notizen

Mittwoch, 30. November 2011

notiz: kurznachrichten aus der welt des globalen widerstands [2. update am 03.12.]

heute findet in großbritannien ein landesweiter streik besonders des gesamten öffentlichen sektors - schulen, krankenhäuser, verkehr u.a. - gegen die kommenden spar- und streichungsorgien statt. aktuelle berichterstattung bspw. im liveblog des guardian, mit etlichen videos und photos. telepolis mit einem ersten fazit:

(...) "Die Gewerkschaften sehen den Streiktag als Erfolg. In Nordirland brach der gesamte öffentliche Personentransport zusammen. Staatliche Behörden mussten schließen. 18.000 von 20.000 Schulen blieben geschlossen. Erstmals wurde der Gesundheitsbereich landesweit bestreikt. Tausende Operationen fielen aus. Anrufe an die Polizei blieben unbeantwortet, da die zivilen Beschäftigten der Polizei streikten.

Das ist nur eine kleine Auswahl von bestreikten Bereichen. Zehntausende beteiligten sich an Demonstrationen in ganz Großbritannien, allein in Manchester über 50.000. Kopfzerbrechen hatte der Regierung im Vorfeld die Lage auf den Flughäfen bereitet, da hier die Beschäftigten der Ausländerbehörde streiken. Deshalb wurde unter anderem das Militär zur Durchführung von Passportkontrollen herangezogen." (...)


*

die camps von occupy los angeles und philadelphia wurden in der letzten nacht geräumt; in la wurden dabei ca. 200 leute festgenommen, und ca. 1400 cops waren im einsatz:




für beide städte sind heute und in den kommenden tagen weitere aktionen angesetzt, analog dürfte es auch in anderen cities zu reaktionen kommen. das camp in la war mit an die 500 zelten eines der größten in den usa. ebenfalls angekündigt ist eine unmittelbar bevorstehende räumung von occupy oklakoma city.

*

in ägypten haben hafenarbeiter in suez eine ganz besondere fracht
blockiert:

(...) "Es handelt sich um insgesamt 7,5 Tonnen Tränengas, das aus den Vereinigten Staaten nach Ägypten gebracht werden sollte. Das berichtet die staatliche Tageszeitung Al-Ahram. Die unabhängige Tageszeitung Al-Shorouk zitiert einen Zollbeamten, der von Wutausbrüchen der Hafenarbeitern berichtet, nachdem das Containerschiff „Danica" mit der Tränengas-Lieferung angelegt hatte.

Tränengas von „Combined Systems Inc.", einem Waffenproduzenten aus Jamestown, Pennsylvania, wurde von Sicherheitskräften in der vergangenen Woche gegen Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz eingesetzt. Einige kamen durch direkten Beschuss ums Leben." (...)


vorbildliche aktion!

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neuigkeiten auch aus
spanien:

(...) "Die spanischen Indignados (Empörte) bereiten sich nun auf einen Generalstreik vor. Das wurde auf einer Versammlung am Sonntag in der Hauptstadt Madrid beschlossen. Zuvor waren Hunderte aus den verschiedenen Stadtteilen ins Zentrum gezogen, um dort vor dem Parlament gegen die Sparpolitik der Regierung zu protestieren. Aufgerufen zu dem Sternmarsch hatte eine der vielen Arbeitsgruppen, in die sich Bewegung strukturiert, die seit Mai mit vielen Protesten eine "wahre Demokratie" fordert und die harte Sparpolitik angreift. "Marschieren wir gemeinsam gegen die Krise und das Kapital zum Generalstreik", lautete das Motto, mit dem die Vorbereitungen nun aktiv in die Öffentlichkeit getragen werden." (...)

dazu ist ein revival einer alten tradition zu beobachten:

(...) "Dazu gehört, das Überwintern der Bewegung zu meistern, denn auch die Nächte sind in Spanien zum Teil schon empfindlich kalt. Plätze zu besetzen, um über die Strategien und Proteste zu debattieren, sei nun keine Option. "Wir überwintern in den selbstorganisierten Zentren und werden neue Gebäude besetzen", erklärt Higueras und verweist auf das "Hotel Madrid". Am zentralen Platz in der Hauptstadt, haben die Aktivisten am 15. Oktober das Hotel besetzt, als am internationalen Aktionstag im Land Millionen gegen die Sparpolitik auf die Straße gingen. (...)

So wurde auf der Versammlung nach der Besetzung des Hotels entschieden, es denen zur Verfügung zu stellen, die aus ihren Wohnungen geräumt wurden, weil sie wegen Arbeitslosigkeit ihren Kredit nicht mehr bezahlen konnten (Fotoreportage zum Hotel und seinen Bewohnern) "In Madrid werden täglich 300 Wohnungen geräumt, das ist sehr brutal", sagt Lorenzo. Man tue das, was eigentlich die Aufgabe des Staates wäre, der aber versage. Er empört sich darüber, dass auch mit Steuermilliarden gerettete Banken die Familien auf die Straße werfen lassen.

Im Hotel dienen untere Stockwerke für Versammlungen und der Rest ist Wohnraum. Weil es längst voll ist, wurde schon ein weiteres Wohngebäude besetzt, das aber gleichfalls schon voll ist. Die Belegung verwaltet die Plattform der Hypothekenbetroffenen (PAH), mit der die Empörten gemeinsam auch immer wieder Räumungen verhindern. Die Besetzungen haben sich längst im Land ausgebreitet. Auch in der katalanischen Metropole Barcelona wurden schon Gebäude für obdachlose Familien besetzt, in Sevilla eine leerstehende Markthalle und in Leon ein ehemaliges Landwirtschaftslabor." (...)


ebenfalls sehr nachahmenswert, und diese naheliegende idee der verhinderung von zwangsgeräumungen bzw. besetzung von geräumten wohnungen und häusern findet auch in den usa
anklang.

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der nächste globale aktionstag der unter den labeln "occupy" und "echte demokratie jetzt" arbeitenden bewegungen und gruppen ist für den
10. dezember unter dem motto "alternativer tag der menschenrechte" ausgerufen worden. zu dem, was sich allgemein innerhalb der deutschen und im speziellen im hiesigen ableger tut, folgt noch ein eigener beitrag.

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edit am 01.12.: die wildcat hatte ich öfter in den krisennews seit 2008 verlinkt; nun wird´s mal wieder zeit, da sie ein flugblatt eines us-amerikanischen linken online-magazins namens "Insurgent Notes" übersetzt haben, welches bei diversen aktionen vor allem an der ostküste verteilt worden ist und inhaltlich an das letzte thema oben - besetzungen - anschließt.
"Der nächste Schritt für Occupy Wall Street: HÄUSER BESETZEN, BETRIEBE BESETZEN":

"Nach zwei Monaten der Besetzungen und nachdem sie in Portland, Oakland und jetzt in Manhattan angegriffen wurden, könnte die Occupy-Wall-Street-Bewegung (OWS) heute kurz davor stehen, einen Schritt weiter zu gehen – die massenhafte Versammlung der StudentInnen am Union Square und die von ArbeiterInnen am Foley Square könnten versuchen, den zunehmenden Ruf nach einem Generalstreik in die Tat umzusetzen. Dann sollten nicht mehr nur Plätze, sondern auch Häuser im Hinblick auf den kommenden Winter besetzt werden. Darüber hinaus sollten Betriebe besetzt werden, wodurch die Arbeiterklasse das ganze System blockieren könnte. Dies wäre ein weiterer Schritt in die Richtung, die Verwaltung der Gesellschaft auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. Was immer heute (am 17. November) und in der kommenden Aktionswoche geschehen mag, es ist an der Zeit, die Stärken und Schwächen der Platzbesetzungen in New York und in den ganzen USA abzuschätzen.

Es steht außer Frage, dass es sich hier um die wichtigste Bewegung handelt, die wir in den letzten vierzig Jahren auf den Straßen der USA erlebt haben. Allein schon die Tatsache, dass sie sich innerhalb weniger Wochen auf tausend Städte ausweitete, bezeugt dies. Das lawinenartige Anschwellen der «Forderungen» hat die gesellschaftliche und ökonomische Misere von vierzig Jahren, deren passives Erdulden nur von gelegentlichen Ausbrüchen des Widerstands unterbrochen worden war, mit einem Mal zu einer nicht mehr zu leugnenden Realität gemacht. Politiker, Fernsehikonen und diverse Experten sind völlig unvorbereitet von einer Bewegung erwischt worden, die in ihrem plötzlich völlig bedeutungslos gewordenen Universum nicht mehr mitspielen wollen. Auch wenn viele Statements der Bewegung wie aus einer »Wundertüte« zu stammen scheinen, hat sie es ganz zu recht vermieden, sich zu sehr mit bestimmten Forderungen, Ideologien oder Anführern zu identifizieren. Aus der jahrelangen alltäglichen sozialen Realität hat sie nur zu gut gelernt, nicht auf dieses Spiel hereinzufallen. Hinter allem steht das, was die Bewegung zum Ausdruck bringt: Die Ablehnung einer Gesellschaft, die immer mehr Menschen auf den Schrotthaufen wirft. Würde sich die Bewegung zu sehr auf irgendeine Wunschliste von Forderungen beziehen, würde sie zurückbleiben hinter ihrem eigenen tiefen Gespür dafür, dass sich alles ändern muss, und der Gewissheit, das nichts so bleiben kann, wie es ist.

Die wichtigsten Kräfte, die über das Potenzial zur Umlenkung dieser Bewegung in geordnete Kanäle verfügen (die Demokratische Partei und die Gewerkschaftsvertreter), ringen nun darum, die Bewegung zu kontrollieren, zu zerstreuen und zu unterdrücken, so wie sie es zum Beispiel im Frühjahr in Wisconsin1 geschafft hatten. Aber ganz so einfach gelingt ihnen das nicht.

Angesichts von Platzbesetzungen in tausend Städten verbieten sich vorschnelle Verallgemeinerungen. Die Medien hatten versucht, den Kern der Bewegung als jung, weiß, arbeitslos und »Mittelschicht« zu beschreiben – wobei letzteres sich zunehmend als irreführende Bezeichnung für die Arbeiterklasse entpuppt. Aber unabhängig davon, wie sich die Bewegung in der Anfangsphase zusammensetzte, hat sie sich in verschiedenen Städten durch die starke Beteiligung von Schwarzen, Latinos und älteren Menschen deutlich ausgeweitet (am sichtbarsten wurde dies bei der Massendemonstration zum Hafen von Oakland am 2. November2).

Wir wollen hier nicht näher auf die tausenden von Slogans eingehen – diese Vielfalt ist nur zu verständlich bei einer so jungen Bewegung, die zum großen Teil aus Menschen besteht, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine solche Erfahrung machen. Vorstellungen wie die »1%«, »die Reichen sollen ihren fairen Anteil bezahlen«, »lasst die Banken blechen« oder »schafft die Zentralbank ab« finden sich dort genauso wie Angriffe auf den »Kapitalismus«. Mit der starken Konzentration auf die »Banken« wird sicherlich übersehen, dass die Quelle des massenhaften Elends in der Krise des kapitalistischen Systems, eines Systems der Lohnarbeit, liegt. Daher gibt es auch keine Vorschläge, die Krise durch den Aufbau einer Welt jenseits der Lohnarbeit zu überwinden, also durch eine sozialistische oder kommunistische Gesellschaft (wobei wir uns darüber im Klaren sind, dass diese Worte in allzu vielen Fällen missbraucht worden sind). Um zu einer solchen Orientierung zu gelangen, müsste offen über die Klassenfrage gesprochen werden. Es ist offensichtlich, dass sich die große Mehrheit der Menschen aus der Arbeiterklasse in den USA trotz ihrer Sympathien für die Bewegung nicht aktiv an ihr beteiligt – vielleicht nicht zuletzt deswegen, weil sie arbeiten und um ihr tägliches Überleben ringen.

Die Bewegung der Platzbesetzungen muss die kreative Militanz von tausenden Menschen auf der Straße nutzen, um die große Mehrheit zu erreichen, die manchmal nur ein paar Blöcke von den Straßenkämpfen entfernt ganz normal ihren Geschäften nachzugehen scheint. Die zunehmende Zahl von Aktionen gegen Zwangsversteigerungen und Zwangsräumungen hat zur Ausweitung der Bewegung beigetragen. Ein wichtiger nächster Schritt könnte darin bestehen, Häuser zu besetzen, um Orte für Versammlungen und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, oder für Workshops und Veranstaltungen. Darüber hinaus sollte die Bewegung mit Arbeitsniederlegungen und Betriebsbesetzungen verbunden werden, wodurch in schärferer Weise als bisher die Frage des Privateigentums und die Frage »Wer herrscht?« aufgeworfen würde.

Ein nahe liegender Anknüpfungspunkt sind die anstehenden Tarifverhandlungen des Local 100 der Transit Workers Union (Gewerkschaft der Bus- und U-Bahn-FahrerInnen in New York City). Ein weiterer wäre die anhaltende Pattsituation zwischen dem Local 21 der Hafenarbeiter an der Westküste (ILWU) in Longview (Washington) und der EGT-Corporation, die massenhaft Streikbrecher einsetzt3. Oder die geplante Besetzung von fünf öffentlichen Schulen in Oakland zusammen mit Eltern und SchülerInnen, um ihre Schließung zu verhindern. Wir sind uns sicher, dass es der Bewegung im Rahmen solcher Aktionen nicht schwer fallen wird, zwischen den ArbeiterInnen an der Basis (die sich bereits bei einigen Gelegenheiten beteiligt haben) und den Gewerkschaftsbürokraten zu unterscheiden, die eine zahnlose „Solidaritätserklärung“ nach der anderen verabschieden, ohne die geringste, noch nicht einmal symbolische Mobilisierung.

Noch weniger müssen wir uns mit den Politikern der Demokratischen Partei aufhalten, allen voran der Bürgermeisterin von Oakland Jean Quan4, die versucht haben, die Bewegung für ihre eigenen Ziele zu benutzen, bevor sie dann die Bereitschaftspolizei schickten. Besetzungen sind jedoch nur ein weiterer Schritt: Darüberhinaus wird es darum gehen, die gesellschaftliche Produktion zu übernehmen, sie an unseren Bedürfnissen auszurichten und sie auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. Was auch immer in der nächsten Zukunft geschehen wird, die Mauer des Schweigens über 40 Jahre lang aufgehäuftes Elend ist durchbrochen worden. Jeden Tag werden neue Angriffe auf die arbeitenden Menschen bekannt, während der globale Kapitalismus außer Kontrolle gerät.

Noch nie war so klar, dass die kapitalistische »Normalität« auf der Passivität derjenigen beruht, die unterdrückt werden, um das System zu retten. Mit dieser Passivität ist es vorbei – von Tunesien und Ägypten über Griechenland und Spanien bis nach New York, Oakland, Seattle und Portland. Heute stellt sich die Aufgabe, alles dafür zu tun, diesen point of no return zu erreichen, an dem die Verhältnisse danach schreien: »Wir haben die Chance, die Welt zu verändern – ergreifen wir sie!«


da stehen eine menge dinge drin, die ich so unterschreiben kann - angefangen von der hier kürzlich ebenfalls herausgestellten historischen bedeutung der bewegung für die usa bis hin zum umgang mit der forderung, forderungen zu stellen (bei der gegenwärtigen lage kann eine minimalforderung "an die eliten" nur lauten, analog den rufen in argentinien 2002: sie sollen alle verschwinden!)

und es wird klar, dass jetzt in der phase massiver landesweiter räumungen tatsächlich neue taktiken und strategien gefragt sind, primär um weitere bevölkerungsgruppen einzubeziehen, erst sekundär wegen des anbrechenden winters. insgesamt schöner text, gefällt mir.

*

zu der "forderung nach forderungen" gibt es auch ein schönes statement der von mir sehr geschätzten krimiautorin
sara paretsky bei occupy writers, wo sie schreibt:

(...) "When I look at Zuccotti or McPherson or Grant Park, I’m not surprised the Occupiers don’t have a fixed agenda. For decades, we’ve been like a tether ball in a schoolyard, pummeled by so much abuse from so many different directions that we’ve just spun around in circles. Now, the Occupiers are stopping the ball, and demanding that we play a new game, one where the one percent don’t get to pummel the ninety-nine." (...)

das gilt, in jeweils modifizierter form, grundsätzlich für alle länder mit kapitalistischer ökonomie, korporatistischen strukturen und demokratiesimulation.

neben occupy writers gibt es inzwischen auch weitere "kulturbranchen" mit support: so wären da einmal die
occupy filmmakers, und natürlich die occupy musicians, bei denen sich auch die "üblichen (prominenten) verdächtigen" finden, wie bspw. tom morello (rage against the machine), jello biafra (dead kennedys), oder auch john zorn. nicht auf der liste ist miley cyrus, absoluter mainstreampromi in den usa, die sich kurzerhand auf den zug gesetzt hat und ein bereits vor über einem jahr veröffentlichtes stück (schlechter) musik namens liberty walk neu aufgenommen, mit den bildern der letzten monate von strassen und plätzen unterlegt und das ganze den "tausenden gewidmet" hat, "die für das einstehen, an das sie glauben". mir hingegen fällt es angesichts der bisherigen glatten funktionalität von miss cyrus schwer zu glauben, dass sich da tatsächlich eigene gedanken manifestieren. wobei sie gewollt-ungewollt nun tatsächlich eine nicht unbeträchtliche zahl von teens und twens weltweit eventuell dazu bringt, sich mit occupy zu beschäftigen.

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edit 2 am 03.12.: die "los angeles times" (via
huffpost) hat ein paar interessante statistische angaben zu den bei der räumung verhafteten veröffentlicht - danach waren die occupiers...

* between the ages of 18 and 79

* white, black, Hispanic and "other"

* mostly male (208 men vs. 78 women)

* employed in a wide variety of jobs, including office manager, actor, taxi driver, laborer, director, bartender, teacher, florist, barista, massage therapist, security guard, nanny and architect.


ich finde, das spricht für sich selbst.

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afrika ist ein - bis auf nordafrika - in jeder hinsicht zu kurz kommender kontinent, auch was die berichterstattung selbst jenseits des mainstreams anbelangt. um so erfreulicher ist es, einmal nachrichten wie die folgende zu lesen:
occupy nigeria!

"A coalition of Civil Society in Abuja said that it would begin a mass protest come January 2012 tagged (Occupy Nigeria) over the controversial fuel subsidy removal.

This revelation was made today by the National Convener of the group ,Jaye Gaskia, at a press briefing. Gaskia said that the group would mobilize all Nigerian and other organized bodies for permanent street protest which would cut across the country if Government go a finally go ahead with the removal of the fuel subsidy.

The group which comprises of Action Aid , United Action for Democracy (UAD), Nigeria Labour Congress (NLC), Legislative Advocacy Center (CISLAC)." (...)"


es ist dabei von besonderer brisanz, dass sich der protest ausgerechnet an der streichung der subventionierung von öl und gas für die breite bevölkerung festmacht - nigeria ist bekanntlich ein wichtiger ölförderstaat, mit einem bis in die knochen korrupten politischen system unter der quasi-führung von
"shell":

(...) "Das Unternehmen habe schon vor Jahren Mitarbeiter in allen wichtigen Ministerien installiert. So sei Shell jederzeit über alle politischen Vorhaben und Entscheidungen in dem ölreichen Land informiert. "Sie wissen alles", sollen die Diplomaten berichtet haben. Managerin Pickard soll laut Guardian vor den Diplomaten sogar damit geprahlt haben, dass die nigerianische Regierung offenbar vergesse habe, wie tief sie von Shell infiltriert sei." (...)

zusammen mit den katastrophalen und ebenfalls durch die ölförderung bedingten ökologischen zuständen im land ist dieses land eigentlich ebenso überfällig wie etliche andere, eine potenziell revolutionäre massenbewegung zu erleben. für andere occupy-ableger weltweit bietet sich durch die rolle von shell dazu die möglichkeit, nicht nur praktische solidarität zu üben, sondern auch noch anhand der situation beispielhaft die zusammenhänge innerhalb der globalisierten kapitalistischen wirtschaft aufzuzeigen und selbst besser zu begreifen. dazu besteht ein direkter zusammenhang zum zukünftig immer dringlicher werdenden ölthema.

Montag, 28. November 2011

notiz: es ist wieder einmal montag, und die uhr tickt

heute nur kurz - vorgemerkt als themen sind u.a. ein rückblick auf den bundesdeutschen naziterror, und zwar nicht nur deshalb, weil mir diverse verharmlosungs- und beschwichtigungstendenzen bis hin in die "linksliberale" blogosphäre schwer auf die nerven gehen. dazu gibt es neues zum thema peak oil zu berichten, und weiteres in sachen occupy. aber wie gesagt, das kommt alles peu à peu.

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passend zur kleinen
diskussion über den finalen abgrund unten kommt telepolis aktuell mit einer meldung über angebliche hochoffizielle britische vorbereitungen auf eine variante des finales, das "eurogeddon":

(...) "Wenn stimmt, was die britische Zeitung Telegraph berichtet, dann liegen die Pläne für Gegenmaßnahmen zum Eurogeddon schon nicht mehr in den Schubläden der Ministerien, sondern auf dem Schreibtisch. Ein ranghoher Minister soll der Zeitung verraten haben, dass die Regierung davon ausgeht, dass der Währungszusammenbruch nur mehr eine Frage der Zeit sei. Dass sich Merkel, Sarkozy und Monti gegen das Unausweichliche noch wehren - umso besser, sagt der Minister, so habe man mehr Zeit für die Vorbereitungen:

"It's in our interests that they keep playing for time because that gives us more time to prepare."

Laut Informationen der Zeitung hätten das Außenministerium und das Commonwealth Office längst Botschaften und Konsulate dahingehend instruiert, dass diese im Notfall Pläne bereit halten, die sich auf extreme Szenarien, namentlich soziale Aufstände und Unruhen, einstellen. Chaotische Reaktionen, "civil disorder", seien keineswegs auf Griechenland beschränkt. Die britischen Diplomaten sollten darauf vorbereitet sein, dass sie Zehntausenden von britischen Staatsangehörigen, die sich in der Eurozone aufhalten, helfen können, wenn sie nach einem Zusammenbruch des Euros mit Bankomaten außer Betrieb und ohne Zugang zu ihrem Konto zurechtkommen müssen." (...)


hier noch der
link zum originalartikel.

Samstag, 26. November 2011

notiz: unruhen in saudi-arabien

im märz dieses bemerkenswerten jahres hatte ich zu diesem land u.a. geschrieben:

(...) "eine der übelsten diktaturen des planeten, entscheidender öl-lieferant für den westen, nachweislich exporteur religiös-fundamentalistischen terrorismus in die ganze region - wenn und falls die ölprinzen fallen sollten, dann ist die ganze jetzige schon atemberaubende dynamik wahrscheinlich nur eine art vorspiel - die "mutter aller aufstände", wie ein entsprechendes szenario in us-amerikanischen foren gerne genannt wird, könnte von weltweiten massiven erschütterungen begleitet werden, bis hin zu denkbaren kriegerischen auseinandersetzungen in der region und dem endgültigen ausbruch einer neuen und schwereren phase der schwelenden weltweiten wirtschaftskrise, die dann angesichts der eh schon prekären situation vieler staaten tatsächlich das ganze globale system sehr sehr nahe an den finalen abgrund bringen würde. (...)

die diktatur sieht sich, wenn ich das recht verstehe, gleich vier potenziellen konfliktpunkten gegenüber: einmal ein kulturell-religiös motivierter, nämlich den bereits stattfindenden protesten der schiitischen minderheit im osten des landes. dann wäre da zum anderen die situation der vielen jugendlichen, denen keine langfristige perspektive geboten wird. drittens die - analog den kleinen golf-monarchien - vielen als arbeitskräfte ins land geholten migranten aus anderen arabischen staaten, aber auch aus asien, die weitgehend rechtlos am untersten ende der gesellschaftlichen hierarchie stehen. und viertens die wie kaum in einem anderen land so offen patriachalische herrschaftsstruktur mit religiöser verbrämung, die potenziell große teile der weiblichen bevölkerung quer durch alle klassen hindurch zur rebellion bringen könnte." (...)


mir ist völlig entgangen, was sich da seit ein paar tagen verschärft und vor allem im schiitischen osten des landes abspielt -
via daeva...



...der dazu schreibt:

(...) "Die im Video dokumentierten Proteste finden im Osten des Landes statt. Es ist ein wenig müssig festzulegen, wer am schlimmsten in Saudi-Arabien unterdrückt wird (Schiiten, Ausländer, Frauen, Schwarze), aber die Schiiten liegen dabei recht weit vorne. Im Gegensatz zu den tunesischen und ägyptischen Protestlern ruft man nicht “Hau ab”, sondern “Tod dem saudischen Königreich”.

und ein kurzer
artikel bei "spon":

(...) "Bei Unruhen im ölreichen Osten Saudi-Arabiens sind seit Montag vier Zivilisten ums Leben gekommen. Das berichtete das Innenministerium in Riad am Donnerstag. Neun weitere Menschen seien bei den Ausschreitungen in Al-Katif verletzt worden, darunter eine Frau und zwei Angehörige der Sicherheitskräfte.

Zwei junge Männer aus der Region, in der vorwiegend Schiiten leben, wurden bei einer Demonstration erschossen. Zwei weitere starben nach Angaben des Ministeriums, als "unbekannte Kriminelle" während der Trauerfeier für einen der Getöteten auf die Sicherheitskräfte schossen, die dann das Feuer erwiderten.

Das Ministerium erklärte, der "Aufruhr" sei das Ergebnis "ausländischer Planung". Damit ist nach Einschätzung von Beobachtern das schiitische Regime im Iran gemeint." (...)


letzteres kann sein, kann aber als behauptung ebenso nur propaganda sein - in sachen religiös verbrämter diktatur stehen sich beide regimes bei aller feindschaft prinzipiell recht nahe.

jedenfalls sollte eins klar sein: wenn sich diese unruhen intensivieren und ausbreiten sollten, dann ist bei der bedeutung dieses staates mein einleitender absatz aus dem märz durchaus als prognose zu verstehen, die eine hohe wahrscheinlichkeitschance hat. mit dem iran im hintergrund, peak oil vor der nase und den weiter laufenden revolutionären prozessen in der ganzen region kann uns dieses fass bei einer explosion auch hier mächtig um die ohren fliegen.

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vieles andere muss gerade wieder liegenbleiben; ich werde versuchen, das innerhalb der nächsten tage nachzuholen. aber die nachrichten von oben gehören in meinen augen mit zu den wichtigen - und eindeutig unterbelichteten - dieser woche.

Montag, 21. November 2011

notiz: goldman-sachs - "gott" bei der arbeit...

diese infografik des britischen "independent" verdient allgemeine aufmerksamkeit. ich bin darüber bei markus gaertner gestolpert, der dazu schreibt:

(...) "Bei der Aufzählung der diversen Handlanger der Geldkrake wird selbst mir schlecht: Karel van Miert in Belgien, ehemaliger EU-Wettbewerbskommissar und ex internationaler Berater von GS; Goldman Sachs-Berater Otmar Issing; Peter Sutherland, ehemaliger Generalstaatsanwalt von Irland und non-executive director GS International; Mario Draghi, ehemaliger Chef von GS International; Antonio Borges, bis vor einer Woche Leiter der Europa-Abteilung des IWF und ehemaliger vice chairman GS International; Mario Monti, internationaler Berater von GS, Lucas Papademos, der mit Hilfe von GS die wahren Schulden Griechenlands vertuschte; Petros Christodoulou, Leiter der griechischen Schulden-Agentur, begann seine Karriere bei Goldman Sachs." (...)

muss noch erwähnt werden, dass die genannten monti (italien) und papademos (griechenland) inzwischen die jeweiligen premierminister ihrer länder sind? engstens verbandelt mit einer bank, deren ceo ihr treiben für
"gottes werk" hält.

das ist tatsächlich brechreizerregend - was in italien und griechenland passiert, lässt sich eigentlich nur mit dem begriff "kalter putsch" richtig bezeichnen. selbst die gröbsten spielregeln der bisherigen demokratiesimulationen werden von den protagonisten inzwischen umstandslos in die tonne getreten - Sie verstehen schon, die sachzwänge...

und einmal mehr: der krug geht solange zum brunnen, bis er bricht.

notiz: und wiedermal ein - ähm, ganz kleiner ölstörfall

bei tiefseebohrungen vor brasilien - natürlich keine große sache - oder?

(...) "Die Umweltschäden durch das Ölleck vor der Küste Brasiliens sollen weitaus größer sein als der verantwortliche US-Konzern Chevron behauptet. Dies erklärte Rios Umweltminister Carlos Minc am Freitag (18.) in einem TV-Interview. Der ehemalige brasilianische Umweltminister unter der Lula-Regierung reagierte damit auch auf die Äusserungen von Brasiliens Energieminister Edison Lobão. Dieser hatte am Donnerstag (17.) noch betont, ein Ölaustritt sei zwar “keine schöne Sache”, das Leck sei jedoch “nicht so schlimm wie behauptet”.

Minc betonte, er selbst sei über den rund 120 Kilometer vor der Stadt Campos im Norden des Bundesstaates liegenden Ölteppich geflogen und habe zudem die von der brasilianischen Weltraumbehörde Inpe angefertigten Satellitenaufnahmen begutachtet. Dabei habe er das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe erkannt. Er forderte in diesem Zusammenhang weitaus härtere Strafen, als es das brasilianische Umweltgesetz vorsehe. Die Region ist seiner Aussage nicht nur für den Fischfang wichtig, auch sei sie Lebensraum der Buckelwale, Zügeldelfine und großen Tümmlern. Nach letzten Angaben ist der Ölteppich derzeit rund 8 Kilometer lang und bis zu 300 Metern breit." (...)


ach was?:

(...) "Wieder schimmert Meerwasser giftig metallisch, diesmal im südlichen Atlantik. Vor der Küste nördlich von Rio de Janeiro schwimmen Hunderttausende Liter Öl, sie flossen aus einem undichten Bohrloch in mehr als 2000 Metern Tiefe. Am 9. November entdeckte der US-Betreiber Chevron und sein brasilianischer Teilhaber Petrobras das Leck in der Tiefe, danach wuchs der Ölteppich in der Bacia de Campos (Campos-Becken) auf 163 Quadratkilometer an. Das sind ungefähr 16.300 Fußballfelder Öl vor dem Land, das zu einer Erdölnation aufsteigt und 2014 die Fußball-WM ausrichtet. (...)

Die betroffene Bohrinsel nutzt eine ähnliche Technik wie 2010 die havarierte Anlage von British Petroleum (BP) vor den USA. Chevron hatte das Risiko offenbar falsch berechnet. "Der Druck der Ölquelle wurde unterschätzt", berichtete George Buck, der die brasilianische Vertretung des Konzerns leitet. Beim Versuch, den Riss am Meeresgrund abzudichten, verwendete die Firma ein Material, das nicht schwer genug ist. Chevron behauptet zwar, es seien nur 880 Barrel ausgetreten. Laut Brasiliens Energieministerium jedoch sind es mindestens 220 Barrel täglich, Greenpeace rechnet sogar mit 3700 Barrel pro Tag. Der Grünen-Abgeordnete Sarney Filho wirft Chevron vor, den Unfall zu verharmlosen. "Das Leck ist größer, als Chevron behauptet." Die Folgen sind vor allem für Brasilien unangenehm, denn es geht um den wertvollsten Rohstoff der Republik." (...)


es ist geradezu ermüdend, die wiederkehr des immer gleichen zu protokollieren - nicht nur, dass die wahrscheinlichkeit solcher unfälle im zeitalter von peak oil mit der eröffneten jagd nach noch den letzten reserven u.a. in der tiefsee wie früher schon erwähnt zwangsläufig steigt; nein, auch das verhalten der beteiligten konzerne ändert sich durch egal wieviele "störfälle" kein stück (warum auch, verhindern sie doch stets erfolgreich selbst kosmetische scheinregulierungen ihrer geschäfte).

es kann hier nicht wie bei der ebenso bösen großen schwester, der nukleartechnologie- und industrie, von einem " ausstieg" gesprochen werden - das ölzeitalter ist weitaus tiefer, verflochtener und komplexer in unser aller existenz verwoben, und letztlich muss dieses ölige netz so schnell wie möglich gelöst werden, sonst werden neben anderen total unerfreulichen aspekten uns solche und schlimmere schlagzeilen die nächsten jahre so zuverlässig begleiten wie die tägliche wettervorhersage.

file under
peak oil.

Sonntag, 20. November 2011

notiz: occupy - die "eliten" werden nervös

das folgende lässt sich als lose fortsetzung dieses beitrags lesen. ich habe selbst nach wiederholtem betrachten des gesammelten materials vor allem aus den usa langsam aber sicher das gefühl bekommen, dass sehr viele ausserhalb des landes noch gar nicht recht begreifen, was sich in der selbsternannten "supermacht" bzw. "führungsmacht der westlichen hemisphäre" eigentlich gerade tatsächlich entwickelt:
  • fakt 1: die usa sind seit ziemlich genau zwei monaten mit einer aus sehr kleinen anfängen geradezu explosionsartig wachsenden massenbewegung durch sehr viele bevölkerungsteile hindurch konfrontiert
  • fakt 2: diese massenbewegung hat es bereits geschafft, seit jahren und jahrzehnten dort medial und politisch nicht nur ignorierte, sondern forcierte hochgradig antisoziale entwicklungen auf die agenda der öffentlichen diskussion zu bringen
  • fakt 3: die phase der massenproteste beginnt primär durch die sich verschärfenden repressiv-staatlichen reaktionen, für die herrschende klasse ein echtes risiko für landesweite massive unruhen mit sich zu bringen
insbesondere für punkt 3 im folgenden ein paar indizien.

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es gibt insbesondere seit den diversen versuchten und durchgesetzten räumungen von occupy-camps gerade in großen städten sich haltende gerüchte über eine art "konzertierter aktion" zwischen diversen behörden. was daran inzwischen bestätigt ist (u.a. von der bürgermeisterin von oakland in californien), ist ein treffen von achtzehn bürgermeistern von großstädten quer durch die usa, die jeweils mit occupy-camps konfrontiert sind. es ist nicht nur in den usa vielen leuten aufgefallen, dass die jüngste räumungswelle nach diesem treffen und vielfach auch noch simultan begann. inzwischen bringen unabhängige medien in den usa zunehmend berichte, nach denen auch die bundesregierung in form des fbi und der "homeland security" in anti-occupy-aktionen involviert sei, was vom fbi glatt bestritten und von der letztgenannten behörde nur auf fälle von expliziter anforderung durch städtische behörden zugegeben wird. allerdings gibt es inzwischen auch etliche zeugenaussagen aus verschiedenen städten, u.a. new york, die fahrzeuge des "department of homeland security" (dhs) am rande von polizeiaktionen gegen occupy beobachtet haben. ich komme gleich unten nochmal auf das thema zurück. ausführlicher beschäftigt sich auch ein
artikel der huffpost damit.

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aus florida, genauer tampa, gibt es folgendes bild:

gepanzertes polizeifahrzeug in tampa
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bildquelle
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twitter via the daily

die dortige polizei ist inzwischen peinlich darum bemüht, öffentlich klarzumachen, dass es sich hierbei "nicht um einen panzer, sondern einen gepanzerten mannschaftstransporter" (sinngemäß) handeln würde, und da steht ja schließlich auch "rescue" drauf. tatsächlich kam dieses ding bei einer polizeiaktionen gegen im vergleich wenige und auch friedliche occupy-aktivistInnen zum vorschein, und inzwischen kam auch noch heraus, dass solche gepanzerten fahrzeuge im zuge des "anti-terror-kriegs" von verschiedenen polizeibehörden angeschafft worden sind, unter beratung des schon erwähnten dhs. was für ein sinn macht das zeigen eines solchen - nun ja, panzers, in der jetzigen situation? was für einen sinn ausser einschüchterung?

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es gibt weitere interessante und auch folgerichtige entwicklungen - ähnlich, wie sich teile der spanischen bewegung schon seit monaten auch immer wieder erfolgreich gegen zwangsräumungen von überschuldeten wohnungen wehren bzw. den betroffenen zu hilfe kommen, geht es auch in den usa los - ein bericht aus minnesota, bei dem es um die für den moment erfolgreiche verhinderung der zwangsräumung der wohnung einer college-professorin geht. die wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass die occupy-bewegung dieses feld in kürze noch intensiver beackern wird.

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ebenfalls ist festzustellen, dass neben den schon länger involvierten gewerkschaften auch zunehmend die hochschulen und universitäten der usa im zuge von occupy repolitisiert werden, nicht zuletzt einmal mehr durch ein überaus widerliches vorgehen der jeweils örtlichen "campus-police", im folgenden beispielhaft dargestellt an der university of california - davis:




es sind eben auch nicht zufällig viele college-, highschool- und uniabsolventInnen mit der realität ihrer völligen perspektivlosigkeit nach der ausbildung konfrontiert, wobei eben diese ausbildung sie und ihre familien zusätzlich noch nicht selten mit zehntausenden von dollar schulden für ihre studienzeit belastet. und so ist es auch nicht zufällig, dass neben der thematisierung der sozialen lage allgemein die bildungsfrage, das zusammenbrechen des öffentlichen bildungssystems und darüber hinaus und speziell die rolle der corporations als geldgeber für viele unis und auch die militarisierung der campus-police in den focus geraten. zum letzten punkt hat sich ein uni-professor einige gedanken gemacht, und er endet so:

(...) "What we have seen in the last two weeks around the country, and now at Davis, is a radical departure from the way police have handled protest in this country for half a century. Two days ago an 84 year old woman was sprayed with a chemical assault agent in Portland in the same manner our students at Davis were maced. A Hispanic New York City Councilman was brutally thrown to the ground, arrested, and held cuffed in a police van for two hours for no reason at all, and was never even told why he was arrested. And I am sure you all know about former Marine Lance Cpl. Scott Olsen, who suffered a fractured skull after police hit him with a tear gas canister, then rolled a flash bomb into the group of citizens trying to give him emergency medical care.

Last week, former Seattle Police Chief Norm Stamper published an essay arguing that the current epidemic of police brutality is a reflection of the militarization (his word, not mine) of our urban police forces, the result of years of the "war on drugs" and the "war on terror. Stamper was chief of police during the World Trade Organization protests in Seattle in 1999, and is not a voice that can be easily dismissed.

Yesterday, the militarization of policing in the U.S. arrived on my own campus.

These issues go to the core of what democracy means. We have a major economic crisis in this country that was brought on by the greedy and irresponsible behavior of big banks. No banker has been arrested, and certainly none have been pepper sprayed. Arrests and chemical assault is for those trying to defend their homes, their jobs, and their schools.
These are not trivial matters. This is a moment to stand up and be counted. I am proud to teach at a university where students have done so."


es ist faszinierend zu erleben, wie in den usa selbst nun endlich, endlich jene zusammenhänge von immer mehr menschen begriffen werden, die seit jahren von außen mehr als deutlich wahrzunehmen sind - die unzähligen kriege, gegen "den terror", "die drogen" und ihre folgen auch in den usa selbst, das ganze unheilvolle erbe von reagan angefangen bis hin zum bush-clan, von den sog. "demokraten" nicht wirklich unterbrochen, sondern unter anderem label in wesentlichen punkten fortgesetzt. das zu beobachtende zusammenkommen von bisher voneinander größtenteils isoliert existierenden gesellschaftlichen gruppen wie gewerkschaftlich organisierten arbeitern, studenten, veteranen, teilen der abstürzenden mittelklassen mit jenen, die schon völlig draussen sind - obdachlose, zwangsgeräumte und jene, die in irgendwelchen von jeder infrastruktur abgeschnittenen zeltstädten leben -, ist vielleicht das wichtigste moment, für das occupy bisher gesorgt hat. das bedeutet nichts anderes, als das hier eine art "kritischer masse" im doppelten wortsinn am entstehen ist, und das ist in dieser form und diesem ausmaß für die usa ein historisches ereignis mit unkalkulierbaren folgen.

*

und von daher überrascht das folgende nicht, was markus gaertner in seinem blog aktuell aufgegriffen hat (und in den usa schon thema vieler berichte in print-, online- und fernsehmedien ist):
Lobbyisten briefen Banker – Ratschläge für entscheidendes Gefecht gegen Occupy Wall Street

"Eine der führenden amerikanischen Lobbyfirmen – Clark, Lytle, Geduldig, Cranford – hat einen Brief an die US-Banken geschrieben, mit Empfehlungen und Ratschlägen zur Strategie im “Krieg der Botschaften gegen Occupy Wall Street”. (...)

Das Ziel der Empfehlungen, die darin gegeben werden: Die politisch gefährliche Annäherung der Demokratischen Partei von Barack Obama an die junge Bewegung soll durch organisierte Gegenaktionen neutralisiert werden." (...)


immer zu diensten für ihre kundschaft, diese lobbymakler. wobei ich finde, dass sie damit auch beweisen, dass sie unfähig sind, einige tendenzen der bewegung überhaupt wahrzunehmen - es gibt verbreitet bei occupy berechtigte ressentiments gegen das gesamte existierende und politische system der usa an sich, und da werden umstandlos auch die "demokraten" dazugerechnet. wahr ist, dass sich deren "linker" (wenn man´s denn so nennen kann) flügel tatsächlich bemüht, die dynamik für die nächsten wahlen auszunützen. wahr ist aber auch, dass occupy u.a. aus vielen desillusionierten ex-obama-supportern besteht, und ich glaube nicht, dass die - besonders wenn sich der oben erwähnte verdacht gegen institutionen der bundesregierung in sachen counterinsurgency betätigen sollte - noch zurückzugewinnen sind. nein, ein nicht geringer teil der us-bevölkerung - nicht die mehrheit, aber auch keine "kleine minderheit" mehr - ist gerade dabei, nach jahrzehnten der agonie und apathie aufzuwachen, sich die augen zu reiben und entsetzt feststellen zu müssen, in was für einer realität sie mittlerweile existieren. good morning, usa!

*

und falls es dort ähnlich wie in teilen europas ein (noch) halbwegs funktionierendes system einer wenn auch immer dünner werdenden rettungsleine in form von sozialhilfe u.ä. vor dem endgültigen absturz geben würde, so wären solche
vorschläge wie jener aus den niederlanden schon längst von den "republikanern" zu hören gewesen:

"Die niederländische Regierungspartei VVD will Aktivisten der Occupy-Bewegung die Sozialhilfe streichen. Der VVD-Politiker Boudewijn Revis erklärte am Samstag, die Regierung solle Beamte in das Occupy-Lager außerhalb von Den Haag entsenden und prüfen, ob unter den Demonstranten dort Empfänger von staatlicher Hilfe seien. „Wenn Sie wirklich zeigen wollen, dass Sie eine bessere Wirtschaft wollen, dann gehen Sie arbeiten“, sagte Revis." (...)

der letzte satz ist dabei schon wieder so derartig merkbefreit, dass mir dazu nichts einfällt - wenn dummheit leuchten würde, würden rechte jeder coleur den planeten komplett ausleuchten können.

Samstag, 19. November 2011

notiz: wochenendlektüre

zum einen gibt es einen für mich persönlich sehr treffenden, "innerlinken" text auf indy mit dem titel Die öko-soziale Frage, der sich mit ähnlichen argumenten, wie ich sie auch hier schon öfter vertreten habe, im prinzip mit einigen unheilvollen relikten des klassischen marxismus und ihrem fortwirken bis heute beschäftigt:

"Bei Antikapitalisten ist die „soziale Frage“ eine anerkannte Größe und hat ihren fest angestammten Platz in ihren Diskursen. Die Kapitalismuskritik vieler Linker jedoch greift deutlich zu kurz, wenn in ihr angenommen wird, allein durch die Auflösung von Privateigentum, Vergesellschaftung oder kollektives Eigentum, also simplen Verteilungsfragen, würde sich die Menschheit ein Reich des Friedens und der Freiheit ohne materielle Sorgen erkämpfen können. Ein Staatskapitalismus wie zur Zeiten des so genannten „real existierenden Sozialismus“ gilt glücklicherweise bereits unter vielen (bei weitem nicht allen) Linken als deutlich gescheitert. In der UdSSR und der DDR und den anderen Ländern der damaligen „realsozialistischen“ Welt hat sich nach der Enteignung der Kapitalisten eine neue Bourgeoisie gebildet, die aus den Kadern der so genannten „kommunistischen“ Parteien entstand und die sich ebenfalls ein Mehr an Gütern und Rechten gegenüber der Mehrheitsgesellschaft mit fragwürdigen Begründungen sicherten. Aber auch wenn dieses Problem einer neuen Oberschichtenbildung gelöst wäre, wäre ein grundlegender Konstruktionsfehler unseres derzeitigen Wirtschaftssystems noch lange nicht gelöst: Der abgöttische, ja fast religiöse Glaube an das Wirtschaftswachstum.


Wirtschaftswachstum bedeutet bei den Verfechtern der freien Marktwirtschaft eine Möglichkeit der Entschärfung der sozialen Frage, indem man arme Menschen nach und nach besser stellt, ohne das von oben eine Umverteilung erfolgen muss. Die These dazu ist, dass ein größerer Kuchen auch einen entsprechend größeren Krümel für die unteren Gesellschaftsschichten ergäbe. Tatsächlich hat sich mit Hilfe des Wirtschaftswachstums in den letzten 100 Jahren eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingung im Vergleich zu früheren Tagen für zumindest die Menschen der ersten Welt und seit einigen Jahrzehnten der Mittelschicht in der zweiten Welt ergeben. Andererseits aber hat sich die Schere zwischen Arm und Reich dabei nicht etwa geschlossen sondern ist noch weiter und krasser auseinander gegangen. Ein Großteil der Menschheit jedoch konnte in keinster Weise vom Wachstum einiger weniger Abgeschlossener Wirtschaftsräume profitieren.


Für viele linke Gruppen verspricht Wachstum ebenfalls die Lösung von umfassenden Problemen. Eine der bekanntesten Parolen in dieser Richtung ist hierbei wohl „Luxus für alle“, oder auch „her mit dem schönen Leben“, welche in Richtung eines materiellen Wohlstands auf einem für alle Menschen gleichermaßen hohen Standard abzielen. Ein durch Wachstum ständig steigender Wohlstand, der gerecht an alle verteilt wird, ist hier die Utopie, die angestrebt wird. Dieser Utopie hingen auch diverse frühe sozialistische Theoretiker an, etwa wenn sie sich durch Wegfall von Konkurrenz oder gesteigerte Plangenauigkeit durch den Wegfall der Irrationalität des Marktes eine weitere Steigerung der Produktivkraft erhofften. Entsprechend lösen sich nur die wenige Menschen von der Idee eines Wirtschaftswachstums, egal ob sie sich selbst im linksradikalen, linken oder bürgerlichen Spektrum verorten. Ständiges Wachstum aber setzt voraus, dass Wachstum schlussendlich auch endlos möglich sein muss. Die Frage, wie endloses Wachstum in einer endlichen Welt überhaupt möglich sein kann, konnte aber bisher von Niemanden beantwortet werden. Deswegen wird sie von den meisten Ökonomen schlichtweg ignoriert oder auf spätere Generationen abgewälzt. Die Veröffentlichung der Studie „The Limits Growth“, die 1972 zum ersten mal eindeutig bewies, dass grenzenloses Wachstum einen unrealisierbaren Mythos darstellt, hat seit dem nicht zu einem relevanten Umdenken bei Ökonomen sowohl des kapitalistischen, als auch des sozialistischen Lagers geführt. Auch nicht, nachdem die Erkenntnisse der damaligen Studie heute um ein vielfaches erweitert wurden und an Genauigkeit und Aussagekraft gewonnen haben.


Die politische Diskussion zur Ökologie greift, zumeist vollkommen losgelöst von sozialen Aspekten, diese Frage teilweise in Bezug auf den Klimawandel auf. Aber auch diese Diskussion ist verkürzt, haben wir es doch mit mehr als nur das Schwinden der Eisberge und einem Anstieg von Temperaturen zu tun. Schlussendlich geht es um die Endlichkeit aller vom Menschen nutzbar gemachter Ressourcen. Erdöl ist eine der wenigen Ressourcen, bei dem eine breite Bevölkerungsmehrheit inzwischen irgendwie mitbekommen haben sollte, dass es in naher Zukunft ausgehen wird." (...)


kann ich alles so unterschreiben, allerdings muss ein sachlicher fehler in den folgenden nicht zitierten abschnitten korrigiert werden - meines wissens ist hinsichtlich der landwirtschaft nicht schwefel, sondern phosphor das problem.

der text schliesst so:

"Klar ist jedoch: Eine Lösung der sozialen Frage ist losgelöst von der ökologischen Frage nicht denkbar. Das 20. Jahrhundert stand klar unter dem Zeichen der sozialen Frage. Für Marx waren seine Erkenntnisse über die Beraubung der Natur durch den Kapitalismus nicht greifbar genug, um umfassende Konsequenzen in seiner Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie zu ziehen. Wir befinden uns bereits wesentlich näher am Peak Everything, als die Menschen des 19. Jahrhunderts, die die soziale Frage thematisierten. Deswegen ist es nun unsere Aufgabe als Antikapitalisten, die soziale Frage um den ökologischen Aspekt zu erweitern, um tragfähige Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten. Wir müssen jetzt die sozial-ökologische Frage für das 21. Jahrhundert stellen."

uneingeschränktes JA.

*

den gleich folgenden verlinkten beitrag von "plusminus", dem ard-wirtschaftsmagazin, sollte man sich ebenfalls auch unter dem aspekt des "peak everything" betrachten - ich finde es interessant, dass sowas mittlerweile auch im tv-mainstream erscheint:


Eurokrise: Verunsicherte Verbraucher sorgen vor

trotzdem wünsche ich ein gutes wochenende.

Freitag, 18. November 2011

notiz: die weltweite unruhe in bild und ton

(...) "Die Buchautorin Barbara Ehrenreich hat in den zurückliegenden zwei Monaten Besetzungen und Protestaktionen an 1.400 Orten der USA gezählt. "Diese Bewegung hat sich ausgebreitet, wie keine andere seit der großen Depression der 30er Jahre", sagt sie. Und prognostiziert, dass Rückschläge wie Räumungen die Bewegung nicht beenden werden. (...)

Landesweit sind nach einer Rechnung des Journalisten Thom Hartmann bis Mittwoch dieser Woche 4.049 BesetzerInnen festgenommen worden." (...)


(taz)

*


so, da die mir bisher vor die sinne gekommene berichterstattung im hiesigen mainstream bis auf wenige ausnahmen wie zu erwarten spärlich, verfälschend und vor allem einmal mehr fragmentierend ist in dem sinne, dass zusammenhänge entweder verkürzt oder gar nicht wiedergegeben werden, nutze ich das blog ein weiteres mal für klassische gegenöffentlichkeit - verbreitung ausdrücklich erwünscht.

*

der gestrige, aus den usa maßgeblich initiierte globale
aktionstag der "occupy"-bewegungen hat sich im verlauf den ganzen tag über in den usa von küste zu küste mächtig entwickelt - alleine in new york waren selbst nach angaben der dortigen polizei den tag über mehr als 30.000 menschen protestierend unterwegs, was bei der üblichen kleinrechnerei von dieser seite realistisch eine zahl von etwa 40. - 50.000 bedeutet, die in new york auch bei vergangenen ähnlichen anlässen schon unterwegs waren. die räumung des camps im "liberty-park" war also, wie gestern schon prognostiziert, ein schuß öl ins feuer.

ironischerweise ist ausgerechnet - neben al jazeera - "russia today" eine empfehlenswerte quelle:




aber nicht nur in den mega-metropolen waren die bilder überall ähnlich - auch in kleineren städten wie nashville, las vegas oder portland...



...fangen die straßen an, immer öfter das vielleicht typische bild dieser zeit anzunehmen - helme, knüppel, pfefferspray gegen wachsende teile der bevölkerung. und wenn diese zahlreich genug ist, gibt es interessante ergebnisse - nochmal portland vor ein paar tagen, als ein räumungsversuch des dortigen camps von ca. 10.000 menschen alleine durch ihre präsenz verhindert wurde:



weiteres zu der fülle ähnlicher szenen quer durch die usa auf den laufend aktualisierten sonderseiten der huffington post sowie bei occupy together.

*

und in diversen europäischen städten sah es gestern so aus wie in madrid...




...oder athen...



...oder rom und anderen italienischen städten...



...in london...



...oder berlin und anderen deutschen städten, in denen ebenfalls die bildungsfrage im mittelpunkt von demonstrationen vor allem von schülerInnen stand:



*

das thema "bildung" ist auch seit monaten in chile ein anlass für massive proteste, wobei sich dahinter die sozialen realitäten eines neoliberalen "musterstaates" verbergen:




und wie sich die vorhergehenen bilder mit jenen aus dem fernen australien gestern gleichen...



und ebenfalls etwas "untergegangen" ist die stürmung des (schein-)parlaments von kuwait vor zwei tagen - proteste in der golfregion sind aufgrund der besonderen lage dort immer noch ein stückchen besonders...



ein paar hintergründe dazu:

(...) "Die Erstürmung des Parlamentsgebäudes durch tausende Demonstranten am Mittwochabend war in dem ölreichen Emirat eine Premiere. Der schiitische Abgeordnete Faisal el Duwaisan sprach anschließend von einer "Herausforderung" für den Emir und einem "Schritt in Richtung Umsturz". Die Demonstranten hatten gemeinsam mit Abgeordneten der Opposition das Parlamentsgebäude gestürmt und waren bis in den Sitzungssaal vorgedrungen, wo sie die Nationalhymne anstimmten. (...)

Hintergrund der Proteste sind Presseberichte, wonach 16 regierungstreue Abgeordnete umgerechnet knapp 260 Millionen Euro an Schmiergeldern erhalten haben sollen. Die Sicherheitskräfte des Emirats gingen am Mittwoch mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Laut Augenzeugenberichten gab es fünf Verletzte. Kuwait ist der drittgrößte Förderstaat der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Die tägliche Fördermenge liegt bei drei Millionen Barrel am Tag."


*

der britische "guardian" mit einer ergänzenden
fotogalerie bildet für den moment einen ganz guten abschluß zu diesem immer noch fragmentarischen überblick, der hoffentlich trotzdem für einige augenöffnend sein mag. die weltweiten krise(n) produzieren und provozieren nicht erst seit gestern auch weltweiten widerstand, und das wird uns die nächste zeit mit zunehmender tendenz begleiten.

Donnerstag, 17. November 2011

notiz: abgesang auf den "american dream"



yo, das ist bitter, sarkastisch und treffend. aus new york werden aktuell im zuge des aktionstags schon wieder weitere verhaftungen gemeldet.

notiz: viel zuviel...

...ist mal wieder gleichzeitig los - darum nur in kürze:

occupy wall street

yo, nach der kürzlichen räumung - deutschsprachige zusammenfassung einmal mehr bei
mrs. mop, die auch gleich noch was zur räumung von occupy seattle geschrieben hat - steht für heute ein schon länger geplanter aktionstag primär, aber nicht nur, in new york an - es gibt eine gewisse wahrscheinlichkeit dafür, dass die polizeiaktion von vorgestern da eher mobilisierend gewirkt hat.

das plakat oben finde ich persönlich erstmal beeindruckend, unabhängig davon, wie ich im einzelnen die forderungen finde. aber neben allem anderen ist zu beobachten, dass die bewegung auch bei vielen für etliche kreativitätsschübe sorgt.

es gäbe gleichfalls u.a. aus spanien und portugal, aus großbritannien und griechenland von neuen, laufenden und geplanten widerstands- und protestaktivitäten zu berichten - aber dazu, wie auch zu den entwicklungen in den usa, mehr in den nächsten tagen.

*

in bremen fand am vergangenen freitag ebenfalls im rahmen eines internationalen aktionstags eine längere kundgebung von "echte demokratie jetzt!" auf dem bremer "bankenplatz", der eigentlich domshof heisst und ringsherum von banken geradezu zugeknallt ist (im hintergrund ist übrigens die "bremische bürgerschaft", das landesparlament, zu sehen), statt. in diesem rahmen hörten etwa 200 leute in einem eisigen ostwind u.a. die folgende rede, die ich inhaltlich in großen und ganzen für das komplexe thema "finanzkrise" sehr gelungen fand - wenn auch etwas zu lang (und einzelne einlassungen zu ländern wie bspw. china nicht unbedingt teile):






*

elsner hat in seiner rede auch kurz die rolle von faschistischen bewegungen in solchen krisenzeiten erwähnt, nämlich in ihrer funktion - eine funktion - als "stille reservearmee" der herrschenden klasse für bürgerkriegsszenarien. das war in der letzten woche noch ganz kurz vor dem riesigen medienhype über den "neuen" naziterrorismus (der natürlich weder "neu" noch - und das darf getrost als realität angenommen werden - für den staatsapparat wirklich überraschend ist). auch dieses von vorne bis hinten absolut unerfreuliche thema werde ich die nächsten tage aufgreifen, weil mir ein paar aspekte bisher völlig untergehen zu gehen scheinen.

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