assoziation: mehr körperkontakt!

diesen titel trägt ein ziemlich guter text auf einer mir bislang unbekannten seite - die für mich wesentlichen auszüge:

(...) "Das Problem, mit dem wir es angesichts des verkrampften Umgangs mit Sexualität in unserer Kultur zu tun haben, ist eigentlich nicht so sehr, dass der Sexualität die Liebe und Wertschätzung fehlt, sondern andersherum: dass den liebevollen und wertschätzenden Beziehungen jegliche körperliche Ausdrucksmöglichkeit fehlt.

Uns fiel nämlich auf, dass nicht nur Sexualität, sondern jede Art von körperlichem, liebevollem Kontakt zwischen Menschen in unserer Kultur stark tabuisiert ist, sobald sie außerhalb intimer Paarbeziehungen stattfindet. Niemand fasst sich an, niemand kuschelt miteinander, niemand hält sich im Arm, niemand streichelt sich gegenseitig – das alles ist nur unter expliziten Liebespaaren erlaubt. Was im Umkehrschluss heißt: Sobald es zu körperlicher Nähe kommt, steht die Frage nach einer Liebesbeziehung und damit nach expliziter Sexualität im Raum. (...)

Selbst bei guten Freunden und Freundinnen sind wir oft verkrampft, sobald es um einen körperlichen Kontakt geht, der über ein flüchtiges Küsschen zur Begrüßung hinausgeht. Sich gemeinsam auf ein Sofa kuscheln und einen Film schauen ist normalerweise nicht möglich. Auch nicht, gemeinsam in einem Bett zu übernachten, sich zu streicheln, Händchen zu halten, sich im Arm zu halten (von Extremsituationen wie großer Verzweiflung vielleicht abgesehen). Noch schlimmer ist es bei Bekannten: Sich bei einem Arbeitskollegen über die Schulter beugen, um auf seinen Bildschirm zu schauen, wird schnell zur heiklen Angelegenheit. (...)

Diese Kultur der Körperlosigkeit in Beziehungen läuft den menschlichen Bedürfnissen entgegen. Denn es ist kaum möglich, ohne körperliche Nähe, ohne Angefasst werden, Streicheln, Kuscheln, Umarmt werden, gut zu leben. Deshalb müssen wir alle so verzweifelt auf eine Zweierbeziehung hoffen. Deshalb ist die Einsamkeit alter Menschen so unerträglich. Wir stellten bei unserem Gespräch fest, dass das unsere größte Angst vor einem eventuellen Single-Dasein ist: auf die Möglichkeit körperlicher Nähe verzichten zu müssen. Nicht das Geld macht uns Sorgen, nicht das Ausgelastet sein, nicht das Eingebundensein in Freundschaften und ein soziales Netz, letztlich auch nicht der pure Sex – das alles ist auch außerhalb der klassischen Zweierbeziehung zu haben. Kuscheln, Küssen, Streicheln, sich Körperlich geborgen Fühlen aber nicht.

Eine Gesellschaft, die die menschliche Sehnsucht nach Körperkontakt so extrem einschränkt und mit Tabus gelegt, muss sich eigentlich nicht wundern, wenn sich destruktive und gewalttätige Formen von Sexualität entwickeln." (...)


letzteres ist allerdings mit wahrscheinlichkeit nicht nur auf die sexuelle ebene beschränkt. das fasste der us-amerikanische psychologe rollo may schon 1969 in seinem buch "love and will" in die folgenden worte:

"When inward life dries up, when feeling decreases and apathy increases, when one cannot affect or even genuinely touch another person, violence flares up as a daimonic necessity for contact."

(in sinngemäßer übersetzung: wenn das innenleben vertrocknet, gefühle verschwinden und sich apathie ausbreitet, wenn man andere menschen nicht mehr erreichen und sogar im tatsächlichen sinne nicht mehr berühren kann, dann flammt als ein letzter dämonischer versuch, eine berührung erzwingen zu wollen, gewalt auf.)

mir ist dieses zitat das erste mal als abschluß einer recht blutigen krimikurzgeschichte begegnet. und tatsächlich: wenn man dieses modell einmal als schablone über unsere gesellschaftliche realität legt, sieht es augenscheinlich etwas danach aus, als ob das motiv der erzwungenen berührung in vielen fällen untergründig beteiligt ist.

nun hat rollo may als vom
existentialismus beeinflusster psychologe seine sätze in einer epoche geschrieben, in der besonders diverse variationen der psychoanalyse - von freud angefangen bis hin zu den "dissidenten" wie erich fromm und auch wilhelm reich - ebenfalls noch up to date waren und ihren focus bekanntlich besonders auf die in ihren entstehungszeiten tatsächlich noch "klassisch" unterdrückte sexualität legten, die in einem fatalen sinne oft genug mit der gesamten körperlichkeit des menschen gleichgesetzt wurde (diesen verhängnisvollen fehler hat meiner meinung nach auch wilhelm reich begangen, so sehr ich ihn auch generell für wichtige arbeiten schätze).

heute haben wir es jedoch mit phänomenen zu tun, die sich unter dem begriff der verdinglichten (und verdinglichenden) selbst- und fremdwahrnehmung zusammenfassen lassen. da wäre einmal die heutige allgegenwärtige übersexualisierung der gesellschaft, in der, wie ich zum thema
amok früher einmal geschrieben hatte...

"... in der sexualität tatsächlich zu einer art alles dominierendem platzhalter für die mehr und mehr fehlende vielfalt von lebendigen und liebevollen menschlichen beziehungen geworden ist, zu allem überfluß auch noch zusehends unter die räder der "marktgesetze" geraten ist - äußere attraktivität konform der jeweiligen mainstreamproduzierten nachfrage mitsamt der fähigkeit, das eigene image gut zu verkaufen, erhöhen die eigenen chancen, von anderen als investitionswürdiges (zeit, aufmerksamkeit) objekt der begierde wahrgenommen zu werden ..."

... und die sich heute zu einem sehr destruktiven gesellschaftlichen faktor entwickelt hat, zugespitzt in den diversen formen von (gewalt-)pornographie bis hin zu sexualisierter gewalt . im engen wechselspiel damit und sich mit der zwanghaften sexualisierung gegenseitig verstärkend/bedingend sind die schon erwähnten wahrnehmungsstörungen und -defizite zu sehen, auch hier an erster stelle die einbußen an empathiefähigkeit, die nicht nur für die eingangs im vorgestellten text erwähnten ebenen von nicht primär sexuellem körperkontakt eine grundlegende voraussetzung darstellt. und die eben auch für viele hier in der vergangenheit schon diskutierten phänomene wie bspw. kindsmorde, schulmassaker ("amok") und "happy slapping" eine basale grundlage bildet.

*

da sich die obigen themen allesamt um innere kernbereiche der menschlichen sozialität drehen, ist es aus meiner sicht schon dringend nötig, hier etwas orientierung zu gewinnen, weil sonst die agierenden destruktiven kräfte und prozesse nicht in ihrem wirken verstanden werden können. unter der realistischen annahme, dass wir es in den heutigen gesellschaften mit einer wahren epidemie von beziehungskrankheiten (prinzipiell besitzt jede "psychische" [psychophysische] störung/krankheit als kern eine beziehungsstörung, zuerst innerhalb des eigenen selbst, falls denn letzteres überhaupt vorhanden ist) zu tun haben, mal der versuch, ein paar der angerissenen punkte zu ordnen:
  • als erstes eine binse: nicht alles, was nach sex aussieht, ist tatsächlich sexuell. drastisches beispiel wären hier vergewaltigungen, bei denen es immer zentral um macht geht. und bei denen sekundär auch ein motiv wie dasjenige von rollo may beschrieben eine rolle spielen könnte.
  • beziehungskrankheiten können als symptome sowohl eine weitgehende sexuelle abstinenz als auch eine recht wahllose und teils massiv selbst- und fremdgefährdende komponente sexuellen ausagierens mit schon zwanghaften zügen aufweisen. am deutlichsten zu sehen ist beides (!) bei vorgeschichten sexualisierter gewalt, bei denen die opfer dann später auch dazu neigen, ihre traumata zu re-inszenieren (teils dann mit vertauschten rollen). dieser punkt ist auch genau derjenige, der mich solche zeitgeistphänomene wie "bdsm" mit einigem misstrauen betrachten lässt. selbst wenn den protagonisten ihre motivationen bewusst sein sollten, so lässt sich derart kein trauma wirklich auflösen. eher wird hier nur immer und immer wieder neu ausagiert, und gleichzeitig die fehlkoppelung von sex = machtposition = lust ständig reproduziert und ganz im wirksinne eines verhaltenspsychologischen verstärkers verankert. das hat mit irgendetwas emanzipatorischem nicht nur nichts zu tun, sondern arbeitet dem direkt entgegen.
  • wie auch die verbreitete trennung von sex und liebe. eine der fatalsten spaltungen überhaupt, die einerseits die sexualität mit einer bedeutung auflädt, unter der sie nur früher oder später kollabieren kann (weil sie zwangsweise umstandslos mit allgemeiner menschlicher erfüllung gleichgesetzt wird), während andererseits der allgemeine mangel an liebe (und das nicht im sinne der zweierbeziehung, sondern auf alle sozialen beziehungsebenen bezogen) vielleicht als das besorgniserregendste symptom unserer zeit überhaupt begriffen werden muss. gleichzeitig ist die spaltung auch mehrfach verräterisch: es ist auffällig, dass eine derart herausgehobene sexualisierung bevorzugt innerhalb quantifizierbarer dimensionen abgehandelt und wahrgenommen wird - wie oft, mit wievielen, "eroberungen" besonders begehrter "objekte" etc. - und so auch deutlich wird, dass es dabei keinesfalls um einen, vielleicht den intensivsten, ausdruck zwischenmenschlicher nähe geht, sondern um eine narzisstisch aufgeladene bestätigung des eigenen, objektivistisch konstruierten images, welches gleichzusetzen ist mit der gesellschaftlich präsentierten maske. andererseits steckt selbst in vielen dieser praktiken auch vermutlich das, was im may-zitat so treffend auf den punkt gebracht wurde. und nein, dazu muss nicht unbedingt "sichtbare" gewalt vorhanden sein. während die anonymität und kälte, mit der diese marktkonforme sexualität oft genug daherkommt, schon den kern offener gewalt impizit enthält, so ist doch gleichzeitig oft genug noch ein verzweifelter rest der suche nach authentischer menschlicher nähe vorhanden, die aber - weil weitgehend unbegriffen und im wortwörtlichsten sinne sprachlos - sich nur noch in deformierten ausdrücken manifestieren kann.
  • den sonderfall bei diesem ganzen komplex bilden wie so oft wiedereinmal die "echten" sozioapathen aka als-ob-persönlichkeiten. ganz kurz gesagt, kommt hier alles sexuelle völlig mechanistisch daher, wird einzig und alleine in quantifizierbaren mustern wahrgenommen und hat nicht mal einen hauch mit authentischer zwischenmenschlicher nähe zu tun. alle diese eigenschaften machen aber paradoxer- und bezeichnenderweise strukturell soziopathische leute auf dem heutigen sexmarkt zu bevorzugten objekten und konsumenten gleichzeitig, weil die motive des unverbindlichenden, der anonymität und verdinglichenden / verobjektivierenden wahrnehmung des gegenübers durchaus, nicht zuletzt durch die massenhaft verbreitete pornographie, bruchlos kompatibel mit den nachgefragten eigenschaften von "sexpartnern" im mainstream sind. das alles ist im wesentlichen nur die wiederspiegelung der sonstigen auffälligen kompatibilitäten von soziopathen mit den normen und praktiken des totalitären kapitalismus.
*

bei betrachtung all dieser punkte kommt mir auch wieder eine gerade laufende
diskussion bei kritik und kunst in den sinn, bei der ich mein unbehagen bisher nur teilweise fassen konnte. inzwischen aber scheint mir ein zentraler punkt darin zu liegen, dass hartmut finkeldey und ich jeweils unterschiedliche probleme als priorität ansehen: wenn er in seinem letzten statement u.a. schreibt...

"wir haben derzeit eine sehr unheilige Allianz zwischen Therapeuten (denen es zT auch nur um ABMs geht, die ein Interesse daran haben, möglichst viel "Fälle" zu haben - muss man so knallhart sagen!) und neuer Rechter mit ihrer Körperfeindlichkeit."

... dann ist das ziemlich genau die position, die auch leute wie katharina rutschky oder der bei diesem thema unsägliche wiglaf droste in der "mißbrauch-mit-dem-mißbrauch"-kampagne in den 1990ern verbreitet haben. und das fand ich damals schon daneben, weil hier einfach auf dem stand von "1968" argumentiert wird und die - in weiten teilen der politischen rechten bis heute zweifelsfrei vorhandene - tendenz zur sexuellen repression als hauptproblem gesehen wird. und eben das möchte ich in zeiten der allgemeinen übersexualisierung bestreiten. die taten, die bei "kritik und kunst" anlaß für den ausgangsbeitrag bildeten, fanden unter kindern/jugendlichen statt und machen durchaus einerseits die tatsache deutlich, dass in den heutigen jungen generationen die verfügbarkeit und der konsum von pornographie eine sehr negative rolle spielen kann (dazu zusammenfassend mehr beim
psychiatrie-heute-net, ebenfalls eine quasi "regierungsamtliche" studie dazu - beide quellen kommen zu einem ähnlichen, und zwar sowohl für "klassisch" linke wie rechte, unbequemen hauptergebnis: nämlich das das rechte schreckgespenst einer quasi hemmungs- und schamlosen sexualisierung von kindern und jugendlichen per pornokonsum erstens so nicht haltbar ist, während zweitens dieser konsum durchaus negative folgen mit sich bringt, als deren gravierendste die unmöglichkeit beschreiben wird, im vergleich zwischen den scheinwelten des pornos und dem realen eigenen leben quasi nicht den kürzeren zu ziehen. und das kann zu massiven schwierigkeiten für die jeweils eigene sexuelle entwicklung führen), wobei wir in diesem fall diesen möglichen einfluß nicht abschätzen können (es liegt aber nahe, einen solchen einfluß anhand der geschilderten praktiken anzunehmen. solche szenarien entwickeln sich keinesfalls "von selbst". die andere möglichkeit wäre die, dass die betroffenen jugendlichen hier eigene erfahrungen in vertauschten rollen re-inszeniert haben). zum anderen zeigen sich aber auch massive empathiedefizite bei gleichzeitigem sexualisieren von angewandter gewalt, und das spiegelt durchaus entwicklungen wieder, die hier in anderen zusammenhängen bei kindern und jugendlichen auch schon thema waren.

und letzteres betrachte ich inzwischen als zentrales problem - ganz im gegensatz zu vielen linken, die bei diesen fragen immer noch dem irrglauben anhängen, dass "die sexualität" aus den fängen einer rigiden und prüden, religiös beeinflussten bürgerlichen moral zu "befreien" wäre - und dabei völlig übersehen, dass die zeiten der totalen ökonomisierung mitsamt ihren verheerenden folgen für die menschlichen innenwelten die problemstellung massiv verschoben haben - heute ist "die sexualität" in ihrem eigentlichen wesen als ausdrucksmöglichkeit zwischenmenschlicher nähe und zuneigung eher als entkernt zu betrachten. sie hat sich, wie alles andere auch, in ein konsumierbares produkt verwandelt, und wandelt in dieser gestalt ständig in der nähe allerlei grenzverletzungen umher. und das betrachte ich als zentral, nicht das lächerliche gehabe irgendwelcher figuren von rechts, deren absurde thesen im allgemeinen nur noch anlaß zu gelächter geben (ein aktuelles beispiel dafür findet sich
hier).

das es den anschein hat, als würde derlei auf fruchtbaren boden fallen, hat nicht zuletzt auch mit der erwähnten falschen prioritätensetzung zu tun - die rechte greift in ihrer verzerrenden art und weise ein paar symptome der erwähnten produkthaftigkeit von sexualität auf und erweckt dadurch für etliche sich in dieser schwer durchschaubaren lage befindlichenden den eindruck, mittels ihrer rezepte einen ausweg zeigen zu können. das funktioniert analog anderen gesellschaftlichen bereichen aber nur dann und deshalb, weil es bislang keinerlei auf höhe der zeit befindlichen emanzipatorischen ansätze gibt, die hier angemessene antworten und wege aufzeigen könnten. und gerade deshalb finde ich den eingangs verlinkten text gut: weil hier durchaus der versuch sichtbar ist, in dieser situation etwas orientierung zu geben. auch, wenn sich der dortige autorenkreis vermutlich eher weniger als "links" begreift.
Geheimrätin (Gast) - 19. Sep, 22:42

Ja, sehr guter Beitrag. Wie auch dein letzter. u. überhaupt (habe länger nicht mehr hier gelesen, jetzt merke ich mal wieder was einem da entgehen kann!)

Ich sehe das auch so und obgleich es in "meiner Jugend" noch nicht ganz so extrem zuging, wie heute, also wo sexuelle Beziehungen bzw. Sexualität m. M. nach noch nicht ganz so komerzialisiert waren, sondern eher noch im "nachrevolutionären" Stadium der 68, irgendwie unsicher und auf der Suche...so hatte ich auch schon diese hier beschr. Probleme mit normalen, herzlichen Körperkontakt. Das hat m.M. nach aber neben dem gesellschaftl. Kontext auch viel mit den frühkindl. Erfahrungen zu tun. Ich war z.b. Kaiserschnittkind und wurde, wie damals üblich, gleich nach der Geburt irgendwo "stationiert" u. nach der Uhr gefüttert, weder gestillt noch viel herumgetragen. Und da komme ich eben mal wieder auf Jean Liedloff und die "Bedeutung des Getragenwerdens" zurück bzw. auf das Bedürfnis nach Körperkontakt Neugeborener generell. Und meine Erfahrungen, die ich bspw. in Bali gemacht habe bestätigen auch deine Analyse. Dort ist es immer noch üblich, dass kleinkinder den Tag über getragen werden, es gibt sogar eine Zeremonie für den Zeitpunkt wann das Baby das erstemal auf die Erde zum "krabbeln" gesetzt werden "darf", es schläft natürlich auch im Bett der Eltern während der ersten Jahre. Auch wenn man in der Öffentlichkeit als Liebespaar sehr zurückhaltend ist, was z. Knutschen u. der gleichen betrifft, das ist eher tabu, so sieht man nicht selten Männerfreunde händchenhaltend umherspazieren, oder Mädchen Arm in Arm, das ist dort einfach völlig normal. Man betoucht sich, fasst sich an, hält sich an den händen, ohne dass es dabei in irgendeiner Weise um sexuelles ginge. Die Gefühle sind spontan und natürlich. Es gibt auch sogut wie keine Prostutition auf Bali, abgesehen in den Touristenorten und dort sich dann vornehmlich Protutiierte aus Java u. anderen asiatischen Großstädten anzutreffen, sowohl Frauen als Männer, die nat. aufgrund ihrer Armut auf den Strich bzw. an den Strand oder in die Bars gehen.



Ich hab ja kürzlich diesen Artikel hier mal verlinkt, indem sich eine "Feministin" über schwangere Frauen aus Prenzlberg aufregt, die ihre Bäuche in engen T-shirts durch die Straßen tragen u. mit ihren Kindern auf Spielpl. rumlungern, sich ihre Brut an ihre Brüste hängen, anstelle einer Berufstätgikeit nachzugehen. Ich finde das absolut ungeheuerlich. Erstens weiss die Dame überhaupt nicht wer ann und wo auch noch berufstätig ist und 2. scheinen Mütter u. Kinder ihrer M. nach offensichtlich irgendwelche Steinzeitrelikte zu sein, die es in dieser Form in der modernen Zeit nicht mehr geben dürfte. Und der ganze gesell. Trend geht ja in diese Richtung. Es sind die selben Leute, die sich heute über sowas wie "Pornochique" oder zu gebärfreudige Unterschichtler beklagen, die dann Zwangskrippenunterbringung für Babies u. Zwangsniedriglohnmaloche für die Mütter fordern, während andere sich als "aufgeklärt u. emanzipiert" geben und dabei offensichtlich keinerlei Kontakt mehr zu ihrem eigenen, "inneren Kind" haben, um das mal so psychomäßig zu formulieren.

Keiner (in den öffentl. Debatten) macht sich mehr Gedanken um die Bedürfnisse der Kinder, um wirkliche, echte u. natürliche zwischenmenschliche Beziehungen -um das Leben überhaupt und das betrifft sowohl die rechten, konservatien Supermütter als auch die linken, "progressiven" Karrierefeministinnen. Es geht dann bei der Krippenbetreuung auch nicht darum, dass Kinder ihren Bedrüfnissen entsprechend betreut werden sollen, sondern um angebliche "Bildung" und "frühkindl. Förderung. Offen gestanden finde ich diesen Trend völlig pervers. Natürlich brauchen wir mehr Kitas u. ausreichend Kinderbetreuungsplätze, was wir aber vor allem brauchen, ist ein Verständnis, was Kinder tatsächlich brauchen, was und wer Kinder und Menschen überhaupt sind.

Wednesday - 20. Sep, 08:13

Vollkontakt

Kann sein, daß fehlender liebevoller Körperkontakt durch grobe Berührungen bis hin zu Schlägen ersetzt wird. Ich seh auf Spielplätzen, wie sich Kinder balgen; zueinander zärtlich zu sein, würde die Eltern ja noch mehr beunruhigen, als die Balgereien, fürchte ich... Zärtlichkeiten jedenfalls zum kleinen Kind versiegen, wenn es ins Vorschulalter kommt, zumindest habe ich das laufend beobachtet, und das Kind wird wohl damit auch trainiert, sich mit stürmischen Zuwendungen zurückzuhalten (Kinder können das so schön: mit heftigen Umarmungen u.ä. zeigen, daß sie einen mögen).

Ich habe auch die Diskussion von Eltern mitbekommen, die darüber spekulierten, ob man bereits weiblichen 8-jährigen Spielbesuche bei männlichen 8-jährigen verbieten sollte, da es "auch zwischen Kindern zu Sex kommen kann"...

Gewalt, Kontaktscheu, fehlende Sinnlichkeit. Irgendwie muss man sich ja näherkommen... Eventuell haben die verschiedenen Formen von Selbstverstümmelung damit zu tun?

In einer Frauenzeitschrift las ich nach dem Kroatienkrieg (etwa 1995) einen Beitrag, in dem die Leserin aufgefordert wurde, sich Massagen zu leisten, da diese den Körperkontakt zuliessen, die der Einsamen fehlen würde. Zur Not würde auch ein Gang zum Friseur helfen, der beim Haarewaschen die Kopfhaut massiert. Auch untereinander solle man sich massieren. Es gibt also gesellschaftlich akzeptierte Formen der Sinnlichkeit! Was ein Glück!

Mit fällt allerdings grade ein, daß ich nicht selten junge Leute sehe, die zärtlich miteinander umgehen. Freundinnen küssen sich auf den Mund, gehen Hand in Hand herum, Jungs umarmen sich zur Begrüssung recht innig ähnlich wie die Mädchen, wenn auch fast jede Umarmung mit einem Schulterklopfen beendet wird, wahrscheinlich um zu signaliseren, daß die Umarmung nicht sexuell zu deuten ist.

Als Sportler hat man übrigens anscheinend ein gesünderes Verhältnis zu Körperkontakt. Da wird zumeist ganz offen zusammen gefreut und getröstet.

Man muss es aber auch nicht übertreiben. Ich habe ja keine Lust, daß mir z.B. KollegInnen zärtlich kommen. Wann immer das bisher geschehen ist, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wollte man mich manipulieren, oder man wollte Sex. Ausserdem sind die meisten Menschen so merkwürdig und verkommen, daß ich keinen näheren Kontakt mit ihnen wünsche. Jawohl. Wenn ich unschuldigen Körperkontakt wünsche, dann wende ich mich an meine Katze oder meinen Hund. Oder an mein Pferd. Oder an meine Kuscheltiere. Die alle sind in der menschlichen Kultur unsere Ersatzmenschen. ;-)

Ciao
W-Day

monoma - 20. Sep, 23:54

Dein pferd ?!?
W-Day (Gast) - 21. Sep, 09:08

Im letzten Absatz beschrieb ich mich nicht selbst. Ich hab auch weder Katz' noch Hund. ;-)
monoma - 22. Sep, 00:57

das hätte mich jetzt auch irgendwie schwer verwundert ;-)
hf - 20. Sep, 20:45

"mein unbehagen"

es ist durchaus auch meines. aber ich frage mich, woher es kommt. Natürlich winden sich viele mithilfe miesester Thesen hinaus aus ihrer Verantwortung und ihrer Schuld. Aber, ganz ehrlich: Die apodiktische Art, mit der Alice Miller das false-memory-syndrom plattgemeiert hat, findet auch nicht meine Zustimmung. Zumindest bei Phänomenen wie W. (der mir persönlich leid tut) darf man dieses Phänomen, als Konfabulieren, getrost für erwiesen ansehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilkomirski
daraus: "Auslöser dafür könnte eine Therapie gewesen sein, die Dösseker helfen sollte, verdrängte Erinnerungen wiederzuerlangen. Dabei beschrieb Mächler, dass Wilkomirskis angebliche Erfahrungen in Polen vielfach mit realen Begebenheiten aus seiner Schweizer Kindheit korrespondierten. So konnte er den Bauernhof, auf dem er als Kind gelebt hatte, bis ins kleinste Detail beschreiben. Der einzige Unterschied war, dass er sich in der Schweiz befand, nicht in Polen."

Die forcierte Aufdeckung, das aktive Befragen... ich halte das therapeutisch für nicht seriös, sorry:

guckstu auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Laurel_Rose_Willson
http://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Prozesse

Zitat aus letzterem linK.

"Sechs Kinder – es waren diejenigen, die im Kinderheim „Spatzennest“ in Ramsen untergebracht waren, darunter die aus dem Scheidungskonflikt, der die Verfahren ausgelöst hatte – kehrten überhaupt nicht zurück, da sie völlig von ihren Eltern entfremdet waren. Dem Heimleiter wurde seinerzeit vorgeworfen, die Kinder bewusst gegen die Eltern aufzustacheln. Die meisten dieser Kinder glauben bis zum heutigen Tag, dass ihre Eltern sie sexuell missbraucht haben.[5] Das „Spatzennest“ bestand bis zu seiner Auflösung im November 2007, als der Heimleiter auf Grund der Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener vom Arbeitgeber entlassen wurde.[6] Am 8. Februar 2008 wurde der Heimleiter in Untersuchungshaft genommen,[7] am 29. Juli 2008 begann der Prozess gegen ihn.[8] Am 22. August 2008 wurde er des sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in zwei Fällen für schuldig befunden und zu einem Jahr Haft auf Bewährung und befristetem Berufsverbot verurteilt.[9]

Nach den Freisprüchen trennte sich Wildwasser von der tätig gewordenen Mitarbeiterin. Die Berliner Zeitung berichtete Ende Juni 1997, dass diese von der Richtigkeit ihrer Vorgehensweise weiterhin überzeugt sei.[10] Eine öffentliche Entschuldigung oder weitergehende Konsequenzen gab es nie."

sorry, aber so geht es nicht. So kann ich mit Fehlern nich umgehen.

Wir müssen das für möglich halten, lieber mo. Katharina Rutschky, der Miller den Begriff "schwarze Pädagogik" übrhaupt erst verdankte, war doch keine reaktionäre Täterschützerin!

monoma - 20. Sep, 23:51

"false-memory-syndrom"

oh, ich halte das sehr wohl für möglich, aber werte das ganze etwas anders - einige gedanken dazu sind im verlaufe dieses beitrags im unteren teil zu finden.

in den usa ist die debatte darüber in den 90ern sehr eng mit einem grundsätzlichen zweifel an der existenz "multipler persönlichkeiten" (heute: dissoziative persönlichkeit) verbunden gewesen. nun ist ein mensch in meinem engsten umfeld, den ich jahrelang kenne, ebenfalls mit dieser diagnose plus einer ptbs belastet; von daher kann ich die realität des phänomens einer fragmentierten persönlichkeit durchaus selbst ganz gut einschätzen. und mir eben auch vorstellen, dass in den "anfangszeiten", als diese diagnose weder groß bekannt war noch oft gestellt wurde (mangels wissen), sehr oft therapeuten hinsichtlich der häufigen sprünge in der wahrnehmung dieser menschen tatsächliche biographische erfahrungen falsch interpretierten bzw. deuteten. das wäre das eine.

das andere ist die variante, die auch hier im blog in der vergangenheit schon thema war (wenn ich den link wiederfinde, liefer ich ihn nach): es haben schon öfter frauen mit der diagnose borderline nachweislich falsche beschuldigungen erhoben, und das finde ich wiederum aus einem größeren kontext heraus verständlich, wenn auch nicht akzeptabel.

was aber aus diesen - in relation - wenigen fällen damals gemacht wurde, war ein massiver angriff - und ich nenne das bewußt so - nicht nur auf die jeweiligen institutionen, die sich für überlebende sexualisierter gewalt einsetzen, sondern auch in letzter konsequenz auf alle betroffenen selbst. und mag rutschky auch nicht solche absichten als intention gehabt haben in ihrem bemühen, das, was sie als eine neue form sexueller repression verdächtigte (die breite und erstmalige öffentliche diskussion über sexualisierte gewalt gegen kinder, wie sie überhaupt erst in den 1980ern entstand) , öffentlich zu bekämpfen, so hat diese ganz kampagne damals doch eben diese teils massiv verletzenden bis retraumatisierenden effekte ausgelöst, und das nehme ich leuten wie rutschky und nochmehr droste aus sehr persönlichen gründen übel. mal abgesehen davon, dass sie meiner wahrnehmung nach nicht versucht haben, zu differenzieren, sondern letztlich mit ihren pauschalen angriffen auch die nötige klärung der tatsächlich kritischen fälle behindert haben.
hf - 21. Sep, 13:43

Hi Mo

dann sind wir gar nicht soweit auseinander. Zwei Punkte:

a) Mich hat die - nie wirklich verifizierte - angebliche Fallzahl gestört, die dort in den 90ern kolportiert wurde ("Jedes dritte Kind" etc).

b) ich hatte - ich will das nicht vertiefen, die Person tut mir inzwischen auch einfach nur leid - in meinem Kreis einen Fall ähnlich dem b.w.s Wilk. hat ja nicht gelogen. Er HAT als Kind die Hölle auf Erden erlebt...nur eben nicht in Auschwitz, sondern in schweizer Kinderheimen, wo er gedemütigt, geschlagen, als Mensch zerstört wurde.

Kontrastieren wir mal a) mit b), so drängt sich mir folgender Verdacht auf: innerlich sind all diese Geschichten gleichsam "wahr". Nur wurden die Opfer nicht sexuell missbraucht, sondern anders beschädigt/zerstört.

Wer erzählt, er sei als Kind erniedrigt worden, dem hört man nicht zu. Aber wer als Kind in Auschwitz war, wer als Kind sexuell missbraucht wurde, dem schon. Hier scheint es zu Verschiebungen kommen zu können, einfach, weil die Opfer endlich einmal wahrgenommen werden wollen. Was ich verstehe und in gewisser Weise auch billige.

Beim Fall wilk. oder auch beim Wormser Skandalprozess indessen spielen Übereifer der "Aufdecker", ggfls auch methodische Unsauberkeiten (forciertes Befragen) eine zusätzliche Rolle. Und das hat Rutschky, m.E. zu Recht, kritisiert.

Anyway: in Auschwitz gewesen sein, sexuell missbraucht worden sein oder mit kochendem Wasser überschüttet - das zieht. Den Hintern mit nem Kleiderbügel verhauen bekommen zu haben zieht nicht. Vermutlich, weil das bis vor 20, 30 Jahren für die große Mehrheit galt. Darüber erschüttert zu sein hieße für zu viele, die eigene Lebenslüge aufbrechen zu müssen. Ist jetzt mal ne Vermutung.

lg
Geheimrätin (Gast) - 21. Sep, 15:09

Also, sorry wenn ich mich da nochmal kurz einmische: aber ich möchte doch nochmal feststellen, dass es wohl ein winzig kleine Minderheit ist, die tatsächlich vergessen, dass sie als Kind vergewaltigt wurden. wenn von dieser kleinen minderheit, dann wiederum ein noch kleinerer teil unter den begriff "false memory" fällt, wie steht das dann zur relation zu den tatsächlichen fällen?

Die allermeisten vergessen das leider niemals. und die wenigsten reden überhaupt öffentl. darüber. wenn überhaupt versucht wird, da etwas aufzuarbeiten, dann doch für sich selbst - gegebenenfalls im familiären Umfeld oder nur für sich in der therapie, parternschaft oder sonstwie.

Was anders sind die instituinellen (kirchen-schulen etc..) Fälle, die eben aktuell massiv an die Oberfläche gekommen sind und wo sich die opfer erstmals gemeinsam zusammengeschlossen haben. Auch hier ist es sicher nur ein kleiner Teil der Opfer, die überhaupt an die Öffentlichkeit getreten sind. Wenn dann da wiederum ein paar "fals memory" Fälle dabei sind, so steht das m. e. eben wieder in keiner Relation zu den tatsächlichen Fällen. Abgesehen davon, dass Hartmut natürlich Recht hat und auch andere Formen der Misshandlung nicht minder zerstörerisch wirken.

wir haben selbst ein fall in der familie, eine meiner cousienen beschuldigte ihren Vater als sie schon pber 40 Jahre alt war, sie als kind sexuell misshandelt zu haben. Es hieß da auch, sie hätte sich erst in einer therapie daran erinnert. ich kann das weder bestätigen noch widerlegen, denn ich habe nie persönl. mit ihr darüber gespochen, weil ich keinen kontakt zu ihr habe. ihre jüngere schwester lebt nicht mehr, sie kann man also nicht nach ihrern erfahrungen fragen, sie war in meinem alter u. hat sich vor ca. 15 jahren vor den zug geworfen. eine andere, ältere schwester glaubt die geschichte, hat aber selbst keine derartigen erfahrungen gemacht. der rest der familie, ist fest davon berzeugt dass es sich um "false memory" handelt, die ein verantwortungsloser therapeut meiner cousine eingeredet hat. ich kann dazu nix sagen, hab da nur meine eigenen vermutungen, die aber nichts weiter zur sache tun. ansonsten kann ich eben nur auf o.g. fakten verweisen. wenn ich mir allein meinen freundeskreis anschaue und sehe, wieviele m. freundinnnen, oder exfreundinnen meiner freunde als kind vergewaltigt wurden, dann ist das absolut entsetzlich und beängstigend.
sansculotte - 21. Sep, 23:45

Erinnern und Vergessen

Liebe Frau Geheimrätin, lieber hf,

kömmt immer darauf an, von welchem Erinnern und von welchem Vergessen die Rede ist.

In der Juristerey geht man davon aus, dass ein Ereignis von einer Person über das deklarative (oder explizite bzw. kognitive) Gedächtnis korrekt erinnert und wiedergegeben werden kann. Diese Annahme ist aber in bezug auf traumatisches Erleben völlig hinfällig. Denn gerade in einer traumatischen Situation reagiert die Person über Notfallmechanismen (coping strategies), deren wesentliches Merkmal das den Menschen in seiner kognitiven Integrität schützende Vergessen ist.

Ja, richtig, ein Trauma führt oft zu fast vollständigem Vergessen des traumatischen Geschehens, zumindest was das deklarative Gedächtnis betrifft. Denn in einer traumatischen Situation wirft das Gehirn einen Stressmechanismus an, der alles 'Unnötige' streicht, unter anderem auch die Verarbeitung des Geschehens in einer Hirnregion, die Hippocampus genannt wird und für die Zuordnung, Einordnung und Weitergabe des Erlebten an die linke Hirnhälfte verantwortlich ist. Ein erhöhter Kortisolspiegel, wie er für einen andauernde Stressreaktion typisch ist, bewirkt den Abbau von Synapsen und Nervenzellen in eben dieser Region. Das Geschehen kann nicht weiter verarbeitet werden und wird so nicht Teil der biografischen Aufzeichnung der Traumatisierten.

Dennoch geht die Erinnerung nicht verloren. Einerseits wird das Geschehen vollständig in der Amygdala verarbeitet, einer Region, die für die emotionale Zuordnung und Lernprozesse verantwortlich ist. Deshalb kann das Trauma eine ziemliche strikte Furcht- bzw. Angstkonditionierung und persistente Wut zur Folge haben. Andererseits wird hauptsächlich die Weiterleitung der Erinnerung aus dem Hippocampus an die kognitiven Zentren des Gehirns be- und verhindert. Gelöscht ist das Erlebte dadurch nicht, was sich in den traumatischen Intrusionen und 'Flasherinnerungen' äußert.

In Regressionstherapien wird versucht, die fehlende Verknüpfung wiederherzustellen. Gelingt das, dann sind ziemlich eindrucksvolle Einsichten und das Wiedergewinnen der Erinnerung keine Seltenheit.

Ein Wort noch zu der unsäglichen "False Memory"-Kampagne. Sieht man sich die Protagonisten dieser False Memory-Diskussion an, so wird man den Verdacht nicht los, dass sie von massiven persönliche Motiven und nicht durch wissenschaftliches Interesse geprägt ist. Die beiden Hauptakteure, Pamela und Peter Freyd, wurden von ihrer Tochter Jennifer, die später ein Psychologiediplom erwarb, des jahrelangen und systematischen (sexuellen) Missbrauchs beschuldigt. Das entlastende Gerichtsgutachten kam - man ahnt es - von einer gewissen Elizabeth Loftus, die auch sonst in den USA als Handlungsreisende in Sachen Täterentlastung unterwegs ist. Jedenfalls schreibt sie gutbezahlte Gutachten für vermögende Angeklagte. Einer der Gründerväter der False Memory Syndrome Foundation, Dr. Martin Orne, war jahrelang an Geheimdienstprogrammen zur Manipulation des menschlichen Bewusstseins beteiligt, u.a. an dem berüchtigeten CIA-Programm namens MK Ultra. Für den jetzigen Vorstand der FMSF, Dr. David Dinges, gilt Nämliches. Der wissenschaftliche Beirat der False Memory Syndrome Foundation zeichnet sich durch eine auffällige Nähe zum US-Militär aus. So hat Dr. Harold Lief militärfinanzierte Verhaltens- und Hypnoseexperimente durchgeführt. Paul McHugh publizierte einiges Entlastungsmaterial für das MK Ultra-Project. And so on and so forth. Alles in allem sind die False-Memory-Typen ziemlich zweifelhafte Gewährsleute.

Und bezüglich der Wormser Prozesse verweise ich auf diesen Link:

http://www.aufrecht.net/utu/taeter-lobby.html

Danke für die Aufmerksamkeit und guter Gruß, sansculotte
monoma - 22. Sep, 00:55

nur kurz...

...habe die tage bis zum wochenende jetzt nur wenig zeit und raum für all die äusserst interessanten aspekte, die sich hier inzwischen angesammelt haben - aber zu dieser "f-m-s-foundation" bzw. dem, was sansculotte oben geschrieben hat:

die erwähnten personellen hintergründe zu programmen der cia, die im großen und ganzen und ganzen unter der rubrik "mind control" verbucht werden müssen, sind mit bei ersten recherchen auch schon begegnet, allerdings finde ich zumindest meine quellen noch zu wenig belastbar.

gleichfalls interessant ist jedoch die eindeutig verifizierbare tatsache, dass ein großteil der dortigen wissenschaftlichen mitglieder aus psychiatrie & psychologie mit einer explizit verhaltenspsychologischen (kognitiv & behavioristisch) tendenz daherkommt, die ich bei traumatisch induzierten störungen aller art auch ansonsten sehr fragwürdig finde.

und als drittes ist noch zu vermerken, dass in sich den usa ein großteil der auseinandersetzungen wie erwähnt vielfach um diagnosen aus dem dissoziativen spektrum dreht, die zu einem teil offensichtlich auch durch das produziert wurden, was allgemein und hierzulande auch als "ritueller missbrauch" bezeichnet wird. dazu hat sich bei mir schon recht viel material angesammelt, aber bisher habe ich mich nicht nicht so recht entschließen können, dieses besondere - und besonders widerwärtige - faß aufzumachen. bin aber gerade am überlegen, ob das nicht schlicht inzwischen nötig erscheint, weil sich dann auch die rolle der "foundation" u.a. anders begreifen lässt. aber es gibt hier gerade zu viele baustellen *nörgel*
hf - 22. Sep, 13:47

Hi sansculotte,

dass das fms auch teil einer (antifeministischen) Agenda ist/dazu vernutzt wird weiß ich, habe ich in meinem Blog ja auch so gesagt. Darum geht es hier aber nicht. In den Wormser prozessen gab es zT absurde Anschuldigungen (Personen, die bereits in U-Haft saßen, sollen auch an neuen Missbrauchsfällen schuldig gewesen sein etc). Das kann man nicht alles einfach als "Täter-Lobby" wegwischen. ich verweise auch nochmals auf den fall Wilk.

übrigens verstehe ich Deinen link nicht. gerade darum, dass der (inzwischen ja wohl auch rechtskräftig verurteilte) heimleiter der EIGENTLICHE Täter war, ging es doch. Der hat die Kinder gegen ihre Eltern aufgestachelt, war jedoch der wahre Täter.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-54076826.html
entsetzlich! Und da muss Wildwasser, denen ich keineswegs die Verdienste madig machen will, sich schon sehr kritische Fragen gefallen lassen! Wer war denn hier der wahre "Täterschützer"? Rutschky...oder Wildwasser?
Isi (Gast) - 25. Sep, 09:52

hf's Antifeminismus

Lieber mo,

könnten Sie auch mal den doch in Auftritt, Argumentation und Herkunft recht typischen paranoiden Androzentrismus des hf's mal was schreiben (wobei wahrscheinlich ziemlich egal ist, welcher Vorwand heute dazu hergenommen wird, sich gegen die Bedrohung des leidgeplagten Mannes durch Gleichberechtigung und Feminismus und jede andere Forum von "Unterdrückung des deutschen, weißen Mannes" aggressiv zu wehren) . Es kann auch gern abstrakt sein. Mittlerweile nimmt das Ausmaß der Aggression doch in Einzelfällen bedenkliche Ausmaße an, nur um sich gegen Horizonterweiterung zu wehren. Täterlobbyismus zu betreiben, ist das eine, aber den Gegner in der Diskussion als psychisch krank zu stigmatisieren, um das Horrorszenario gegen rationale Vernunft aufrecht zu erhalen, ist etwas ganz anderes:

http://kritik-und-kunst.blog.de/2010/09/23/umzug-9451184/#c14076250

Das ist nicht mehr die Kunst, recht zu behalten - sondern das Verlangen, mundtot zu machen. Das hat aber mit linker Politik nichts zu tun. Darum verwirren mich pauschale Bezüge auf die Linke, wie auch pauschale Aussagen über den Feminismus - wobei Sie allerdings glaubhaft bekundet haben, es differenzierter wahrzunehmen. Aber oft ist das Gegenteil der Fall: Es maßen sich Leute die Definitionsmacht über Feminismus und/oder linke Politik an und beklagen dann lauthals deren Definitionshoheit, die sich - natürlich- gegen Sie selbst wendet. Das ist so grotesk, dass es eigentlich witzig ist - wären die "Feminismuskritiker" und "selbstkritischen Linken" nicht dermaßen aggressiv und vom Verlagen getrieben, den Widerspruch restlos zu entfernen, zu stigmatisieren und in das Reich der Persönlichkeitsstörung zu verweisen.
hf - 25. Sep, 12:18

nur kurz zur Klarstellung für das Plenum: ich habe sämtliche Beiträge dort gelöscht nicht, weil ich irgendwas zu verbergen habe, sondern deswegen, weil ich mich mit der Online-Mobberin und Online-Stalkerin Isi - sie ist einschlägig bekannt und benötigt ersichtlich professionelle Hilfe - nicht mehr befassen möchte, mit keiner Minute meines Lebens.
Geheimrätin (Gast) - 22. Sep, 15:33

@ harmut

danke für den link, habe das eben erst nochmal gelesen. Was hier stattgefunden hat, ist unvorstellbar. u. hat meines erachtens auch nix mit dem, was überlicherweise unter "fals memory" beschrieben wird zu tun, sondern ist eben teil einer ganz perfiden art von vergewaltigung u. mindcontrol. es ist mir nach wie vor unverständl. dass dieser mann nicht unverzügl. von seinen kollegen angezeigt u. von den vorgesetzten suspendiert wurde und dass sich das alles so lange hinziehen konnte, quasi unter den augen von zeugen, die sich wohl wunderten, aber offensichtlich nicht wirklich handelten, bevor es zu spät war.

etwas anders sind nun die "erinnerungen" die in therapiestunden urplötzlich aufkommen und die angeblich jahrelang vollkommen abgespalten waren. ich persönl. bin mir sicher, dass im falle eines wirklich stattgefunden "missbrauchs" das trauma u. die erinnerung fortwährend existent sind aber eben oftmals aus gründen des nicht einordnen könnens (@ sansculotte hat das ja gut beschrieben) bestimmte konkrete erinnerungen oftmals nicht mehr greifbar sind. Ein therapeut darf von daher niemals von sich selbst irgendwelche "tathergänge" konstruieren und seinem patienten suggerieren, wer das tut, hat in diesem beruf nichts verloren.

mir ist da tatsächlich auch ein fall aus meinem nächsten umfeld bekannt, ich hatte das ganz vergessen. wir hatten da mal eine heilpraktikerin in unserem freundeskreis, die von jahr zu jahr mehr und in immer "höhere sphären" abdriftete. ihre patienten wurden immer abhängiger von ihr, fragten vor allen entscheidungen die heilerin um rat, ließen sich unaufhörlich irgendwelche "durchsagen" eintrichtern - so erzählte die Frau dann eines tages meiner besten freundin, sie wäre als Baby von ihrem Onkel sexuell misshandelt worden. Die "Heilerin" verlor tatsächlich von tag zu tag mehr von ihrer Selbstkontrolle und war absolut überzeugt, dass alles was sie "sah" oder "channelte" der Realität entsprach. I M. Freundin hatte überhaupt keine Erinnerungen, lediglich ein ungutes Gefühl ihrem Onkel gegenüber.
sie erklärte sich dann all ihre Probleme durch dieses "Ereignis" an das sie sich selbst überhaupt nicht erinnern konnte. Ich selbst war auch hin u. wieder bei ihr in Behandlung und merkte sehr schnell, dass sich hier jemand permanent selbst widersprach und dass diese Frau ganz offensichtlich jemand war bzw. im Lauf ihrer "Karriere" zu einer Person wurde, die dringend selbst therapeutische Hilfe benötigte.

Es dauerte Jahre, während derer meine Freundin immer kränker u. abhängiger wurde, bis sie sich endlich aus dieser "Therapie" lösen konnte u. ihr Leben wieder selbst in die Hand nahm. Sie war wie gesagt eine von vielen und soweit ich weiss, praktiziert die "Heilerin" immer noch auf diese weise. Allerdings sind ihre Patienten erwachsen u. für sich selbst verantwortlich, ich meiner wer seine Selbstverantortung auf so fahrlässige Weise abgibt, der will sich anscheinend von ihr freisprechen.

Als ich sie vor 20 Jahren kennenlernte, war sie wirklich eine sehr einfühlsame, gute Heilpraktikerin - das war ein schleichender Prozess von sowas wie "Größenwahn" der sich bei ihr unmerklich einstellte.

Zu bemerken wäre aber auch, dass ich persönl. zumindestens niemanden aus ihrer Praxis kenne, der aufgrund der "Geschichten" die dort aufkamen, dann die vermeintlichen "Täter" auch beschuldigte und konfrontierte. Wer diesen Schritt geht, muss sich m. E. seiner Sache schon sehr sicher sein.

hf - 22. Sep, 20:58

Hi Geheimrätin

der Wormser fall belegt, dass man Kinder zu Falschaussagen manipulieren kann (durch den wahren Täter, wie in einem schlechten Roman), Wilkom. beweist, dass Erwachsene sich falsch erinnern können.

Die Dunkelziffer bei sexuellem "Missbrauch" (was wäre ein sexueller GEbrauch?) ist heftig umstritten. Überprüfbare Belege für "jedes dritte Mädchen, jeder neunte Junge" habe ich nicht vorliegen. ich denke auch: Wenn der "Missbrauch" (wir brauchen da wirklich einen neuen Begriff, dieser ist verharmlosend) nicht in allerfrühester Kindheit statt hatte, dann werden sich die Opfer irgendwie erinnern, wenn auch im zweifelsfall verschoben. Wichtig hierbei: Sowohl die Wormser Kinder als auch Wilkomirski waren ja w i r k l i c h Opfer. Das war ja nicht gefaked. Verschoben war bei ihnen die Realität.
Geheimrätin (Gast) - 22. Sep, 23:03

@ hartmut

ich weiss hartmut, es gehört ja auch mit zur strategie der täter, ihre opfer derart zu manipulieren, dass diese nicht in der lage sind, ihre peiniger als solche zu indentifizieren. "mindcontrol" gehört also beim sogenannten "missbrauch" (finde den begriff auch vollkommen pervers!) immer dazu. und auch amnesien sind folglich nichts ungewöhnliches. ich wollte das auch gar nicht in frage stellen. hab selbst genug amnesien und schwarze löcher in meiner biografie.

wer ehrlich zu sich selbst ist, wird ohnehin feststellen, dass erinnerungen eigentlich nie wirklich eins zu eins mit dem früher erlebten kompatibel sind, weil es unendlich viele aspekte und interpretationen bzw. übersetzungen des gehirns gibt, die die ereignisse entsprechend färben und versuchen einzuordnen. noch dazu, wenn es in der frühsten kindheit noch gar keine begriffe gibt, um zu beschreiben was einem zugefügt wurde bzw. diese begriffe erst viel viel später verfügbar werden... die erinnerung und das trauma sind dennoch immer vorhanden, als bilder, als ängste und krankheiten.

meistens ist es ja sogar so, dass die opfer sich mit ihren tätern solidarisieren u. diese noch in schutz nehmen. weil sie sich ja immer bis zu einem gewissen grad selbst mit der tat u. dem täter identifizieren.

aus diesem grund ist es ja eben auch absolut tabu, dass außenstehende bei der traumaufarbeitung suggestieren und versuchen irgendwelche tathergänge zu konstruieren. sie können immer nur einen schutzraum geben und den betroffenen bei der eigenen aufarbeitung und bewusstmachung begleiten. das wissen und tun aber die entsprechend ausgebildeten therapeuten auch. es kann also bei "flase memory" niemals davon gesprochen werden, dass eine therapie falsche erinnerungen hervorruft, das passiert nur, wenn der "therapeut", der dann ja keiner ist, manipuliert.

was nun die genauen zahlen betrifft, so finde ich die relativ unerheblich. ich glaube auch nicht, dass sexuelle gewalt etwas ist, das in der heutigen zeit zunimmt, eher spiegelt es die verkommenheit unserer ganzen perversen ausbeuterkultur. und wird heute eben immer offensichtlicher und viel mehr aufgearbeitet als früher. erschreckend ist in diesem zusammenhang dann allerdings die steigende tendenz zu sexueller gewalt gegen kinder in sogenannten indigenen kulturen, die von "weissen herrenmenschen" unterdrückt u. zerstört werden, da zeigt sich dann sehr deutlich, inwiefern sich ein solcher genozid bis hinein ins kleine und in die familien auswirkt -eben auch in form von kindervergewaltigungen . so z.B. bei den Aboriginals und anderen vom Genozid bedrohten Kulturen.

Geheimrätin (Gast) - 22. Sep, 23:27

ps. ich weiss bis heute ganz genau, wer mir wann u. wie übel mitgespielt hat. und wer nicht. auch wenn ich vieles "vergessen" habe. u. ich kenne zahlreiche "fälle" wo das genauso ist, wo aber dem kind nicht geglaubt wurde und auch später nicht geglaubt, bzw. das ganze dann einfach "uminterpretiert" wurde. das ist das eigentlich entsetzliche.
monoma - 23. Sep, 00:01

@geheimrätin und hf

nochmal ein paar anmerkungen am späten abend:

1. "ich weiss hartmut, es gehört ja auch mit zur strategie der täter, ihre opfer derart zu manipulieren, dass diese nicht in der lage sind, ihre peiniger als solche zu indentifizieren."

entweder das, oder aber massive abhängigkeitsverhältnisse (gerade im familiären bereich), drohungen etc. sorgen für das tätergenehme schweigen.

@hf, ich halte das von Dir angeführte beispiel "wormser prozeß" keinesfalls für einen beleg von "false memory", sondern eher für die hochkriminelle raffinesse, mit der täter in diesem bereich teils vorgehen (und die dann auch durchaus in der lage sind, selbst "professionelle" zu täuschen, von den jeweiligen nichtsahnenden - oder nichtwissenwollenden - sozialen umfeldern ganz zu schweigen). ähnliches gab und gibt es immer wieder zu beobachten, ich erinnere nur mal an einen fall, den ich in der ganz frühen zeit des blogs mal aufgegriffen hatte:

"außergewöhnlich nett, zuvorkommend und vertrauenswürdig"

2. nochmal ein paar sätze u.a. zum begriff "missbrauch"

3. auch @hf: was die ominöse "foundation" anbelangt, so geht es für mich gar nicht mal zentral darum, dass die eine explizit antifeministische agenda hätten, sondern eher um die zusammenhänge, die sansculotte und ich oben skizziert haben - und da spielt der genannte komplex "rituelle gewalt, extremtraumatisierungen und multiple/dissoziative persönlichkeiten" eine hauptrolle. ich habe mich inzwischen dazu entschlossen, das ganze zukünftig in einem eigenen beitrag zu thematisieren - auch, wenn das, was da so an infos kursiert, teils unglaublich erscheint. vor dem hintergrund der bekanntgewordenen praktiken in kirchlichen kreisen und auch solcher ereignisse wie in portugal hat sich meine eigene bisherige wertung allerdings verschoben.

4. zu den zahlen: es werden aus, wie ich finde, durchaus nachvollziehbaren gründen bis auf weiteres nur schätzungen möglich sein. aber wenn ich mir die fallzahlen von allen gewaltformen gegen kinder betrachte, dazu das tabuthema der sexualisierten gewalt gegen jungen (damit habe ich mich längere zeit ausführlich beschäftigt), und auch die bspw. 2004 veröffentlichte "regierungsamtliche" studie über das ausmaß der gewalt gegen frauen und mädchen hierzulande, kann ich nicht nachvollziehen, was Deine geäusserte skepsis über die genannten zahlen tatsächlich bezweckt. lass es meinetwegen "nur" jedes fünfte kind sein - so what? ich würde allerdings auch unterschreiben, dass die alleinige fixierung auf sexualisierte gewalt zwar in einem gewissen historischen moment verständlich und nötig (zwecks problembewusstsein) gewesen ist, aber langfristig zu kurz greift - u.a. deswegen, weil sie oft genug "eingebettet" in ein ganzes gewaltszenario daherkommt. auch das ist an den zuständen in den kirchen ganz gut sichtbar geworden.

5. "wer ehrlich zu sich selbst ist, wird ohnehin feststellen, dass erinnerungen eigentlich nie wirklich eins zu eins mit dem früher erlebten kompatibel sind,..."

dazu ein jein von mir - ein paar gründe dafür sind hier nachzulesen. mittlerweile erscheint mir auch ziemlich gesichert, dass traumatische ereignisse tatsächlich in vollem umfang wieder bewusst werden könnnen, einfach, weil sie wirklich komplett gespeichert und in der folge aufgrund der nicht möglichen weiterverarbeitung abgespalten werden. das hat sehr viel mit dem erwähnten dissoziationsphänomen zu tun, andererseits beruht darauf auch die fatale wirkung bspw. von flashbacks, bei denen einzelteile oder auch ganze sequenzen der quasi "eingefrorenen erinnerung" in die aktuelle realität drängen und diese völlig überlagern können. jedenfalls ist sowohl die these, dass ein trauma im "normalfall" ständig bewusst sei, aus meiner sicht ebensowenig haltbar wie diejenige, dass es keinerlei belastbaren erinnerungen an weit zurückliegende ereignisse geben könne.
hf - 23. Sep, 01:28

hi mo, war gestern zu spät, deswegen edit:

Zitat:

"zu den zahlen: es werden aus, wie ich finde, durchaus nachvollziehbaren gründen bis auf weiteres nur schätzungen möglich sein. aber wenn ich mir die fallzahlen von allen gewaltformen gegen kinder betrachte, dazu das tabuthema der sexualisierten gewalt gegen jungen (damit habe ich mich längere zeit ausführlich beschäftigt), und auch die bspw. 2004 veröffentlichte "regierungsamtliche" studie über das ausmaß der gewalt gegen frauen und mädchen hierzulande, kann ich nicht nachvollziehen, was Deine geäusserte skepsis über die genannten zahlen tatsächlich bezweckt."


genau das, was ich sagte. Bei Sorgerechtstreitereien haben wir in 3 % der Fälle (6.000 von 20.000) Anzeigen - zwar mehrheitlich Frauen gegen Männer, aber die Minderheit der Männer (gegen Frauen oder deren neuen Partner) ist auch nicht zu verachten (etwa 70 - 30). Von diesen 6000 Fällen sind 5400 falschbeschuldigungen. Nun liegt es auf der hand - Emotionalität der Trennungssituation - , dass hier Falschbeschuldigungen wohl überdurchschnittlich häufig audtreten. Aber ein Anhaltspunkt ist es doch.

Ansonsten haben Fälle wie Kampusch auch eine Funktion. Nämlich eben die, von der "normalen" gewalt abzulenken.

Natürlich hat N. Kampusch fürchterliches mitgemacht. Das bedeutet aber nicht, die "normale", nicht-sexuelle gewalt kleinreden zu dürfen. Es geht hier nicht um Opferneid oder so etwas, aber man muss das schon festhalten. Ich denke aber, dass wir uns einig sind, was diesen Punkt betrifft.

Allerdings befürchte ich ferner, wenn ich höre "200.000 Fälle Dunkelfeld", doch eine erhebliche Hysterisierung. Und zwar so: das Publikum glaubt, "200.000" bedeute, 200.000mal im jahr würde der Vati oder der Onkel den Kleinen ans geschlechtsteil gehen... Ich halte diese Dunkelziffer "Gewalt gegen Kinder" für richtig oder vielleicht sogar für noch höher, aber ich bestreite, dass es immer um sexuelle Gewalt geht dabei. Im Blick der Öffentlichkeit reduziert sich das Problem "Gewalt gegen Kinder" dann auf "fummelt an der Muschi rum". genau deswegen konnte Mixa davonkommen. Der hat ja nicht rumgefummelt. Der hat ja "nur" gezüchtigt (dass bei ihm, nebenbei bemerkt, alles für Pädosadismus spricht...nunja. Offenbar ein sehr kranker, sehr dummer alter Mann.) So herum meinte ichs.

Und wenn es dann - wie etwa in Worms - zu Freisprüchen kommt (kommen musste!), dann jubeln natürlich die Falschen. Ich finde das Wirken von Wildwasser etc zT sehr zweischneidig und manches Mal wenig hilfreich.
hf - 24. Sep, 12:17

Hi Mo

http://www.zeit.de/2008/15/Interview-Koehnken

gehört alles hier rein. Falschbeschuldigungen (wie auch Doesseckereien) dürftzen tatsächlich nicht gar so häufig bösem Treiben entspringen. Das Gerede von der pöhsen Votze, die ihre männerfeindliche Agenda eiskalt durchzockt, verweise ich für die Mehrheit in den bereich der fabel. Kann passieren, dass auch solche Psychodynamiken enstehen ("Jetzt zahl ichs den Männern heim"), aber viel häufiger, wie Du es ja auch schon sagtest, dürften Störungen hierfür verantwortlich sein. Übrigens sind solche falschbeschuldiger/innen viel gefährlicher sozusagen, als die eiskalten Lügner, weil sie sich ihre fantasiewelt selber wirklich glauben.

Diesen Gedanken Könkens finde ich sehr hilfreich:

"ZEIT: Warum sind es vor allem Frauen, die durch Falschbezichtigungen auffallen?

Köhnken: Persönlichkeitsstörungen treten bei Frauen deutlich häufiger auf diese Weise zutage. Bei Männern äußern sie sich anders, zum Beispiel durch Aggressionsdelikte. "
monoma - 24. Sep, 14:03

speziell dazu:

"Ich halte diese Dunkelziffer "Gewalt gegen Kinder" für richtig oder vielleicht sogar für noch höher, aber ich bestreite, dass es immer um sexuelle Gewalt geht dabei. Im Blick der Öffentlichkeit reduziert sich das Problem "Gewalt gegen Kinder" dann auf "fummelt an der Muschi rum". genau deswegen konnte Mixa davonkommen. Der hat ja nicht rumgefummelt. Der hat ja "nur" gezüchtigt (...)"

das liegt aber meiner meinung nach vor allem an der fehlwahrnehmung, die ich auch bei dir sehe, wenn du von sexueller gewalt redest. ich weise keinesfalls alleine aus gründen sprachlicher prinzipienreiterei immer wieder darauf hin, dass es sich um sexualisierte gewalt handelt, weil das attribut "sexuell" immer noch und bei vielen leuten eine assoziationskette in gang setzt, wie sie sich in der wertung des "notgeilen vergewaltigers" ausdrückt - da geht´s dann am ende immer um vorstellungen von angeblicher triebabfuhr, und das ist nun mal sachlich schlicht blödsinn (btw: ich finde, darin sind auch durchaus deutlich die bis in eine breite öffentlichkeit durchgedrungenen reste von freuds gedankenmodellen zu sehen; eine art vulgärpsychoanalyse sozusagen).

es gibt nicht umsonst unter professionellen, die sich mit vergewaltigungen seitens erwachsener männer beschäftigen, für eine spezielle tätergruppe die bezeichnung "sexueller vergewaltiger", die u.a. darauf hinweisen soll, dass hier noch am ehesten hinweise und symptome auf explizit sexuelle fehlentwicklungen und -prägungen (gefühle sexueller minderwertigkeit, angst vor frauen etc.) zu finden sind und diese auch die tatmotivationen entscheidend mitbestimmen.

das ist aber im vergleich nur eine marginale gruppe, wie u.a. zwei britische tätertherapeuten, ray wyre und anthony swift, in ihrem buch "und bist du nicht willig - die täter" beschrieben haben. in der mehrzahl aller vergewaltigungen geht es immer primär um macht, und die sexuelle ebene spielt dabei deshalb eine so große rolle, weil sie auch als synonym für die "intimsten" und verletzlichsten persönlichkeitsanteile begriffen wird, was in der vorstellung der täter die möglichkeit eröffnet, hier die größten demütigungen bewirken zu können.

auch bei kindlichen opfern lassen sich alleine "echte" pädophile als primär sexuell motiviert ansehen, und auch hier ist das eher eine minderheit unter allen tätergruppen.

ergänzend sei vor diesem hintergrund auch darauf hingewiesen, dass sowohl bei erwachsenen als auch kindern erstens die mehrzahl aller taten im bekannten sozialen umfeld stattfindet und zweitens dort in aller regel kaum jemals "für sich", also quasi in reinform, auftritt, sondern fast immer sozusagen eingebettet ist in ein ganzes szenario auch explizit nichtsexualisierter gewalt. und die rede von "sexueller gewalt" sorgt in diesem fall erst selbst für den (falschen) focus auf alleine diese ebene, den du ja auch beklagst. aber es gehört real beides untrennbar zusammen.
Isi (Gast) - 23. Sep, 11:50

Linke und Sex

Hallo!

Ich verstehe nicht, wie Sie darauf kommen, dass vorallem bei Linken der Versuch zu beobachten sei, "die sexualität" aus den fängen einer rigiden und prüden, religiös beeinflussten bürgerlichen moral zu "befreien". Das ist mir bisher nicht aufgefallen noch in der Theorie erklärbar.

LG

Isi

monoma - 24. Sep, 13:36

das hätte ich vielleicht präzisieren sollen, obwohl ich dachte, dass das aus dem kontext des ganzen absatzes, in dem das zitat steht, deutlich werden würde.

und da bezieht sich das auf die von mir vermutete grundlage gerade bei solchen, sich selbst irgendwie als links oder auch linksliberal verstehenden leuten, die besonders in und rund um die "mißbrauch-mit-dem-mißbrauch"-kampagne aktiv waren, weiter greifend auch auf das spektrum, welches mit den verschiedenen strömungen des feminismus v.a. auch deshalb im clinch liegt, weil sich gerade zb. die "porNO"-aktivistinnen an bestimmten punkten mit kräften von rechts(-aussen) gemein machen würde, die das, was ich als "sexuelle repression" benannt habe, explizit vertreten.

und für mich persönlich ist diese auseinandersetzung teils in dem begründet, wie "1968" (als synonym gemeint) u.a. auch einen begriff der "sexuellen befreiung" produzierte, der sich zu großen teilen auf orthodoxe (freud) und dissidente (reich) richtungen der psychoanalyse berief. und ich glaube, dass das unterschwellig (und vielfältig modifiziert) in solchen debatten bis heute fortwirkt. auch, wenn sich die vor langer zeit geführten diskurse heute eigentlich nirgends mehr in der form finden lassen, in der sie ursprünglich einemal daherkamen. aber diesen hintergrund sehe ich durchaus bspw. in der position von hf aufschimmern: hat die selbstbestimmte entdeckung der kindlichen sexualität und ein unverkrampfter umgang mit körperlicher nähe auch zu erwachsenen absolute priorität, oder die prävention vor (sexualisierten) grenzverletzungen?

ich persönlich bevorzuge die antwort "sowohl als auch", wobei mir hf´s position da zu sehr von einer art "laissez faire" bestimmt wird, die ihren focus dann eben alleine auf die tatsächlich vorhandenen inhaltlichen allianzen zwischen teilen der (religiösen) rechten mit bestimmten feministischen fraktionen legt und dort eine art "repressives bündnis" konstatiert.

ich halte das allerdings in der gesamtschau jeweils für ausnahmen; sowohl, was die real existierenden fälle von falsch- und fehlbeschuldigungen in sachen sexualisierter übergriffe angeht als auch die angesprochenen inhaltlichen übereinstimmungen zb. in sachen pornographie. gerade der immer wieder angeführte "wormser prozeß" bspw. eignet sich aus gründen, die ich weiter oben skizziert habe, durchaus nicht für eine fundamentalkritik an solchen gruppen wie "wildwasser" u.a.
und was "den feminismus" angeht: "den" gibt es so einfach nicht, sondern eine vielzahl teils massiv widersprüchlicher strömungen. nach meinem verständnis ist das kritisierte hauptsächlich diejenige theorie und praxis, die vom "weißen", westlich orientierten mittelstands- und quotierungsfeminismus alá "emma" repräsentiert wird. bloß ist das eben nicht der feminismus, und ich finde es auch als mann immer wieder bedauerlich zu sehen, wie sich andere männer derart selbst die möglichkeit nehmen, von anderen feministischen strömungen zu lernen und sich inspirieren zu lassen. von der impliziten unsäglichkeit des - ob gewollt oder nicht - relativierens sexualisierter gewalt mal ganz abgesehen.
hf - 25. Sep, 04:54

Hi mo,

"ich halte das allerdings in der gesamtschau jeweils für ausnahmen; sowohl, was die real existierenden fälle von falsch- und fehlbeschuldigungen in sachen sexualisierter übergriffe angeht als auch die angesprochenen inhaltlichen übereinstimmungen zb. in sachen pornographie. "

sorry, und ich fahre einem sehr geschätzten Mitblogger nur ungern so deutlich in die Parade, aber beides stimmt objektiv nicht. Undiskutierbar ist das, was Du sagst, schlicht unwahr.

Die klaren und belegbaren Zahlen in Betreff der Falschbeschuldigungen in Sorgerechtsstreitigkeiten nannte ich: ca. 90 %. 90 %, lieber Mo! Das m u s s uns interessieren. Denn auch eine Falschbeschuldigung ist Gewalt! Häufig ist das Leben der falsch Beschuldigten zerstört (es handelt sich übrigens keineswegs ausschließlich um Männer! Und übrigens: Auch Schwulenhaß spielt bei diesen Falschbeschuldigungen eine Rolle!). Selbst bei 10 oder 5 % läge ein problem vor, über das wir uns - an Gerechtigkeit in jedem Einzelfall interessiert - bekümmern müssten! Selbst bei 1 %. Selbst bei 0,1 %, ja, selbst bei einem einzigen Fall. Aber wir reden über 90 %! Und auch, wenn die Ermittlungsbehörden inzwischen, gottseidank, aus dem Worms-Desaster gelernt haben: Es bleibt ein Problem. (Schnell noch zu Worms: Ich finde es menschlich schäbig und unanständig von "Wildwasser", auf Worms lediglich damit reagiert zu haben, dass "man", achne: frau!, Frau P. abservierte. "Wildwasser" hat sich bis heute nicht in angemessener Weise entschuldigt. Selbstredend weiß ich - so blöde bin nicht einmal ich! -, dass Worms inzwischen natürlich auch massiv vernutzt wird von den ganz Falschen. Who cares! Das interessiert mich nicht. In Worms wurde Menschen Unrecht getan. Das interessiert mich. Und wenn man dann bedenkt, dass der Einzige, dem man im Rahmen des Worms-Desasters wirklich Missbrauch nachweisen konnte, der Leiter des sog. "Spatzennests" war - ein ursprünglicher "Aufdecker" und "Opferschützer" -, muss einem das Essen dreimal hochkommen! "Wildwasser" äußert sich meines Wissens bis heute nicht angemessen über Art und Umfang der Zusammenarbeit mit diesem Herrn. Inzwischen ist er rechtskräftig wg Missbrauch verurteilt. Fehler dürfen passieren. Aber sie müssen dann auch aufgearbeitet werden.)

Zum zweiten: Bitte mach mal eine statistisch abgesicherte Diuskursanalyse. Du wirst sehen: Frauenrechte werden inzwischen fast ausschließlich thematisiert im Zusammenhang mit ihrer neoliberalismuskompatiblen Vernutzung. Also: Juhu, wir haben Frauenbefreiung, denn sie dürfen zur Bundeswehr. Juhu, wir haben Frauenbefreiung, denn sie dürfen als Personalchefs Menschen in Hartz IV treten. Juhu, wir haben Frauenbefreiung, denn Frau Dr. xyz ist geschäftsführende Gesellschafterin der Lobby-GmbH abc in Berlin. undsoweiterundsofort. also allgemein: Juhu, wir haben Frauenbefreiung, denn den Frauen ist der henkerberuf nicht länger verschlossen...ums mal knallhart zu sagen. Auf so eine "Frauenbefreiung", sorry, scheisse ich. Auch als mann und gerade als Mann. Und hier gibt es eine keineswegs minderheitliche sondern mehrheitliche Übereinstimmung zwischen dem bürgerlichen teil der Frauenbewegung und den Frau Leyens (für die, die die Weimarer Erkenntnis - der Adel ist abgeschafft! - nicht mitmachen wollen: Frau von der Leyen) und Frau Guttenbergs (Frau zu Guttenberg). Es ist kein Zufall, sondern passt wie Arsch auf Eimer, dass Frau Alice Schwarzer für BILD schreibt.
Isi (Gast) - 25. Sep, 13:33

hf's Falschbezichtigungen

Ich stelle klar, dass ich weder eine "Online-Mobberin" noch eine "Online-Stalkerin" bin und auch der Rest ist Quatsch. Mein Führungszeugnis ist makellos und es ist kein Verfahren gegen mich anhängig. Diese Tirade ist einfach nur eine bösartige Aneinanderreihung von Stuss. Was man übrigens auch zweifelfrei festellen könnte, wenn die Beiträge nicht allesamt gelöscht worden wären.

Das ist schon ´ne besondere Qualität, die hier zu Tage tritt.

hf - 25. Sep, 13:55

Du weißt ganz genau, isi, dass ich das problemlos belegen kann. Ich bin ja wirklich nicht der erste, den Du mit Deinen mosntrösen Anwürfen, Deinem Mobbing und Stalking überziehst. Mach ne Therapie und halt Dich mal ne Zeit lang vom web fern.
Wednesday - 25. Sep, 18:07

Fight war, not wars.

Es ist ein Aspekt der Befreiung der Frau, daß sie, wo sie Macht erlangt, genauso ein Arsch sein kann, wie der Mann auch.

Das gehört zum Wesen der Machtausübung, der Herrschaft über Menschen, Tiere, mobilen und immobilen Besitz, über Wissen und Wissenschaft, über Energie, etc.; das Problem heisst also Herrschaft. Solange man das nicht begreift, ist jegliche Emanzipationsbestrebung auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.

Wer immer gewonnene Macht antisozial und repressiv für Zwecke nutzt, dieser Kern des Problems bleibt immer bestehen: Herrschaft dient den Interessen des Kapitals, und nicht dem Aufbau einer herrschaftsfreien (Beziehungs-)Welt.

Ciao
W-Day
Bell On A Rip - 6. Okt, 06:16

guten morgen, liebe mitdienerInnenschaft der sache! :-)

nachdem in der taz ein nachruf auf rutschky mit dem titel "ironisch, intellektuell & lebensfroh" erschien, sah ich mich genötigt, erstmals in meinem leben einen leserinnen- & leserbrief zu schreiben, den ich gerne zitieren möchte:

"unvergessen auch die Todesangst eines Mädchens, dessen »stinkbesoffener Vater die Tochter im Bett mit der Frau verwechselt«, die Rutschky erfrischend ironisch, intellektuell & lebensfroh so kommentierte: »Wenn ein besoffener Vater seine Tochter im Bett der abwesenden Ehefrau für Sekunden mit dieser verwechselt, kann man darauf nicht das Schicksal eines geschändeten Mädchens aufbauen« (Die Zeit 50/90, Sozial extra 12/90)."

menschenverachtender als rutschky kann man sich kaum positionieren, wobei nicht überliefert ist, ob sie dieses in volltrunkenem zustand getan hat.

was mich heutzutage, gewissermaßen als nebenprodukt jahrelanger beschäftigung mit dem thema psychotraumatologie der holocaustopfer, die mich später über täterInnenideologien wie "false memory-syndrome" bis hinein in die odenwaldschule führte, interessiert, ist die psyche von menschen wie loftus, rutschky, mchugh, friedrichsen, kentler und zig anderen aus unterschiedlichen bereichen kommenden, aber in die gleiche richtung vorpreschenden.
ob sie sich noch übergeben können, wenn sie sich morgens im spiegel sehen, sich diese fähigkeit bewahrt haben, oder sie schon sich selbst auf die schulter klopfende gläubige ihrer selbst sind, ähnlich den täterInnen, die ihr genießen im jenseits der akzeptanzschwelle des begehrens erlebt und damit unrückholbar dort abgegeben haben.

natürlich ist das etwas rustikal ausgedrückt, jedoch erscheint es mir im sinne der prävention immer dringlicher, sich auch die entwicklung von menschen aus der täterInnenlobby als einem nachraum der tat anzusehen, wie sie wann über welche vorräume dorthin gelangt sind etc.

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