ein paar nötige anmerkungen...

...möchte ich dann zu diesem tösenden gezeter doch loswerden - wäre es nur die demonstrierte ignoranz, die offensichtliche unfähigkeit in sachen recherche und textverständnis sowie selbst die attitüde chronischen beleidigtseins, so würde das trotzdem bestenfalls zu einem "so what?" geführt haben. und könnte einmal mehr als beleg für das folgende gelten:

"virtuelle kommunikation ist nämlich in sich grundsätzlich immer und unter allen umständen eine simulative kommunikation. warum? weil die entscheidende bedingung der körperlich-materiellen präsenz der kommunizierenden wegfällt, was alle beteiligten zwangsläufig in den bereich der konstruktivistischen wahrnehmungssurrogate des objektivistischen bewusstseins hineinzwingt. ich kann mir niemals sicher sein, wer im chat, hinter der mail oder dem forumsnick steckt und noch weniger darüber, wie der aktuelle psychophysische zustand des anderen tatsächlich aussieht - beste projektionsflächen also, um sowohl meine eigenen fiktionen unterzubringen als auch zum objekt fremder fiktionen zu werden."

wenn dazu aber bei einem blogger im projizierenden delirium offensichtliche unterstellungen bis schlimmstenfalls glatte lügen kommen, werde ich bei so einem verhalten mehr als ärgerlich. der reihe nach: "momorulez" fühlte sich erkennbar durch
diesen beitrag bezgl. michael jackson so auf den schlips getreten, das er dazu u.a. die folgenden sätze produzierte:

(...)"Und da ich mich über diesen therapeutokratischen Quark da drüben immer noch ärgere, wo man dort in der eh schon anmaßenden Pathologisierung und Stigmatisierung von allem und jedem außerhalb eigenen, höheren Bewußtseinstufe sich selbst feiert, auch ‘ne Form von mentalem Faschismus, nicht umsonst hat Marcuse eine Erziehungsdikatatur gefordert, na, dass man da, ganz als Zensursula im Geiste, sich auch noch erfrecht, kritische Kommentare nicht freizuschalten, um stattdessen eine Horde hochnotpeinlicher Groupies um sich zu scharen, das macht mich dann doch kiebig."(...)

und so weiter und so fort quillt es da freigiebig mit derart konstruierten rundumschlägen, dass es beinahe mitleiderregend sein würde - aber eben nur beinahe.

da ich weder zeit noch lust habe, auf so einen müll satz für satz zu antworten, hier nur ein paar punkte ganz speziell an den autor:

1. kommentare werden hier generell nicht moderiert/freigeschaltet, sondern allerhöchstens von mir gelöscht - und das ist in all den jahren bisher viermal passiert - einmal wg. spam, einmal wg. erkennbarem scientology-hintergrund, und zweimal wg. inhaltlicher unverständlichkeit. alles andere ist sofort lesbar (und ich nehme auch nicht an, dass zwei weitere menschen mit administrationsrechten hier ohne information an mich irgendwas löschen würden). für einen technischen fehler gibt es bisher keinerlei anzeichen, und so bleibt also nur ein bedienungsfehler Ihrerseits oder aber eine form von böswilliger unterstellung (die in der art & weise eine glatte lüge wäre) übrig. aus dort nachlesbaren gründen moderiert werden einzig die beiträge im
gästebuch.

2. "mentaler faschismus": von jemandem, der sich mittels der eigenbezeichnung "demokrat und verfassungspatriot" sowie dem tapferen streiten für die "freiheit, sich selbst neu zu erfinden" selbst bis zur kenntlichkeit entstellt, ausgerechnet einen solchen vorwurf zu erhalten, lässt spontan das bild eines boomerangs in mir entstehen.

3. die kommentatorInnen hier sind mir bis auf ausnahmen durchaus unbekannt, und ich gehe bis zum beweis eines eventuellen gegenteils durchaus von ihrer selbstverantwortlichkeit aus. gleichfalls nehme ich mir die freiheit, nicht auf jeden kommentar zu antworten, selbst wenn ich inhaltliche differenzen feststelle.

4. auch bei einzelnen kommentaren Ihrerseits an verschiedenen orten in der vergangenheit war festzustellen, dass Sie offensichtlich nicht von der fixen idee abzubringen sind, ich würde in irgendeiner form für die klassische freudsche psychoanalyse eintreten. ist der grund dafür wirklich nur Ihre augenscheinliche unfähigkeit zur
recherche?

5. musik: ich bedaure, Ihre vorurteile doch arg enttäuschen zu müssen - von jazz- und 70erfunk über frühe electronic bis hin zu detroittechno, deep house, lounge, abstract hip hop und drum`n´bass reicht mein bevorzugtes spektrum - ohne das ich mir daraus allerdings eine - womöglich noch als irgendwie "widerständig" aufgepimpte - identität konstruieren müsste. diesen von Ihnen gehegten mythos der "popkultur" haben schon die sex pistols lächerlich aussehen lassen (btw: sid vicous würde ich übrigens durchaus in die reihe gestörter öffentlicher personen aufnehmen); spätestens aber die pogrome anfang der 1990er - "the kids are not alright". dämmert da was?

6. textverständnis: lesen Sie sich den entsprechenden abschnitt einfach noch mal durch, und Sie werden entdecken, das nicht nur Ihre bemerkungen bzgl. videoclips ein klassischer rohrkrepierer sind.

*

aus meiner perspektive würde ich den betreffenden autor durchaus in der rubrik der sog. "postmoderne" sehen, mit all den (de-)konstruktivistischen fatalen irrwegen, die sich heute aktuell u.a. in einer weitgehenden unfähigkeit gerade der verbliebenen "linken" zeigen, in den zeiten einer tiefgreifenden globalen systemkrise tatsächlich qualitative alternativen zu entwickeln und zu vermitteln. fragmente der bisherigen auseinandersetzung finden sich - für interessierte - in diesem blog bspw.
hier; einen schwerpunkt auf diesbezgl. erfreuliche entwicklungen in den kulturwissenschaften setzt zb. dieser beitrag. beide enthalten dazu viele weiterführende bloginterne links.

*

vielleicht wird eine der wenigen positiven wirkungen der krise auch sein, dass sie die sich in diversen rosaroten als-ob-welten befindlichen, von inszenierungen und events aller art - wie bspw. auch us-amerikanischen präsidentschaftswahlen - faszinierten demokraten (die das nur durch beständige ausbeutung anderer in all ihren finsteren variationen sein können) allesamt wieder in die zwar niemals (und glücklicherweise) perfekte, aber dafür authentische und einzig lebbare realität regelrecht zurückschleudern wird. was spätestens dann der fall sein wird, wenn das geld zur unterhaltung all der simulationen und pseudoidentitäten (durch mode etc.) nicht mehr vorhanden ist, oder aber schlicht die nötigen infrastrukturen kollabieren. ich prophezeie für diesen moment höchst erstaunte, fassungslose und letztlich auch verzweifelte gesichter - aber mein mitleid wird sich in diesem fall ausdrücklich in grenzen halten. denn dafür hat diese ganze "postmoderne" viel zu viele schäden angerichtet.
hf - 8. Jul, 23:52


monoma - 9. Jul, 14:49

@hf

schon mal vielen dank für die darlegung deiner sichtweise. ich werde vermutlich morgen dann doch entgegen meinem widerwillen - der primär etwas mit der, und dabei bleibe ich, hochgradig ignoranten (weil er entweder nicht in der lage dazu ist oder aber nicht willens, die kernpunkte meiner kritik am konstruktivismus als zentraler ideologie der "postmoderne" überhaupt wahrzunehmen); und unverschämten (weil unterstellenden) art der "diskussion" des mr zu tun hat - einige zentrale punkte der geschichte genauer herausgreifen.

und nochmal: in irgendeiner form gelöscht wurde hier diesbezgl. gar nix.
hf - 9. Jul, 20:24

ich laß dortselben auch etwas von "freischalten". Da ich - wie man sieht (Beweis in actu ;-) ) hier hie und da etwas schreibe, weiß ich, dass das schonmal auf der schlichten Faktenebene unwahr ist. Aber Konstruktivisten habens ja nicht so mit der Tatsachenkategorie. Arendt hingegen hielt sehr viel davon, die Preisgabe der Kategorie Tatsache hielt sie für eine der wesentlichen Fehler, die politischem Denken und dem Denken überhaupt unterlaufen könne, was sie fundamental von der Postmoderne unterscheidet.

War ich jetzt etwa böse? ups...

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