist, wäre da nicht die mir einmal mehr auffallende extreme diskrepanz zwischen der reinen quantität und teils auch qualität von "alten", vor allem printmedien, und der nachrichtenwelt des netzes. mir scheint, bestimmte und teils sehr relevante gesellschaftliche diskussionen finden inzwischen zu großen teilen fast nur noch innerhalb der virtuellen welt statt, was nicht nur alle faktisch ausschließt, die aus welchen gründen auch immer keinen zugang (in mehrfacher hinsicht gemeint) zu den online-medien finden. das dürfte auch einen gewissen teil der gegenwärtigen gesellschaftlichen verfasstheit hierzulande - illusionäre blasen, apathie - miterklären; nicht als hauptsächlicher grund natürlich.

*

beim überfliegen der news bin ich in der fülle über eine gestolpert, die in mehrfacher hinsicht bemerkenswert ist und etliche fragen aufwirft. darum hier ein paar kurze hinweise dazu.

(...) " Die Internationale Energieagentur (IEA) will im Zusammenspiel mit seinen Mitgliedsländern 60 Millionen Barrel Öl in den Markt geben. Quelle für dieses Öl sind die strategischen Reserven der Länder und der IEA. Die Hälfte dieser Menge kommt von den USA, Deutschland trägt 4,2 Millionen Barrel bei. Als Begründung wird der Libyen-Konflikt genannt, der zu einem Ausbleiben von 132 Millionen Barrel bis Ende Mai führte.

Der Spiegel titelt "Industriestaaten fluten Märkte mit Öl" - doch im Vergleich nehmen sich die 60 Millionen Fass bescheiden aus. Der tägliche Tagesverbrauch liegt derzeit bei über 80 Millionen Fass. Es ist erst das dritte Mal, dass die in der IEA versammelten Länder ihre Reserven gemeinsam anzapfen, als entsprechend "historisch" darf man diesen Schritt sehen. Der Ölpreis übt bereits im aktuellen Niveau starken Druck auf die Wirtschaft aus, da Öl in nahezu allen Produktionsbereichen eine wichtige Rolle spielt." (...)


so fasst
peak-oil.com in einer ersten meldung die gestrige entscheidung der "internationalen energieagentur" IEA für den in der überschrift genannten schritt zusammen, der nicht wenige leute vor allem rund um die ölmärkte tatsächlich überrascht zu haben scheint. meine ersten unsortierten gedanken dazu waren die folgenden:
  • der ausfall der libyschen förderung ist tatsächlich gravierender, als anfangs öffentlich zugegeben wurde. die menge aus libyien mag im vergleich auf den internationalen märkten gering erscheinen, aber dabei wurde meist immer unterschlagen, dass das rohöl aus diesem land als eines des qualitativ hochwertigsten, weil chemisch reinsten, der welt gilt. was meines wissens bedeutet, dass es insgesamt unproblematischer zu verarbeiten ist - also mit weniger materiellem, letztlich dann auch finanziellem aufwand -, als öl aus anderen quellen
  • warum jetzt gerade zu diesem zeitpunkt? die menge hat, wie peak-oil.com richtig schreibt, primär nur einen symbolischen wert - wer soll mit diesem zeichen beeindruckt werden? an erster stelle stehen die verdächtigen auf den märkten selbst, genauer die fraktionen, die mit den ölpreisen spekulieren. die sind in der öffentlichen wahrnehmung ja auch primär hauptverantwortlich für die hohen preise, die uns spätesten seit 2008 immer wieder begleiten. was letztlich ein krasse fehleinschätzung sein dürfte in dem sinne, dass spekulation zwar einen gewissen einfluss auf die preise hat, "die märkte" aber letztlich nur ein indikator für ein weit tieferliegendes und strukturelles phänomen darstellen - die physikalische verknappung des angebots aka peak oil
  • wenn ich die meldungen richtig interpretiere, haben die usa, genauer die obama-administration, eine hauptrolle bei der entscheidung zu diesem schritt gespielt. damit rücken einerseits der us-amerikanische wahlkampf, andererseits die dortige desolate ökonomische situation ebenso wie die langsam weiter absaufende weltkonjunktur als weitere gründe in den focus. hohe ölpreise weit über 100 $ pro barrel können ebenso wie 2008 eine globale rezession mindestens befördern, wenn nicht sogar selbst einleiten. die iea-entscheidung könnte als warnschuss betrachtet werden, allerdings auf ein ziel - "die spekulation" -,welches eben nicht ursächlich für die turbulenzen bei den ölpreisen verantwortlich ist.

letzteres wird u.a. auch in einem
artikel in der "zeit" als verdacht formuliert, wobei peak oil allerdings nur am rande unausgesprochen im hintergrund mitschwingt, während der "hauptsächliche" grund wie folgt formuliert wird:

(...) "Die IEA macht mit dem Markteingriff deutlich, was viele Experten schon lange beklagen: Der Ölmarkt funktioniert nicht. Der Preis wird zu sehr von der Opec und Hedgefonds bestimmt. Die meisten Petrostaaten brauchen mittlerweile extrem hohe Ölpreise, um sich innenpolitischen Frieden zu erkaufen.

Die Industrieländer, insbesondere die USA, können und wollen solche Preise nicht mehr akzeptieren, weil sie fiskal- und konjunkturpolitisch bereits auf Kante genäht sind. Der Konflikt mit der Opec ist nun offen ausgebrochen, was angesichts der prekären Lage in der gesamten arabischen Welt nichts Gutes für den Ölpreis verheißt." (...)


bei einem treffen der "opec"
anfang juni kam es ebenfalls zu einem sehr seltenen ereignis, nämlich dem, dass sich die mitgliedsstaaten nicht auf eine ausweitung der produktion einigen konnten. das argument mit den "innenpolitischen turbulenzen" in einigen - nicht allen - vor allem arabischen ölstaaten, die sich wie saudi-arabien und die golfemirate daraus neben reiner repression auch sozusagen mit der wohlfahrtsstaatlichen gießkanne befreien wollen, dürfte durchaus eine rolle spielen - wobei saudi-arabien, vermutlich in der rolle als treuer alliierter des westen, sehr stark auf eine ausweitung gedrängt haben soll und letztlich angekündigt hat, im alleingang die eigene förderung um zehn millionen barrel pro tag zu erhöhen (was sich zwar viel anhört, aber gerade mal ein achtel des täglichen weltverbrauchs darstellt). zu vermuten ist aber auch noch etwas ganz anderes, was öffentlich meines wissens nicht thematisiert wurde: was wäre denn, wenn sich die förderung in vielen ländern gar nicht mehr nennenswert steigern lässt? und wenn besonders die saudis wieder einmal so tun, als ob? (als ob sie die förderung selbst noch merklich steigern könnten - in einem beitrag anfang märz zu der aufstandswelle u.a. auf der arabischen halbinsel hatte ich damals eine entsprechende meldung zitiert:

(...) "Die USA befürchten, dass Saudiarabien, die grösste Exportnation von Rohöl, nicht genug Reserven hat, um der Preisspirale Einhalt zu gebieten. Dies geht aus Dokumenten hervor, welche die Enthüllungsplattform Wikileaks im britischen «Guardian» veröffentlicht hat. Einmal mehr handelt es sich dabei um vertrauliche Depeschen von Diplomaten. Ein US-Diplomat, der in der saudischen Hauptstadt Riad stationiert war, appellierte in der Depesche an seine Regierung, sie solle die Warnungen eines arabischen Öl-Experten ernst nehmen.

Sadad al-Husseini, Geologe und ehemaliger Chef des staatlichen Ölkonzerns Aramco, hatte dem US-Diplomaten gegenüber gesagt, die Ölreserven im Land würden geschönt dargestellt. Gegenwärtig könne fast 40 Prozent weniger gefördert werden, als man dem Westen weismache." (...)


und auch dazu geschrieben, dass entsprechende gerüchte und meinungen schon seit jahren nicht nur in der peak-oil-szene rumgehen. das verhalten der saudis auf der letzten konferenz wäre aus der perspektive als große inszenierung zu werten, um in mehrfacher hinsicht "ihr gesicht zu wahren" - vor allem gegenüber den usa.)

*

erstmal kam es gestern und abgeschwächt auch heute zu einem deutlichen
preiseinbruch bei vielen wichtigen ölsorten. im artikel findet sich desweiteren bezgl. saudi-arabiens folgende aussage:

(...) "Nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank könnte sich die Entscheidung der Energieagentur mittelfristig allerdings als Bumerang erweisen. „Jetzt ist es fraglich, ob sich Saudi-Arabien an seine Zusage gebunden fühlt, die Ölproduktion kurzfristig auf zehn Millionen Barrel pro Tag auszuweiten“, hieß es in einem Kommentar." (...)

was den ölprinzen möglicherweise ganz gut in den kram passen würde. insgesamt stellen sich die hintergründe der ganzen aktion bei näherer betrachtung als ziemlich rätselhaft dar, und das führt zwangsläufig dazu, dass die
spekulationen an vielen orten anfangen zu sprießen. es ist auf jeden fall angebracht, das geschehen rund um ölmärkte, -produzenten und auch die großverbraucher wie die usa und china noch genauer im blick zu behalten als bisher.

*

ansonsten verweise ich nochmals auf die eigene
beitragsreihe zu peak oil vor ein paar jahren; ebenfalls lässt sich mit dem begriff über die seiteninterne suche rechts unten etliches an material finden; ebenso im index. und als wochenendlektüre empfehle ich einen längeren text zu einigen implikationen von peak oil bei der zeitschrift streifzüge.

Freitag, 17. Juni 2011

notiz: abwesenheiten [update am 18.06.]

abwesend bin zunächst ich selbst seit ein paar tagen und wahrscheinlich noch bis weit in die nächste woche hinein, wenn nicht noch länger - abwesend nämlich von einem regelmässigen online-zugang. aus diesem grund wird hier die nächste zeit auch erstmal wenig bis gar nichts passieren; ich komme normalerweise grad mal so zu kurzen leseviertelstunden, die auch nicht auf dem eigenen rechner stattfinden können - der ist gerade ebenfalls abwesend.

abwesend in vielerlei hinsicht scheint auch - bedauerlicherweise - archenoe in seinem
kommentar unten gewesen zu sein - updates bzw. eine zusammenfassung der weiteren entwicklung in sachen ehec folgen dann, wenn sich der anfangs geschilderte zustand wieder geändert hat. ansonsten würde ich Dir dringend empfehlen, nochmals beitrag und kommentare genau zu lesen und dann mit Deiner sammlung an unterstellungen zu vergleichen. zur "verärgerung" bleibt mir nur "dito!" zu sagen.

*

abwesend sind nach meinem sporadischen eindruck auch die meisten deutschsprachigen medien, wenn es zb. um die seltsame raucherei des atomaren schrotthaufens in fukushima am frühen dienstagmorgen geht:




übertroffen wird diese abwesenheit nur noch von derjenigen, die sich rund um das zur insel gewordene akw fort calhoun im us-bundesstaat nebraska medial breitmacht - das ding ist glücklicherweise im runtergefahrenen zustand gewesen, als die fluten des missouri kamen. die übrigens immer noch am steigen sind, was zu einem wettlauf zwischen flut und schutzmaßnahmen vor der selbigen führt - das naheliegende problem stellt dort das abklingbecken dar. dazu ist vor etlichen tagen bereits durch einen brand das kühlsystem ausgefallen, was alles zusammen zu einer wertung als ines 4 sowie einer flugverbotszone rund um das akw geführt hat. wie die offiziellen statements in dieser situation aussehen, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

abwesend muss ich zu meinem bedauern auch im hinblick auf weitere aktuelle berichte bspw. aus spanien und griechenland bleiben, obgleich die situation in beiden länder mit fug und recht in verschiedener hinsicht als prekär zu beschreiben ist. wer dazu mehr lesen will, sei einmal mehr auf
die roten schuhe verwiesen; und auch telepolis berichtet meist zeitnah.

*

so, bis auf weiteres verabschiede ich mich mit einem nachdenklich-vertrackten musikalischen masterpiece, einmal mehr von needs. ich wünsche allen leserInnen eine möglichst gute zeit.




*

edit am 18.06.: von öffentlichen orten aus zu schreiben, finde ich immer mehr oder weniger anstrengend - aber letzteres nehme ich heute mal in kauf, um auf weitere, im deutschsprachigen raum ebenfalls ziemlich
abwesende informationen zur situation rund um fukushima hinzuweisen. der link führt zu einem englischsprachigen artikel, ich fasse die meiner meinung nach wichtigsten punkte mal zusammen:
  • die regionale verwaltung der präfektur iwate hat vor ein paar tagen neue und vor allem eigene strahlungsmesswerte veröffentlicht, die deutlich machen, dass sowohl die japanische zentralregierung als auch "tepco" die bevölkerung in japan weiterhin bewusst über ausmaß und gefahren der folgen des supergaus schlicht anlügen. in proben von gras aus landschaften 150 bis 200 kilometer nördlich des strahlenden schrotthaufens fand sich eine über den gültigen (und eh zweifelhaften) "grenzwerten" liegende cäsiumbelastung.
  • eine initiative von eltern, verschiedenen wissenschaftlern und am ende auch teilen der verwaltung verschiedener betroffener präfekturen hat zwischenzeitlich ein eigenes messnetz in gang gebracht und die ergebnisse auf einer karte (im link enthalten) dargestellt. und wie auf dieser karte zu sehen ist, erstreckt sich eine zone noch relativ "schwacher" radioaktiver belastung inzwischen auch weit in den süden hinein, u.a. deutlich richtung tokio. ich formuliere das bewusst kühl, wobei darauf hinzuweisen ist, dass es nach relevanten daten keine unschädliche radioaktivität im sinne von "folgenlos" gibt.
    jedenfalls machen beide meldungen in gewisser auch die info von neulich über den strahlenbelasteten grünen tee in anbaugebieten über 200 km entfernt von fukushima klarer - das alles zusammen bedeutet nichts anderes, als das die strahlenemissionen aus dem akw deutlich stärker sind, als die japanische zentralregierung und vor allem "tepco" ("wir bitten um entschuldigung!") bis heute einräumen
  • und der letzte teil des links bezieht sich auf etwas, was angeblich seit tagen in teilen des netzes als gerücht umhergeht und jetzt erstmals von einer japanischen zeitung aufgegriffen wurde: in der stadt koriyama, ca. 50 km vom akw entfernt, kommen vermehrt eltern mit ihren kindern in ärtzliche behandlung, weil die letzteren seit verschiedenen zeitpunkten im april teilweise wochenlang symptome wie nasenbluten, durchfall und eine allgemeine abgeschlafftheit aufwiesen. insgesamt wandten sich bisher ca. 50 familien mit kleinkindern verschiedenen alters an eine von einer ngo gegründete kostenfreie klinik in koriyama. die untersuchenden mediziner halten sich bisher mit endgültigen urteilen zurück, empfehlen aber weitere untersuchungen besonders der zahl von weißen blutkörperchen bei den kindern. diese ergebnisse sollten in der nächsten zeit bekannt werden.
und noch
das letzte vom schrottplatz.

*

im falle des zur insel gewordenen akw fort calhoun in den usa ist zu vermelden, dass sich die flut immer noch im langsamen anstieg befindet. beim schnellen surfen kam mir vorhin dazu eine empfehlung seitens örtlicher behörden in nebraska unter, sich von jedem kontakt mit dem wasser des missouri fern zu halten. begründet wurde das mit unspezifischem "schmutz", den die flut aus diversen quellen mit sich tragen wurde. das ist zwar bei einer flutkatastrophe durchaus nicht falsch, macht aber im zusammenhang mit den zuständen im betroffenen akw und der auch in den usa durchaus mangelhaften berichterstattung darüber einen - na, sagen wir beklemmenden, eindruck.

Freitag, 10. Juni 2011

assoziation: anti-terraforming?

mit diesem begriff werden wahrscheinlich direkt nur an sci fi interessierte etwas anfangen können:

"Terraforming ist die gedachte Umformung anderer Planeten in bewohnbare erdähnliche Himmelskörper mittels zukünftiger Techniken. Fremde Planeten sollen so umgestaltet werden, dass darauf menschliches Leben mit geringem oder ohne zusätzlichen technischen Aufwand möglich wird." (...)

den gedanken, dass das auch andersherum geht - eben negatives oder anti-terraforming - , hatte ich in der vergangenheit schon öfter. und er kommt jedesmal wieder beim anblick von meldungen wie bspw.
solchen...

"The Coast Guard is investigating a fisherman's report of an apparent oil spill "several miles" long near Venice, Louisiana, a Coast Guard spokesman said Wednesday." (...)

(ach ja...
"und täglich grüßt der ölteppich"- die reports und meldungen von ölunfällen und - austritten nicht nur im golf zusammengenommen, würden bände über bände füllen. das meiste kriegen wir, wie üblich, erst gar nicht mit.)

*

...oder auch
solchen...

(...) "Nun wurde auch in grünem Tee in Japans größter Teeanbau-Provinz Shizuoka erhöhte radioaktive Strahlung gemessen." (...)

...und
solchen:

"Bei Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet sind nun auch Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden" (...)

(aber, wie wir ja alle wissen oder zumindest ahnen können - kein grund zur beunruhigung):

(...) "Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Wissenschafter sprechen bei Strontium auch von einem «Knochenkiller». Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen." (...)


doch doch, die zitierte aussage ist durchaus richtig - eine unmittelbare gefahr ist tatsächlich unwahrscheinlich... ob man bei wettbüros auch auf die krebsraten in japan innerhalb der nächsten jahrzehnte setzen kann? bis dahin warten wir dann mal ab, ob und wohin sich die inzwischen auch "amtlich besiegelten" drei kernschmelzen durch den boden fressen. wenn´s eines nicht allzu fernen tages meldungen über eine rätselhafte explosion oder verpuffung dort geben sollte, wäre das dann auch geklärt :-( - derweil plutonium auch schon ausserhalb des reaktorgeländes im boden gefunden wurde. im boden einer mittleren großstadt, wohlgemerkt.

*

auch
regenwälder sind beim anti-terraforming eine aufgabe:

(...) "Das Ausmaß der schleichenden Katastrophe lässt sich mit Zahlen verdeutlichen: zum Beispiel der, dass Indonesien zwischen 1990 und 2006 ein Viertel seiner gesamten Waldfläche verloren hat. Das Land hat bei der Entwaldung im Vergleich zu den Staaten Südamerikas gewaltig aufgeholt - zwischen 2000 und 2005 wurde dort schneller abgeholzt als sonst irgendwo auf dem Planeten. Das Äquivalent von 300 Fußballfeldern voll Wald verschwindet laut Greenpeace stündlich auf Nimmerwiedersehen. Die anderen großen Waldvernichter auf dem Planeten sind Brasilien und mehrere zentralafrikanische Staaten." (...)

dazu gehören natürlich auch die fragen, warum und von wem in wessem interesse geholzt und gebrandrodet wird? der artikel dreht sich übrigens eigentlich um ein anderes hauptthema, nämlich das, was so in der
planetaren atmosphäre vor sich geht:

(...) "Der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß ist im Jahr 2010 um insgesamt 1,6 Gigatonnen angestiegen. Das berichtet die Internationale Energieagentur IEA in einer am Montag veröffentlichten Bilanz. Der für das vergangene Jahr verzeichnete Emissionsanstieg sei der höchste seit Beginn der Messungen. Insgesamt betrug die CO2-Emission 2010 weltweit 30,6 Gigatonnen." (...)

das im weiteren verlauf der sprecher der iea das "schlechte image" der atomkraft beklagt, dürfte als weiterer treppenwitz der weltgeschichte anzusehen sein. aber das kommt dann u.a. dabei raus, wenn man ökonomisches wachstum als fetisch und letztlich als einzigen "lebenssinn" betrachtet.

*



*

"wachsen" tut vor allem eines:
der müll:

(...) "Die Menge des Kunststoffs, der in den vergangenen 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. (...)

"80 Prozent des Kunststoffmülls gelangen über Flüsse oder gleich direkt in die Ozeane. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben bis zu 46.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane." In den Weltmeeren ist heute sechs Mal mehr Plastikmüll zu finden als Plankton.

"Zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland treibt eine Plastikinsel so groß wie Mitteleuropa, die drei Millionen Tonnen wiegt", informiert Christian Pladerer, Vorstandsmitglied des Österreichischen Ökologie Instituts. Fische und andere Meerestiere halten die Teilchen mit einem Durchschnittsgewicht von 1,8 Milligramm für Plankton und fressen sie. Die Folge: Das Plastik verstopft die Mägen der Tiere. So ist es nicht mehr weit, bis der Plastikmüll schlussendlich auf die Teller gelangt." (...)


wie ein boomerang, schrieb ich neulich in bezug auf die folgen der massentierhaltung. aber es sind eine ganze menge boomerangs unterwegs.

*

was für eine art wesen könnte sich nun in einem ökologischen milieu heimisch, gar gut aufgehoben fühlen, in dem im boden, dem wasser und in der atmosphäre jede menge kohlenwasserstoffe (sowie daraus verarbeitete produkte) und radioaktive isotope unterschiedlichster halbwertszeiten herumwabern, die sich dazu an diversen hot spots ballen? in den böden dazu schwermetalle? erhöhte raten von co2 und methan in der atmosphäre? ein erwärmtes klima? weniger verfügbares wasser in den landregionen, dafür mehr steppen und wüsten? pestizide sowie eine unüberschaubare vielzahl synthetischer chemischer verbindungen? ebenso synthetisch erzeugte elektromagnetische strahlung verschiedener frequenzen?

ich fürchte, wir sind´s nicht.

Montag, 6. Juni 2011

das buch zur seuche - "tiere essen"

(...) "Ich bin nicht zart besaitet und ich gehöre nicht zu den Menschen die emotionale Bindungen zu Tieren eingehen. Ich bin gelernter Koch, ich habe Tiere getötet und Tiere zerlegt, ich habe noch Anfang dieses Jahres an an einer Schweineschlachtung teilgenommen, ich dachte mich haut nichts um. Ich dachte auch, ich wäre ein informierter Kulinariker und bewusster Genießer. Das war doch sehr naiv, ich kannte leider nur Teile des Puzzles. Ausmaß, Härte und Dimension des Ganzen haben mich ehrlich überrascht. (...)

Am Ende des Buches ist kein einziger, plausibler Grund übrig, warum man überhaupt noch Fleisch essen sollte." (...)

(aus der
rezension eines abgebrühten profikochs)

nach ansicht etlicher kommentare im netz in den letzten stunden, die bei mir zur unausgewogenen und polemischen frage "sind fleischfresser eigentlich wirklich so derart dumm?!?" führten, bleibt nur der hinweis auf dieses buch, welches bereits im letzten jahr für wirbel sorgte - und zwar berechtigt.

tiere essen_cover

EHEC ist ein problem - eines der vielen! - aus der massentierhaltung, und im weiteren zwangsläufig eines des fleischkonsums. punkt.

Sonntag, 5. Juni 2011

notiz: updates in sachen EHEC

weil es gerade wirklich interessante entwicklungen gibt, verweise ich an dieser stelle mal auf das jüngste update weiter unten.

Samstag, 4. Juni 2011

notiz: hunderttausend tonnen

wasser. in fukushima. vor der regenzeit. und - natürlich - hoch verstrahlt:

(...) "Die insgesamt 105.100 Tonnen Wasser hätten eine Radioaktivität von geschätzt 720.000 Terabecquerel. Das entspricht dem Dreimillionenfachen der im Jahr erlaubten Menge."

na, wo wird dieses wasser am ende wohl landen?




(warum musik? darum).

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